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Seminararbeit, 2007, 18 Seiten
Autor: Julia Lubierski
Fach: Skandinavistik
Details
Institution/Hochschule: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Institut für Vergleichende Germanische Philologie und Skandinavistik)
Tags: Moderne, Durchbruch, Skandinavien, Durchbruch, Moderne, Einführung, Studium, Literaturen
Jahr: 2007
Seiten: 18
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 24 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-62956-0
ISBN (Buch): 978-3-638-76954-9
Dateigröße: 162 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Einleitung Durch die neuen Ideen und Anschauungen, die die Autoren des Modernen Durchbruchs vertraten, veränderte sich innerhalb eines knappen Jahrzehnts „die Physiognomie der nordischen Literaturen ganz wesentlich“.1 Die vorliegende Arbeit möchte aufzeigen, welche Themen und Fragestellungen ab 1871, dem Jahr, in dem Georg Brandes mit seinen Empörung und Begeisterung gleichermaßen auslösenden Vorlesungen begann, den Literaturbetrieb bestimmten und wie sie zu jener wesentlichen Veränderung der literarischen Landschaft beitrugen. Um dies nachvollziehbar darzustellen, wird zunächst auf die Grundaussagen von Georg Brandes und die historische Entwicklung, die das Entstehen neuer Sichtweisen bewirkte, eingegangen. Es soll herausgestellt werden, in welchen Punkten sich die neue Strömung von der vorhergehenden unterschied und wie ihr Selbstverständnis als „Moderne Literatur“ aussah. Da die Freiheit des Individuums und insbesondere die Befreiung der Frau aus bestehenden Machtverhältnissen zentrale Motive des Modernen Durchbruchs waren, ist Henrik Ibsens Drama Et Dukkehjem als ausgesprochen sozialkritisches Stück, welches die Stellung der Frau, sowie das Geschlechterverhältnis thematisiert, gut als Untersuchungsgrundlage geeignet. Es soll an der Figur der Nora und deren Entwicklung innerhalb des Dreiakters herausgearbeitet werden, ob Et Dukkehjem als Werk des Modernen Durchbruchs gelesen werden kann und woran sich dieses zeigt. Abschließend soll auf die Form des zugrunde liegenden Textes eingegangen und versucht werden, einen Zusammenhang zwischen literarischer Form und vermitteltem Inhalt zu verdeutlichen. Aus den beiden Primärtexten Et Dukkehjem und Georg Brandes′ Hovedstrømninger i det 19 aarhundredes litteratur wird häufiger zitiert, so dass es sinnvoll erschien, direkt hinter den Zitaten im laufenden Text jeweils in Klammern den Kurztitel und die Seitenzahl aufzuführen (Et Dukkehjem, S. / Hovedstrømninger, S. ). Die vollständigen Literaturangaben zu allen Primär -und Sekundärtexten finden sich am Ende der Arbeit im Literaturverzeichnis, sowie in den Fußnoten.
Textauszug (computergeneriert)
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i.Br.
Institut für Vergleichende Germanische Philologie und Skandinavistik
Einführung in das Studium der Neueren Skandinavischen Literaturen
WS 2006 / 2007
Der Moderne Durchbruch in Skandinavien-
Durchbruch in die literarische Moderne?
von: Julia Lubierski
Inhalt
Einleitung 3
1) Georg Brandes und die Voraussetzungen für das Entstehen einer neuen Epoche 4
2) Die Frauenbewegung als zentrales Motiv im Modernen Durchbruch 7
3) Et Dukkehjem – ein Zeichen der Zeit ? 9
Schluss 15
Literaturverzeichnis 17
Primärliteratur 17
Sekundärliteratur 17
Nachschlagewerke 18
Einleitung
Durch die neuen Ideen und Anschauungen, die die Autoren des Modernen Durchbruchs vertraten, veränderte sich innerhalb eines knappen Jahrzehnts „die Physiognomie der nordischen Literaturen ganz wesentlich“.1
Die vorliegende Arbeit möchte aufzeigen, welche Themen und Fragestellungen ab 1871, dem Jahr, in dem Georg Brandes mit seinen Empörung und Begeisterung gleichermaßen auslösenden Vorlesungen begann, den Literaturbetrieb bestimmten und wie sie zu jener wesentlichen Veränderung der literarischen Landschaft beitrugen.
