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Scholary Paper (Seminar), 2004, 10 Pages
Authors: Peter Liptau, David Kiefer
Subject: Art - Art Theory, General
Details
Institution/College: University Karlsruhe (TH) (Institut für Kunstgeschichte)
Tags: Sandro, Botticelli, Primavera, Grundlagen, Kunstwissenschaft
Year: 2004
Pages: 10
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 5 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-63532-5
File size: 74 KB
Beschreibung über Sandro Botticellis Primavera, Geschichte, Aufstellungsort etc.
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Excerpt (computer-generated)
Universität Karlsruhe (TH), Institut für Kunstgeschichte
PS, GK: Grundlagen der Kunstwissenschaft
Wintersemester 2004/05
Sandro Botticelli, Primavera
von: Peter Liptau und David Kiefer
In der Seminarsitzung vom 2. Dezember 2004 behandelten der Dozent und die Seminarteilnehmer/innen Sandro Botticellis Allegorie „La Primavera“ (Der Frühling) von 1482. Die Literatur ist sich in Hinsicht auf das Entstehungsjahr nicht ganz einig. Es lassen sich auch Hinweise darauf finden, dass „La Primavera“ 1477/78 für Pierfrancesco de’ Medicis Villa in Castello geschaffen wurde. Heute findet man das Gemälde in der Galleria degli Uffizi in Florenz. Es hat eine monumentale Größe von 203 x 314 cm und wurde mit Tempera auf Holz gemalt.
Botticelli (eigentlich Alessandro di Mariano del Filipepi), geboren 1444, gestorben 1510, wurde von seinem Bruder Antonio, einem Vergolder, aufgezogen. In diesem Metier machte er dann schließlich auch eine Ausbildung als Goldschmied. Die Anmut seiner Madonnendarstellungen brachte ihm rasch Bekanntheit ein. In den Figuren seiner Bilder gab er oft der schönen Form und der schönen Konturlinie den Vorzug vor der realistischen Genauigkeit.
Bei der ersten Betrachtung des Bildes „La Primavera“ im Ganzen fällt zunächst die Venus im Zentrum der Raumbühne unter der gewachsenen Arkatur auf. Die helle Venus tritt mit einer beruhigend wirkenden Geste aus dem dichten und dunklen Grün des Gebüsches hervor. Hinter diesem Gebüsch ist der helle Himmel zu sehen. Diese wechselnde Abfolge von Hell und Dunkel in der Allegorie findet sich auch in den frühen florentinischen Werken Leonardo Da Vincis wieder.
Der römischen Venus entspricht als Göttin der Liebe und Schönheit in der griechischen Mythologie Aphrodite. Venus wendet hier ihren Blick, den Kopf geneigt, zum Betrachter. Sie deutet mit der rechten Hand in einer Art Zeigegeste auf die vom Betrachter aus linkerhand befindlichen drei Grazien. Diese heben sich, wie alle Figuren in dem Bild, durch ihre helle Kleidung, merklich vom dunklen Hintergrund ab. Statt der kräftigen Buntheit, welche die Malerei in der Frühzeit des Jahrhunderts kennzeichnete, verwendet Botticelli zurückhaltende, gedämpfte Farben.
Wo er scheinbar antike Motive zitiert wie in der Gruppe der drei Grazien am linken Bildrand, greift er nicht unmittelbar auf das Altertum zurück, sondern auf Ghibertis Paradiestür (Gruppe der Dienerinnen im Jacob-Esau-Relief) am Florentiner Baptisterium, direkt vor dem Dom. Im Gegensatz zu den sonst bekannten Venusdarstellungen (vgl. u.a. Sandro Botticelli, Die Geburt der Venus, um 1485-86, 175x280 cm, Uffizien in Florenz), in denen sie stets unbekleidet dargestellt wird trägt sie hier ein farbiges Gewand. Eine weitere bekleidete Venus findet man in Botticellis „Giovanna degli Albizzi vor Venus und den Grazien“(1486-1490, Paris, Louvre). Auf ihrer Brust trägt sie ein Medaillon, auf welchen eine Mondsichel abgebildet ist. Die Kette, an der das Medaillon hängt ist mit Rubinen besetzt.
Die drei Grazien zu ihrer Rechten führen eine Art Reigentanz auf, die Hände in der Luft zusammengeführt. Diese drei im Tanz gleichermaßen verflochtenen Grazien stellen ein Abbild von Heiterkeit und Eintracht dar. Alle drei tragen ein leichtes durchschimmerndes Gewand. Dieser Reigentanz der drei Grazien wird im Engelsreigen in Sandro Botticellis „Mystische Geburt“ um 1500, heute in der National Gallery London zu sehen, wieder aufgenommen.
Durch die dünnen, transparenten Schleier der Grazien entsteht für den Betrachter ein verführerisches, raffiniertes Formenspiel. Botticelli nutzt bei dieser Allegorie die Technik der flämischen Meister. Er verzichtet auf die deckende, gefirnisste Tempera. Dafür trägt er die Farbe, mit Leinöl als Bindemittel, in mehreren Schichten übereinander auf. Dies bewirkt, dass die untere Farbe durchschimmert, und der Eindruck eines transparenten Kleidungsstückes erzeugt wird.
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