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Termpaper, 2007, 23 Pages
Author: Linda Weidner
Subject: Communications: Mass Media
Details
Institution/College: University of Koblenz-Landau (Institut für Sozialwissenschaften (Soziologie))
Tags: Globalisierung, Kommunikation, Gegenöffentlichkeiten, Kommunikationswissenschaftliche, Grundlagen
Year: 2007
Pages: 23
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 12 + 14 Internetquellen Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-63325-3
ISBN (Book): 978-3-638-67562-8
File size: 351 KB
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Abstract
Vor über 30 Jahren erklärte der Kommunikationswissenschaftler Marshall McLuhan die über Massenmedien vernetzte Welt zum ’global village’. Dieses globale Dorf ist eine Metapher für eine zusammenrückende Weltgemeinschaft, in der keine individuellen Handlungen ohne Auswirkungen auf andere bleiben. Er schuf damit die Bezeichnung für eine Vermehrung und Verdichtung der globalen Beziehungen. Dieser heute allgegenwärtige Begriff der Globalisierung ist schwer zu definieren, doch ich möchte versuchen eine kleine Einführung zu geben und neben der Globalisierung weitere Begriffe, wie ’Glokalisierung’ und ’Hybridisierung’ kurz erläutern. Untrennbar mit dem Begriff Globalisierung ist die Entwicklung des Internets verknüpft. Innerhalb der letzten 15-20 Jahre hat es sich von einem überschaubaren wissenschaftlichen Datennetz zu einem weltumfassenden Kommunikations- und Massenmedium entwickelt. Das Internet verbreitet sich immer mehr zum Massenphänomen Ebenso übernehmen alternative Medien wichtige Aufgaben und dienen als Korrektiv oder Gegengewicht zu den anderen Massenmedien. Sie bieten die Möglichkeit zur Mitgestaltung, vertreten neue Ideen und gesellschaftliche Innovationen und geben neuen sozialen Bewegungen und Randgruppen eine Möglichkeit sich zu artikulieren. Indymedia ist ein solcher Weg um sich zu artikulieren und Einfluss zu nehmen. Es hat sich gezeigt, dass sich in unserer modernisierten Welt fast alles um Medien, Kommunikation und Öffentlichkeit dreht. Durch sie sind viele Dinge möglich geworden die vor ca. 30-40 Jahren undenkbar waren. Unendliche Kommunikationswege stehen zur Verfügung und es ist nicht absehbar welche technologischen Neuerungen die Zukunft mit sich bringt.
Excerpt (computer-generated)
Universität Koblenz-Landau, Campus Landau
Institut für Sozialwissenschaften (Soziologie)
Seminar: Kommunikationswissenschaftliche Grundlagen II
Wintersemester 2006/2007, Datum: 12.03.2007
Globalisierung der Kommunikation und Gegenöffentlichkeiten
von: Linda Weidner
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Begriffserklärung „Globalisierung“ 3
3. Kultur und Globalisierung 5
3.1 „Glokalisierung“ 5
3.2 „Hybridisierung“ 6
4. Massenmedien und Kommunikation im Globalisierungsprozess 7
4.1 Die Rolle der Massenmedien 7
4.2 Globalisierung im Fernsehen 8
5. Alternative Öffentlichkeiten 10
5.1 Begriffserklärung „Öffentlichkeit“ und „Gegenöffentlichkeit“ 10
5.2 Das Medium Internet 12
5.3 Indymedia: Ein Netzwerk der Gegenöffentlichkeit 13
6. Fazit 19
7. Literaturverzeichnis 21
1. Einleitung
Vor über 30 Jahren erklärte der Kommunikationswissenschaftler Marshall McLuhan die über Massenmedien vernetzte Welt zum ’global village’. Dieses globale Dorf ist eine Metapher für eine zusammenrückende Weltgemeinschaft, in der keine individuellen Handlungen ohne Auswirkungen auf andere bleiben. Er schuf damit die Bezeichnung für eine Vermehrung und Verdichtung der globalen Beziehungen. Dieser heute allgegenwärtige Begriff der Globalisierung ist schwer zu definieren, doch zu Beginn meiner Arbeit versuche ich eine kleine Einführung zu geben und neben der Globalisierung weitere Begriffe, wie ’Glokalisierung’ und ’Hybridisierung’ kurz erläutern.
Mir geht es in den Kapiteln 2-4 hauptsächlich darum, diese grundlegenden Begriffe und Entwicklungen im Globalisierungsprozess darzustellen. Das 5. und letzte große Kapitel handelt von alternativer Öffentlichkeit. Wichtigstes Medium dafür ist das Internet. Es bietet die Möglichkeit Informationen alternativ zu verbreiten und bildet eine für alle Meinungen offene Diskussionsplattform. Um zu zeigen wie solche alternativen Öffentlichkeiten entstehen und welche Probleme dabei auftreten können, werde ich das Netzwerk „Indymedia“ vorstellen.
