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Scholary Paper (Seminar), 2006, 32 Pages
Author: Mark Richter
Subject: Economics / Business: Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
Details
Tags: Mezzanine, Finance, Finanzierungsmöglichkeit, Mittelstand
Year: 2006
Pages: 32
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 20 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-72076-2
ISBN (Book): 978-3-638-72181-3
File size: 478 KB
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Abstract
Den Unternehmern in Deutschland geht es wieder besser, vor allem das Exportgeschäft läuft rund. Aber die Zeiten, in denen man sich nur auf den Kredit verlassen konnte, sind endgültig vor-bei. Neue Finanzierungsformen, wie etwa Beteiligungskapital, sind auf dem Vormarsch. Das Wissen um die Alternativen wird zum Wettbewerbsvorteil. Die Stärkung der Eigenmittelbasis über die Aufnahme von Mezzanine-Kapital ist in aller Munde. Die Zurückhaltung mittelständischer Unternehmen in der Nutzung alternativer Finanzierungsin-strumente weicht dem Interesse, sich mit Kapitallösungen abseits der traditionellen Wege ausein-ander zu setzen. Dies geht mit der Bereitschaft einher, sich aktiv um die Optimierung der eigenen Bilanzstruktur zu kümmern. Hinzu kommt nicht selten der Umstand, dass normale Wege der Unternehmensfi-nanzierung verschlossen sind. Durch Basel II und die neuen Kriterien bei der Kreditvergabe sieht sich der Mittelstand neuen Herausforderungen gegenüber. Die Anforderungen an Transparenz und die Bonitätskriterien sind gestiegen. Um sich für den direkten Kapitalmarktzugang und meist auch für bessere Konditionen zu qualifi-zieren, ist eine gute Eigenmittelausstattung besonders wichtig. Doch gerade hier offenbart sich das Manko: Deutsche Unternehmen weisen eine niedrige Eigenmittelquote von nur durchschnittlich 18% auf. Mezzanine ist ein Sammelbegriff für Finanzierungsinstrumente, die zwischen reinem Eigenkapi¬tal und Fremdkapital einzuordnen sind. Zielsetzung der Untersuchung ist die Darstellung von Lösungsvorschlägen für Mittelständische Unternehmen mittels Mezzanine Finanzierungsinstrumenten in unterschiedlichen Anwendungs-gebieten. Nach diesem einführenden Einstieg erläutert Kapitel 2 die Grundlagen der Mezzaninen Finanzie-rungen. Dabei wird insbesondere auf die Eigenschaften eingegangen. Kapitel 3 liefert ausführlich die verschiedenen Finanzierungsinstrumente im Hinblick auf Kapitel 4, in dem einige der möglichen Anwendungsgebiete dargestellt werden. Im darauf folgenden Kapitel 5 wird ein Praxisbeispiel der Commerzbank AG aus dem CBMezz-Cap-Programm vorgestellt. Der letzte Abschnitt fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen, ohne nochmals auf Details einzugehen, und gibt einen Ausblick zur wachsenden Bedeutung der Mezzanine-Finanzierung.
Excerpt (computer-generated)
Mezzanine Finance – äquivalente Finanzierungsmöglichkeit im Mittelstand?
von
Mark Richter
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Begriffsdefinitionen und Charakterisierung 3
2.1 Was bedeutet Mezzanine 3
2.2 Debt- und Equity-Mezzanine 3
2.3 Eigenschaften des Mezzanine-Kapitals 4
2.4 Vergütung und Equity Kicker 4
2.5 Anforderungen an das finanzierende Unternehmen 6
3 Finanzierungsinstrumente 7
3.1 Nachrangdarlehen 8
3.2 Stille Beteiligung 10
3.2.1 Typisch stille Beteiligung 11
3.2.2 Atypisch stille Beteiligung 12
3.3 Wandel- und Optionsanleihe 13
3.4 Genussschein 15
4 Anwendungsgebiete 18
4.1 Buy Outs 18
4.2 Brückenfinanzierung 18
4.3 Projektfinanzierung 19
4.4 Gesellschafterwechsel 19
4.5 Wachstumsfinanzierung 20
4.6 Unternehmensübernahmen 20
5. Praxisbeispiel anhand des „CBMezz-Cap Programms“ 22
6 Zusammenfassung 24
Literaturverzeichnis 26
Anhang 28
1 Einleitung
Den Unternehmern in Deutschland geht es wieder besser, vor allem das Exportgeschäft läuft rund. Aber die Zeiten, in denen man sich nur auf den Kredit verlassen konnte, sind endgültig vorbei. Neue Finanzierungsformen, wie etwa Beteiligungskapital, sind auf dem Vormarsch. Das Wissen um die Alternativen wird zum Wettbewerbsvorteil.
