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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 1997, 13 Pages
Author: Thomas Springub
Subject: German Studies - Literature of History, Eras
Details
Institution/College: Carl von Ossietzky University of Oldenburg (Germanistik)
Tags: Literatur, Epoche, Lustspiel, Vernunft
Year: 1997
Pages: 13
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-14542-8
ISBN (Book): 978-3-640-39611-5
File size: 174 KB
Meine schwerste Aufgabe (subjektiv). Steckt deshalb auch die meiste Arbeit drin.
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Abstract
Eine Semesterarbeit, die zu folgendem Schluss kommt: Um ein abschließendes Urteil über diese Gattung der Komödie zu geben möchte ich Karl HOLL zitieren, welcher sagt: „ Alle diese Betrachtungen zeigen uns, daß die Rührkomödie zwar kein bedeutendes Lustspiel innerhalb der deutschen Literatur hervorbringt, daß sie aber als Spiegelung einer empfindsamen Zeit voll folgereicher sozialer Entwicklungen unverlöschlichen kulturhistorischen Wert besitzt.“ Hier wollte er vielleicht auch darauf anspielen, daß das rührende Lustspiel eine wichtige Rolle in der Entwicklung des bürgerlichen Trauerspiels inne hatte, denn bereits in der weinerlichen Komödie wurden Standesschranken übergangen und etwas `trauriges´ für das Bürgertum geboten.
Excerpt (computer-generated)
Das rührende Lustspiel - Empfindsame Selbstvergewisserung
verdrängt vernunftgetriebenes Verlachen
von Thomas Springub
Inhaltsverzeichnis
1. Herkunft, Einflüsse, Entstehung 3
1.1 Europäische Vorbilder 3
1.2 Anfänge und Entwicklung in Deutschland 3
1.3 Zusammenhang zur sozial-politischen Situation 4
2. Grundzüge, Eigenschaften, Hauptvertreter 5
2.1 Allgemeiner Charakter und Hauptvertreter 5
2.2 Themen, Sprache, Personen 6
3. Kritik und Verteidigung 7
3.1 CHASSIRON vs. GELLERT 8
4. Schluß 11
Literaturverzeichnis 12
1. Herkunft, Einflüsse, Entstehung
1.1 Europäische Vorbilder
Als sich in Deutschland die sächsische Typenkomödie entwickelte, war in England und Frankreich bereits eine andere Form der Komödie entstanden. Bereits zu Beginn des Jahrhunderts hatte sich in England die sentimental comedy herausgebildet. Autoren wie ADDISON, STEELE oder CIBBER hatten die Bühne zu einer Art Kanzel gemacht, von der sie das Bürgertum predigtartig auf die Wichtigkeit der Tugenden aufmerksam machen wollten. Richard STEELE (1672-1729) beschrieb z.B. in seiner Komödie "The Tender Husband" (1705) eine glücklich und zufriedene Familie mit einem positiv erscheinendem, herzlich-`zärtlichen´ Vater, und nicht etwa die lächerliche Darstellung eines `verweichlichten´ Ehemannes.
Auch Frankreich hatte Vorreiter für die Entwicklung einer neuen Gattung in Deutschland. Bereits bei Pierre de MARIVEAUX (1688-1763) kann man genaue Analysen der Personen in positiver Form finden - im Gegensatz zur Verlachkomödie. Auch in den Komödien von DESTOUCHES, der die sentimental comedy während eines Englandaufenthaltes kennengelernt hatte, gibt es eher moralisch vorbildliche Handlungen und Personen als Lasterhaftes. Selbst VOLTAIRE ließ in seine Stücke "Enfant Prodigue" und "Nanine" Gefühlsregungen mit einfließen. Den Durchbruch der neuen Gattung Comédie larmoyante gab es durch Pierre Claude Nivelle DE LA CHAUSSÉE, der in den 30er und 40er Jahren fünf erfolgreiche Komödien dieser Art schrieb: "La Fausse Antipathie" 1733, "Le Préjuge à la Mode" 1735, "L`Ecole des Amis" 1737, "Mélanide" 1741 und "Pamela" 1743. DE LA CHAUSSÉE und andere machten die Comédie larmoyante in Frankreich zur führenden Gattung im Theater zwischen 1730 und 1740.
1.2 Anfänge und Entwicklung in Deutschland
Wie auch in England und Frankreich enstand das weinerliche oder rührende Lustspiel in Deutschland nicht plötzlich, sondern seine Elemente tauchten immer öfter in satirischen Typenkomödien auf und wurden außerdem von verschiedenen Literaten gefordert.
Adam Daniel RICHTER spricht in seinen "Regeln und Anmerkungen über die lustige Schaubühne", welche 1741 im 7. Band Gottscheds "Critischer Beyträge" erschienen, als erster in Deutschland von einer "tugendhaften Komödie, [welche eine] innerliche, angenehme Bewegung des Gemüths über die empfundenen Vollkommenheiten [bewirken solle]". Johann Elias SCHLEGEL meinte, daß auch leidenschaftliche Stoffe zu den Inhalten der Komödie gehören sollten. In seinen "Gedanken zur Aufnahme des dänischen Theaters" (1747) erwähnt er fünf Dramentypen, wobei sich eine dadurch von den anderen unterscheidet, daß seine Handlungen "theils die Leidenschaften, theils das Lachen erregen", und weiter begründet er: "[...] die allerschönste Ausführung der Charaktere ist vergeblich, wenn dadurch nur der Verstand, und nicht zugleich das Herz eingenommen wird".
[...]
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