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Geschlechtsunterschiede und Umwelt: Geschlechtsbeeinflußte Umwelten

Seminararbeit, 1999, 26 Seiten
Autor: M.A. Marion Näser
Fach: Psychologie - Entwicklungspsychologie

Details

Veranstaltung: SE Geschlechtsunterschiede
Institution/Hochschule: Philipps-Universität Marburg (Institut für Psychologie)
Tags: Geschlechtsunterschiede
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 1999
Seiten: 26
Note: 1-
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V7156
ISBN (E-Book): 978-3-638-14500-8
ISBN (Buch): 978-3-638-63981-1
Dateigröße: 198 KB

Zusammenfassung / Abstract

Diese Untersuchung befaßt sich mit den Zusammenhängen zwischen der Fähigkeit zur mimischen Kommunikation von Emotionen und individuellen Unterschieden wie Persönlichkeitseigenschaften und Geschlechterunterschieden. Die Methodik des Experimentes richtete sich nach dem Versuchsdesign von Buck (1972). Emotionales Bildmaterial aus 7 Kategorien (z. B. Trauer, Ekel, Freude) wurde 32 jugendlichen Vpn (16 Männer, M, 16 Frauen, F) dargeboten. Die Vpn gaben auf einer Ratingskala Gefallen und Intensität der Empfindung beim Betrachten des jeweiligen Dias an. Per Videokamera wurde die Mimik der Vpn in einen anderen Raum übertragen, wo andere Vpn Gefallen und Empfindung des Senders sowie die Zugehörigkeit des jeweiligen Dias zu einer bestimmten Kategorie ebenfalls anhand einer Ratingskala beurteilen sollten. Jede Vp fungierte im Rahmen des Versuches einmal als Sender und einmal als Empfänger. Es ergaben sich bei den zufällig zugeordneten Sender-Empfänger-Paaren vier Geschlechtskombinationen: FF, FM, MF und MM. Die Vpn füllten im Rahmen des Versuches Persönlichkeitsfragebögen zu Empathie, Emotionaler Intensität, Extraversion, Neurotizismus und sozialer Erwünschtheit aus. Signifikante Geschlechterunterschiede in der mimischen Kommunikation von Emotionen konnten nicht nachgewiesen werden, ebenso keine signifikanten Korrelationen zwischen den erhobenen Persönlichkeitseigenschaften und der Empfängergenauigkeit. Hinsichtlich der betreffenden Persönlichkeitseigenschaften und der Sendergenauigkeit korrelierte das Übereinstimmungsmaß „Gefallen“ signifikant positiv mit emotionaler Intelligenz und das Übereinstimmungsmaß „Empfinden“ signifikant positiv mit emotionaler Intelligenz und negativ mit sozialer Erwünschtheit (SDS-CM).


Textauszug (computergeneriert)

Geschlechtsunterschiede und Umwelt: Geschlechtsbeeinflusste Umwelten

von Marion Näser

Inhaltsverzeichnis:

0. Einleitung

1. Das Elternhaus

1.1 Allgemeines

1.2 Indirektes Lernen von den Eltern
1.2.1 Geschlechtsstereotypen der Eltern
1.2.2 Interaktion der Eltern mit den Kindern
1.2.2.1 Spiel mit den Kindern
1.2.2.2 Gewalt gegen Kinder
1.2.2.3 Eltern von geschlechtsatypischen Kindern

1.3 Direktes Lernen von den Eltern: Rollenverteilung der Eltern
1.3.1 Hoher Anteil des Vaters an der Erziehung
1.3.2 Abwesenheit des Vaters
1.3.3 Berufstätigkeit der Mutter

1.4 Studie zum Einfluß des Elternhauses auf die Geschlechtsrollenorientierung

2. Interaktion mit Spielkameraden

2.1 Geschlechtertrennung - Warum Jungen und Mädchen nicht gerne miteinander spielen
2.2 Verstärkung geschlechtsspezifischen Verhaltens bei Spielkameraden

