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Die Freudsche Interpretation des "König Ödipus" als ein Beispiel für die psychoanalytische Deutung der Literatur, die Kritik an dieser Deutung sowie die Interpretationsmethoden der psychoanalytischen Literaturwissenschaft

Termpaper, 2007, 35 Pages
Author: Caroline Boller
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Category: Termpaper
Year: 2007
Pages: 35
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V71713
ISBN (E-book): 978-3-638-63316-1
ISBN (Book): 978-3-638-65432-6
File size: 218 KB
Notes :
Diese Arbeit behandelt die Freudsche Interpretation der Tragödie "König Ödipus" von Sophokles als ein Beispiel für die psychoanalytische Deutung der Literatur in ausführlicher und genauer Weise.


Abstract

Ich behandle in meiner Hausarbeit zwei Themenbereiche: Einerseits die Deutung der Tragödie „König Ödipus“ des Sophokles durch den berühmten Wiener Nervenarzt Sigmund Freud, und andrerseits die Methoden der Literaturdeutung der psychoanalytischen Literaturwissenschaft im Allgemeinen. Die Fragen, denen ich im Zuge dieser Hausarbeit nachgehen möchte, sind folgende: 1. Wie interpretiert Freud die antike Tragödie des Sophokles? Wie und warum verwendet Freud gerade dieses Drama, um seine Theorie des „Ödipus- Komplexes“ belegen? Könnten durch eigene Gedanken bezüglich der Freudschen Interpretation der Tragödie „König Ödipus“ Kritikpunkte angeführt werden? Wie argumentieren die Kritiker aus der literaturwissenschaftlichen Forschung? 2. Welche Methoden wendet die psychoanalytische Forschung zur Deutung der Literatur an? Und wie werden diese bewertet? Ich habe mir die Deutung der Tragödie „König Ödipus“ des Sophokles durch Freud als ein Thema meiner Hausarbeit ausgewählt, weil mich die Verbindung von Literatur und Psychoanalyse interessiert. Sie ist deswegen von Bedeutung, weil dadurch eine andere Sichtweise auf die Literatur gewonnen werden kann. Abschließend behandle ich die Kritik an der Freudschen Deutung der Tragödie „König Ödipus“ des Sophokles, in der ich sowohl meine eigenen Gedanken und Argumente darstelle, als auch die Ansichten und Erkenntnisse der Literaturwissenschaftler, wie beispielsweise Peter von Matts und Bernard Knoxs. Im Zusammenhang mit der Frage nach den Methoden der psychoanalytischen Literaturinterpretation ist das Werk „Einführung in die psychoanalytische Literaturwissenschaft“ von Walter Schönau für meine Hausarbeit sehr hilfreich gewesen. Denn Schönau stellt die Interpretationsmethoden der psychoanalytischen Literaturwissenschaft sehr genau dar und bewertet diese.


Excerpt (computer-generated)

Universität Hamburg
Institut für Germanistik 2- Neuere deutsche Literatur
HS.: Elektra und Ödipus- Antike Tragödie im 20. Jahrhundert

Die Freudsche Interpretation des "König Ödipus" als ein Beispiel für
die psychoanalytische Deutung der Literatur, die Kritik an dieser
Deutung sowie die Interpretationsmethoden der psychoanalytischen
Literaturwissenschaft

Hausarbeit

vorgelegt von: Caroline Boller

2007

 

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis ... 2

1. Einleitung ... 3

2. Freuds Interpretation der Tragödie „König Ödipus“ und deren Verwendung für die Theorie des „Ödipus- Komplexes“ ... 6
2.1. Die Tragödie „König Ödipus“ – eine Zusammenfassung ... 6
2.2 Freuds Deutung des Dramas „König Ödipus“ und die Perspektive der Literaturwissenschaft auf diese Tragödie ... 7
2.3 Der Chor ... 9
2.4 Das Orakel ... 10
2.5 „König Ödipus“ – eine Schicksalstragödie? ... 11

3. Die Kritik an Freuds Interpretation der Tragödie „König Ödipus“ ... 13
3.1. Eigene Gedanken zur Kritik der Freudschen Interpretation ... 13
3.2. Kritik aus der literaturwissenschaftlichen Forschung ... 16

4. Die psychoanalytische Literaturwissenschaft und ihre Methoden ... 18
4.1 Die autororientierte Interpretation ... 19
4.2 Die werkorientierte Interpretation ... 27
4.3 Die leserorientierte Deutung ... 27
4.4 Freuds Interpretation der Tragödie „König Ödipus“- eine leserorientierte Deutung? ... 30

5. Schlusswort ... 32

6. Literaturverzeichnis ... 35


1. Einleitung

Ich behandle in meiner Hausarbeit zwei Themenbereiche: Einerseits die Deutung der Tragödie „König Ödipus“ des Sophokles durch den berühmten Wiener Nervenarzt Sigmund Freud, und andrerseits die Methoden der Literaturdeutung der psychoanalytischen Literaturwissenschaft im Allgemeinen.

