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Presentation (Handout), 2000, 16 Pages
Author: Magister Artium Roland Sonntag
Subject: Sociology - Social System, Social Structure, Class, Social Stratification
Details
Institution/College: University of Freiburg (Institut für Soziologie)
Tags: Wohlfahrtsstaat, Sozialstaat, Entstehung des Sozialstaats.
Year: 2000
Pages: 16
Grade: 2,7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-14520-6
File size: 177 KB
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Abstract
Eine Zusammenfassung der zentralen Inhalte des Werks "Der sorgende Staat" von Abram de Swaan. Abram de Swaan ( geb. 1942), Dekan der Amsterdam School for Social Resaearch und Professor der Universität von Amsterdam, der auch schon als Gastprofessor an Hochschulen mit hohem Ansehen, wie der Columbia University und der Pariser Sorbonne tätig war, und mit Werken wie "The Management of Morality" oder "Coalition theories and cabinet formation" internationales Ansehen genießt, untersucht in seinem !993 erschienen Buch "Der sorgende Staat" die Kollektivierung von Gesundheit, Bildung und Fürsorge in westlichen Industrieländern wie Großbritannien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und den USA von der Neuzeit bis zur heutigen Zeit, und zeigt wie sich die Sozialpolitik dieser Staaten im Laufe der Jahrhundert verändert hat, was sein Werk für die politische Achse im Themengebiet "Europäische Sozialstruktur und Globalisierung" interessant macht. Heute gilt die Unterstützung von sozial Schwachen in diesen Staaten als ein kollektives Anliegen, das von einer überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung befürwortet wird, wofür de Swaan vor allem zwei Gründe zur Erklärung heranzieht. a) die immer stärkeren externen Effekte von Armut, also z. B. die Auswirkungen sozialer Notlagen bestimmter Personengruppen auf nicht direkt Betroffene, haben zu einer Sensibilisierung für diese Belange geführt. b) Interdependenzketten, die sich im Laufe der Geschichte immer stärker ausbildeten und die verschiedenen Gesellschaftsschichten voneinander abhängig machten, sorgten dafür, daß Probleme anderer Menschen schnell zum eigenen Problem werden konnten. Immer mehr Menschen waren durch die wachsende Marktwirtschaft aufeinander angewiesen.
Excerpt (computer-generated)
Der sorgende Staat. Die Kollektivierung von Gesundheit, Bildung und Fürsorge.
von Roland Sonntag
Inhalt
"Der sorgende Staat" von Abram de Swaan
Kollektivierung aufgrund externer Effekte
Kollektivierung der Bildung
Kollektivierung der Sozialversicherungen
Bedingungen nach de Swaan zur schnellen Einrichtung von kollektiven Zwangsvorkehrungen
Kollektivierung nach 1945
Professionalisierung und Expertenregimes
Aufstieg der Ärzteschaft
Protoprofessionalisierung, zivilisatorische Wirkung und soziales Bewußtsein als Folge der Kollektivierung
Ausblick in die Zukunft
Literatur
"Der sorgende Staat" von Abram de Swaan
Abram de Swaan ( geb. 1942), Dekan der Amsterdam School for Social Resaearch und Professor der Universität von Amsterdam, der auch schon als Gastprofessor an Hochschulen mit hohem Ansehen, wie der Columbia University und der Pariser Sorbonne tätig war, und mit Werken wie "The Management of Morality" oder "Coalition theories and cabinet formation" internationales Ansehen genießt, untersucht in seinem !993 erschienen Buch "Der sorgende Staat" die Kollektivierung von Gesundheit, Bildung und Fürsorge in westlichen Industrieländern wie Großbritannien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und den USA von der Neuzeit bis zur heutigen Zeit, und zeigt wie sich die Sozialpolitik dieser Staaten im Laufe der Jahrhundert verändert hat, was sein Werk für die politische Achse im Themengebiet "Europäische Sozialstruktur und Globalisierung" interessant macht.
Heute gilt die Unterstützung von sozial Schwachen in diesen Staaten als ein kollektives Anliegen, das von einer überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung befürwortet wird, wofür de Swaan vor allem zwei Gründe zur Erklärung heranzieht.
a) die immer stärkeren externen Effekte von Armut, also z. B. die Auswirkungen sozialer Notlagen bestimmter Personengruppen auf nicht direkt Betroffene, haben zu einer Sensibilisierung für diese Belange geführt.
b) Interdependenzketten, die sich im Laufe der Geschichte immer stärker ausbildeten und die verschiedenen Gesellschaftsschichten voneinander abhängig machten, sorgten dafür, daß Probleme anderer Menschen schnell zum eigenen Problem werden konnten. Immer mehr Menschen waren durch die wachsende Marktwirtschaft aufeinander angewiesen.
Als historischen Hintergrund der Kollektivierung ist die zunehmende Staatenbildung, das Aufkommen des Kapitalismus, die steigende Urbanisierung und Säkularisierung zu sehen. Konkurrierende Staaten bauten bürokratische Netze auf, die direkt in das Leben ihrer Bürger eingriffen, etwa durch Steuern, Militärdienst, schulischen und medizinische Einrichtungen, und diese dadurch miteinander verknüpften. Aber auch der verstärkte Kapitalismus, aus dem neue Märkte hervorgingen, sorgte dafür, daß sich "Arbeitnehmer und Konsumenten zu Netzwerken der Produktion und des Warenaustauschs verbanden"1.
Die Entwicklung des Verhältnisses zwischen den etablierten, reicheren Schichten der Gesellschaft und den armen Teilen der Bevölkerung spielt eine der entscheidenden Rollen im Kollektivierungsprozess. Armut wurde von den reicheren Schichten schon ab der Neuzeit einerseits als Gefahr, andererseits aber auch als Chance angesehen. So konnten Landstreicher und Vagabunden zu Zeiten der Feudalherrschaft als Bedrohung für Leib, Leben und Eigentum der Etablierten angesehen werden, andererseits konnte ihre Arbeitskraft z. B. bei der Ernte oder ihre zahlenmäßige Stärke bei Kriegen zugunsten des Establishments eingesetzt werden, außerdem war diese Bevölkerungsgruppe schon mit geringem Entgelt zufrieden zu stellen. Zu Beginn einer fortschreitenden Staatenbildung und kapitalistischer Entwicklung waren die Haltung der Reichen zur Armut ähnlich. Zum einen stellten die verarmten Schichten aus ihrer Sicht eine Gefahr für die öffentliche Ordnung, den sozialen Frieden und die öffentliche Gesundheit dar, zum anderen sah man sie als willige Reservearmee an Arbeiterrekruten, als mögliche Konsumenten der erzeugten Waren, sowie als potentielle politische Anhänger an, die noch von Nutzen sein konnten. Die externen Effekt der Armut betrafen die Etablierten also positiv wie negativ.
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