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Termpaper, 2006, 22 Pages
Author: Mandy Schleer
Subject: History - Early and Ancient History
Details
Institution/College: Ernst Moritz Arndt University of Greifswald (Institut für Altertumswissenschaften)
Tags: Caesarmörder, Brutus, Cassius, Untergang, Philippi, Octavius, Augustus, Werden, Kaisers
Year: 2006
Pages: 22
Grade: gut
Bibliography: ~ 8 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-73326-7
File size: 141 KB
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Excerpt (computer-generated)
Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Institut für Altertumswissenschaften
PS „Von C. Octavius zu Augustus: Das Werden eines Kaisers“
Wintersemester 2005/2006, am: 29.03.2006
Die Caesarmörder Brutus und Cassius
und ihr Untergang bei Philippi 42 v.Chr.
von
Mandy Schleer
Inhaltsverzeichnis
1. Themenstellung 3
2. Das Scheitern der Caesarmörder Brutus und Cassius und ihr Untergang bei Philippi 42 v. Chr. 5
2.1 Brutus und Cassius in ihrem Verhältnis zu Caesar: Wie wurden sie zu Verschwörern? 5
2.2 Das Attentat 8
2.3 Nach dem Attentat: Gründe des Scheiterns 8
2.4 Verlauf der Ereignisse bis zum Ausgang der Schlacht von Philippi 12
3. Auswertung 18
4. Quellenverzeichnis 22
1. Themenstellung
Mit den Iden des März 44 v. Chr., dem Tag des Attentats auf den Diktator Caesar, wurde der Grundstein für die politische Karriere des Octavian, des späteren Augustus, gelegt. Doch lag dies nicht im Sinne der Attentäter. Ihr Ziel war die Wiedererrichtung der Republik, die Reversion der politischen Erneuerungen des Diktators auf Lebenszeit. Den Kopf der Verschwörung bildeten Marcus Iunius Brutus und Gaius Cassius Longinus.
Im Rahmen dieser Arbeit sollen nun die Motive ihres Vorgehens näher untersucht werden um daraus zu folgern, ob ihr Untergang in der Schlacht von Philippi einem persönlichen Scheitern gleichzusetzen ist. Um der gegenseitigen Bedingtheit der Geschehnisse gerecht zu werden, wird dazu chronologisch vorgegangen. Im Einzelfall kann von dieser Systematik Abstand genommen werden, um die Kausalität der Ereignisse zu verdeutlichen.
Der erste Teil dieser Arbeit befasst sich mit der Frage, wie und warum Brutus und Cassius, die doch eigentlich von Caesar profitierten, zu Mördern wurden. Nach einem kurzen Abriss des Attentats folgt dann eine Analyse der Gründe für das Scheitern direkt nach dem Tyrannenmord. Es wird dabei die These vertreten, dass den Verschwörern die nötigen Pläne für das Vorgehen nach dem Mord fehlten und sie deshalb der Improvisation unterlagen. Im Anschluss werden die Ereignisse bis zum Ende der Schlacht von Philippi dargelegt. Hierbei wird besonderen Wert auf die Sichtweisen der Attentäter Brutus und Cassius gelegt, um abschließend zu klären, inwieweit man von einem persönlichen Versagen der beiden sprechen kann.
Als Hauptquelle zu diesem Thema fungieren Appians Bürgerkriege. 1 Einen sehr umfangreichen und empfehlenswerten Überblick über die Motive des Attentats bietet Maria H. Dettenhofer.2 Darüber hinaus stellt sie die Attentäter vor den Iden des März detailliert dar, um ihr Vorgehen zu erklären. Von Ulrich Gotter steht ein aufschlussreicher Artikel zur Verfügung, in der die These vertreten wird, dass Brutus durch die Aktualisierung seines Namens — er trug den Namen des nach römischem Staatsmythos ersten Consuls und Tyrannenvertreibers3 — und den dadurch entstehenden öffentlichen Druck zum Caesarmörder wurde.
Darüber hinaus werden Arbeiten von Jochen Bleicken und Werner Dahlheim in dieser Arbeit herangezogen. Alles in allem befasst sich jedoch keiner der genannten Autoren eindringlich mit der Frage nach einem persönlichen Scheitern der Attentäter.
2. Das Scheitern der Caesarmörder Brutus und Cassius und ihr Untergang bei Philippi 42 v. Chr.
2.1 Brutus und Cassius in ihrem Verhältnis zu Caesar: Wie wurden sie zu Verschwörern?
Gaius Cassius Longinus, ein erfolgreicher und erfahrener Soldat, der bis zuletzt an der Seite des Pompeius gekämpft hatte, kam ins Lager Caesars, nachdem dieser seinen ehemaligen Patron besiegt hatte. Caesar hatte bereits früh die Fähigkeiten des Cassius erkannt und charakterisierte ihn mit den Tugenden eines exzellenten Feldherrn.4 Dettenhofer erkennt in Caesars öffentlicher Bewunderung der militärischen Fähigkeiten dessen Wunsch, Cassius dauerhaft an sich zu binden.5
Nach seiner Begnadigung erwarteten Cassius rentable Legatenstellen. So erhielt er im Januar 44 die Prätur, jedoch sind sich antike Autoren darin einig, dass hier eine Verletzung der dignitas (Ehre, Würde) vorlag6, denn das Legat des praetor urbanus, der angesehensten Prätorenstellen, kam nicht ihm zu, sondern seinem Schwager Brutus. Das von Cassius ehrgeizig angestrebte Konsulat für das Jahr 41 wurde ebenfalls Brutus in Aussicht gestellt. Die größte Kränkung, so vermutet Werner Dahlheim, muss für Cassius, als erfahrenem General, der sich noch dazu im Orient bestens auskannte, allerdings darin gelegen haben, dass Caesar für ihn im großen Partherkrieg keine Rolle vorgesehen hatte. Obwohl Cassius bereits kampferprobt gegen die Parther war7, sollten an seiner Statt unbekannte Offiziere die Legionen in einen Kampf führen, der Reichtum, Macht und Ansehen versprach.8
[...]
1 Appian von Alexandria: Römische Geschichte, Bd. II, Bürgerkriege. Buch 4. Übersetzt von Otto Veh, Stuttgart 1989. (Im Folgenden abgekürzt als App.civ.4).
2 Dettenhofer, Maria H.: Perdita Iuventus. Zwischen den Generationen von Caesar und Augustus. München 1992.
3 Gotter, Ulrich: Marcus Iunius Brutus — oder: Die Nemesis des Namens. Stuttgart 1997. S.331.
4 Dettenhofer: S. 213.
5 Ebd.: S.214. Zur Motivation Caesars: S. 213-214.
6 App.civ. 4, 466.
7 Dettenhofer: S. 212.
8 Dahlheim, Werner: Die Iden des März 44 v.Chr. Köln 1996. S. 60.
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