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Bernd Hoffmann:
„Historische und aktuelle Aspekte afro-amerikanischer Musik“
Proseminar WS 2000/01
„Zum Thema
HipHop, Rap und Rap-Music“
Eine Hausarbeit von
Martin Straka
Inhalt:
1. HipHop-Entstehungsgeschichte: ein Überblick 3
2. Rap und Rap-Music 5
2.1. Rap und HipHop. Zwei Begriffe - zwei Bedeutungen 5
2.2. Die lange Tradition des Rap 5
3. Das Black American English in der Rap-Music 7
3.1. Das BAE am Beispiel eines Rap-Songs 7
3.1.1. Text des Rap-Songs Whoomp! There it is der Gruppe Tag Team 7
3.1.2. Ausspracheregeln 9
3.1.3. Betonungsregeln 10
3.1.4. Anwendung
3.2. Inhalt und Vokabular in der Rap-Music 11
3.2.1. Sinngemäße Wiedergabe des Rap-Songs Whoomp! There it is 11
3.2.2. Vokabular des Rap-Songs Whoomp! There it is 13
4. Verbale Manipulation - Informationsübermittlung 15
5. Der Beat 15
6. Schlusszitat 16
7. Quellenverzeichnis 17
1. Die HipHop-Entstehungsgeschichte: ein Überblick
HipHop entstand Mitte der 70er Jahre in New York City auf den Straßen der Bronx und in Wohnvierteln Harlems, in denen schwarze Jugendliche eine Alternative zu den Bandenkriegen entwickelten, die in den späten 60ern wieder aufgeflammt waren.1 Ausgangspunkt dieser Subkultur war vor allem der DJ, der Disc-Jockey: Er nahm sein Soundsystem, dessen Kernstück zwei Plattenspieler und ein Mischpult waren, mit auf die Straße und spielte vorrangig Ausschnitte von Funk-, Soul- und Jazz-Funk-Stücken, die sogenannten „Breaks“. Ein Break ist eine instrumentale Passage eines Stückes, meist von einem Schlagzeug dominiert, wie z.B. die bekannten ersten Takte des Funky Drummer von James Brown. Die DJ’s besorgten sich also jeweils zwei Schallplatten mit den gleichen Songs, die geeignete Breaks enthielten, und mit Hilfe der beiden Plattenspieler und eines Mischpultes blendeten sie im Wechsel die ausgewählten Musikausschnitte im passenden Moment ein, so dass aus einem kurzen Break ein beliebig langes Instrumental wurde. In DJ-Kreisen nennt man diese Technik des Hinund Herwechselns zwischen zwei Breaks auch „Crossbacks“ oder „Backspins“. Dieser „Break-Beat“ bildete für den Rapper, den MC (Master of Ceremony), den musikalischen Hintergrund, über welchen er seine Texte in stark rhythmisiert akzentuierter Form vortrug und der für den „Breakdancer“ der richtige „Beat“ war, um in „verrückter“ akrobatischer Form darauf zu tanzen. Bei solchen Blockpartys kamen die Gangs, die nun eher als „Crews“2 zu bezeichnen waren, weitgehend friedlich zusammen und veranstalteten Wettbewerbe untereinander, sogenannte Battles: Sie tanzten und rappten gegeneinander und versuchten die Gunst des Publikums für sich zu gewinnen, um als Sieger daraus hervor zu gehen. Wettbewerb ist das Prinzip von HipHop.3 Dieses Prinzip trug dazu bei, dass in der damaligen schlechten sozialen Situation in jenen Stadtteilen und aufgrund der primitiven technischen Möglichkeiten, die zur Verfügung standen, Kreativität und Erfindungsgeist verlangt waren. Aktivitäten dieser Art führten zum Rückgang von Gewaltausbrüchen und zum Nachlassen des Drogenkonsums.
Bekannt und sichtbar gemacht über die Stadtteilgrenzen der Bronx und Harlems hinaus wurde die Straßenkultur zunächst nur durch Graffiti, einer Kunstform, deren Intention es ist, auf jeglichen geeigneten Untergrund mit Markern und Sprühdosen zu malen, wie auf Betonwände, in und auf U-Bahn Wagen u.a. 1979 setzte für die gesamte Subkultur ein bedeutendes Ereignis ein. Das bis dahin auch für die HipHop-Gemeinde unbekannte Trio Sugarhill Gang veröffentlichte den Rap-Song Rapper’s Delight, der zum ersten kommerziellen Erfolg dieser Musik wurde. Somit bekam auch die breite Öffentlichkeit einen Zugang zur Rap-Music und HipHop-Kultur. Das Bezeichnende dieses heutigen Rap-Klassikers war nicht nur, dass „gerappt“ wurde, sondern auch dessen Idee, etwas Neues aus etwas Altem zu machen, da die musikalische Grundlage dafür Good Times von den Chics bildete, ein Funk- Song von 1978. Allerdings übernahm die Sugarhill Gang nur die Idee des „Originals“ und spielte die Sequenzen nochmals neu ein – sie arbeiteten also anders, als die DJ’s damals auf der Straße es taten. Die Reaktionen auf den ersten „Rap-Hit“ waren sehr unterschiedlich. Ein Teil der HipHop-Gemeinde verachtete diese Entwicklung, ein anderer begrüßte sie.4 Fest steht, dass Rapper’s Delight der Startschuss vor allem für kleine Independent-Labels aus Harlem und der Bronx war, wie Sugarhill und Enjoy, die nun auch andere Rap–Musiker unter Vertrag nahmen, um Platten aufzunehmen.
Die Liveumsetzung dieser noch jungen Musik geschah Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre meist ohne Instrumente: Die Rapper traten fast immer nur mit ihrem DJ auf, der, wie beschrieben, anfangs durch das Wiederholen von Breaks das Instrumental aufbaute und später diese noch mit Scratchings ausschmückte: DJ’s wie Kool DJ Herc und Grandmaster Flash blendeten im passenden Moment in das auf dem einen Plattenspieler laufende Stück Schlagzeug- und Bläserpassagen von anderen Platten ein, denen sie durch das Hin- und Herdrehen der Platte einen perkussiven Charakter gaben. Besonders faszinierend war und ist es, wenn man eine funktionierende Kommunikation zwischen dem DJ und MC auf einer Jam beobachten kann, die eigentliche Kunst einer Live-Show von Rap-Musikern. Eine Jam ist eine Party, auf der sich die HipHop-Gemeinschaft, also DJs, Rapper, Breakdancer und Graffiti-Künstler (Writer) treffen, um die jeweilige Kunstform auszuüben und zu präsentieren. Die dort inszenierten Wettbewerbszeremonien nennt man Battles.
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1 Vgl.: David Toop, Rap Attack, dritte und erweiterte Auflage 1999, Höfen, S. 19
2 In diesem Zusammenhang die Bezeichnung für eine gewaltfreie Gruppe von besten und nahestehendsten Freunden, die eine Beziehung zur HipHop-Kultur haben.
3 Toop 1999, S. 22.
4 Vgl.: Toop 1999, S. 23.
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