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Vergleich der Funktionen von orientalischen Motiven in "Das Märchen vom Zaren Saltan ..." von Aleksandr Puschkin und in "Der goldene Topf" von E.T.A. Hoffmann

Seminararbeit, 2005, 21 Seiten
Autor: Katharina Friesen
Fach: Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Lit.wiss.

Details

Veranstaltung: Proseminar: 1001 Nacht - das Werk und seine Wirkung auf die deutsche Literatur
Institution/Hochschule: Eberhard-Karls-Universität Tübingen (Deutsches Seminar)
Tags: Vergleich, Funktionen, Motiven, Märchen, Zaren, Saltan, Aleksandr, Puschkin, Topf, Hoffmann, Proseminar, Nacht, Werk, Wirkung, Literatur
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 21
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 15  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V72060
ISBN (E-Book): 978-3-638-63398-7
ISBN (Buch): 978-3-638-90847-4
Dateigröße: 177 KB

Zusammenfassung / Abstract

In dieser Arbeit sollen das Märchen „Der Goldene Topf“1 von ETA Hoffmann und Alexander Puschkins „Märchen vom Zaren Saltan, von seinem Sohn, dem berühmten, mächtigen Recken Fürst Gwidon Saltanowitsch, und von der wunderschönen Schwanenprinzessin“ miteinander verglichen werden. Dabei liegt das Augenmerk vor allem auf den orientalischen und orientalistischen Elementen und ihrer Funktion in diesen beiden Werken. Als Referenz dienen hauptsächlich die Erzählungen von „1001 Nacht“, da es dazu viele Parallelen sowohl bei Puschkin als auch bei Hoffmann gibt. Beide Autoren schrieben Kunstmärchen und bedienten sich dabei unter anderem orientalischer und orientalisierender Motive und Verfahren. Für die Erschließung dieser beiden europäischen Dichter und ihrem Verhältnis zum Orient und Orientalismus und damit zu ihrer eigenen Kultur und ihrem Werk könnte es fruchtbar sein sie miteinander unter dem Aspekt orientalischer und orientalisierender Elemente in ihrer Arbeit zu vergleichen.


Textauszug (computergeneriert)

Eberhard Karls Universität Tübingen, Deutsches Seminar
Proseminar: 1001 Nacht – das Werk und seine Wirkung auf die deutsche Literatur
Sommersemester 2005, 1. Semester

Vergleich der Funktionen von orientalischen Motiven in
"Das Märchen vom Zaren Saltan ..." von Aleksandr Puschkin
und in "Der goldene Topf" von E.T.A. Hoffmann

von: Katharina Friesen

 


Inhalt

1 Einleitung: Hoffmann, Puschkin und der Orient  3

2 Märchen vom Zaren Saltan, von seinem Sohn, dem berühmten, mächtigen Recken Fürst Gwidon Saltanowitsch, und von der wunderschönen Schwanenprinzessin 4

2.1 Dichotomie Ost/West  4
2.2 Parallelen mit „1001 Nacht“  8

3. Der goldene Topf  11

3.1. Zwei Welten 11
3.2. Zugang zur Welt des Wunderbaren 13
3.3. Sinnliches und Sinnenbetörendes 14
3.4. Orientalische Elemente und Parallelen zu „1001 Nacht“  15

4. Parallelen und Unterschiede zwischen Puschkin und Hoffmann  18

Bibliografie 21
Sekundärtexte  21




 

1 Einleitung: Hoffmann, Puschkin und der Orient

In dieser Arbeit sollen das Märchen „Der Goldene Topf“1 von ETA Hoffmann und Alexander Puschkins „Märchen vom Zaren Saltan, von seinem Sohn, dem berühmten, mächtigen Recken Fürst Gwidon Saltanowitsch, und von der wunderschönen Schwanenprinzessin“2 miteinander verglichen werden. Dabei liegt das Augenmerk vor allem auf den orientalischen und orientalistischen Elementen und ihrer Funktion in diesen beiden Werken. Als Referenz dienen hauptsächlich die Erzählungen von „1001 Nacht“3, da es dazu viele Parallelen sowohl bei Puschkin als auch bei Hoffmann gibt.
Alexander Puschkin lebte von 1799 bis 1837. Er entstammt einem alten russischen Adelsgeschlecht, wurde in Moskau geboren und starb in St. Petersburg. Er bewegte sich sowohl am Zarenhof als auch in den revolutionären Zirkeln, die den Dekabristen nahe standen. Es war jedoch typisch für Puschkin, dass er für viele Meinungen und Ideen ein Interesse zeigte, das was ihm nützlich und wahr erschien für sich herauszog, sich aber auf keine politische oder ästhetische Seite endgültig festlegte. Puschkin wird oft als romantischer Dichter bezeichnet. Die ursprünglich westeuropäische Trennung von Klassizismus und Romantismus lässt sich nicht eins zu eins auf die russische Dichtung übertragen, weshalb die tatsächliche Einordnung Puschkins unter diese Kategorien schwer fällt. In seinen späteren Werken, vor allem in seinen Erzählungen, ist eine Tendenz zum Realismus zu erkennen. Ernst Theodor Wilhelm (Amadeus) Hoffmann wurde 1776 in Königsberg geboren und starb 1822 in Berlin. Er ging aus einer Juristenfamilie hervor, bekam selbst eine juristische Ausbildung und arbeitete die meiste Zeit seines Lebens, neben seiner künstlerischen Tätigkeit, in juristischen Berufen. Musik spielte eine große Rolle im Leben und Schaffen Hoffmanns. Er komponierte und arbeitete sogar eine Zeit lang als Kapellmeister. Außer in Königsberg und Berlin lebte Hoffmann in Posen, Leipzig und Dresden, bewegte sich also hauptsächlich im Osten Deutschlands. ETA Hoffmann gilt als einer der Hauptvertreter der deutschen Romantik. Wir haben hier also zwei Dichter, die außer ihrer romantischen Konzeption und der Tatsache, dass sie etwa zur gleichen Zeit lebten, nicht viel gemeinsam haben. Der eine ist ein musikbegeisterter Jurist, der andere Aristokrat; der eine schrieb ausschließlich in Prosa, während der andere erst zum Ende seines Schaffens hin die Prosa für sich entdeckte. Puschkin ist noch stark vom Klassizismus geprägt, während Hoffmanns Werk als ausschließlich romantisch bezeichnet werden kann.

