Die Auswirkungen des Wirtschaftswachstums Chinas auf die ökonomische Entwicklung in Südostasien - Eine Analyse von Export und ausländischen Direktinvestitionen

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Details

Titel: Die Auswirkungen des Wirtschaftswachstums Chinas auf die ökonomische Entwicklung in Südostasien - Eine Analyse von Export und ausländischen Direktinvestitionen
Autor: Diplom Jurist, Magister Artium Arno Brokamp
Fach: Südasienkunde, Südostasienkunde
Institution/Hochschule: Universität Passau
Kategorie: Magisterarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 138
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 86  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 759 KB
Archivnummer: V71613
ISBN (E-Book): 978-3-638-62113-7

Textauszug (computergeneriert)

Universität Passau
Philosophische Fakultät

Die Auswirkungen des Wirtschaftswachstums Chinas auf die ökonomische Entwicklung in Südostasien
Eine Analyse von Export und ausländischen Direktinvestitionen

Magisterarbeit

vorgelegt im: Sommersemester 2006
vorgelegt von: Arno Brokamp

Fächerkombination: Südostasienwissenschaften, Rechtswissenschaft und Wirtschaftswissenschaften

 

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis ... I
Abkürzungsverzeichnis ... IV
Abbildungsverzeichnis ... VI
Tabellenverzeichnis ... VII

Einleitung ... 1

1 Die Volkswirtschaften im Vergleich ... 3

1.1 Das chinesische Wirtschaftswunder ... 3
1.1.1 Reformen in der Wirtschaftspolitik ... 3
1.1.2 Wachstum des Außensektors ... 3
1.1.3 Wandel in der Handelsstruktur ... 4

1.2 Südostasien: Von Mirakel zu Debakel? ... 5
1.2.1 Reformen in der Wirtschaftspolitik ... 5
1.2.2 Wachstum des Außensektors ... 6
1.2.3 Wandel in der Handelsstruktur ... 7
1.2.4 Die Asienkrise ... 7

1.3 Nach der Krise: Veränderte Kräfteverhältnisse ... 8

1.4 Keine Chance gegen den Drachen? ... 10
1.4.1 Größenvorteile ... 10
1.4.2 Arbeitskraft ... 11
1.4.2.1 Große Arbeiterschaft ... 11
1.4.2.2 Niedrige Löhne ... 11
1.4.2.3 Qualifikation ... 12
1.4.3 Fortschreitende Technologisierung des Landes ... 13
1.4.3.1 Forschung und Entwicklung ... 13
1.4.3.2 ICT-Infrastruktur ... 14

1.5 Bedeutung von Export und ADI für die Region ... 15
1.5.1 Export ... 15
1.5.2 Ausländische Direktinvestitionen ... 17
1.5.2.1 Was sind ADI? ... 18
1.5.2.2 Abhängigkeit von ADI ... 19
1.5.2.3 Wirkung von ADI auf das Wirtschaftswachstum ... 20
1.5.2.4 Zusammenhang zwischen ADI und Industriegüterproduktion ... 22

1.6 Aufbau der Arbeit ... 25
1.6.1 Export ... 26
1.6.2 ADI ... 26

2 Export ... 29

2.1 Einleitung ... 29
2.1.1 Relevanz der Fragestellung ... 30
2.1.2 Wirtschaftstheoretische Überlegungen ... 31
2.1.3 Aufbau des Exportteils ... 33

2.2 Konkurrenzeffekte ... 33
2.2.1 Überschneidung der Exportstruktur ... 33
2.2.1.1 SITC-Vergleich auf dreistelliger Ebene ... 33
2.2.1.2 Produktkategorien nach Technologieintensität ... 35
2.2.2 Beurteilung bisheriger Verdrängungseffekte ... 37
2.2.2.1 Weltmarktanteile ... 37
2.2.2.2 Marktanteile in den westlichen Industrienationen ... 40
2.2.2.3 Matrixdarstellung der Marktanteilsänderungen ... 41
2.2.2.4 Analyse des konstanten Marktanteils ... 46
2.2.2.5 Gravitationsmodell ... 50
2.2.2.6 Zusammenfassung ... 52
2.2.3 Ausblick: WTO ... 53
2.2.3.1 Eine Revolution? ... 54
2.2.3.2 Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Chinas ... 55
2.2.3.3 Erste Trends ... 56
2.2.3.4 Zukunftssimulationen ... 57
2.2.3.5 Zusammenfassung ... 59

