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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 28 Pages
Author: Heide Junker
Subject: Romance Languages - General
Details
Tags: Intramedialität, Pedro, Almodóvar, Beispiel, Bezüge
Year: 2006
Pages: 28
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 14 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-73257-4
ISBN (Book): 978-3-638-73317-5
File size: 203 KB
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Abstract
Pedro Almodóvar gilt als einer der bekanntesten spanischen Regisseure unseren Jahrhunderts. Spätestens seit „Mujeres al borde de un ataque de nervios“ ist er auch international bekannt. Doch was ist das Besondere an seinen Filmen, das die Welt berührt? Sicherlich ließen sich viele Facetten aufzeigen, die den typischen „almodóvarschen“ Stil kennzeichnen wie bspw. die Eindringlichkeit seiner Bilder, das Skurrile seiner doch so normalen Geschichten, die Genderverwirrung, Almodóvars filmgeschichtliche Einbettung in das nachfranquistische Spanien etc. In dieser Hausarbeit will ich mich, wie der Titel schon verrät, einem Phänomen des almodóvarschen Filmes widmen, dem der Intermedialität bzw. der Intertextualität. Im Folgenden werde ich kurz die Begrifflichkeiten der Intermedialität und Intertextualität erläutern und definieren, um eine einheitliche Verwendung innerhalb des Textes zu gewährleisten. Im dritten Kapitel werde ich dann konkret auf Almodóvar und sein filmisches Schaffen eingehen. Im Zentrum meiner Betrachtung steht die Intramedialität des Films „Todo sobre mi madre“. Dieser Film eignet sich sehr gut für die Untersuchung unterschiedlicher Ausprägungen von Intermedialität, da er deutliche intermediale Verweise beinhaltet. Die Vielfalt dieser verwendeten Bezüge in „Todo Sobre mi Madre“ ist derart groß, dass ich mich in dieser Arbeit sogar darauf beschränken will, nur die Verweise auf andere filmische Werke zu untersuchen und weitere intermediale Bezüge außer Acht lasse. Die von Almodóvar verwendeten Bezüge zu anderen Werken der Filmgeschichte lassen sich in zwei Kategorien aufteilen. Erstens verwendet Almodóvar Geschichten, Motive, Bilder aus anderen Filmen und zweitens zitiert er sein eigenes Oeuvre...
Excerpt (computer-generated)
Intramedialität bei Pedro Almodóvar am Beispiel der filmischen
intertextuellen Bezüge in „Todo sobre mi madre“
von
Heide Junker
Sommersemester 2006
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Intertextualität und Intermedialität 4
2.1 Intertextualität 4
2.2 Intermedialität 5
2.3 Selbstreferentialität 7
2.4 Intramedialität im Film 7
2.4.1 Das „WAS“ intertextueller Bezüge 7
2.4.2 Das „WIE“ intertextueller Bezüge 7
2.4.3 Das „WARUM“ intertextueller Bezüge 8
3 Intramedialität bei „Todo sobre mi madre“ 9
3.1 Der Film „Todo sobre mi madre“ 9
3.2 Intramedialität im Ouevre Almodóvars 9
3.2.1 Figuren- und Themenbezug 10
3.3 Nichtalmodóvarsche Prätexte 12
3.3.1 „All about Eve“ (Alles über Eva) 12
3.3.1.1 Der Film „All about Eve“ 12
3.3.1.2 Intertextuelle Bezüge 13
3.3.2 „Opening Night“ (Die letzte Vorstellung) 16
3.3.2.1 Der Film „Opening Night“ 16
3.3.2.2 Intertextuelle Bezüge 16
3.4 Exkurs: Das Spiel mit den Gegensätzen 17
4 Resumée 19
5 Anhang 21
5.1 Sequenzprotokoll des gesamten Filmes „Todo sobre mi madre“ 21
5.2 Szenenprotokoll von Minute 0:02:33:120 bis 0:04:33:360 24
Literaturverzeichnis 27
Filmverzeichnis 28
1 Einleitung
Pedro Almodóvar gilt als einer der bekanntesten spanischen Regisseure unseren Jahrhunderts. Spätestens seit „Mujeres al borde de un ataque de nervios“ ist er auch international bekannt. Doch was ist das Besondere an seinen Filmen, das die Welt berührt? Sicherlich ließen sich viele Facetten aufzeigen, die den typischen „almodóvarschen“ Stil kennzeichnen wie bspw. die Eindringlichkeit seiner Bilder, das Skurrile seiner doch so normalen Geschichten, die Genderverwirrung, Almodóvars filmgeschichtliche Einbettung in das nachfranquistische Spanien etc.
