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Hausarbeit, 2007, 16 Seiten
Autor: Julia Grubitzsch
Fach: Germanistik - ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Details
Institution/Hochschule: Friedrich-Schiller-Universität Jena (Institut für Germanistische Literaturwissenschaft)
Tags: Motiv, Aussatzes, Literatur, Berücksichtigung, Fassungen, Armen, Heinrichs, Hartmann, Gerhart, Hauptmann, Ricarda, Huch, Heinrich, Hartmann
Jahr: 2007
Seiten: 16
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 14 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-63247-8
ISBN (Buch): 978-3-638-82234-3
Dateigröße: 114 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Was ist es, was die Autoren und uns Leser an Krankheiten, an Leidensgeschichten so fasziniert? Ist es die gleiche Erregung, die uns bei Verkehrsunfällen hinschauen lässt, obwohl es uns schaudert? Im Folgenden will ich versuchen, Lepra, die Legenden um diese Krankheit und ihre Widerspiegelung in Religion und vor allem Literatur genauer zu beleuchten. Dabei möchte ich keinesfalls eine medizinische Arbeit schreiben. Ich denke jedoch, zu einer Beschäftigung mit dieser Thematik gehören einige Fakten. Konzentriert habe ich mich bei der kurzen medizinischen Übersicht auf das Wissen, das Hartmann von Aue in seiner Zeit über die Krankheit hatte. Über Jahrhunderte hinweg beschäftigten sich immer wieder Autoren mit dem Motiv des Aussatzes. Meine Arbeit soll zeigen, wie vielfältig die Bearbeitungen sind. Da die Literaten im Mittelalter sehr stark von der Kirche beeinflusst wurden, soll und kann der religiöse Aspekt hier nicht außen vor gelassen werden. Als Hauptgegenstand habe ich mich auf das Werk “Der arme Heinrich” von Hartmann von Aue und dessen Adaptionen von Gerhart Hauptmann und Ricarda Huch konzentriert.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Jena, Institut für Germanistische Literaturwissenschaft
Wintersemester 2006/2007, 3. Fachsemester
Proseminar: Der arme Heinrich
Das Motiv des Aussatzes in der deutschen Literatur unter besonderer
Berücksichtigung der Fassungen des „Armen Heinrichs“
von Hartmann von Aue, Gerhart Hauptmann und Ricarda Huch
von: Julia Grubitzsch
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Was ist Aussatz? - die medizinische Sicht 3
2.1.Ursachen 4
2.2. Isolation und Öffentlichkeit 4
2.3. Verbreitete Bezeichnungen 5
2.4. Religiöse Betrachtungsweisen des Aussatzes 5
2.5. Aussatz in der Literaturgeschichte 6
3. Hartmann von Aues “Der arme Heinrich” 7
4. Gerhart Hauptmanns “Armer Heinrich - eine deutsche Sage“ 9
5. Die Adaption Ricarda Huchs 10
6. Schlussbemerkung 12
7. Literaturverzeichnis 13
Primärliteratur 13
Sekundärliteratur 13
1. Einleitung
Was ist es, was die Autoren und uns Leser an Krankheiten, an Leidensgeschichten so fasziniert? Ist es die gleiche Erregung, die uns bei Verkehrsunfällen hinschauen lässt, obwohl es uns schaudert?
Im Folgenden will ich versuchen, Lepra, die Legenden um diese Krankheit und ihre Widerspiegelung in Religion und vor allem Literatur genauer zu beleuchten. Dabei möchte ich keinesfalls eine medizinische Arbeit schreiben. Ich denke jedoch, zu einer Beschäftigung mit dieser Thematik gehören einige Fakten. Konzentriert habe ich mich bei der kurzen medizinischen Übersicht auf das Wissen, das Hartmann von Aue in seiner Zeit über die Krankheit hatte.
