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Hausarbeit, 2005, 16 Seiten
Autor: Stefanie Schlegel
Fach: Pädagogik - Reformpädagogik
Details
Tags: Kind, Wesen, Piagets, Aktivitätsbegriff, Kontext, Reformpädagogik
Jahr: 2005
Seiten: 16
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 12 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-63474-8
Dateigröße: 146 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Das Kind als aktives Wesen bildet den Mittelpunkt Piagets psychologischer, wie auch seiner pädagogischen Arbeit. Denn nach Piaget könne sich kindliches Denken nur durch aktiven Umgang mit der Umwelt entwickeln und nur durch Aktivität im Unterricht sei das Kind fähig zu lernen. Aus diesem Grund wollte ich herausfinden, was Piaget unter Aktivität versteht, seinen Aktivitätsbegriff mit dem der Reformpädagogen vergleichen und die Bedeutung der Aktivität im heutigen Unterricht klären. Im Mittelpunkt meiner Arbeit stehen drei zentrale Fragen: Welchen Aktivitätsbegriff hat Jean Piaget? In welchem Verhältnis steht dieser zu dem der Reformpädagogen? Welche Bedeutung hat die Aktivität im Unterricht des 21. Jahrhunderts? Um herauszufinden, was Piaget unter Aktivität versteht, habe ich mich zunächst mit seinem Leben, seiner Theorie und seiner Pädagogik befasst.
Textauszug (computergeneriert)
Pädagogische Hochschule Freiburg
Seminar: Kind und Kindheit
Wintersemester 2005/06
Das Kind als aktives Wesen - Piagets Aktivitätsbegriff im Kontext der Reformpädagogik
von: Stefanie Schlegel
INHALTSVERZEICHNIS
1 EINLEITUNG 3
2 JEAN PIAGET 3
2.1 LEBEN 3
2.2 WERK 5
2.3 PIAGETS PÄDAGOGIK 7
3 DAS KIND ALS AKTIVES WESEN 9
3.1 PIAGETS AKTIVITÄTSBEGRIFF 9
3.2 REFORMPÄDAGOGISCHE VORSTELLUNGEN VON AKTIVITÄT 10
3.3 AKTIVITÄT IM UNTERRICHT DES 21. JAHRHUNDERTS 12
4 ABSCHLIEßENDE BEMERKUNGEN 15
5 LITERATURVERZEICHNIS 16
1 Einleitung
Im letzten Semester habe ich das Seminar “Kind und Kindheit“, dass bekannte Reformpädagogen und deren Vorstellungen von Kindheit und Erziehung zum Inhalt hatte, besucht. Zusammen mit anderen Kommilitoninnen habe ich ein Referat über Jean Piaget gehalten. Mein Teil handelte von Piagets Wirkung und seinen Vorstellungen von Erziehung und Unterricht. Während einer Vorbesprechung ist mir aufgefallen, wie unterschiedlich unsere Meinungen von Piaget und seiner Arbeit waren. Einige meiner Kommilitoninnen kritisierten Piagets Bild vom Kind, das rein rational sei und sich nur auf den kognitiven Bereich beschränke, während ich durch meine Vorbereitungen einen ganz anderen Eindruck bekommen habe. Denn meiner Meinung nach beschränken sich Piagets didaktische Ideen und seine Vorstellungen von Erziehung keineswegs nur auf den kognitiven Bereich. Aus dieser Situation heraus ergab sich eine interessante Fragestellung, deren Beantwortung mich zu dem Thema meiner Arbeit führte. Piagets genetische Erkenntnistheorie und seine rationale Sicht vom Kind (s.Kap.2.2), scheint demnach seinen pädagogischen Vorstellungen, in denen das Kind im Mittelpunkt steht (s.Kap.2.3), zu widersprechen.
Wo liegt die Verbindung dieser beiden Bereiche? Die Beantwortung dieser Frage führte mich zu einer Gemeinsamkeit dieser unterschiedlichen Vorstellungen vom Kind: Der Aktivität. Das Kind als aktives Wesen bildet den Mittelpunkt Piagets psychologischer, wie auch seiner pädagogischen Arbeit. Denn nach Piaget könne sich kindliches Denken nur durch aktiven Umgang mit der Umwelt entwickeln und nur durch Aktivität im Unterricht sei das Kind fähig zu lernen. Aus diesem Grund wollte ich herausfinden, was Piaget unter Aktivität versteht, seinen Aktivitätsbegriff mit dem der Reformpädagogen vergleichen und die Bedeutung der Aktivität im heutigen Unterricht klären. Im Mittelpunkt meiner Arbeit stehen drei zentrale Fragen: Welchen Aktivitätsbegriff hat Jean Piaget? In welchem Verhältnis steht dieser zu dem der Reformpädagogen? Welche Bedeutung hat die Aktivität im Unterricht des 21. Jahrhunderts? Um herauszufinden, was Piaget unter Aktivität versteht, habe ich mich zunächst mit seinem Leben, seiner Theorie und seiner Pädagogik befasst.
