Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Scholary Paper (Seminar), 2005, 14 Pages
Author: Anina Vontobel
Subject: Politics - International Politics - Topic: European Union
Details
Institution/College: University of Zurich (Politikwissenschaft)
Tags: Ablehnung, Verfassungsvertrags, Konsequenzen, Handlungsoptionen, Integration, Theorie, Praxis
Year: 2005
Pages: 14
Grade: sehr gut
Bibliography: ~ 16 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-63370-3
File size: 163 KB
Other users also were interested in the following titles:
Excerpt (computer-generated)
Universität Zürich, Europäische Integration. Theorie und Praxis
Abgabetermin: 5. August 2005, Sommersemester 2005
Die doppelte Ablehnung des europäischen Verfassungsvertrags -
Konsequenzen und Handlungsoptionen
von: Anina Vontobel
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Kernpunkte des Europäischen Verfassungsvertrags 4
3. Gründe und Konsequenzen der zweifachen Ablehnung der Europäischen Verfassung 5
3.1 Motive zur Ablehnung des Verfassungsvertrags 6
3.2 Konsequenzen der Ablehnung 8
4. Alternativen zur Verfassungsratifikation 9
4.1 Wiederholung des Ratifikationsprozesses in Frankreich und den Niederlanden 10
4.2 Ausschluss der Nicht-Ratifizierer 10
4.3 Bildung eines ‚Kerneuropa’ mit erweiterter Kooperation 11
4.4 Rosinen aus der Verfassung picken 11
5. Fazit 12
6. Bibliographie 13
1. Einführung
Am 29. Oktober 2004 unterzeichneten die Staats- und Regierungschefs der 25 EU-Mitgliedsstaaten und der drei Kandidatenländer den Vertrag über eine Verfassung für Europa, den sie am 18. Juni desselben Jahres einstimmig angenommen hatten. Dieser Vertrag tritt jedoch erst in Kraft, wenn er von jedem Unterzeichnerstaat nach dem in seiner Verfassung vorgeschriebenen Verfahren ratifiziert wurde. Je nach juristischer und geschichtlicher Tradition der einzelnen Länder geschieht dies mittels Volksabstimmung oder eines parlamentarischen Verfahrens.
Wie in den vielen Diskussionen um die EU-Verfassung oft verwechselt, geht es bei der Europäischen Verfassung nicht darum, die Europäische Union an die Herausforderungen der Ost-Erweiterung anzupassen. Die Motivation hinter der Verfassung ist es, die Kompetenzen und Zuständigkeitsbereiche der EU zu klären, das demokratische Defizit zu mindern und die Legitimität der EU zu sichern sowie deren politische Effizienz zu verbessern1.
Zum heutigen Zeitpunkt haben bereits dreizehn Mitgliedsstaaten2 den Verfassungsvertrag ratifiziert. Am 29. Mai beziehungsweise am 1. Juni 2005 lehnten allerdings sowohl Frankreich wie auch die Niederlande den Vertrag in einem Referendum ab, beide mit signifikant hoher Wahlbeteiligung3. Über eine mögliche Krise des Ratifizierungsprozesses legt die Verfassung lediglich fest, dass „der Europäische Rat befasst wird, wenn nach Ablauf von zwei Jahren nach der Unterzeichnung des Vertrags über eine Verfassung für Europa vier Fünftel der Mitgliedstaaten den genannten Vertrag ratifiziert haben und in einem Mitgliedstaat oder mehreren Mitgliedstaaten Schwierigkeiten bei der Ratifikation aufgetreten sind4.“
In dieser Arbeit möchte ich mich nun mit den möglichen Alternativen der EU zur Handhabung der momentanen Krise des Ratifizierungsprozesses befassen. Der erste Teil gibt einen Überblick über den Inhalt und die Bestimmungen der Verfassung. Darauf folgt im zweiten Teil eine Analyse der Ablehnung, sowie der möglichen Konsequenzen für die Europäische Union. Anschliessend sollen im dritten Teil dieser Arbeit verschiedene Wege aufgezeigt werden, wie die EU mit der momentanen Krise umgehen könnte oder sollte. Diese Handlungsoptionen werden sowohl vom politischen wie auch vom juristischen Standpunkt aus durchleuchtet.
2. Grundaussagen und Neuerungen der Verfassung
Auf dem Gipfel von Laeken 2001 beriefen die Staats- und Regierungschefs zum ersten Mal in der Geschichte der EU einen „Konvent zur Zukunft der Europäischen Union“5 ein. Das Mandat des Konvents war sehr vorsichtig gefasst. Sein offizieller Auftrag war es, die nächste Regierungskonferenz möglichst umfassend und transparent zu gestalten. Er sollte Vorschläge für eine Reform der EU erarbeiten und den Weg zu einer Verfassung für die europäischen Bürger öffnen. Nach 16 Monaten intensiver Arbeit beendete der 105-köpfige Konvent im Juni 2003 seine Beratungen offiziell und verabschiedete einen gemeinsamen Entwurf für eine EU-Verfassung6.