2. Begriffserklärung „Globalisierung“
Bisher existiert keine allgemeingültige Definition für den Begriff „Globalisierung“. Angesichts der relativ kurzen Zeit seit dem Aufkommen des Begriffs, Anfang der neunziger Jahre, ist das nicht sehr verwunderlich.
Wirtschaftsexperten, Soziologen, Politiker, Politologen, Umweltschützer und Menschenrechtler formulierten eine umfangreiche Vielfalt an Definitionen, doch die meisten Erklärungsansätze und Diskussionen um die Globalisierung beziehen sich zunächst auf die ökonomische Dimension. Man geht in diesem Zusammenhang von einer Zunahme wirtschaftlicher Verflechtungen aus; also einem grenzüberschreitenden Zusammenwachsen von Märkten. Im Hinblick auf die gesamtgesellschaftlichen Wirkungen betonen alle Bereiche einen Prozess der Entgrenzung, Enträumlichung, Vernetzung und Verdichtung der Welt. Es findet ein verstärkter Austausch von Gütern, Kapital, Menschen, Bildern und Ideen über weite Distanzen hinweg statt und es können Gemeinschaften entstehen, die an keine spezifische Lokalität gebunden sind. Es geht bei Globalisierung also konkret um die Verdichtung und Intensivierung weltweiter sozialer und kultureller Beziehungen. Es werden transnationale soziale Bindungen und Räume geschaffen. Man spricht auch von der ’Anwesenheit des Abwesenden’ oder der ’Entterritorialisierung des Sozialen’, d.h. geografische und soziale Nähe fallen auseinander und man muss nicht mehr an einem bestimmten Ort leben um zusammenzuleben und an demselben Ort leben heißt noch lange nicht, zusammenleben. (vgl. Drechsel/Schmidt/Gölz 2000: 128).
Globalisierung gibt es auf kommunikationstechnischer, ökologischer, arbeitsorganisatorischer, kultureller, zivilgesellschaftlicher und religiöser Ebene und immer geht es um die Auflösung von Grenzen und die Informationsverbreitung über alle Grenzen hinweg, quer über den Erdball. Nach Anthony Giddens sind Orte demnach auf die Weise miteinander verbunden, dass Ereignisse an einem Ort, die Vorgänge eines anderen Ortes, der kilometerweit entfernt liegt, prägen und beeinflussen. (vgl. Hippe 2001: 41). Er spricht von einem verstärkten Handeln und Leben über Zeit und Raum hinweg. Die Aufmerksamkeit wird auf komplexe Beziehungen zwischen lokalen Beteiligungsweisen und der Interaktion über weite Entfernungen hinweg gelenkt. Die Beziehung zwischen örtlichen und entfernten sozialen Ereignissen wird gedehnt bzw. vergrößert. (vgl. Giddens 1995: 85). Globalisierung bezeichnet also die Tatsache, dass nichts, was sich auf unserem Planeten abspielt, nur ein örtlich begrenzter Vorgang ist. Man spricht auch von der Zunahme einer weltweiten komplexen Konnektivität, die hauptsächlich durch Kommunikationsbeziehungen entsteht (viele verschiedene gesellschaftliche Kontexte und Regionen werden über die Erdoberfläche hinweg als Ganzes vernetzt). Dementsprechend kann man die Globalisierung der Medienkommunikation als eine weltweite Zunahme von Kommunikationsbeziehungen definieren und somit von einer gesteigerten kommunikativen Konnektivität sprechen.
Grund für die Entgrenzung von sozialen und kulturellen Beziehungen ist die globale informations- und kommunikationstechnische Vernetzung (z.B. durch Internet, Mobiltelefon und E-Mail). Durch sie wird eine enorme Vielfalt von Bildern, Symbolen, Identitätsmustern und Lebensstilen verbreitet, die traditionelle Identitäten und Lebensformen auflösen oder zumindest in Frage stellen. Diese kulturelle Globalisierung beinhaltet, dass die Differenz von Nähe und Ferne entfällt und eine raumlose „Vielfalt ohne Einheit“ (Drechsel/Schmidt/Gölz 2000: 139) entsteht. An die Stelle von ortsgebundenen Kulturen, die voneinander abgegrenzt sind, tritt die kulturelle Globalisierung und damit die Vorstellung einer Art Allgegenwart der Weltunterschiede und Weltprobleme.
„Die verschiedensten Hemisphären werden zu benachbarten Plätzen ein und desselben Ortes, die Familienähnlichkeit der einen Welt überlagert und durchdringt die geographischen, ethnischen, politischen und kulturellen Distanzen und Differenzen.“ (Drechsel/Schmidt/Gölz 200: 143f).
Wie anfangs erwähnt lässt sich der Begriff Globalisierung nicht eindeutig definieren, sondern es spielen mehrere Aspekte und Dimensionen eine Rolle. Bisher war die Rede von einer ökonomischen Dimension, von einer kulturellen Globalisierung und von einer Globalisierung der Medienkommunikation. Im weiteren Verlauf meiner Arbeit geht es zunächst noch einmal um die Kultur und dann hauptsächlich nur noch um die Medien.
3. Kultur und Globalisierung
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