Die Fragen, denen ich im Zuge dieser Hausarbeit nachgehen möchte, sind folgende:

  1. Wie interpretiert Freud die antike Tragödie „König Ödipus“ des Sophokles? Wie und warum verwendet Freud gerade dieses Drama, um seine Theorie des „Ödipus- Komplexes“ zu belegen? Könnten durch eigene Gedanken bezüglich der Freudschen Interpretation der Tragödie „König Ödipus“ Kritikpunkte angeführt werden? Wie argumentieren die Kritiker aus der literaturwissenschaftlichen Forschung?
  2. Welche Methoden wendet die psychoanalytische Literaturwissenschaft zur Deutung der Literatur an? Und wie werden diese bewertet?

Meines Erachtens ist es nämlich wichtig, zuerst dieses konkrete Beispiel für die psychoanalytische Literaturdeutung anzuführen, bevor ich die Frage nach den Methoden der Literaturinterpretation der psychoanalytischen Literaturwissenschaft im Allgemeinen darzustellen und zu erörtern versuche. Schließlich kann der Leser der Arbeit besser folgen, wenn ich zuerst einmal dieses Beispiel einer psychoanalytischen Deutung darstelle und untersuche, als wenn ich die Methoden gleich an den Anfang dieser Arbeit stellte. Der Grund ist, dass dann nämlich schon gezeigt wurde, wie eine psychoanalytische Literaturinterpretation gestaltet ist.

Ich habe mir die Deutung der Tragödie „König Ödipus“ des Sophokles durch Freud als ein Thema meiner Hausarbeit ausgewählt, weil mich die Verbindung von Literatur und Psychoanalyse interessiert. Sie ist deswegen von Bedeutung, weil dadurch eine andere Sichtweise auf die Literatur gewonnen werden kann. Diese Thematik ist aber auch deswegen attraktiv, weil an dieser Stelle gezeigt werden kann, dass und wie die Literatur und die Literaturwissenschaft von gesellschaftlich bedingten Erscheinungen beeinflusst wird und umgekehrt. Dies ist meiner Ansicht nach deswegen wichtig zu zeigen, weil dadurch erkannt werden kann, dass die Literatur und Literaturwissenschaft sich nicht (nur) mit schöngeistigen Dingen beschäftigt, sondern auch und vor allem mit den schwierigen und auch furchtbaren Seiten der menschlichen Existenz befasst.

Es ist wichtig, dies aufzuzeigen, weil dadurch dem Vorurteil vorgebeugt wird, die Literatur und die Literaturwissenschaft befassten sich hauptsächlich mit den angenehmen und leichten Situationen des menschlichen Lebens. So ist es nämlich möglich zu zeigen, dass die Literatur und die Literaturwissenschaft sich ganz im Gegenteil mit sehr wichtigen und ernsten Fragen und Themen der menschlichen Existenz beschäftigen.

Die Frage nach den Methoden der Literaturinterpretation zu stellen, halte ich deswegen für bedeutsam, weil die psychoanalytische Literaturwissenschaft nur dann einer Beurteilung unterzogen werden kann, wenn deren Methoden zuvor untersucht wurden. Schließlich kann die Frage danach, ob und inwieweit die psychoanalytische Literaturwissenschaft auch tatsächlich wissenschaftlich ist, also, ob ihre Ergebnisse verallgemeinerbar sind, nur dann beantwortet werden, wenn deren Methoden selbst zuvor einer Untersuchung unterzogen wurden. Ein anderer wichtiger Punkt ist meiner Ansicht nach in diesem Zusammenhang, dass bestimmte Methoden der Literaturdeutung die Voraussetzungen für gewisse Ergebnisse einer literaturwissenschaftlichen Richtung bilden. Schließlich hat Freud sich selbst, in seinem Text „Die Traumdeutung“ (1900), in dem er die Tragödie „König Ödipus“ des Sophokles analysiert, nicht ausdrücklich zu der von ihm verwendeten Methode geäußert. Außerdem ist zu bedenken, dass sich die Methoden der psychoanalytischen Literaturwissenschaft weiterentwickelt haben. Die Methoden der psychoanalytischen Literaturwissenschaft sind heutzutage also anders als zu Freuds Zeiten. Ein weiterer Grund dafür, dass ich die Methoden der psychoanalytischen Literaturwissenschaft im Allgemeinen in meiner Arbeit behandle ist, dass sie meiner Ansicht nach nur auf diese Weise ein abgerundetes Bild ergibt, weil sie sowohl einen praktischen Teil, nämlich die psychoanalytische Deutung der Tragödie „König Ödipus“ durch Sigmund Freud, als auch einen theoretischen Abschnitt, nämlich die Frage nach den Methoden der psychoanalytischen Literaturinterpretation im Allgemeinen, enthält. Insofern besteht die Verbindung dieser beiden Themenbereiche meiner Hausarbeit darin, dass beide die psychoanalytische Deutung der Literatur zum Gegenstand haben, und der zweite Themenbereich den ersten insofern ergänzt, insofern dieser sich auf die allgemeine Frage nach den Methoden der psychoanalytischen Literaturwissenschaft bezieht. Ich versuche am Ende meiner Hausarbeit, die psychoanalytische Deutung der Tragödie „König Ödipus“ des Sophokles durch Sigmund Freud, einer der drei von mir vorgestellten Methoden der psychoanalytischen Literaturinterpretation zuzuordnen. Außerdem schneide ich in diesem Zusammenhang kurz die Frage an, welche Bedeutung die Tragödie „König Ödipus“ des Sophokles für Sigmund Freud, persönlich gehabt hat.

Die erste Frage, die ich in dieser Hausarbeit zu beantworten versuche, ist die danach, wie Freud die antike Tragödie „König Ödipus“ des Sophokles interpretiert, also, wie er diese Tragödie versteht und welche Eigenschaften dieses berühmten literarischen Werkes er in seiner Deutung hervorhebt. Ich stelle diese Frage direkt an den Anfang meiner Arbeit, weil es mir logisch erscheint, zuerst die Freudsche Interpretation anhand der Gedanken und Argumente, die Freud für seine Sichtweise anführt, darzustellen, bevor ich zu der Frage komme, wie er die Tragödie „König Ödipus“ des Sophokles für seine Theorie des „Ödipus- Komplexes“ verwendete. Schließlich muss erst einmal die Freudsche Interpretation dargestellt werden, bevor die speziellere Frage beantwortet werden kann, warum Freud gerade diese antike Tragödie und keine andere, für seine Theorie des „Ödipus-Komplexes“ verwendete. Ich werde in dieser Arbeit allerdings nicht die Plausibilität dieser Theorie untersuchen, weil dies kein Untersuchungsgegenstand der Literaturwissenschaft ist, sondern eher anderer Disziplinen, wie der Soziologie, der Psychologie und der Psychiatrie. Abschließend behandle ich die Kritik an der Freudschen Deutung der Tragödie „König Ödipus“ des Sophokles, in der ich sowohl meine eigenen Gedanken und Argumente darstelle, als auch die Ansichten und Erkenntnisse der Literaturwissenschaftler, wie beispielsweise Peter von Matts und Bernard Knoxs. Peter von Matts und Bernard Knoxs Einsichten fand ich deswegen wichtig in dieser Hausarbeit anzubringen, weil Peter von Matt in seinem Werk „Literaturwissenschaft und Psychoanalyse“ bestimmte Aspekte der Freudschen Deutung der Tragödie „König Ödipus“ eher unterstützt, während Bernard Knox in seinem Essay „Die Freiheit des Ödipus“ im Gegenteil behauptet, die Freudsche Deutung dieser Tragödie sei unter literaturwissenschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet ziemlich mangelhaft. Und mir ist es eben ein Anliegen gewesen, sowohl die zustimmenden als auch die ablehnenden Gedanken hinsichtlich der Freudschen Deutung dieses Dramas anzuführen, um zu gewährleisten, dass diese Arbeit zu einer ausgeglichenen Sichtweise auf die Freudsche Deutung der Tragödie „König Ödipus“ des Sophokles beiträgt.

Im Zusammenhang mit der Frage nach den Methoden der psychoanalytischen Literaturinterpretation ist das Werk „Einführung in die psychoanalytische Literaturwissen¬schaft“ von Walter Schönau für meine Hausarbeit sehr hilfreich gewesen. Denn Schönau stellt die Interpretationsmethoden der psychoanalytischen Literaturwissen¬schaft sehr genau dar und bewertet diese.

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