Die Stärkung der Eigenmittelbasis über die Aufnahme von Mezzanine-Kapital ist in aller Munde. Die Zurückhaltung mittelständischer Unternehmen in der Nutzung alternativer Finanzierungsinstrumente weicht dem Interesse, sich mit Kapitallösungen abseits der traditionellen Wege auseinander zu setzen. Dies geht mit der Bereitschaft einher, sich aktiv um die Optimierung der eigenen Bilanzstruktur zu kümmern. Hinzu kommt nicht selten der Umstand, dass normale Wege der Unternehmensfinanzierung verschlossen sind. Durch Basel II und die neuen Kriterien bei der Kreditvergabe sieht sich der Mittelstand neuen Herausforderungen gegenüber. Die Anforderungen an Transparenz und die Bonitätskriterien sind gestiegen.1
Um sich für den direkten Kapitalmarktzugang und meist auch für bessere Konditionen zu qualifizieren, ist eine gute Eigenmittelausstattung besonders wichtig. Doch gerade hier offenbart sich das Manko: Deutsche Unternehmen weisen eine niedrige Eigenmittelquote von nur durchschnittlich 18% auf. Mezzanine ist ein Sammelbegriff für Finanzierungsinstrumente, die zwischen reinem Eigenkapital und Fremdkapital einzuordnen sind. Dazu gehört eine ganze Reihe von Instrumenten, die schon seit vielen Jahren eingesetzt werden, in erster Linie stille Beteiligungen und Genussrechtskapital.2
Angesichts der Schwierigkeiten der Unternehmer, nach Einführung der neuen Ratingverfahren gemäß Basel II von den Banken noch ausreichend Kredite zu bekommen, erleben diese Mischformen zwischen Eigenkapital und Fremdkapital nun eine Renaissance. Denn sie können – zumindest zum Teil – das notorische Problem der zu geringen Eigenkapitaldecke der meisten Unternehmer lösen. Zielsetzung der Untersuchung ist die Darstellung von Lösungsvorschlägen für Mittelständische Unternehmen mittels Mezzanine Finanzierungsinstrumenten in unterschiedlichen Anwendungsgebieten.
Nach diesem einführenden Einstieg erläutert Kapitel 2 die Grundlagen der Mezzaninen Finanzierungen. Dabei wird insbesondere auf die Eigenschaften eingegangen. Kapitel 3 liefert ausführlich die verschiedenen Finanzierungsinstrumente im Hinblick auf Kapitel 4, in dem einige der möglichen Anwendungsgebiete dargestellt werden. Im darauf folgenden Kapitel 5 wird ein Praxisbeispiel der Commerzbank AG aus dem CBMezzCap-Programm vorgestellt. Der letzte Abschnitt fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen, ohne nochmals auf Details einzugehen, und gibt einen Ausblick zur wachsenden Bedeutung der Mezzanine-Finanzierung.
2 Begriffsdefinitionen und Charakterisierung
2.1 Was bedeutet Mezzanine
„Ursprünglich stammt der Begriff „Mezzanine“ aus dem Italienischen und bezeichnet in der Architektur das Zwischengeschoss zwischen zwei Hauptstockwerken. Auf die Passivseite der Bilanz bezogen handelt es sich um ein Finanzierungsinstrument, das handelsrechtliche und steuerliche Vorteile von Eigen und Fremdkapital zu verbinden versucht“3. Mezzanine-Kapital steht also für all jene Finanzierungsinstrumente die sowohl Eigen- als auch Fremdkapitalcharakter haben.