Der Verfassungsvertrag hebt den EG-Vertrag und den EU-Vertrag, sowie alle Verträge zu ihrer Änderung und Erweiterung, auf und fasst diese in einem einheitlichen Vertragsrahmen zusammen. Die Europäische Union soll so eine einheitliche Struktur und Rechtspersönlichkeit erhalten, welche die Arbeit der EU effizienter und transparenter für die europäischen Bürger gestaltet. Generell kann die Verfassung in vier Teilen zusammengefasst werden: Der erste Teil definiert die Ziele, Zuständigkeiten, Entscheidungsfindungsprozesse und Institutionen der Union; Teil II erklärt die vollständige Übernahme der Charta der Grundrechte; Teil III definiert die Politikbereiche und Arbeitsweisen der EU und berücksichtigt die Bestimmungen der gegenwärtigen Verträge; in Teil IV sind schliesslich noch Allgemeine und Schlussbestimmungen, sowie einige Ausführungen zum Verfahren zur Annahme der Verfassung und Protokolle der Kommission enthalten7.
Die wichtigste institutionelle Neuerung ist die Errichtung des Amtes eines Aussenministers der Union, der die EU auf internationaler Ebene vertritt. Der europäische Aussenminister nimmt die bisherigen Aufgaben des Hohen Vertreters für die gemeinsame Aussen- und Sicherheitspolitik und des Kommissionsmitglied für Aussenbeziehungen wahr. Aufgrund dieser neu erworbenen eigenen Rechtspersönlichkeit kann die Union auf internationaler Ebene ihr Gewicht stärker geltend machen. Aufgrund der Verfassung wird ausserdem der Europäische Rat zu einem vollwertigen Organ, dessen Vorsitz ein Präsident mit begrenzten Befugnissen führt und für jeweils zweieinhalb Jahre ernannt wird. Das System der halbjährlichen Rotation des Vorsitzes der verschiedenen Formationen des Rates zwischen den Mitgliedsstaaten wird beibehalten, allerdings im Rahmen einer „team presidency“ dreier Länder.
[...]
1 Vgl. Skach (2005): S. 151 - 152
2 Österreich, Belgien, Deutschland, Griechenland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Slowakei, Slowenien, Spanien, Ungarn und Zypern
3 Das französische Volk lehnte die Verfassung mit 54,68% bei einer Wahrbeteiligung von 69,3% ab, während die Holländer mit 61,6% und einer Beteiligung von 62,8% Nein zum Verfassungsvertrag sagten.
4 Vgl. „30. Erklärung zur Ratifikation des Vertrages über eine Verfassung für Europa“, online im Internet: http://europa.eu.int/constitution/de/ptoc164_de.htm#a638
5 Der Konvent setzte sich aus Vertretern der Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten und Kandidatenländern, Mitgliedern der nationalen Parlamente (2 pro Staats), Mitgliedern des Europaparlaments und zwei Vertretern der Europäischen Kommission zusammen.
6 Online im Internet: http://www.eu-kommission.de/html/themen/verfassung.asp [Stand 2.8.2005]
7 Online im Internet: http://europa.eu.int/constitution/de/allinone_de.htm [Stand 2.8.2005]
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Kollektives Handeln und Allgemeinwohl als Probleme der Rational Choice Theorien
Author: Daniel KipperPolitics - International Politics - General, 2006 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Das Europäische Parlament
Author: Daniel MauritzEconomics / Business: Law, 2001 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Unterrichtseinheit: Praktikumsbeleg SP2 & SP3 Deutsch - Lernen neuer Wörter (5. Klasse)
Author: Konstanze HerzbergGerman - Pedagogy, Didactics, Literature Studies, 2002 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Frauen in Arbeitsmarkt und Wohlfahrtsstaat - Vergleich zwischen Schweden und Deutschland
Author: Cynthia DittmarPolitics - Political Systems - General, 2005 Download as PDF-file for 12,99 EUR
Folgen der wirtschaftlichen Globalisierung auf die Wirtschaftspolitik
Author: Enkelejda DocePolitics - International Politics - Topic: Globalisation, Political Economics, 2001 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Medienpräsentation deutscher Spitzenpolitiker in Bezug auf die Bundestagswahl 2002
Author: Steffen KnäbeCommunications: Media and Politics, Politic Communications, 2003 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Determination of the legality in international law of direct intervention in Iraq on the authority of Security Council Resolution 1441
Author: Patrick WagnerLaw - European and International Law, Intellectual Properties, 2003 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Begründung und Legitimation politischer Ordnung durch Vertrag bei Thomas Hobbes
Author: Christian RichterPolitics - Political Theory and the History of Ideas Journal, 2006 Download as PDF-file for 7,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: