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Analyse des Romans Candide und des Dictionnaire philosophique unter dem Aspekt der Einstellung Voltaires zur Sklaverei

Termpaper, 1999, 13 Pages
Author: M.A. Marion Näser
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Event: MS Sklaverei und Aufklärung in der Literatur des 18. Jh.s , SS 1999
Institution/College: University of Marburg (Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien)
Tags: Voltaire Candide Sklaverei
Category: Termpaper
Year: 1999
Pages: 13
Grade: 1
Language: German
Archive No.: V7237
ISBN (E-book): 978-3-638-14555-8

File size: 168 KB


Excerpt (computer-generated)

Analyse des Romans Candide und des Dictionnaire philosophique
unter dem Aspekt der Einstellung Voltaires zur Sklaverei

von Marion Näser


Inhaltsverzeichnis

1. Sklaverei im Roman "Candide oder Der Optimismus

1.1 Zum Inhalt
1.2 Intention des Romans
1.3 Erzählerische Mittel im "Candide"
1.4 Die Rolle der Sklaverei

2. Voltaire zum Thema der Sklaverei im Dictionnaire philosophique

2.1 Woher kommt die Sklaverei?
2.2 Voltaires Einstellung zur Sklaverei

Fazit

Literaturverzeichnis

1. Sklaverei im Roman "Candide oder Der Optimismus"

1.1 Zum Inhalt

Der "Candide", Voltaires bekanntestes Werk, erschien 1759.
Die Geschichte beginnt im idyllischen Schloß eines Barons, wo der junge, naive Candide von dem Philosophen Pangloß erzogen wird. Dieser propagiert die Lehre von der besten aller Welten, die v.a. von Leibnitz vertreten wird und besagt, daß die Welt ein komplexes System darstelle, in dem alles auf das Beste eingerichtet sei; auch das vordergründig Schlechte, das Verbrechen und das Unglück gehören zu dieser vollkommenen Harmonie; wenn auch nur ein Element anders aussähe, bräche das System zusammen, und es käme eine wesentlich schlechtere Welt zustande als diejenige, die momentan existiert. Alles Geschehen zielt auf einen guten Zweck hin. Diese Lehre von der besten aller Welten wird nun im Candide mit der grausamen Realität konfrontiert.
Voltaire läßt seinen Candide, einen ahnungslosen Jüngling, der ein wenig dem Simplicius Simplicissimus ähnelt, staunend durch die für ihn in ihrer Brutalität fremdartige Welt stolpern. Der Charakter der Hauptfigur korrespondiert mit seinem Namen: Candide bedeutet auf französisch der Arglose, Leichtgläubige.
Die Fährnisse, denen Voltaire Candide und auch die anderen Personen dieses philosophischen Romans aussetzt, führen die Theorie ad absurdum; Unglück, Elend und Grausamkeit herrschen in der Welt und werden von Voltaire satirisch geschildert. Candide wird wegen verliebter Vertraulichkeiten mit der Tochter des Hauses aus dem Schloß gejagt, gerät in das Erdbeben von Lissabon (Gegenbeispiel für die beste aller Welten), er entkommt mit Mühe einem Autodafé, erlebt Krankheit und Schiffbruch, gerät in die Hände von Piraten und muß sich an die Alltäglichkeit von Diebstahl, Vergewaltigung und Mord gewöhnen. Candide kommt bei seinen Abenteuern durch viele Länder, und überall erlebt er nur, daß Menschen anderen Menschen Schlechtes tun.
Der Roman hat dennoch ein Happy-end, in dem sich alle Hauptpersonen wiederfinden, ein gemeinsames Leben beginnen und zu dem Schluß kommen, daß man nicht über die Grausamkeit der Welt philosophieren solle, sondern daß die einzige Möglichkeit, diese Welt zu ertragen, die Arbeit sei.

1.2 Intention des Romans

Der Roman nennt sich "Candide oder Der Optimismus"; in der Tat werden hier verschiedene optimistische philosophische Thesen diskutiert und durch die Fakten der Romanhandlung widerlegt.
Der Roman wendet sich hierbei gegen die von der Aufklärung propagierte optimistische teleologische Kosmologie, die Lehre von der besten aller Welten - auf der Widerlegung dieser Lehre durch die dargestellte Realität liegt der Hauptakzent des Romans. Im Rahmen der Argumentation gegen diese Kosmologie wird aber auch der Optimismus Rousseaus kritisiert, der annahm, der Mensch sei von Natur aus gut; diese Theorie wird entkräftet anhand der Darstellung unzähliger Greueltaten, zu denen Menschen fähig sind . Voltaire zeigt im "Candide" immer wieder, daß auch christliche Würdenträger solche Grausamkeiten begehen und greift dadurch auch seinen Erzfeind, die Kirche, an.

[...]


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