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Hunger in Deutschland von 1914 - 1918 - Alltag, Ursachen, Proteste

Scholary Paper (Seminar), 2001, 16 Pages
Author: Magister Artium Roland Sonntag
Subject: History - World War I, Weimar Republic

Details

Event: Proseminar Der Erste Weltkrieg
Institution/College: University of Freiburg (Historisches Seminar)
Tags: Hunger, Arbeiterproteste, Weltkrieg.
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2001
Pages: 16
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 13  Entries
Language: German
Archive No.: V7183
ISBN (E-book): 978-3-638-14517-6

File size: 139 KB

Abstract

Bei der Ernährungskrise, der die deutsche Bevölkerung während dem Ersten Weltkrieg ausgesetzt ist, handelt es sich um ein Phänomen, das nicht nur Auswirkungen auf die Stimmung, den Alltag und die Gesundheit der deutschen Bevölkerung hat, sondern in letzter Konsequenz auch den Kriegsverlauf und die Revolution von 1918 massiv beeinflusst. Im Rahmen meiner Seminararbeit werde ich zunächst die Not, der die deutsche Bevölkerung durch die Krise in der Lebensmittelversorgung ausgesetzt ist, skizzieren und anschließend die Auswirkungen auf Gesundheit und Mortalität darstellen. Nachfolgend werde ich die Ursachen des Hungers untersuchen: Erstens die Konsequenzen der alliierten Hungerblockade, zweitens die Gründe für den Produktionsrückgang in der Landwirtschaft, und drittens die kontraproduktiven staatlichen Interventionen. Zudem werde ich den Einfluss der verantwortungslosen Finanzpolitik des Reiches auf die Teuerung der Lebensmittel darstellen. Abschließend werde ich die Hungerproteste und Streiks, welche die Versorgungskrise nach sich zieht, untersuchen und deren Folgen für den Kriegsverlauf analysieren. Im Fazit werden die wichtigsten Eckpunkte der Hausarbeit noch einmal zusammengefasst.


Excerpt (computer-generated)

Hunger in Deutschland von1914 - 1918, Alltag, Ursachen, Proteste.

von Roland Sonntag



Inhalt

1. Einleitung S.3

2. Die Hungerkrise und ihre Auswirkungen S.4

2.1 Von der Kriegsbegeisterung zur Hungererfahrung S.4
2.2 Die Lebensmittelversorgungskrise S.4 - 6
2.3 Gesundheit /Mortalität innerhalb der deutschen Bevölkerung S.6,7

3. Ursachen der Nahrungsmittelnot S.7

3.1 Alliierte Hungerblockade und Importabhängigkeit S.7,8
3.2 Die Probleme der Landwirtschaft S.8,9
3.3 Staatliche Fehlleistungen S.9
3.3.1 Höchstpreise und die daraus resultierende Wucher S.9 - 11
3.3.2 Kriegsfinanzierung und Inflation S. 11 -12

4. Von den Hungerunruhen zur Revolution S. 12,13

5. Fazit S.14

6. Literaturverzeichnis S.15,16



1. Einleitung:

Bei der Ernährungskrise, der die deutsche Bevölkerung während dem Ersten Weltkrieg ausgesetzt ist, handelt es sich um ein Phänomen, das nicht nur Auswirkungen auf die Stimmung, den Alltag und die Gesundheit der deutschen Bevölkerung hat, sondern in letzter Konsequenz auch den Kriegsverlauf und die Revolution von 1918 massiv beeinflusst.
Zunächst werde ich versuchen in Teil 2 die Not, der die deutsche Bevölkerung durch die Krise in der Lebensmittelversorgung ausgesetzt ist, zu skizzieren, und auf die Auswirkungen auf Gesundheit und Mortalität eingehen.
Im Teil 3 meiner Hausarbeit werde ich mich den Ursachen des Hungers der deutschen Bevölkerung widmen: Erstens den Konsequenzen der alliierten Hungerblockade, zweitens den Ursachen für den Produktionsrückgang in der Landwirtschaft, und drittens den oft kontraproduktiven staatlichen Interventionen, vor allem der Einführung von Höchstpreisen für Grundnahrungsmittel. Mit einer Untersuchung der Kriegsfinanzierung werde ich zeigen n, dass die verantwortungslose Finanzpolitik des Reiches, ebenfalls Einfluss auf die Teuerung der Lebensmittel hat.
Abschließend werde ich in Teil 4 auf die Hungerproteste und Streiks, welche die Versorgungskrise nach sich zieht, eingehen.
Im Fazit werden noch einmal die wichtigsten Eckpunkte der Hausarbeit zusammengefasst.

2. Die Hungerkrise und ihre Auswirkungen auf die deutsche Bevölkerung

2.1 Von der Kriegsbegeisterung zur Hungererfahrung

Der Beginn des Ersten Weltkrieg ist gekennzeichnet, durch ein scheinbar alle Bevölkerungsschichten durchdringendes patriotisches Gemeinschaftsgefühl, dem, auch in späteren Jahren, propagandistisch immer wieder ausgeschlachteten, sogenannten Augusterlebnis. Jubelnde Kriegsfreiwillige, blumenbekränzten Militärtransporte und die Soldaten verabschiedende Scharen von Schaulustigen zeigen eine deutsche Bevölkerung, die mit unbändiger Begeisterung dem Krieg entgegenfiebert. Zwar wird nicht die gesamte deutsche Gesellschaft von diesem, als "Kriegspsychose" deutbaren Rausch der Emotionen ergriffen, so sind vor allem in ländlichen Gebieten vielerorts auch kritische Stimmen zum Kriegsausbruch zu hören, doch scheint zumindest die Mehrheit der deutschen Bevölkerung gewillt zu sein, in einen Weltkrieg einzutreten, der eine der größten militärischen und sozialen Katastrophen Europas werden soll.
Nach den vielumjubelten militärischen Anfangserfolgen, kehrt bald Ernüchterung ein, denn die Menschen müssen erkennen, dass der Krieg nicht wie versprochen schnell zu gewinnen ist, und dass mit dem überregionalen Konflikt auch die Zivilbevölkerung massiv betroffen ist, schon bald erreichte der Krieg mit der Krise in der Nahrungsmittelversorgung die Heimatfront.

2.2 Die Lebensmittelversorgungskrise

Schon im Jahre 1915 sieht sich der Verbraucher einer stark verschlechterten Lebensmittelversorgung ausgesetzt. Einerseits steigen die Preise in ungekannte Höhen, so sind in Berlin "höherwertige Nahrungsmittel wie Fleisch, Butter und Eier für die Masse der großstädtischen Bevölkerung bereits zu unerschwinglichen Luxusgütern geworden" , andererseits kommt es selbst bei Grundnahrungsmitteln zu ersten Versorgungsengpässen. Schon im Februar 1915 wird die Brotkarte eingeführt, die dem Verbraucher nur noch einen festgeschriebenen Bedarf an Brot- und Mehlmengen zugesteht. Bis Ende 1916 fallen auch die wichtigsten anderen Grundnahrungsmittel unter die der Bevölkerung zugestandenen Ernährungsrationen. Lange Schlangen vor den Lebensmittelgeschäften, als "Lebensmittelpolonaisen" verspottet, sind an der Tagesordnung.

[...]


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