2 Jean Piaget
2.1 Leben
Da ich es schwierig finde, mich mit der Arbeit einer Person zu befassen, ohne mir vorher ein Bild von ihr gemacht zu haben, wollte ich, bevor ich mich meinen zentralen Fragen widmete, einen Eindruck von Jean Piaget und seinem Leben bekommen. Jean Piaget wurde am 9. August 1896 in Neuchâtel in der Schweiz geboren. Im Alter von zehn Jahren tritt er in das Collège latin ein und widmet sich naturwissenschaftlichen Beobachtungen. Nach seiner Maturitätsprüfung studiert er in Neuchâtel Biologie. Dort fasst er den Entschluss, sein Leben der biologischen Erklärung der Erkenntnis zu widmen. Zunächst versucht Piaget durch die Verbindung von Biologie und Philosophie zu einer Antwort zu gelangen, doch um das Erkenntnisproblem zu lösen, fehlt ihm eine wissenschaftliche Untersuchungsmethode, die ihn zur Psychologie führt. Gleichzeitig schließt er seine naturwissenschaftlichen Forschungsarbeiten ab und promoviert 1918 mit einer Dissertation über die Mollusken des Wallis. 1919 geht er für zwei Jahre nach Paris an die Sorbonne, wo er in einem psychologischen Laboratorium arbeitet und englische Intelligenztests für Pariser Kinder standardisiert. Piaget widmet sich vor allem den Denkprozessen, die sich hinter den falschen Antworten der Kinder auf die Testfragen verbergen.
Er schreibt mehrere Aufsätze über die Ergebnisse seiner Arbeit und schickt einen an Edouard Claparède, der nicht nur seinen Aufsatz annahm, sondern ihm eine Stelle am Institut Jean-Jaques Rousseau anbot. Das Institut ist ein Zentrum für pädagogische und psychologische Forschung und zudem Ausbildungsstelle für Lehrkräfte mit angeschlossenen Versuchsschulen, die die Inhalte der Schulreform veranschaulichen sollen. Piaget soll seine Forschungen am Institut fortführen und Kinderpsychologie unterrichten. Von 1921 an arbeitet er am Institut als Oberassistent und der angeschlossene Kindergarten, das Maison des Petits bietet günstige Voraussetzungen für kinderpsychologische Untersuchungen. 1924 hat Piaget Valentine Châtenay, eine seiner Studentinnen, geheiratet. 1925 und 1927 werden seine beiden Töchter, 1931 sein Sohn geboren. 1929 kehrt er nach Genf zurück und übernimmt pädagogische Aufgaben. Er wird Direktor des Bureau International de l` Education (heute untersteht diese Institution der Leitung der UNESCO), das international darum bemüht ist die Unterrichtsmethoden zu verbessern.
Hauptziel dieser Institution ist es, den Frieden und die internationale Verständigung durch Erziehung zu fördern. 1932 wird Piaget neben Claparède und Bovet Mitdirektor des Rousseau-Instituts, das der Universität angeschlossen wird. Nach dem Krieg wird er zum Präsidenten der schweizerischen Kommission der UNESCO ernannt, als Vertreter der UNESCO nimmt er an internationalen Konferenzen zur Bildungspolitik und Pädagogik teil. Zu dieser Zeit entsteht ein dreibändiges Werk, eine genetische Epistemologie, das die Summe seiner bisherigen erkenntnistheoretischen Untersuchungen, auf biologischer Grundlage und psychologischer Perspektive, bildet (s. Kap.2.2). Aufgrund vieler unbeantworteter Fragen, die unmöglich von ihm alleine analysiert werden können, gründet er 1956 das Centre International d´Epistémologie, das die Entwicklung der Erkenntnis in der Geschichte des wissenschaftlichen Denkens wie in der Entwicklung des Kindes erforscht. Forscher aus aller Welt und vielen Disziplinen untersuchen in enger Kooperation eine Fülle von Einzelfragen, die zu Bestätigungen, Weiterführungen und Differenzierungen der Piagetschen Theorie führen. Neben seinen Verpflichtungen in Genf, lehrt Piaget von 1952 bis 1963 Entwicklungspsychologie an der Sorbonne. In dieser Zeit setzt der Durchbruch Piagetscher Ideen, ausgehend von den USA, in fast allen Ländern der wissenschaftlichen Welt ein. Seine Thesen werden kritisiert, bestätigt oder weitergeführt. Piaget verfolgte bis ins hohe Alter die Rezeption seiner Ideen. Er starb am 16. September 1980, im Alter von 84 Jahren, in Genf (vgl. Fatke 1991, S.291-298.).
2.2 Werk
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