2.2 Debt- und Equity-Mezzanine
Bedingt durch eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten für Mezzanine-Finanzierungen unterscheidet man je nach bilanzieller Situation der Unternehmung zwischen Equity- Mezzanine und Debt-Mezzanine. Equity-Mezzanine hat die Eigenschaft langfristig gegenüber den bestehenden Gläubigern als nachrangiges Haftungskapital zu dienen und ist daher wirtschaftlich wie bilanziell dem Eigenkapital zuzuordnen. Es ist in der Praxis meist anzutreffen in Form von Genussrechtskapital oder atypisch stiller Beteiligung.4 Debt-Mezzanine zeichnet sich durch Fremdkapitalausrichtung, bedingt durch eine bestimmte Rückzahlungsverpflichtung, eine erfolgsunabhängige Basisverzinsung und die Abzugsfähigkeit aller entstehenden Kosten aus. Beispiele hierfür sind das Nachrangdarlehen, die typisch stille Beteiligung oder das Verkäuferdarlehen. Debt-Mezzanine wird aufgrund der Nachrangigkeit, wirtschaftlich wie Eigenkapital, bilanziell aber wie Fremdkapital behandelt.5 Zu den hybriden Formen des Mezzanine-Kapitals und damit nicht eindeutig zu Equity- oder Debt-Mezzanine zuzuordnen ist die Wandel- oder Optionsanleihe.6
2.3 Eigenschaften des Mezzanine-Kapitals
Mezzanine-Kapital steht der Unternehmung langfristig zur Verfügung. In der Regel werden Laufzeiten zwischen fünf und zehn Jahren vereinbart. Obwohl in der Praxis Eigenkapital- und Mezzanine-Finanzierungsformen häufig kombiniert werden, handelt es sich bei Mezzanine- Kapital um Kapital das nicht von Gesellschafterseite zur Verfügung gestellt wird. Als wesentliches Merkmal aber ist die Nachrangigkeit gegenüber anderen Gläubigern im Falle der Insolvenz und die Vorrangigkeit gegenüber dem „echten“ Eigenkapital zu nennen. Neben den flexiblen Ausgestaltungsmöglichkeiten bei den Vertragsmodalitäten ist als weiterer positiver Effekt die steuerliche Abzugsfähigkeit der Zinsen als Betriebsausgaben zu erwähnen.7 Die durch Mezzanine-Kapital erhöhten Eigenmittel bewirken eine Risikominimierung der vorrangigen Fremdkapitalgeber und ermöglichen demzufolge die Aufnahme weiteren Fremdkapitals sowie eine Verbesserung des Ratings.8
2.4 Vergütung und Equity Kicker
Durch die Nachrangigkeit als unbesichertes Risikokapital übernimmt das Mezzanine-Kapital ein höheres Risiko als Fremdkapital, aber ein geringeres Risiko als Eigenkapital. Daher liegen die Ertragserwartungen eines Mezzanine-Investors über denen eines Kreditgebers aber unter denen eines Eigenkapitalgebers.9
Alle Zins- bzw. Renditekomponenten können kombiniert und variiert werden. Damit ist es möglich die Zins- und Tilgungsbelastung an die Liquiditätssituation oder aber an die Ansprüche der Gesellschafter anzupassen. Generell unterscheidet man eine Zins- und eine Kicker-Komponente die in einem gegensätzlichen Verhältnis zueinander stehen und zusammen die Gesamtrendite einer Mezzanine- Finanzierung widerspiegeln. Je geringer die relativ sichere Zins-Komponente ausfällt, desto höher muss die relativ unsichere Kicker-Komponente sein um diese zu kompensieren.10 Neben einer laufenden Zinszahlung, die sich aus dem EURIBOR oder LIBOR zuzüglich einem individuellen Cash-Coupon zusammensetzt, erhält der Investor am Ende der Vertragszeit entweder einen Risiko-Sonderzins, den so genannten "Zins-Kicker", eine Gewinnbeteiligung oder die Option, eine direkte Beteiligung an dem Unternehmen zu vorher festgelegten Konditionen zu übernehmen, den "Equity-Kicker".11
[...]
1 Vgl. Stadler, W. (2004), S. 15.
2 Vgl. Wahl, S. (2004), S. 14.
3 Zt. Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels e.V. (2005), S. 1.
4 Vgl. Fischer, M. (2004), S. 225.
5 Vgl. Fischer, M. (2004), S. 225.
6 Vgl. Häger, M., Elkermann-Reusch, M. (2004), S. 31.
7 Keine Abzugsfähigkeit bei der atypisch stillen Beteiligung.
8 Vgl. Häger, M., Elkermann-Reusch, M. (2004), S. 22-23; Fischer, M. (2004), S. 225.
9 Vgl. Fischer, M. (2004); S. 227.
10 Vgl. Häger, M., Elkermann-Reusch, M. (2004), S. 36.
11 Vgl. Fischer, M. (2004); S. 227-228.
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