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Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Musikwissenschaftliches Seminar
Hausarbeit im Rahmen des Hauptseminars
„Musik und Urbanistik: Metropolitane Kontexte“
im Wintersemester 2003/04 bei
BRONX – RAP
Zur Rolle der Rap-Music bei der Identitätsbildung in Segregationsräumen
Vorgelegt am 7. September 2004
von
Martin Straka
7. FS Musikwissenschaft, Psychologie, BWL
Inhalt
1. Einleitung 2
2. Räumlicher Prozess
2.1 Einführende Aspekte zur räumlichen Entwicklung der Bronx 4
2.2 Segregation als Folge des räumlichen Strukturwandels 5
3. Mentaler Prozess
3.1 Soziale Folgen des räumlichen Strukturwandels 8
3.2 Auswirkungen der urbanen Entwicklung auf den mentalen Prozess: Identitätsformung 9
4. Bronx - Rap: Identitätsprozesse
4.1 Entwicklung von Rap in der Bronx 13
4.2 Identitätsbildende Funktion von Rap-Music 14
5. Zusammenfassung und Ausblick 18
6. Literatur 20
1. Einleitung
Der Fokus der musikwissenschaftlichen Forschung richtete sich lange Zeit vorwiegend auf musikimmanente akustische Gegebenheiten, auf eine primär tonsatzorientierte Analyse. Heute findet im Zuge einer Ausweitung des musikwissenschaftlichen Erkenntnisinteresses eine methodologische Umorientierung hin auf Analysen auch nicht-akustischer Ausdrucksmittel statt. Aufgrund gravierender gesellschaftlicher Wandlungsprozesse und dadurch bedingt auch der Forschungsgegenstände, hervorgerufen durch Migration, strukturelle Veränderungen von Metropolen, Medien etc., wurde nun auch im Zusammenhang mit den entstandenen Diskussionen des Begriffs Identität und damit der gesteigerten Sensibilität von kulturgeschichtlichen Identitätsfragen die Hinwendung zu einer auf Mentalitätsgeschichte ausgerichteten Kulturwissenschaft eingeleitet. Die musikwissenschaftliche Analyse von Kulturprozessen sollte nun also auch unter Berücksichtigung mentaler Prozesse erfolgen. Repräsentations- und Darstellungsformen wie Spiele, Tänze, Aufzüge, Theaterdarstellungen, aber auch Handlungen und Farben etc., die ja ebenso essentiell für das Gesamtrepertoire von Kulturmustern sind und deren Einübung und Wiederholung identifikatorische Prozesse steuern, werden zu mentalitätsgeschichtlichen Forschungsgegenständen. (s. Bispo, 2002/1, S. 1-7 u. ebd., 2002/2, S. 6ff.)
In dieser Arbeit steht der Versuch einer Analyse der Funktion von Rap-Music als Darstellungsweise und als konstituierender Vorgang von Identitätsprozessen, beispielhaft am Segregationsraum Bronx, zur Debatte. Dabei geht es nicht nur um die Frage, was Rap-Music über deren Produzenten und Rezipienten verrät, sondern auch um das Problem, "wie die Herstellung und der Gebrauch von Musik die Menschen als Persönlichkeiten, als Gewebe von Identitäten, erst erschafft" (Frith, 1999, S. 164). In diesem Zusammenhang soll die Aufmerksamkeit auch auf das urbane Umfeld in seiner Form gerichtet werden, das auch Ausdruck des Prozesses kulturidentifikatorischer Formung ist (Gliederungspunkt 2).
Sowohl A. Bispo als auch S. Frith betonen die zeitlich verlaufende Prozesshaftigkeit der identifikatorischen Konstituierung und deshalb die Notwendigkeit unter dieser Prämisse, Darstellungsformen und Repräsentationsformen von Kulturphänomenen wie Musik - in dieser Arbeit speziell der Rap-Music - zu untersuchen. Identität sei also keine Sache, sondern wegen ihrer Wandelbarkeit ein Prozess, ein Prozess einer bestimmten Art von Erfahrung, der sich am deutlichsten in der Musik erfassen lasse. Die Erfahrung von Musik sowohl im Musikmachen wie im Musikhören lasse sich am besten als eine Erfahrung des Selbst in einem Prozess verstehen. Und deshalb scheine Musik der Schlüssel für Identität zu sein, da sie sowohl Performanz als auch Geschichte ist. (s. Bispo, 2002/1, S. 1ff. u. Frith, 1999, S. 152ff.) Ich verwende bei der Themenstellung meiner Arbeit bewusst den Begriff der Identitätsbildung, um das wechselseitige Geschehen von Formung und Findung in Identitätsbildungsprozessen zu betonen. Identitätsformung in der Bronx in den 1960er, 1970er und Anfang der 1980er Jahre vollzieht sich durch räumliche und soziale Segregationsprozesse, durch die den dort lebenden Menschen eine von außen kommende bewusst wie unbedacht gesteuerte kollektive Identität aufgezwungen wurde.
HipHop, in dessen Kontext sich Rap-Music bewegt, "[trägt] mit [seiner] verführerischen Faszination zum partizipativen Vollziehen [seiner] Darstellungen und zur Internalisierung des vermittelten Normensystems […] bei." (Bispo, 2002/1, S.5) Aus der aktiven Partizipation und tätigen Teilnahme an solchen Darstellungsformen kommt es zur Aneignung eines differenzierten Erfahrungs- und Wissensrepertoires, was wiederum identitätsstiftend wirkt und somit auch zu untersuchen ist (Gliederungspunkt 3 u. 4).
2. Räumlicher Prozess
2.1 Einführende Aspekte zur räumlichen Entwicklung der Bronx
Im folgenden Kapitel benenne ich chronologisch einige bedeutende städtebauliche und geschichtliche Ereignisse der strukturellen Entwicklung der Bronx. Dabei verfolge ich nicht deren lückenlose und detaillierte Darstellung, es geht mir auch nicht primär um Kontinuität, stattdessen jedoch um die Betonung von folgenreichen stadtplanerischen Entwicklungen, die den Themenkomplex meiner Hausarbeit tangieren und das Erklärungspotential enthalten, das für das in meiner Arbeit verfolgte erkenntisleitende Interesse wichtig ist.
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anno nymer
Danke!. Eine ausgezeichnete Arbeit, die mir bei meiner Seminararbeit sehr geholfen hat ;) Anonymer24.05.2009 15:00:35