2.3 Chinas Importe aus Südostasien ... 60
2.3.1 Entwicklung der Handelsbeziehungen bis Ende der achtziger Jahre60
2.3.2 Heutiges Handelsvolumen ... 61
2.3.3 Gründe für den Nachfrageanstieg ... 63
2.3.4 Handelsstruktur ... 63
2.3.5 Intraregionaler Handel im Vergleich ... 64
2.3.6 Anteil des chinesischen Marktes am Export Südostasiens ... 65
2.3.7 Gravitationsmodell ... 67
2.3.8 Zusammenfassung ... 68
2.3.9 Ausblick: WTO ... 69
2.3.9.1 Einleitung ... 69
2.3.9.2 Neue und alte Mitgliedstaaten ... 70
2.3.9.3 Zukunftssimulationen ... 71

2.4 Gesamtbetrachtung ... 71
2.4.1 Marktanteilsanalysen ... 72
2.4.2 Gravitationsmodell ... 74
2.4.3 Ausblick: WTO ... 76
2.4.4 Zusammenfassung ... 76

3 Ausländische Direktinvestitionen ... 77

3.1 Einleitung ... 77
3.1.1 Die Entwicklung von ADI in Asien: „Alles geht nach China“? ... 77
3.1.2 Aufbau des Investitionsteils ... 80

3.2 Konkurrenzeffekte ... 82
3.2.1 Theorie ... 82
3.2.2 Beliebtheit der Investitionsstandorte China und ASEAN ... 83
3.2.3 Desinvestitionen ... 84
3.2.4 Gegenläufige Entwicklung von ADI in der Region ... 86
3.2.4.1 Betrachtung der Bestände statt Flüsse von ADI ... 87
3.2.4.2 Übertreibung der Daten von ADI in China ... 89
3.2.4.3 Ein Nullsummenspiel? ... 91
3.2.4.4 Generierung von ADI in China ... 93
3.2.4.5 Zwischenergebnis ... 95
3.2.5 Fehlentwicklungen in einzelnen Ländern ... 96
3.2.6 Aufschlüsselung der Quellen von ADI in der ASEAN ... 98
3.2.7 Ausblick: WTO und danach ... 102
3.2.8 Analyse mittels ökonometrischer Verfahren ... 105
3.2.9 Zusammenfassung ... 108

3.3 Chinas Investitionen in Südostasien ... 110
3.3.1 Hintergrund chinesischer Direktinvestitionen ... 110
3.3.2 Bisherige chinesische Direktinvestitionen in der ASEAN ... 111
3.3.3 Ausblick ... 112

3.4 Gesamtbetrachtung ... 113

4 Schlussfolgerungen ... 115

4.1 Gemischte Auswirkungen ... 115
4.2 Produktionsnetzwerke ... 115
4.3 Ökonometrische Analysen ... 118
4.4 ASEAN – Im Fall von der technologischen Leiter? ... 120

Literaturverzeichnis ... IX


Southeast Asian countries are under intense competitive pressure, as their former activities, especially labor-intensive manufacturing, migrate to China. One indicator of this massive shift is the fact that Southeast Asia used to attract twice as much foreign direct investment as Northeast Asia, but the ratio is [now] reversed.1
Lee Hsien Loong


Einleitung

Chinas gegenwärtiger Aufstieg zur Industrie- und Exportmacht ist einer der einflussreichsten Vorgänge, die das zukünftige Aussehen der Weltwirtschaft formen. Der jährliche Anstieg der im Industriesektor Beschäftigten von 25 Millionen Menschen ist gleichbedeutend mit der Erweiterung der Weltwirtschaft um ein mittelgroßes Land. Chinas zunehmende Bedeutung als Produktions- und Montagestandort von Exporterzeugnissen, als Empfänger ausländischer Direktinvestitionen und als Importeur von Technologie, Rohstoffen und Industriegütern ist keine einmalige Angelegenheit, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der die weltweite Angebots- und Nachfragelage nachhaltig prägen wird.

Die Ungewissheit, wie sich das plötzliche Erwachen dieses Riesen auf die Weltwirtschaft auswirken wird, schürt denn auch die Angst davor, ins Hintertreffen zu geraten. Insbesondere die mit einem ähnlichen komparativen Vorteil ausgestatteten Entwicklungsländer, und hier vornehmlich die des benachbarten Südostasiens, fürchten die chinesische Konkurrenz auf Exportmärkten und um ausländische Direktinvestitionen, was sich in den Reaktionen von Wissenschaftlern und Politikern wie Lee Hsien Loong widerspiegelt. Dabei ist diese Sorge nur zu verständlich, wenn man die zentrale Bedeutung dieser beiden Faktoren für das exportorientierte Wachstum Südostasiens bedenkt, das die Region bis zur Wirtschaftskrise zum „Asiatischen Wunder“ machte.