In dieser Hausarbeit will ich mich, wie der Titel schon verrät, einem Phänomen des almodóvarschen Filmes widmen, dem der Intermedialität bzw. der Intertextualität. Im Folgenden werde ich kurz die Begrifflichkeiten der Intermedialität und Intertextualität erläutern und für mich definieren, um eine einheitliche Verwendung innerhalb meines Textes zu gewährleisten, da diese Begriffe oft unterschiedlich und manches Mal auch synonym verwendet werden.
Im dritten Kapitel werde ich dann konkret auf Almodóvar und sein filmisches Schaffen eingehen. Im Zentrum meiner Betrachtung steht die Intramedialität des Films „Todo sobre mi madre“ aus dem Jahre 1999. Dieser Film eignet sich sehr gut für die Untersuchung unterschiedlicher Ausprägungen von Intermedialität, da er deutliche intermediale Verweise beinhaltet. Die Vielfalt dieser verwendeten Bezüge in „Todo Sobre mi Madre“ ist derart groß, dass ich mich in dieser Arbeit sogar darauf beschränken will, nur die Verweise auf andere filmische Werke zu untersuchen und weitere intermediale Bezüge außer Acht lasse. Die von Almodóvar verwendeten Bezüge zu anderen Werken der Filmgeschichte lassen sich in zwei Kategorien aufteilen. Erstens verwendet Almodóvar Geschichten, Motive, Bilder aus anderen Filmen und zweitens zitiert er sein eigenes Oeuvre. Im Laufe dieser Arbeit will ich, basierend auf der unterschiedlichen Art der verwendeten Verweise, untersuchen, welche Funktion Almodóvar den intertextuellen Bezügen beimisst und welche Bedeutung sie im Kontext des gesamten Filmes erlangen. Meine Vermutung ist, dass die Intermedialität einer der Schlüssel für den internationalen Erfolg Almodóvars darstellt. Das Aufgreifen international bekannter und anerkannter Kunstproduktionen macht den spanischen Film auch außerhalb Spaniens interessant und ermöglicht dem Rezipienten einen vereinfachten Einstieg in die Welt des almodóvarschen Kinos.
2 Intertextualität und Intermedialität
Die Begrifflichkeiten der Intertextualität und Intermedialität sind seit Jahren Bestandteile geisteswissenschaftlicher Diskurse und doch, so scheint es, ist bisher kaum eine einheitliche, umfassende Definition für diese beiden Begriffe gefunden worden. Je nach wissenschaftlichem Ausgangs- bzw. Standpunkt, nach Untersuchungsgegenstand, nach Schule, der man angehört, nach Zeitpunkt der Untersuchungen zu diesem Themenbereich unterscheiden sich die Definitionen beider Begriffe oder werden teilweise synonym gebraucht.
Gemein ist den Definitionen, dass davon ausgegangen wird, dass Bezüge von einem Text zu einem anderen bzw. von einem Medium zum anderen bestehen. Wie umfassend der Rahmen von Texten ist (ob es sich bspw. nur um einen rein verbalen Text handelt oder ob z. B. historisch-kulturelle Aspekte mit berücksichtigt werden), welche unterschiedlichen Medien einbezogen werden oder zu welchem Zwecke dies geschieht, unterliegt dem definitorischen Ermessensspielraum Einzelner.