Über Jahrhunderte hinweg beschäftigten sich immer wieder Autoren mit dem Motiv des Aussatzes. Meine Arbeit soll zeigen, wie vielfältig die Bearbeitungen sind. Da die Literaten im Mittelalter sehr stark von der Kirche beeinflusst wurden, soll und kann der religiöse Aspekt hier nicht außen vor gelassen werden. Als Hauptgegenstand habe ich mich auf das Werk “Der arme Heinrich” von Hartmann von Aue und dessen Adaptionen von Gerhart Hauptmann und Ricarda Huch konzentriert.
2. Was ist Aussatz? - die medizinische Sicht
In der modernen Medizin wird Aussatz als Lepra bezeichnet und gilt als Infektionskrankheit. Die Infektion befällt innere Organe und das Nervensystem. Sichtbar wird sie auf der Haut und den Schleimhäuten. Die große Anzahl an Verlaufsformen war schon in der Antike bekannt. Galen von Pergamon1 und Isidor von Sevilla2 kannten viele verschiedene Typen der Erkrankung. In der Ikonographie des Mittelalters wird Aussatz mit Hautverfärbungen und Verlust von Armen und Beinen dargestellt. Leprakranke wurden oft zu Bettlern, was daher rühren könnte, dass ein Mensch ohne Arme und Beine nicht mehr erwerbsfähig ist. Anzeichen bestimmter Lepraerkrankungen fallen oft erst bei sorgfältiger Suche auf. Die Ärzte im Mittelalter hatten meist große Probleme, die richtige Diagnose zu stellen. Berühmte Heilpraktiker waren Heinrich von Mondeville, Lanfrank von Mailand3 und Guy de Chaulliac4. Besondere Aufmerksamkeit schenkten die Lepraschauer den äußeren Veränderungen wie Flecken, Schuppen oder Knötchen. Seltsame Methoden der Diagnose des Mittelalters waren Experimente mit Blut und Harn5.
2.1.Ursachen
Auch im noch nicht aufgeklärten Mittelalter gaben sich die Gelehrten nicht mit der einfachen Erklärung, Lepra sei eine Strafe Gottes zufrieden. Man war der Ansicht, jegliche Körperflüssigkeit könne Auslöser der Krankheit sein. Resultate sah man in Überhitzung und Austrocknung. Die damalige Volksmeinung legte sich auch auf Melancholie als Ursache des Aussatzes fest. Melancholiker fänden eine regelrechte Lust daran, andere anzustecken. An diesen Glauben erinnert heute noch z.B. der Melaten-Friedhof in Köln6. Anders als bei vielen Infektionskrankheiten konnte man nicht genau nachweisen, wer sich bei wem angesteckt hatte. Es konnte sehr lange dauern, bis die Erkrankung ausbrach. Doch wie wird Lepra wirklich übertragen? Im Mittelalter stützte man sich vor allem auf die Vererbungstheorie. Wenn bei einem Kind die Infektion ausbrach, sprach man oft davon, dass sein Vater Sünden begangen oder dass der Zeugungsakt während der Menstruation der Frau stattgefunden haben müsse7.
2.2. Isolation und Öffentlichkeit
[...]
1 Galen von Pergamon, um 129 bis 216, griechischer Arzt und Anatom
2 Isidor von Sevilla, um 560 bis 636, Bischof, Kirchenlehrer, Enzyklopädist
3 Lanfrank von Mailand, um 1245 bis 1306, bedeutendster Chirurg des Mittelalters
4 Guy de Chaulliac, um 1298 bis 1368, Arzt
5 Riha, Ortrun: Aussatz- Geschichte und Gegenwart einer sozialen Krankheit. Leipzig: Verlag der Sächsischen Akademie der Wissenschaften 2004
6 Die Bezeichnung Melaten stammt vom im 12.Jahrhundert häufig verwendete Bezeichnun”Melaten” für ein Heim von Aussätzigen
7 Riha, Ortrun: Aussatz- Geschichte und Gegenwart einer sozialen Krankheit. Leipzig: Verlag der Sächsischen Akademie der Wissenschaften 2004
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