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Seelsorge durch Medien heute - eine Abwägung

Scholary Paper (Seminar), 2007, 24 Pages
Author: Antje Kaczmarek
Subject: Theology - Practical Theology

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2007
Pages: 24
Grade: 2,7
Bibliography: ~ 10  Entries
Language: German
Archive No.: V72921
ISBN (E-book): 978-3-638-73342-7

File size: 211 KB


Excerpt (computer-generated)

Technische Universität Dresden, Institut für evangelische Theologie
Seminar: Seelsorge, WS 06/07
10. Fachsemester

Seelsorge durch Medien heute-eine Abwägung

von

Antje Kaczmarek

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Problemhorizont 4

3. Vorbetrachtungen 4

3.1. Die Konsequenzen der heutigen Gesellschaft  4
3.2. gemeinsame Grundsätze 5

4. Telefonseelsorge 6

4.1. Vom Wesen der Telefonseelsorge 6
4.2. methodische Besonderheiten 8
4.3. Der Verdienst und der Sinn, Zahlen und Fakten  9

5. Internetseelsorge  10

5.1. Die Neuheiten des Internet und deren methodische Konsequenzen  11
5.2. Pro und Contra  12
5.3. Statistik 14

6. Conclusio 15

7. Quellennachweise 17

8. Anhang  17




 

1. Einleitung

„Seelsorge durch Medien heute“ meint die Formen der Seelsorge, die sich mit und durch die Medien entwickelt haben: die Telefon- und E-Mailseelsorge. Seelsorge hat nach Michael Belzer vor allem die Aufgabe Heil zu vermitteln, indem sie den Menschen auf seinem Weg zum Heil begleitet und ihm alle zur Verfügung stehenden Mittel bereithält.1
Woran denkt der Mensch auf der Straße zuerst bei dem Wort ‚Seelsorge’? Vielleicht an Kirche, vielleicht an eine persönliche Verantwortung, viele aber denken sicher an die vielen Banner und Aufkleber der TelefonSeelsorge in Telefonzellen oder U-Bahnen oder an die TelefonSeelsorge selbst. Tatsächlich ist die Telefonseelsorge die bekannteste Form der Seelsorge für die und in der säkularen Welt, aufgrund ihrer unschlagbaren Vorteile gilt dies vermutlich auch für die christliche Gemeinschaft. Dass es so etwas wie Chat- oder EMailseelsorge gibt, wissen wesentlich weniger Menschen. Während meiner Arbeit an dieser Ausarbeitung wurde ich nach der Frage des Themas oft mit großen Augen angeschaut und gefragt: „So etwas gibt es?“ Zwar ist die Internetseelsorge vergleichbar jung, jedoch ist sie die wohl niederschwelligste Form der Seelsorge und hat die gleichen Vorteile gegenüber herkömmlichen Seelsorgeeinrichtungen wie die Telefonseelsorge.
Der Hilfe- und Trostsuchende stellt sich vermutlich nicht die Frage, welche Einrichtung er kennt, sondern vielmehr welche er nutzt. Er fragt sich: „Wer gibt mir, was ich jetzt brauche und suche?“. Viele Menschen wählen hier wohl einen schnellen und unkomplizierten Weg als für sie passende Kontaktform, wie zum Beispiel das Telefon oder das Internet. Letztlich wird die entsprechende Kontaktform jedoch nur gewählt, wenn keine intensivere Form zur Verfügung steht. Das stellt auch die Besonderheit der medialen Seelsorge dar, sie führt selten zu langfristigen Kontakten und ist daher hauptsächlich zur kurzfristigen Hilfe und Unterstützung geeignet, so z.B. in Krisensituationen. Aus diesem Grund bedarf es auch anderer, neuer Methoden und Herangehensweisen, die sich der seelsorgerlichen Aufgabe und der eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten bewusst sind und für sich zu nutzen wissen.

2. Problemhorizont

Wir werden hier den Seelsorge-Einrichtungen nachgehen, die sich aus den Gegebenheiten der modernen Gesellschaft notwendigerweise entwickelt haben. Dabei werden uns folgende Fragen beschäftigen:

Welche Anforderungen hat die Gesellschaft an die Seelsorge gestellt, die neue Formen der Seelsorge hervorbrachten?
Was haben Telefon- und Internetseelsorge gemeinsam und warum werden sie hier zusammen aufgeführt?
Welche Vorteile haben die neuen Medien gegenüber herkömmlicher Seelsorge?
Welche Nachteile?
Welche methodischen Besonderheiten weisen diese Formen der Seelsorge auf?
Wie lassen sie sich aufgrund dessen einordnen oder auf Aufgabenbereiche beschränken?

3. Vorbetrachtungen

3.1. Die Konsequenzen der heutigen Gesellschaft

Nach Jürgen Ziemer2 lassen sich für den Wandel unserer Gesellschaft drei grundlegende Entwicklungen festmachen. Einerseits lassen sich neue Differenzierungen in der Gesellschaft feststellen. Das Leben zweier Menschen kann sich nunmehr nicht nur in Familie, Schicht oder Kirche unterscheiden. Vielmehr hat der Mensch von heute mehrere Existenzen, die sich von denen anderer Menschen unterscheiden lassen, so z.B. Vater, Wähler, Arbeiter, Freund, Vereinsmitglied.3
Diese Entwicklungen haben zwangsläufig auch Einfluss auf unser eigenes Selbst- und Werteverständnis, was uns zur zweiten grundlegenden Entwicklung bringt: die Individualisierung. Die Lockerung der einstigen Zwänge und Grenzen bedeutet zunächst für jeden eine neue persönliche Freiheit, jedoch entziehen die fast grenzenlosen Entwicklungsmöglichkeiten dem Einzelnen auch eine grundlegende Sicherheit durch eindeutige Zugehörigkeit im Leben. Sosehr Religion, Tradition oder Klassengesellschaft auch einzwängen und nahezu unabänderliche Daten waren, sosehr haben sie auch Geborgenheit, Sicherheit und Orientierung geboten.4
Drittens halten wir die zunehmende Pluralisierung fest, die wir vor allem in der Fülle an Angeboten für Erziehung, Bewältigung von Lebenskrisen oder Weltanschauungen u. Ä. spüren können. Jürgen Ziemer führt hier den Vergleich mit Buridans Esel, der, nachdem er sich zwischen zwei Heuhaufen entscheiden musste, verhungerte. Das Leben bietet uns heute unzählige Möglichkeiten für Seele, Geist, Heimat, Beruf, Lebensweg, Lebensphilosophie, Religion oder gar Gesellschaftsgruppe, die es ermöglichen die zwei Redewendungen ‚vom Tellerwäscher zum Millionär’ und ‚was man wirklich will, das schafft man auch’ ernsthaft leben und auch erreichen zu können.5

3.2. gemeinsame Grundsätze

[...]


1 Michael Belzer, „Internetseelsorge, Der Leitfaden für die Praxis“, Verlag katholisches Bibelwerk, Stuttgart, 2004, S. 63

2 Jürgen Ziemer, „Seelsorgelehre“, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2000

3 Ebd. S. 25

4 Jürgen Ziemer, „Seelsorgelehre“, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2000,. S. 25/26

5 Ebd. S. 28


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