Im Folgenden will ich, basierend auf zwei verschiedenen Ansätzen zur Intermedialität, eine für diese Hausarbeit gültige Definition von Intertextualität und Intermedialität erarbeiten. Einer der Ansätze stammt aus dem literaturwissenschaftlichen Bereich, vertreten durch Irina O. Rajewsky (Rajewsky 2002), und ist sehr umfassend, der zweite ist eine der Theorien des postmodernen Diskurses zum Film und stützt sich auf Definitionen von Jens Eder (Eder 2002) und von seinem Schüler Stefan Schultz (Schultz 2005). Während Rajewsky versucht eine allgemein gültige Definition zu erarbeiten, die interdisziplinär anwendbar ist, lassen sich die Theorien von Schultz und Eder konkret auf den postmodernen Film anwenden. Einzelaspekte beider Theorien bilden die Grundlage meiner Definition, die auf einem rezeptionsästhetischen Ansatz basiert und somit das Wissen und Verstehen des Rezipienten in den Vordergrund stellt.
2.1 Intertextualität
Ausgehend von der Bedeutung des Wortes „Intertext“ kann von einem „Zwischentext“ geredet werden, einem Text, der zwischen einem Prä- und einem Folgetext steht und so einen Zusammenhang zwischen diesen kreiert. Dabei ist für die Definition weiterhin von Bedeutung, mit welchem Inhalt der Begriff „Text“ belegt wird. Es wäre möglich, diesen, wie beispielsweise das Zeitlexikon definiert, als ein „ im Wortlaut festgelegte, i. d. R. schriftlich fixierte, zusammenhängende sprachliche Äußerung; [...]“ (Die Zeit 2005, S. 486) zu sehen, wobei dies meiner Meinung nach den Intertextualitätsbegriff zu sehr einengt; denn sinnvoller wäre es, einen erweiterten Textbegriff zu verwenden, der über die sprachliche Äußerung hinausgeht und auch visuelle, auditive und kulturelle Codes einbezieht. In diesem Sinne werde ich den Begriff Intertextualität im Folgenden gebrauchen.
2.2 Intermedialität
Der Begriff der Intermedialität baut, wie ich im Folgenden aufzeigen werde, auf dem der Intertextualität auf. Je nach Definition des Intertextualitätbegriffes dient er bei einer eng gefassten Begrifflichkeit dazu, „ Phänomene zu erfassen, bei denen andere Medien ins Spiel kommen und Mediengrenzen überschritten werden“ (Rajewsky 2002, S. 52), oder aber bei einer weiter gefassten Definition dazu, verschiedene Medien in die Betrachtung mit einzubeziehen, spezifische Medienwechsel zu kennzeichnen und ihre Besonderheiten hervorzuheben (vgl. Rajewsky 2002, S. 52).
In ihrem Buch zu Intermedialität unternimmt Rajewsky den Versuch, den Begriff der Intermedialität so zu definieren, dass er allgemein gültig ist, für alle Wissenschaftsbereiche gelten kann und somit einen interdisziplinären Anspruch erfüllt. Sie unterteilt hierfür den Begriff in die Intra-, Inter- und Transmedialität. Intermedialität ist hierbei ein übergeordneter Begriff, der „für die Gesamtheit aller Mediengrenzen überschreitenden Phänomene [...], in irgendeiner Weise zwischen den Medien“ (Rajewsky 2002, S. 12) steht. Die Intramedialität unterscheidet sich von der Intermedialität dadurch, dass die Bezüge nur innerhalb eines Mediums hergestellt werden, also letztlich das, was viele unter Intertextualität verstehen. Der Begriff der Intramedialität unterstützt somit einen eher weit gefassten Textbegriff, der von einer eigenen Sprachlichkeit der Medien ausgeht.
Rajewsky führt mit der Transmedialität noch eine weitere Ebene ein, die ergänzend zu den anderen beiden besteht. Mit der Transmedialität beschreibt sie „ Phänomene, die man als medienunspezifische ′Wanderphänomene′ bezeichnen könnte [...], ohne daß hierbei die Annahme eines kontaktgebundenen Ursprungsmediums wichtig oder möglich ist oder für die Bedeutungskonstitution des jeweiligen Medienprodukts relevant würde.“ (Rajewsky 2002, S. 12)
[...]
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