Gleichwohl sind die Ängste nicht immer begründet. Die vorliegende Arbeit beabsichtigt, die Auswirkungen des chinesischen Aufschwungs auf die ökonomische Entwicklung in Südostasien anhand einer Analyse der statistischen Daten zur Exporttätigkeit und zu den empfangenen ausländischen Direkt-investitionen beider Wirtschaftsräume zu ermitteln. Dies bedingt ein hohes Aggregationsniveau der Analyse, also die Verwendung von Daten zu Ländern oder der ganzen Region. Einzelne Produktgruppen werden nur im Zusammenhang mit dem gesamten Exportspektrum analysiert; das Schicksal einzelner Produkte oder gar Unternehmen muss dabei hinter das große Bild zurücktreten.

Gleichzeitig wird viel Wert darauf gelegt, die Größenordnung der beteiligten Effekte, wo möglich, anzugeben, da die allgemeine Diskussion vielerorts einer methodischen Vorgehensweise ermangelt und daher oft zu subjektiv geführt wird. Hierfür bedient sich die Untersuchung volkswirtschaftlicher Analyseverfahren, deren Ergebnisse zwar angreifbar sind, aber durchaus eine Vorstellung von der Bedeutung einzelner Prozesse geben können.

Die Untersuchung gliedert sich in vier Teile. Der erste vergleicht die Werdegänge beider Wirtschaftsräume bis heute. Dabei wird auf die wichtige Rolle ausländischer Direktinvestitionen auf ihr exportorientiertes Wachstum eingegangen.

Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem Einfluss Chinas auf die Exporte Südostasiens. Zuerst wird die zwischen ihnen bestehende Konkurrenz auf den Exportmärkten der westlichen Industrieländer behandelt, anschließend die wachsende Rolle Chinas als Importeur südostasiatischer Waren.

Im dritten Teil werden die Ströme ausländischer Direktinvestitionen nach Südostasien daraufhin analysiert, ob sie durch die wachsenden Zahlen in China beeinträchtigt werden. Den entgegengesetzten Effekt haben chinesische Direktinvestitionen im südostasiatischen Raum.

Der letzte Teil resümiert die Ergebnisse der Arbeit und stellt heraus, welche Position die Länder der ASEAN im Wirtschaftsgefüge des asiatischen Raumes einnehmen können.


1 Die Volkswirtschaften im Vergleich

1.1 Das chinesische Wirtschaftswunder

1.1.1 Reformen in der Wirtschaftspolitik

Die phänomenale ökonomische Entwicklung Chinas seit 1980 ist eng an die seither durchgesetzten Wirtschaftsreformen gebunden. Diese Reformen waren aber nicht ohne Voraussetzung, denn trotz sozialer und wirtschaftlicher Miseren war es der sozialistischen Regierung im Zeitraum von 1949 bis 1979 gelungen, Struktur-reformen auf den Weg zu bringen, die den Agrarsektor modernisierten, die Infrastruktur verbesserten und zum Aufbau elementarer Industrien wie Stahl und Textilien führten.2 Die Wirkung dieser Maßnahmen war jedoch im abgeschotteten China begrenzt, es ermangelte eines funktionierenden Wettbewerbs, der Anreize zu Produktverbesserung und Produktivitätssteigerung geschaffen hätte.

Diese Situation änderte sich grundsätzlich durch die Öffnung Chinas zum Weltmarkt. Ein traditionell durchsetzungsstarker Staatsapparat leitete verschiedene Reformen ein, die die Integration des Landes in die Weltwirtschaft bei gleichzeitiger Stärkung des heimischen Marktes zum Ziel hatten. Gegenstand der Reformen waren neben dem ländlichen Bereich und der Staatsbetriebe auch das Finanz- und Steuersystem. Vor allem aber öffnete man sich dem internationalen Handel und hieß ausländische Direktinvestitionen (ADI) willkommen.3 Zugute kamen China hierbei die engen Beziehungen, die es seit jeher mit Hongkong und den ethnischen Chinesen in Südostasien unterhalten hat.


1.1.2 Wachstum des Außensektors

Diese Kehrtwende hat die Industrie- und Handelsstruktur des Landes nachhaltig verändert. Die nun zur Industrialisierung der ländlichen Regionen angeworbenen ausländischen Direktinvestitionen haben die exportorientierte Entwicklung vorangetrieben.

[...]


1 ChinaOnline vom 14.11.2002, zitiert in Chantasasawat et al. (2003), S. 3. Lee war damals stellvertretender Premierminister von Singapur. Im August 2004 übernahm er das Amt des Premierministers von Goh Chok Tong.

2 Palanca (2001), S. 3.

3 Palanca (2001), S. 3.

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