Um dies nachvollziehbar darzustellen, wird zunächst auf die Grundaussagen von Georg Brandes und die historische Entwicklung, die das Entstehen neuer Sichtweisen bewirkte, eingegangen. Es soll herausgestellt werden, in welchen Punkten sich die neue Strömung von der vorhergehenden unterschied und wie ihr Selbstverständnis als „Moderne Literatur“ aussah.
Da die Freiheit des Individuums und insbesondere die Befreiung der Frau aus bestehenden Machtverhältnissen zentrale Motive des Modernen Durchbruchs waren, ist Henrik Ibsens Drama Et Dukkehjem als ausgesprochen sozialkritisches Stück, welches die Stellung der Frau, sowie das Geschlechterverhältnis thematisiert, gut als Untersuchungsgrundlage geeignet. Es soll an der Figur der Nora und deren Entwicklung innerhalb des Dreiakters herausgearbeitet werden, ob Et Dukkehjem als Werk des Modernen Durchbruchs gelesen werden kann und woran sich dieses zeigt. Abschließend soll auf die Form des zugrunde liegenden Textes eingegangen und versucht werden, einen Zusammenhang zwischen literarischer Form und vermitteltem Inhalt zu verdeutlichen. Aus den beiden Primärtexten Et Dukkehjem und Georg Brandes′ Hovedstrømninger i det 19 aarhundredes litteratur wird häufiger zitiert, so dass es sinnvoll erschien, direkt hinter den Zitaten im laufenden Text jeweils in Klammern den Kurztitel und die Seitenzahl aufzuführen (Et Dukkehjem, S. / Hovedstrømninger, S. ). Die vollständigen Literaturangaben zu allen Primär -und Sekundärtexten finden sich am Ende der Arbeit im Literaturverzeichnis, sowie in den Fußnoten.
1) Georg Brandes und die Voraussetzungen für das Entstehen einer neuen Epoche
Als der junge Literaturkritiker Georg Brandes 1871 an der Kopenhagener Universität seine Vorlesung Hovedstrømninger i det 19de Aarhundredes Litteratur2 hielt, sprach man vom Beginn einer neuen literarischen Epoche, die sich radikal von bisherigen Ideen und Anschauungen unterschied. Damit diese neue Epoche überhaupt entstehen konnte, war es laut Brandes erforderlich, dass die gesamte Gesellschaftsbetrachtung grundlegend umgeformt werden müsse, „som det er den hele Samfundsbetragtning, som den yngre Slægt fra Grunden af maa omforme og oppløje, for en ny Literatur kan skyde op.“ (Hovedstrømninger, 13.) Brandes erreichte mit seiner Forderung viele junge, engagierte Autoren und so
vollzieht sich innerhalb der einzelnen Literaturen des Nordens eine radikale Abwehr von jener Dichtung, die in
den Jahrzehnten um die Jahrhundertmitte die literarische Landschaft ausmacht. Das Biedermeier und der
Poetische Realimus in Dänemark, die Nationalromantik in Norwegen und Island und die Spätromantik in
Schweden werden im achten Jahrzehnt des Jahrhunderts durch etwas Neues abgelöst: >Det moderne
genembrud< wird diese gründliche Umgestaltung in den siebziger und achtziger Jahren von der skandinavischen
Literaturwissenschaft genannt. Nicht länger mehr zeigt die Literatur idealistische oder idyllische Züge, [...]. Die
Schriftsteller entdecken neue Themen und Stoffe: die Welt und die Probleme der Gegenwart.3
Die von Brandes verlangte Beschäftigung mit aktuellen Problemen und deren Darstellung findet seinen Ausdruck in der noch heute für skandinavische Autoren gültigen Formulierung „Dat, at en Litteratur i vore Dage lever, viser sig i, at den sætter Problemer under Debat.“ (Hovedstrømninger, 89) und kann als Maxime des Modernen Durchbruchs bezeichnet werden.
Brandes stellte der dänischen Literatur ein Armutszeugnis aus, indem er ihr vorwarf, in geistiger Stagnation zu verharren.
[...]
1 Friese, Wilhelm: Nordische Literaturen im 20. Jahrhundert. Stuttgart: Kröner, 1971. S.2.
2 Brandes, Georg: Hovedstrømninger i det 19 aarhundredes litteratur. Forelæsninger holdte ved Københavns Universitet I Efteraarshalvaaret 1871 af Georg Brandes. Emigrantlitteraturen. København, Gyldendalske Boghandel (F.Hegel). 1872.
3 Friese, Wilhelm: Nordische Literaturen im 20. Jahrhundert. Stuttgart: Kröner, 1971. S.1.
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