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Termpaper, 2000, 15 Pages
Author: Magister Artium Roland Sonntag
Subject: Sociology - Classics, Basics and Theoretical Directions
Details
Institution/College: University of Freiburg (Institut für Soziologie)
Tags: Grundzüge der Soziologie, Foucault, Überwachen und Strafen, Norm, Macht, Wahrheit.
Year: 2000
Pages: 15
Grade: 2,7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-14521-3
File size: 171 KB
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Excerpt (computer-generated)
Michel Foucaults Überwachen und Strafen
im Kontext von Macht, Wahrheit, und Norm.
von Roland Sonntag
Inhaltsverzeichnis:
I. Einleitung 3
II. Inhaltsbeschreibung 4
III. Die Langlebigkeit des Gefängnisses 6
IV. Überwachen und Strafen.
Im Kontext von Macht, Wahrheit und Norm 8
IV.1 Macht 8
IV.2 Wahrheit 9
IV.3 Norm 10
V. Überwachen und Strafen im Kontext von Foucaults Biographie 11
VI. Würdigung 12
Literaturverzeichnis 14
I. Einleitung:
Michel Foucault beschreibt in seinem Werk "Überwachen und Strafen", wie sich das Gefängnis als einzige Form der Bestrafung in den westlichen Ländern durchsetzen konnte und andere Straftechnologien wie etwa die Marter verdrängte. Detailliert zeigt er die Gründe auf, die zu diesem Prozeß führten.
Auf die von Michel Foucault aufgeworfene Frage, warum sich das Gefängnis, trotz zahlreicher Kritik und offensichtlichem Versagen durchsetzte, will ich in meinem Kommentar nach einer Inhaltsangabe genauer eingehen. Danach werde ich "Überwachen und Strafen" in den Kontext von Macht, Wahrheit und Norm setzen, sowie sein Werk in seine Biographie einordnen. Mit einer Würdigung, werde ich die Hausarbeit beschließen.
II. Inhaltsbeschreibung:
Michel Foucaults Werk "Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses." beginnt mit der ausführlichen Schilderung einer traditionellen Form der Bestrafung aus der Zeit des Ancien Regime. Es handelt sich um die Vierteilung von Damiens, der auf Ludwig XV einen erfolglosen Mordanschlag verübt hatte, mit der Foucault die Grausamkeit und Brutalität der damaligen Strafpraxis aufzeigt. Diese Form der Strafe sollte eine Demonstration der Macht des königlichen Herrschers darstellen, der auf diese Weise seine durch das Verbrechen verletzte Souveränität wiederherstellt (ÜuS S.64). Dem Verbrecher sollten genau kalkulierte Schmerzen beigebracht werden, die dem verübten Verbrechen gerecht werden. Diese Bestrafungen wurden grundsätzlich in der Öffentlichkeit abgehalten, ein Exempel sollte statuiert werden. "Die Hauptperson bei den Marterzeremonien ist das Volk ..." (ÜuS S.75). Ohne die Zuschauer hätten die grausamen Strafrituale jeden Sinn verloren. Die mit der Bestrafung verbundene symbolische Rache des absoluten Herrschers sollte für jedermann sichtbar sein.
Allerdings kam es bei derartigen Hinrichtungen oft zu einer Solidarisierung des Volkes mit dem Verbrecher und zu Unruhen. Immer häufiger kam es zu der Forderung nach Abschaffung der Marter. Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde die Kritik stärker, die nicht mehr nur vom einfachen Volk sondern nun auch von der Intelligenz zu hören war. Reformer wie Beccaria, Servan, Dupaty und andere verlangten nach einer milderen Strafpraxis. Die Bestrafungen sollten die Menschlichkeit zum Maß haben, nicht mehr auf den Körper sondern auf den Geist zielen. Der eigentliche Grund für die Gesetzesnovellierung war aber der Rückgang von Gewaltdelikten und einer gleichzeitigen Steigerung von Eigentums- und Kapitaldelikten. "Mit der sich entwickelnden kapitalistischen Warenwirtschaft, der industriebedingten Vervielfältigung der Güter und dem rasanten demographischen Wachstum geht eine Steigerung der "kleinen Delinquenz" einher: Diebstähle, Plünderungen, Einbrüche, Raubüberfälle und Unterschlagungen nehmen rasant zu". "Vor der Milderung der Gesetze gab es eine Milderung der Verbrechen" (ÜuS S.97). Vorrangig kritisierten die Reformer eine "fehlende Ökonomie der Macht", weil die vielen Gesetzwidrigkeiten, die sich auf das Eigentum bezogen, nicht von der Justiz erfaßt wurden. Die " ... verworrene und lückenhafte Vielfalt von Instanzen; eine Machtverteilung und -konzentration, die zu Wirkungslosigkeit und faktischer Duldung führen; Strafen, die Aufsehen erregen, aber nicht ohne Risiko sind" (ÜuS S.111), all dies sollte mit einer Reform des Strafrechts beseitigt werden. Die Gesetzwidrigkeit sollte einer strengeren und stetigeren Kontrolle unterworfen werden, die Gewißheit bestraft zu werden, sollte den potentiellen Rechtsbrecher abschrecken. Aus dem Gegner des Souveräns wurde in der Terminologie der Reformjuristen ein Feind der Gesellschaft. Als sinnvollste Strafe wurde die öffentliche Arbeit angesehen. Die Rechtsbrecher sollten auf Straßen und Plätzen körperliche Arbeit verrichten. Dies hatte zwei Gründe:
[...]
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