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Termpaper, 2006, 10 Pages
Author: Grit Tuchscheerer
Subject: German - German as a Foreign Language / Second Language
Details
Institution/College: University of Leipzig (Herder-Institut)
Tags: Narrenhände, Graffiti, Spiegel, Gesellschaft, Kulturthema, Werteorientierungen
Year: 2006
Pages: 10
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 7 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-73944-3
ISBN (Book): 978-3-638-77422-2
File size: 93 KB
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Abstract
Sie prägen das Bild der Städte auf der ganzen Welt. Als Teil des Hip Hop kennt sie jeder. Wie jede Art von Kunst, wie jede Ausdrucksform können sie gelesen, ihnen Bedeutungen beigemessen werden. In der Literatur werden sie auch als eine „Fundgrube für eine Psychologie der Gesellschaft" (Müller 1985: 9) bezeichnet. Und doch sind die Meinungen zu Graffiti äußerst kontrovers. Ständig verstärken die Regierungen die Gegenmaßnahmen, verschärfen die Gesetze. Ist es die bloße Degradierung auf den Tatbestand der Sachbeschädigung oder gibt es weitere Gründe für die Ignoranz gegenüber diesem kulturellen Phänomen. Andererseits liegt im Graffiti eine ganz besondere Art der Kommunikation, die sich den Raum der Anonymität gewählt hat, vermutlich wegen der Art der Aussagen und den damit hervorgerufenen Folgen. Die Antwort ist bei dieser Kommunikationsform nicht zentral, es geht um die Aussage, die „produktive Unzufriedenheit“ (Hilbig/Titze1981: 57), welcher hier Ausdruck verliehen wird. Inwieweit Graffiti kritische Aussagen beinhalten und Vermutungen über die jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnisse zulassen, wird hier zu untersuchen sein. Dabei ist die methodische Problematik dieses Forschungsgegenstandes nicht zu unterschätzen, da das Phänomen Graffiti äußerst spontan und ventilhaft arbeitet, was durchaus leicht auch zu Überinterpretationen führen kann. Darüber hinaus soll außerdem festgestellt werden, welche Funktionen Graffiti außer der Gesellschaftskritik noch erfüllen kann, ob es das überhaupt tut, wer sich vor allem dieses Mittels bedient und ob in diesem Zusammenhang nur von einer subkulturellen Ausprägung der jüngsten Zeit gesprochen werden sollte.
Excerpt (computer-generated)
Universität Leipzig, Herder-Institut
SS 2006, 8. Semester
"Narrenhände" - Graffiti als ein Spiegel der Gesellschaft?
Eine Untersuchung zu kulturellen Reflexion von Graffiti
von
Grit Tuchscheerer
Inhalt
1. Einleitung 3
2. Historische Entwicklungen 4
2.1. Ursprung von Graffiti und deren Bezeichnung 4
2.2. Wurzeln moderner Graffiti 4
2.3. Graffitiforschung 6
3. Funktion und Charakter von Graffiti im Raum 9
Literaturverzeichnis 10
Verwendete Internetseiten 10
Ich staune, o Mauer, dass du unter dem Gewicht all des Blödsinns, mit dem du voll gekritzelt wirst, noch nicht zusammengebrochen bist.
(In: Beck 2004: 4).
1. Einleitung
Sie prägen das Bild der Städte auf der ganzen Welt. Als Teil des Hip Hop kennt sie jeder. Wie jede Art von Kunst, wie jede Ausdrucksform können sie gelesen, ihnen Bedeutungen beigemessen werden. In der Literatur werden sie auch als eine „Fundgrube für eine Psychologie der Gesellschaft" (Müller 1985: 9) bezeichnet. Und doch sind die Meinungen zu Graffiti äußerst kontrovers. Ständig verstärken die Regierungen die Gegenmaßnahmen, verschärfen die Gesetze. Ist es die bloße Degradierung auf den Tatbestand der Sachbeschädigung oder gibt es weitere Gründe für die Ignoranz gegenüber diesem kulturellen Phänomen. Andererseits liegt im Graffiti eine ganz besondere Art der Kommunikation, die sich den Raum der Anonymität gewählt hat, vermutlich wegen der Art der Aussagen und den damit hervorgerufenen Folgen. Die Antwort ist bei dieser Kommunikationsform nicht zentral, es geht um die Aussage, die „produktive Unzufriedenheit“ (Hilbig/Titze1981: 57), welcher hier Ausdruck verliehen wird. Inwieweit Graffiti kritische Aussagen beinhalten und Vermutungen über die jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnisse zulassen, wird hier zu untersuchen sein. Dabei ist die methodische Problematik dieses Forschungsgegenstandes nicht zu unterschätzen, da das Phänomen Graffiti äußerst spontan und ventilhaft arbeitet, was durchaus leicht auch zu Überinterpretationen führen kann. Darüber hinaus soll außerdem festgestellt werden, welche Funktionen Graffiti außer der Gesellschaftskritik noch erfüllen kann, ob es das überhaupt tut, wer sich vor allem dieses Mittels bedient und ob man in diesem Zusammenhang nur von einer subkulturellen Ausprägung der jüngsten Zeit sprechen kann. (Identität???) Schmiererei Oder Kunst???
2. Historische Entwicklungen
2.1. Ursprung von Graffiti und deren Bezeichnung
Die Herkunft des Wortes graffito, dem Singular des heute im allgemeinen gebrauchten Wortes Graffiti, hat seine Wurzeln im Italienischen, das wiederum aus dem vulgärlatainischen Verb für ´mit dem Griffel kratzen´ entstanden ist. Die griechische Variante graphein bedeutet ´schreiben´ und kommt der heutigen Bezeichnung für moderne Graffiti, dem Writing, schon sehr nahe. Entstanden ist das Phänomen aber bereits in der Antike. Zahlreiche Zeugnisse von Pompei oder den römischen Katakomben z. B. berichten vom Alltagsleben längst vergangener Zeiten. Diese antiken Graffiti sind jegliche Inschriften und Figuren, die an allen Arten von Wänden gefunden werden konnten. Es handelt sich hierbei beispielsweise um Beleidigungen, Liebeserklärungen, Magie oder politische Stellungnahmen. Diese wurden erstmals von dem italienischen Archäologen Raffaele Garucci gesammelt und 1865 mit „Graffiti di Pompei“ veröffentlicht. Damit war das Wort für ein uraltes Phänomen geboren (Beck, 2004: 4). In den 60iger Jahren waren Graffiti eine beliebte Praxis und Ausdruck der Rebellion politischer Aktivisten als eine billige und einfache Art des Statements. Für moderne Graffiti hat dieselbe Definition bis zur Gegenwart Bestand und beinhaltet lediglich den Gebrauch meist von Spraydosen. Aber auch mit Hilfe von Stiften, Markern, sogar nur gekratzte Inschriften gelten – wie in den Zeiten der Antike – auch heute als Graffiti.
2.2. Wurzeln moderner Graffiti
[...]
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