Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Termpaper, 2006, 17 Pages
Author: Konstantin Karatajew
Subject: Philosophy - General Essays, Eras
Details
Tags: Prinzip, Philosophie, absolut, Metaphysik
Year: 2006
Pages: 17
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 6 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-73022-8
ISBN (Book): 978-3-638-76946-4
File size: 223 KB
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Das Absolute ist das höchste Prinzip in der Philosophie und findet sich bei Platon als die Idee wieder, in der christlichen Philosophie als Gott und bei Schopenhauer als der Wille, das allem Sein zugrunde liegt. Das Absolute ist ein Gegenstand der Metaphysik. Die Metaphysik basiert auf der Annahme, dass der menschliche Verstand die wahre Wirklichkeit erkennen und zum Urgrund des Seins intellektuell vordringen kann. Alle Philosophien vom Absoluten sind deshalb Metaphysiken, und so beginne ich diese Untersuchung über die Entwicklungsgeschichte des Gedankens vom absoluten Prinzip mit einer Darstellung der Metaphysik, ihrer Möglichkeiten und ihrer Grenzen. Aristoteles postuliert die Metaphysik als eine Wissenschaft. Die fundamentalste Kritik an der Metaphysik ist also eine Kritik an deren Wissenschaftlichkeit. Diese Kritik bringt Karl Popper vor. Die Sätze der Metaphysik sind nicht falsifizierbar, d.h. es gibt keine theoretisch vorstellbare Bedingung, bei welcher ein Satz wie „Totus est ratio“ falsch wäre. Eine weitere Metaphysikkritik ist die Kritik an der Gegenstandlosigkeit dieser Disziplin der Philosophie: nach Kant befinden sich die Gegenstände der Metaphysik außerhalb des Bereichs möglicher Erkenntnis, nach der Auffassung der modernen Naturwissenschaft und des Marxschen Materialismus existieren diese Gegenstände überhaupt nicht. Metaphysik ist heute zu einer Privatsache geworden, und die letzte Frage, der ich mich widmen werde, ist die Frage, ob sie sich für das persönliche Leben eher vorteilhaft oder nachteilig auswirkt.
Excerpt (computer-generated)
Universität Hannover
Philosophisches Seminar
SoSem 2006
Modulprüfungsarbeit
Das absolute Prinzip in der europäischen Philosophie
von
Konstantin Karatajew
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die Metaphysik 3
2.1. Was ist Metaphysik? 3
2.2. Historische Betrachtung der Metaphysik 4
2.3. Kritik an der Metaphysik 6
3. Das absolute Prinzip in der europäischen Philosophie 6
3.1. Vom Animismus zum abstrakten absoluten Prinzip 6
3.2. Hellenismus und Christentum: Gott als absolutes Prinzip 8
3.3. Nachchristliche Metaphysik: Rationalismus und Idealismus 10
4. Das Gottesbild in der europäischen Philosophie 11
4.1. Scholastik: christlicher Gott, hellenistisches Prinzip 11
4.2. Der Universalienstreit und die theologische Wende nach Ockham 12
4.3. Überwindung Gottes: die atheistische Philosophie 14
5. Schlusswort: Das Absolute heute- hat die Metaphysik eine Zukunft? 15
6. Literaturverzeichnis 17
1. Einleitung
„absolut, zu lat. absolutus >abgelöst< (gr. Apolytos), mit den Bedeutungen: in sich abgeschlossen, vollständig, vollkommen; von nichts anderem abhängig, für sich bestehend, keiner näheren Bestimmung bedürftig, unbedingt, uneingeschränkt. Das Absolute bez. Das, was als von keiner Bedingung abhängig gedacht wird...“1.
Das Absolute ist das höchste Prinzip in der Philosophie und findet sich bei Platon als die Idee wieder, in der christlichen Philosophie als Gott und bei Schopenhauer als der Wille, das allem Sein zugrunde liegt.
Das Absolute ist ein Gegenstand der Metaphysik. Die Metaphysik basiert auf der Annahme, dass der menschliche Verstand die wahre Wirklichkeit erkennen und zum Urgrund des Seins intellektuell vordringen kann. Alle Philosophien vom Absoluten sind deshalb Metaphysiken, und so beginne ich diese Untersuchung über die Entwicklungsgeschichte des Gedankens vom absoluten Prinzip mit einer Darstellung der Metaphysik, ihrer Möglichkeiten und ihrer Grenzen.
2. Die Metaphysik
2.1. Was ist Metaphysik?
Aristoteles bestimmt die Metaphysik als eine theoretische Wissenschaft von der ersten Ursache des Seienden. So schreibt er: „Denn wer das Erkennen um seiner selbst willen wählt, der wird die höchste Wissenschaft am meisten wählen, dies ist aber die Wissenschaft des im höchsten Sinne Erkennbaren, im höchsten Sinne erkennbar aber sind das Erste (Prinzipien) und die Ursachen; denn durch diese und aus diesen wird das übrige erkannt, nicht aber aus dem Untergeordneten“2. Die Wissenschaft, die die Prinzipien und die Ursachen von allem Seienden untersucht ist für Aristoteles die Höchste in der Hierarchie der Wissenschaften.
Die Sammlung der Schriften des Aristoteles über die höchste Wissenschaft erhält die Bezeichnung „Metaphysik“ vom Redaktor Andronikos3. Später etabliert sich die Bezeichnung „Metaphysik“ für eine spekulative Philosophie von den ersten Ursachen des Seienden. In der Neuzeit untersucht die „allgemeine Metaphysik“ das Seiende als Seiendes, die „spezielle Metaphysik“ beschäftigt sich mit Gott, der Seele und den weltlichen Dingen. Die „allgemeine Metaphysik“, die höchste Wissenschaft des Aristoteles, erhält im 17.Jh. den Namen „Ontologie“4.
2.2. Historische Betrachtung der Metaphysik
In der Antike wird die Metaphysik unter dem Namen „Epoptie“ geführt. Schmidinger schreibt: „Der Begriff „Epoptie“ stammt aus der Mysteriensprache und bezeichnet das Erfassen „vollkommener, einfacher, unbewegter und seliger Erscheinungen“ (Phdr. 250c; Symp. 210a). Bei Platon beziehen sich diese Erscheinungen auf die fundamentalsten Bestimmungen und tiefsten Ursachen der Wirklichkeit, d.h. auf die höchste Idee (des Guten und des Schönen) sowie auf das Göttliche“5. Die platonische Ideenlehre ist das erste metaphysische System in der europäischen Philosophie, aber die Metaphysik selbst als eine spekulative Philosophie vom Seienden als Seiendem beginnt mit den Vorsokratikern, wobei Heraklit und Parmenides besonders zu erwähnen sind- die platonische Ideenlehre schöpft vielfach aus den Gedanken des Parmenides, und Heraklit ist der Begründer der Dialektik- er sagt, alles sei ununterbrochen in Veränderung, welche sich durch ein Wechselspiel von Gegensätzen vollziehe6.
Die aristotelische Metaphysik mit ihrer Lehre von der ersten und zweiten Substanz sowie der Kategorienlehre gilt bis ans Ende der Antike und später im Mittelalter, als die Schriften des Aristoteles im christlichen Abendlang wieder entdeckt werden. Thomas von Aquin bemüht sich um eine Synthese der Lehren der Bibel und der Kirchenväter mit der Philosophie des Aristoteles, um den im 12.Jh. durch die frühen Nominalisten Abaelard und Roscelin entbrannten Universalienstreit mit der scholastischen Methode zu lösen. Der Sieg der späten Nominalisten Duns Scotus und Wilhelm von Ockham im Universalienstreit bedeutet zunächst ein Ende der Metaphysik, bis Descartes diese im 17.Jh. neu begründet.
Aristoteles begründete die Metaphysik von Außen, durch die Betrachtung der Dinge der Welt, Descartes begründet sie von Innen, vom Verstand her. Er zweifelt zunächst an der Existenz ihn umgebenden Dinge, an seinen Wahrnehmungen und gar an der Existenz der Außenwelt, bis er an einen Punkt gelangt, den er nicht mehr anzweifeln kann- an seinen Zweifel. Zweifelte man daran, dass man zweifelt, würde man sich selbst widersprechen.
[....]
1 Wörterbuch der philosophischen Begriffe. Hamburg: Meiner, 1998, S.6
2 Aristoteles- Philosophische Schriften. Band 5. Hamburg: Meiner, 1995. S.5f.
3 vgl. Schupp, Franz: Geschichte der Philosophie im Überblick. Band 1. Hamburg: Meiner, 2003. S. 303
4 vgl. Schmidinger, Heinrich: Metaphysik. Ein Grundkurs. Stuttgart: Kohlhammer, 2000. S.17.
5 Ebd.,S.14.
6 vgl. Skirbekk, Gunnar / Gilje, Nils: Geschichte der Philosophie. Band 1. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1993. S. 24f.
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Drei Philosophien der Antike
Author: Nadine ZasinskiPhilosophy - Philosophy of the Ancient World, 2002 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Mysterienkulte in der Zeit der Severer
Author: M.A. Marion NäserHistory - Early and Ancient History, 2000 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Religionsphänomenologie
Author: Jens KanyTheology - Systematic Theology, 2007 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Traditionelle und kritische Theorie - In: Horkheimer; Gesammelte Schriften, Bd.4.
Author: Sebastian MuthigSociology - Classics, Basics and Theoretical Directions, 1999 Download as PDF-file for 17,99 EUR
Ikonoklasmus - Eine Aufarbeitung des byzantinischen Bilderstreits in Korrespondenz zum Bildersturm in der Reformation
Author: Markus GentnerGerman Studies - Miscellaneous, 2005 Download as PDF-file for 8,99 EUR
Das Arbeitszeugnis
Author: Anna BadstübnerGerman Studies - Linguistics, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Der Club Dumas und sein Weg durch die Neun Pforten
Author: Natacha OlbrichGerman Studies - Comparative Literature, 2002 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Wozu Politikwissenschaft - Sinn und Nutzen einer Disziplin
Author: Eva ThielPolitics - Didactics, Political Education, 2003 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Der psychoanalytische Ansatz von Erik Homburger Erikson
Author: Janina TatanSociology - Children and Youth, 2005 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Der Kult des Sol und Sol Invictus - Entwicklung und Funktion des Kultes bis Kaiser Aurelian
Author: Bachelor Nicole BischoffHistory - Early and Ancient History, 2006 Download as PDF-file for 7,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: