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Essay, 2005, 8 Seiten
Autor: cand. paed. Martin Johannes Gräßler
Fach: Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Details
Institution/Hochschule: Technische Universität Dresden (Politikwissenschaft)
Tags: Bevor, Politiker, Wissenschaftler, Politiker, Politik, Hatte, Platon, Recht, Einführung, Studium, Systeme
Jahr: 2005
Seiten: 8
Note: 2.3
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-63245-4
Dateigröße: 86 KB
Das jährlich an der TU Dresden abzugebende Essay.
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Zusammenfassung / Abstract
Das vorliegende Essay dient als Beispiel für die geforderte Teilleistung im Proseminar "Politische Systeme". "Hatte Platon Recht? Vielleicht Ja, vielleicht Nein. Vielleicht erkenne ich mit meinem begrenzten philosophischen – soziologischen Wissen nicht den Kern des Problems. Aber nicht wichtig ist, was man weiß, sondern nur, wen man kennt bzw. welche richtige Seite man im richtigen Buch aufschlägt. Durch einen gütlichen Zufall fiel mir kürzlich ein Briefwechsel zwischen zwei guten Freunden in die Hände. Der eine ein betagter Gelehrter, ein Politikwissenschaftler und in allen Hörsälen zu Hause. Doch da steht er nun der arme Tor und weiß mit seinem Wissen nicht wohin. Sein langjähriger Freund, ein Staatsmann höchster Couleur, der ermüdet der täglichen Kämpfe, nun auf seine alten Tage ein neues, ruhigeres Betätigungsfeld sucht. Deshalb zitiere ich nun einige Briefe aus dem umfangreichen Schriftwerk der beiden Persönlichkeiten."
Textauszug (computergeneriert)
TU - Dresden
Wintersemester 2005 / 2006, 1. Fachsemester
Proseminar: Einführung in das Studium der politischen Systeme
Essay: „Bevor nicht die Politiker Wissenschaftler werden oder die Wissenschaftler Politiker,
wird in der Politik nichts richtiges zustande kommen!“
Hatte Platon wohl Recht?
von: Martin Johannes Gräßler
Hatte Platon Recht?
Vielleicht Ja, vielleicht Nein. Vielleicht erkenne ich mit meinem begrenzten philosophischen – soziologischen Wissen nicht den Kern des Problems. Aber nicht wichtig ist, was man weiß, sondern nur, wen man kennt bzw. welche richtige Seite man im richtigen Buch aufschlägt. Durch einen gütlichen Zufall fiel mir kürzlich ein Briefwechsel zwischen zwei guten Freunden in die Hände. Der eine ein betagter Gelehrter, ein Politikwissenschaftler und in allen Hörsälen zu Hause. Doch da steht er nun der arme Tor und weiß mit seinem Wissen nicht wohin. Sein langjähriger Freund, ein Staatsmann höchster Couleur, der ermüdet der täglichen Kämpfe, nun auf seine alten Tage ein neues, ruhigeres Betätigungsfeld sucht. Deshalb zitiere ich nun einige Briefe aus dem umfangreichen Schriftwerk der beiden Persönlichkeiten.
Briefwechsel des Dr. rer. Pol und des Ministers z.b.V
„Mein lieber Freund,
ich hoffe, es geht dir soweit gut und deine politischen Auseinandersetzungen und Machtkämpfe greifen deine physisch schwache Konstitution nicht noch weiter an. Der Grund meines heutigen Briefes ist ein Zitat, das mir aus meiner Studienzeit noch geläufig ist, aber im Laufe der Jahre meinem Verstande entrissen wurde. Besagtes Zitat lautet: „Bevor nicht die Politiker Wissenschaftler werden oder die Wissenschaftler Politiker, wird in der Politik nichts richtiges zustande kommen!“. Warum dieses Zitat? Nun, schon nahezu mein halbes Leben beschäftige ich mich mit der menschlichen Zivilisation und den Prinzipien, auf denen sie gründen. Ich habe unzählige Arbeiten verfasst, die sich mit guter Ordnung, politischer Stabilität, Durchsetzung von langfristigen, allgemeinen Vorteilen für die Gesellschaft befassen. Nach mehr als drei Jahrzehnten habe ich den Glauben an die Macht des Wortes verloren und habe nun endlich beschlossen, mein Wissen der ganzen Gesellschaft zugute kommen zu lassen. Nicht mehr desinteressierte Studenten sollen meine Vorstellungen gelangweilt verfolgen, nein, der Plenarsaal soll mein neues Wirkungsfeld sein und die Republik mein Schüler. Ich, der die Negativbeispiele der Geschichte und der heutigen Welt kennt, werde doch wohl in der Lage sein, in der derzeitigen politischen Lähmung, der Republik einen entscheidenden Stoß in die richtige Richtung zu geben.
Mein erstes Werk wird das Suchen einer geeigneten Mehrheit sein, die sich mit mir den Grundlagen des objektiv Richtigen und wissenschaftlich Begründbaren verschreiben wird. Politik auf Grundlage überalterter Gerechtigkeitsvorstellungen oder christlicher Weltbilder wird einem neuen Typus des Politikers weichen, der auf Grund von überlegener Bildung, nicht überlegener Rhetorik, den Menschen Richtungsentscheidungen vorgibt.
Trotz deiner vielen Aufgaben bitte ich dich, mir baldigst zu schreiben und mir Rückantwort zu geben, was du, mein alter Freund, von meinem Vorhaben hältst.
[...]
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