Beide schrieben jedoch Kunstmärchen und bedienten sich dabei unter anderem orientalischer und orientalisierender Motive und Verfahren. Für die Erschließung dieser beiden europäischen Dichter und ihrem Verhältnis zum Orient und Orientalismus und damit zu ihrer eigenen Kultur und ihrem Werk könnte es fruchtbar sein sie miteinander unter dem Aspekt orientalischer und orientalisierender Elemente in ihrer Arbeit zu vergleichen.

2 Märchen vom Zaren Saltan, von seinem Sohn, dem berühmten, mächtigen Recken Fürst Gwidon Saltanowitsch, und von der wunderschönen Schwanenprinzessin

Im „Märchen vom Zaren Saltan“ 4 wird eine Dichotomie von Ost und West aufgemacht. Das Bemerkenswerte daran ist jedoch, dass sie zwar voneinander unterschieden werden aber auf vielfältige Weise miteinander verbunden sind und manchmal sogar fließend ineinander übergehen. Orientalische oder orientalisierende Elemente haben in diesem Märchen demnach zwei unterschiedliche Funktionen. Zum einen bilden sie Unterscheidungsmerkmale für „den Osten“ und andererseits tragen sie dazu bei, dem Werk das Wunderbare und Märchenhafte zu verleihen.

2.1 Dichotomie Ost/West

Das Märchen beginnt im Reiche des Zar Saltan. Schon die Bezeichnung „Zar Saltan“ ist an sich eine merkwürdige Hybride. „Zar“ ist seit dem 16. Jh. die Bezeichnung für einen russischen Herrscher. Saltan ist jedoch ein Name turksprachigen Ursprungs und hat die gleiche Bedeutung wie das Wort Sultan, nämlich ebenfalls „Herrscher“.5 Puschkin beendete dieses Märchen im Jahre 1831.6 In einer früheren Fassung desselben figuriert ein türkischer Herrscher namens „Sultan Sultanovic“. Demnach ist es sehr wahrscheinlich, dass es sich bei Zar Saltan um einen türkischen Sultan handelt.7

Im Reich des Zar Saltan haben sich eines Abends drei Schwestern versammelt um Wolle zu spinnen, ein typisch Beschäftigung für junge russische Mädchen an dunklen Winterabenden. Sie sitzen am Fenster und erzählen einander, was sie tun würden, wenn sie Frau des Zaren werden würden. Die jüngste von ihnen sagt, dass sie dem Zaren einen Recken gebären würde. Zufällig steht Zar Saltan am Fenster und belauscht das Gespräch. Die Antwort der dritten Schwester hat ihm gefallen und er möchte sie zur Frau nehmen. Die anderen beiden nimmt er ebenfalls mit an den Hof und lässt die eine in der Küche arbeiten und die andere als Weberin. Die Tatsache, dass er die beiden älteren Schwestern ebenfalls mit an seinen Hof nimmt und sie im Verlauf der Geschichte einen großen Einfluss auf ihn gewinnen und sogar neben seinem Thron sitzen, deutet auf einen orientalisch-islamischen Kontext hin. Man kann vermuten, dass Saltan diese beiden ebenfalls zu Frauen genommen oder zumindest seinem Harem angegliedert hat.8

[...]


1 http://gutenberg.spiegel.de/etahoff/goldtopf/goldtopf.htm (03.09.2005)

2 http://gutenberg.spiegel.de/puschkin/maerchen/saltan.htm (01.09.2005)

3 Tausend und eine Nacht. C.H. Beck. München. 8. Aufl. 2005.

4 http://gutenberg.spiegel.de/puschkin/maerchen/saltan.htm (01.09.2005)

5 http://www.rusfam.ru/?part=show&descid=00001930&surname=%FF%FE%EA%F0%FE%EC%ED%E1 (01.09.2005)

6 http://litrossia.ru/archive/152/history/3827.html (01.09.2005)

7 http://ronkinv.narod.ru/salt.htm (01.09.2005)

8 http://ronkinv.narod.ru/salt.htm (01.09.2005)


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