Einfachheit (simplicitas) der Sprache in "Povesti Belkina"

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Details

Titel: Einfachheit (simplicitas) der Sprache in "Povesti Belkina"
Autor: Eleonora Adler
Fach: Russistik / Slavistik
Veranstaltung: Hauptseminar
Institution/Hochschule: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main (Ostslavistik)
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2002
Seiten: 22
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 17  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 228 KB
Archivnummer: V72550
ISBN (E-Book): 978-3-638-62961-4

Textauszug (computergeneriert)

Universität Frankfurt
Hauptseminar: Pu(?)kins Erzählungen – SS 2002, Semester: 7

Einfachheit („простота“/simplicitas) der Sprache in „Povesti Belkina“

von: Eleonora Adler

 


Inhaltverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis II [in der Downloaddatei vorhanden]

1 Einleitung  1

2 Einfachheit 2

2.1 Simplicitas - Qualität, die göttlich ist  2
2.2 Zur Einfachheit der Signifikatebene 3
2.3 Zur Einfachheit der Signifikantebene 6

2.3.1 Der Beitrag des Genres zur Einfachheit  6
2.3.2 Funktionalität der Landschafts-, Interieur- und Personenbeschreibungen  6

2.3.2.1 Neutralität und Informationsgehalt der Beschreibungen 6
2.3.2.2 Sachlicher Charakter der Epithetons und Metaphern 9
2.3.2.3 Verben  10

2.3.3 Dialog als realistisches Mittel 10

3 Quantitative Untersuchung 12

3.1 Untersuchungsergebnisse:  12

3.1.1 Parameter Satzlänge  12
3.1.2 Parameter Satzkomplexität  15
3.1.3 Parameter „logische“ Satzordnung 16

4 Zusammenfassung  18

Bibliographie III



 

„Simplex sigillum veri”
Lateinisches Sprichwort

“Изящная проза предпологает свободу и в расположении слов и в течении мыслей: но сия мнимая свобода,
сия простота и непринуждённость есть такое
высокое искусство, до которого с великим усилием достигают немногие.“
N. Ko(?)anskij


 

1 Einleitung

„Повести покойного Ивана Петровича Белкина“ („Erzählungen des verstorbenen Ivan Petrovič Belkin“) ist eins der ersten abgeschlossenen Pu(?)kins Prosawerke, das erstmals anonym im Jahre 1831 erschienen ist.
Es besteht aus fünf Erzählungen: „Vystrel“, „Metel’“, „Grobov(?)čik“, „Stacionnyj smotritel’“, „Bary(?)nja – krest’janka“ und einem Vorwort.
Manche Leser wie Kjuchelbeker, fanden die Geschichten sehr lustig; auch deren erster Leser E. Baratynskij „ржёт и бьётся“ 1, viele aber, wie V. Belinskij, kritisierten sie:„... они не художественные создания, а просто сказки и побасёнки“2, die man nicht in die schöne Literatur miteinbeziehen kann.
N. Polevoj bezeichnet die Erzählungen als „...фарсы затянутые в корсет простоты безо всякого милосердия“ und F. Bulgarin3 vermisst eine Grundidee, ein Ziel, eine Philosophie und Erfindungsgabe4 .
M. Katkov erkennt die Erzählungen als „вялы и бесцветны“ und als „простые рассказы“, deren Sprache trocken und Darstellungen zu detailliert sind. Pu(?)kins Prosa bezeichnet er als „стыдливая“, „сжатая“, „холодная“ 5.

„Повести Пушкина голы как-то“6 schrieb L.Tolstoj 1853. Etwas später erkannte er die vollkommene Harmonie und lobte die seines Erachtens wichtigsten Tugenden der Prosa Pu(?)kins: „умеренность“ und „простота“7.
Somit haben diese Kritiker unbeabsichtigt die bedeutenden Züge der neuen Prosa Pu(?)kins, und zwar Kürze, Genauigkeit8 und Einfachheit, negativ interpretiert.
Trotz kritischer Rezensionen wurden seine Erzählungen als „...факт большой литературной важности“9 angenommen.

2 Einfachheit

2.1 Simplicitas - Qualität, die göttlich ist

Aus dem Lateinischen übersetzt bedeutet „simplicitas“ Einfachheit, Offenheit, Unschuld, Unbefangenheit, Arglosigkeit, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit 10. Alle diese Bedeutungen sind als Merkmale in Pu(?)kins Prosa vorhanden.
In der christlichen Interpretation der Antike verlor der Mensch nach dem Sündenfall das „Auge der Einfalt“ und „...sieht seine Nacktheit mit perversen Augen“11 . Hier ist die Einfachheit eine christliche Tugend. Auf die Sprache von „Povesti Belkina“ bezogen, erscheint die Einfachheit der Sprache Pu(?)kins als eigenartige dichterische Tugend, die von vielen Kritikern als trocken und nackt interpretiert wurde.
Noch im Lizeum haben sich die entscheidenden Merkmale seines Prosastils gebildet12 ; aus den Mitschriften Pu(?)kins Mitschülers Gorčakov: „Первое достоинство слога – ясность... Ясность соблюдается четырьмя способами: 1. твёрдым знанием предмета. 2. внутреннею связью мыслей. 3. естественным порядком слов. 4. точностью слов и выражений.“ 13

[...]


1 Pu(?)kin 1962, Bd. IX, S. 376

2 Belinskij 1953, Bd I, S. 139

3 Vgl. Schmid 1991, S. 19

4 ebenda, S. 17-18

5 ebenda, S. 21

6 Tolstoj 1936-1964, Bd. XLVI, S. 187

7 Vgl. Gol’denvejser 1959, S. 221

8 Pu(?)kin 1962, Bd. 7, S. 15: « Точность и краткость – вот главные достоинства прозы »

9 Le(?)nev 1966, S.18

10 Langenscheidts Wörterbuch Lateinisch-Deutsch 1971, S. 1058

11 Lexikon der christlichen Antike, S. 99

12 Vgl. Petrunina 1987, S. 13

13 Vgl. Petrunina 1987, S. 6

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