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"Denken im Wandel" - das Drei-Stadien-Gesetz Auguste Comtes

Termpaper, 2005, 37 Pages
Author: Carolin Lohre
Subject: Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)

Details

Event: Positivismus
Institution/College: University of Paderborn
Tags: Denken, Wandel, Drei-Stadien-Gesetz, Auguste, Comtes, Positivismus
Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 37
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V72477
ISBN (E-book): 978-3-638-63412-0

File size: 311 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Paderborn
Vorlesung: Einführung in Positionen des Positivismus
WS 2005/06

Hausarbeit

„Denken im Wandel“ –
das Drei-Stadien-Gesetz Auguste Comtes

von

Carolin Lohre

Lehramt GymGes
(Spanisch, Philosophie/Praktische Philosophie)
1. Semester

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort – Warum Auguste Comte und der Positivismus?  2

2. Einleitung – Aufbau der Arbeit  4

3. „Niemand besitzt ein Recht außer dem, immer seine Pflicht zu tun.“ – Biografie Auguste Comtes  6

4. „Sehen, um vorauszusehen, so lautet der Spruch der wahrhaften Wissenschaft.“ – Grundgedanken der Philosophie Comtes  10

5. Das Gesetz der Geistesentwicklung der Menschheit – oder – Das Drei-Stadien-Gesetz  15
5.1  Das theologische oder fiktive Stadium  17
5.1.1 Phase 1 - Der Fetischismus  18
5.1.2 Phase 2 - Der Polytheismus  19
5.1.3 Phase 3 - Der Monotheismus  20
5.2  Das metaphysische oder abstrakte Stadium  21
5.3  Das positive oder reale Stadium  23

6. Die Bedeutung des Drei-Stadien-Gesetzes  29

7. Kritik an der Comteschen Philosophie des Drei-Stadien-Gesetzes  31

8. Resümee  34

Literaturverzeichnis  36

 

 

1. Vorwort – Warum Auguste Comte und der Positivismus?

Neuigkeiten, Neues, Veränderung – dies sind Schlagwörter, die vor allem in unserer modernen Zeit nur allzu vertraut erscheinen. Immer schnelllebiger, immer durchgeplanter verbringen wir offensichtlich unser Dasein; der soziale Wandel, Entwicklungen allgemein vollziehen sich wie selbstverständlich. Doch Neues kann die Dinge wirklich ändern oder vielleicht auch nur unsere Wahrnehmung davon.

Auch die Ergebnisse und Erkenntnisse unserer heutigen Wissenschaften werden immer präziser und geben immer mehr Aufschluss über die Phänomene, die der Menschheit zu Teil werden und seit je her ihr Interesse wecken, angetrieben durch das natürliche Bedürfnis die Welt ergründen und verstehen zu wollen, zu wissen wohin die gesellschaftliche Entwicklung gehen wird.

Auch der französische Soziologe, Philosoph und Mathematiker Auguste Comte strebte Zeit seines Lebens nach Erkenntnis der Gesetzmäßigkeiten der Welt und ging dabei von den Theorien der Wissenschaften als Grundlage seiner Überlegungen aus. Er beschäftigte sich wie kein anderer mit der Dynamik der Gesellschaft, welche er mit Veränderungen im Denken der Individuen erklärte, schließlich auch einen relativen Endzustand der Zivilisation vorauszusagen wusste.

Neben der Tatsache, dass er als erster Soziologe den Begriff „Soziologie“ 1839 tatsächlich gebrauchte, also –wie Fuchs-Heinritz treffend feststellte – „am unbescheidenen Anfang der Soziologie“1 steht, gilt er als der wichtigste Mitbegründer und Vertreter, ja als Inbegriff des Positivismus. Die Bezeichnung lässt sich zwar bereits bei Saint-Simon finden, doch war es Comte, der dieser breiten Strömung des 19. und 20. Jahrhunderts die wichtigste Prägung verlieh und den Begriff schließlich zum Merkmal einer ganzen philosophischen Richtung werden ließ.

Sowohl in erkenntnistheoretischer als auch in geschichtsphilosophischer Hinsicht kommt es im Positivismus zu gemeinsamen Annahmen. Der erkenntnistheoretische Grundsatz besteht darin, dass nur die „Erfahrungswissenschaften“ Einsichten erlangen können.2 Auf der Basis ihrer Erkenntnisse sieht sich die Philosophie dazu verpflichtet, die Ergebnisse zu strukturieren und zu generalisieren,3 d. h. sie soll die Feststellungen harmonisch in Einklang bringen und zu einer ganzheitlichen Einheit zusammenfügen, die ein umfassendes Verständnis der beobachtbaren Phänomene erlaubt. Das positiv Gegebene bzw. die positiven Befunde der Naturwissenschaft sind also ausschlaggebend, werden unter zuvor festgelegten Bedingungen als Nachweis einer Theorie gewertet.

Das Faktische wird auch in Bezug auf die Geschichtsentwicklung zum Ausgangspunkt: der Positivist geht davon aus, dass sie einer Gesetzmäßigkeit folgt und in absehbarer Zukunft die menschliche Gesellschaft von Aufklärung sowie Humanität beherrscht sein wird.4 

So wird dies auch zum Bestreben Auguste Comtes, der wie kein anderer den Positivismus durch Institutionalisierung politisch zu etablieren versuchte. Von seinen Anhängern temporär zu einem globalen, raum- und zeitlosen Religionsersatz erhoben, entstanden im Verlaufe des 19. Jahrhunderts immer wieder einige Streitigkeiten und schließlich wurde mit der Überwindung des Positivismus in der Philosophie auch Auguste Comte nur noch Geringschätzung entgegen gebracht.

Trotz dessen ist es unumstritten, dass dieser Denker erheblichen Einfluss auf die Entwicklung in der Philosophie genommen und wichtige Denkanstöße, insbesondere in Bezug auf Überlegungen anderer Philosophen gegeben hat.

Auch ich möchte mich in dieser Arbeit dem „Klassiker“ Comte und einer seiner Theorien widmen, aus persönlichem Interesse sowie aktuellen Gründen.

2. Einleitung – Aufbau der Arbeit

Nachdem das persönliche Interesse meinerseits und die Bedeutsamkeit der Erforschung von Auguste Comte im Kontext der fortwährenden Präsenz seiner Überlegungen, sowie Einflussnahme auf philosophische Entwicklungen erläutert wurde, soll nun auf den Aufbau der nachfolgenden Arbeit hingewiesen werden:

Da die geschichtlichen und gesellschaftlichen Faktoren sowie die persönlichen Erlebnisse sich in Comtes Werken niedergeschlagen haben, soll zunächst einmal eine kurze Darstellung seines Lebens erfolgen, in der die wichtigsten Ereignisse als auch Werke des Philosophen aufgeführt werden, in denen Grundzüge seines philosophischen Denkens zum Ausdruck kommen.

[....]


1 Fuchs-Heinritz, Werner, Auguste Comte – le début prétentieux de la sociologie, Hagen : Fernuniversität 1997. S. 3.

2 vgl. Hügli, Anton/Lübcke, Poul (Hgg.), Philosophielexikon: Personen und Begriffe der abendländischen Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch 6. Aufl. 2005. S. 511

3 vgl. Hügli, Anton/Lübcke, Poul (Hgg.), Philosophielexikon: Personen und Begriffe der abendländischen Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch 6. Aufl. 2005. S. 511

4 vgl. ebd.


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