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Trajectory Work Modell- Corbin und Strauss

Internship Report, 2003, 18 Pages
Author: Alexander Loos
Subject: Nursing Science

Details

Event: Praktisches Studiensemester
Institution/College: Protestant University of Applied Sciences Darmstadt
Tags: Trajectory, Work, Modell-, Corbin, Strauss, Praktisches, Studiensemester
Category: Internship Report
Year: 2003
Pages: 18
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V71701
ISBN (E-book): 978-3-638-62749-8

File size: 122 KB

Abstract

Im Rahmen meines Studiums der Pflege- und Gesundheitswissenschaften an der EFH- Darmstadt bekam ich die Aufgabe, dass im deutschsprachigen Raum als "Bezugsrahmen der Pflege- und Kranheitsverlaufskurve" bekannte Modell von Corbin und Strauss, auf seine Anwendbarkeit und Alltagstauglichkeit zu prüfen und es anzuwenden. Dazu sollte eine sogenannte Einzelfallstudie erstellt werden. Das Modell dient dazu chronische Erkrankungen besser zu bewältigen. Zum einen geschieht diese Bewältigung aus Sicht des Betroffenen und seiner wichtigsten Bezugspersonen, zum anderen aus der Sicht der "professionellen Helfer" des Gesundheitssystems. Das Modell kann u.a. die chronische Erkrankung des Betroffenen "visualisieren", so dass unterschiedliche Verlaufsphasen ausgemacht und benannt werden können. Speziell das modifizierte Modell von Schütze/Riemann wurde in diesem Bericht zur Verlaufskurvenentwicklung herangezogen. Während eines vierwöchigen Praktikums in einem ambulanten Pflegedienst wurde eine Patientin mit einer chronischer Krankheit (DIABETES MELLITUS Typ2) ausgewählt, die bereit war und kognitiv dazu in der Lage war, über ihr Leben bzw. ihre Krankheitsgeschichte zu berichten. Auch die Angehörigen sowie der behandelnde Hausarzt erklärten sich bereit Aussagen zu tätigen und wurden in die Verlaufskurvenarbeit miteinbezogen. Dieser Praktikumsbericht soll einen kleinen Einblick über die Nutzung des Corbin/Strauss Modells in der Praxis geben.


Excerpt (computer-generated)

Evangelische Fachhochschule Darmstadt

Einzelfallstudie im Aufbaupraktikum unter Einbeziehung des
Trajectory– Work Modells von Corbin und Strauss

Ausarbeitung einer Pflege- und Krankheitsverlaufskurve

von 

Alextander Loos

Sommersemester 2003

 

 

Inhaltsverzeichnis 3

1. Einleitung 4

2. Beschreibung der Institution des Praktikums: Ein ambulanter Pflegedienst 4

3. Methodik zur Datenerhebung für die Darstellung der Pflege- und Krankheitsverlaufskurve 5

4. Beschreibung des Trajectory Work Modells nach Corbin und Strauss unter Einbezug der Modifikation nach Schütze und Riemann 6

5. Die chronische Krankheit Diabetes mellitus 8
5.1. Die Erkrankung und die medikamentöse Therapie bei Fr. P. 9

6. Die Einzelfallstudie: Fr. P. 10
6.1. Die Biografie von Frau P. bis zur Diagnose des Diabetes mellitus 10
6.2. Das Vorstadium: Aufschichtung des Verlaufkurvenpotentials 11
6.3. Hervorgehobenes auslösendes Ereignis der Verlaufskurve 12
6.4. Labiles Gleichgewicht 12
6.5. Entwicklung von Problemen "zweiter Ordnung" 12
6.6. Erschöpfung der inneren Handlungskapazitäten 13
6.7. Labiles Gleichgewicht 13
6.8. Labiles Gleichgewicht gerät erneut ins Trudeln 14
6.9. Labiles Gleichgewicht- bis heute 14

7. Zusammenfassung der Pflege- und Krankheitsverlaufkurve der Fr. P. 15

8. Das Modell und seine praktische Anwendung: Eine eigene Stellungnahme 17

Literaturliste 19
Interquellen 19

 

 

1. Einleitung

Im Rahmen meines Studiums an der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt, entstand diese Ausarbeitung einer Pflege- und Krankheitsverlaufskurve einer Patientin mit Diabetes mellitus. Während eines vierwöchigen Praktikums in einer Einrichtung des Gesundheitswesens sollte ein/e Patient/in mit chronischer Krankheit gefunden werden, der/die bereit war, sein/ihr Leben bzw. Krankheitsgeschichte zu berichten. Das Modell der Pflege- und Krankheitsverlaufskurve diente dabei als theoretisches Rahmenwerk. Speziell das modifizierte Modell von Schütze/Riemann wurde zur Verlaufskurvenentwicklung einbezogen.

Ich kannte meine Patientin schon aus meinem Pflegepraktikum, das ich im Grundstudium absolvierte. So brauchte es nicht lange bis eine Vertrauensbasis geschaffen werden konnte, die bei dieser Arbeit absolut wichtig ist.

Ich wählte die Patientin aus, da sie zurzeit in ihrem Krankheitsverlauf eine ausgesprochen "stabile Phase" besitzt und sich ihr Allgemeinzustand stark gebessert hat. Was sind die Gründe dafür? Wer oder welche Maßnahmen spielten und spielen in dieser Entwicklung eine Rolle?

Ebenso eng arbeitete ich mit meinem Kommilitonen, Herrn Michael Pirsch zusammen, mit dem ich u.a. den Interviewleitfaden entwarf. Interessant bei der Zusammenarbeit war zu sehen, welche Parallelen durch die Verwendung des Modells bei unterschiedlichen chronischen Erkrankungen (bei Herrn Pirsch Multiple Sklerose) auftraten.

2. Beschreibung der Institution des Praktikums: Ein ambulanter Pflegedienst

Der ambulante Pflegedienst L. besteht seit dem 01.04.1996. Das Pflegeteam besteht aus elf Mitarbeiterinnen, darunter examinierte Pflegekräfte, Pflegehelferinnen und Haushaltshilfen. In einem Umkreis von ca. zwanzig Kilometern werden die Klienten versorgt. Es werden rund 30 Klienten betreut, welche unterschiedliche Pflegestufen haben und deshalb einen unterschiedlichen Pflegeaufwand benötigen.
Der Pflegedienst hat sich die Ziele gesetzt betagte, kranke und behinderte Menschen so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld zu betreuen und zu pflegen, um einen Aufenthalt im Krankenhaus oder Pflegeheim zu vermeiden. Auch in schwierigen und anspruchsvollen Fällen wird versucht eine Versorgung in der vertrauten Umgebung zu gewährleisten.

Der Pflegedienst bietet hierbei Leistungen wie Grundpflege, Behandlungspflege, Intensivpflege, hauswirtschaftliche Versorgung, Besorgungsdienste, Verleih oder Vermittlung von Pflegehilfsmitteln, Beratung, Nachsorge und Pflege nach stationären Aufenthalten, Sterbebegleitung und eine Unterstützung der Angehörigen der Pflegebedürftigen an. Das benutzte Modell der Pflege richtet sich nach dem Vorstellungen von Juchli.

Die Pflege erfolgt unter ganzheitlichen Gesichtspunkten. Darin gelten Körper, Geist und Seele im Zusammenspiel als die wichtigsten Grundpfeiler, die es zu achten gilt. Die Dienstpläne und Touren sind so aufeinander abgestimmt, dass es zu einem möglichst geringen Bezugspersonenwechsel bei den Klienten kommt, um eine Vertrauensbasis zur Pflegeperson von Klientenseite aus aufbauen zu können.

3. Methodik zur Datenerhebung für die Darstellung der Pflege- und Krankheitsverlaufskurve 

Um aussagekräftige Daten zu erhalten sind wir (Alexander Loos und Michael Pirsch) unter folgenden Gesichtspunkten vorgegangen:

1. Dokumentations- und Dokumentenanalyse (Pflege und Medizin)
2. Teilnehmende Beobachtung in der direkten Pflegesituation
3. Narrative freie Interviews mit professionell Handelnden (Pflege, Medizin, Therapeuten)
4. Qualitative Leitfadengestützte Interviews mit dem Betroffenen

Zu 1. Bei der Analyse der pflegerisch-medizinischen Dokumentation wurde das Hauptaugenmerk auf die Erfassung, erkrankungs- sowie verlaufs- und bewältigungsrelevanter Inhalte gelegt, und inwieweit diese überhaupt von professionell Handelnden erkannt und berücksichtigt wurden. Weiterhin wurde darauf geachtet, ob der Klient von den "Professionellen, da abgeholt wurde, wo er sich während seines Krankheitsverlaufs befand" und ob dies aus der Dokumentation hervorging. Hierzu haben wir auch die Dokumentationssysteme auf mögliche Formulare, mit denen man z.B. die Biographie bzw. die Pflegeanamnese erfassen kann, untersucht. Außerdem haben wir auf das der Pflege zugrunde liegende Pflegemodell geachtet und ob dementsprechend dokumentiert und gehandelt wurde.

Zu 2. Wir wählten daraufhin die teilnehmende Beobachtung um die Umsetzung des Dokumentierten auf Vollständigkeit und Angemessenheit zu überprüfen. Über die Teilnahme an der Pflegesituation wurden die Betroffenen und die Pflegenden im Vorfeld informiert.

Zu 3. Um weiterführende Informationen zum Krankheitsverlauf und dessen Bewältigung bzw. Umgang mit der Erkrankung zu gewinnen, haben wir nach Möglichkeit die aktuell behandelnden Pflegenden und Ärzte (sowie die an der Behandlung beteiligten Therapeuten; nur Michael Pirsch) befragt. Hierbei legten wir besonderen Wert auf das Verhältnis zwischen der Sicht des Betroffenen über seine Erkrankung und der Sicht professionell Handelnder, um Aufschluss über den Grad der Interventionen und mögliche Kommunikations- und Versorgungsbrüche zu erhalten.

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