3. Die Arbeitswelt

3.1 Reaktion von Jungen und Mädchen auf Wettkampfsituationen
3.2 Aufgabenpräferenzen
3.3 Selbsteinschätzung, Leistungsvergleiche und Leistungsmotivation
3.4 Unterschiede in Beruf und Einkommen

4. Hintergründe und Diskussion

Literaturverzeichnis


Einleitung

Das vorliegende Referat bezieht sich hauptsächlich auf ein amerikanisches Lehrbuch. Den hier zusammengestellten Forschungsergebnissen liegen daher fast ausschließlich Studien an amerikanischen Versuchspersonen unter amerikanischen Umweltbedingungen zugrunde. Eine universale Übertragbarkeit der Ergebnisse erscheint daher fraglich.
Insgesamt gibt es, betrachtet man Geschlechtsunterschiede in Einstellungen und Verhalten, eine Fülle verschiedener Einflußfaktoren. Im folgenden sollen 3 Bereiche betrachtet werden, in denen geschlechtsbeeinflußte Umwelten existieren: Die Erziehung innerhalb der Familie, die Interaktion mit Spielkameraden und die Arbeitswelt.
Was versteht man unter geschlechtsbeeinflußten Umwelten? Geschlechtsbeeinflußte Umwelten bestehen, weil
- unsere Geschlechts-Vorbilder (Eltern, andere Bezugspersonen) sich unterschiedlich verhalten
- Jungen und Mädchen unterschiedlich auf Situationen reagieren
- die jeweilige Umwelt (sei es das Elternhaus, die Schule oder die Kollegen am Arbeitsplatz) unterschiedlich auf Männer und Frauen reagiert, auch, wenn sie dasselbe tun

Der Zusammenhang zwischen geschlechtsbeeinflußten Umwelten und geschlechtsspezifischen Unterschieden in Einstellungen und Verhalten soll im folgenden näher beleuchtet werden.

1. Das Elternhaus

1.1 Allgemeines

Wie wirkt sich die Umgebung des Elternhauses auf die Entwicklung geschlechtsspezifischer Verhaltensweisen sowie die Entwicklung von Geschlechtsidentität, Geschlechtsstereotypen und Geschlechtsrollenidentität aus?

Kinder lernen Werte und Anschauung der Eltern (Lerntheorien, Imitationstheorie)
a) direkt: Die Eltern sind Vorbilder für die Kinder
b) indirekt: Werte und Einstellungen der Eltern haben Einfluß auf ihre Erziehungsmethode

Berücksichtigt werden muß jedoch, daß die Erziehungsmethoden der Eltern zwar das Kind beeinflussen, das Verhalten des Kindes aber auch auf dasjenige der Eltern Einfluß nimmt; es besteht also eine Wechselwirkung.
Zudem unterscheiden Kinder sich in ihrer Tendenz, elterliches Verhalten zu kopieren, d.h. einige identifizieren sich sehr stark mit ihren Eltern, andere fast gar nicht.

Mit zunehmendem Alter werden sich Kinder immer deutlicher dessen bewußt, daß die Eltern best., verschiedene, geschlechtsspezifische Erwartungen bezüglich ihres Verhaltens haben

Wie kann man geschlechtsspezifische Erziehung untersuchen? Meßmöglichkeiten
Bei Befragungen gibt es natürlich Differenzen zwischen den Angaben der Eltern über geschlechtsspezifische Erziehung (z.B., ob sie ihr Kind nach Geschlecht einkleiden) und dem tatsächlichen Tun; daher werden v. a. Beobachtungsstudien anstelle von Fragebogenuntersuchungen herangezogen.

In Folgenden werde ich darauf eingehen, wie Kinder von Eltern direkt bzw. indirekt Werte übernehmen und dadurch in der Entwicklung ihres Geschlechtsrollenstereotyps sowie der Entwicklung von geschlechtsspezifischem Verhalten beeinflußt werden.

[...]


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