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Scholary Paper (Seminar), 2003, 25 Pages
Author: Ralf Thür
Subject: Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
Details
Institution/College: University of Zurich (Philosophisches Seminar)
Tags: Anything, Paul, Karl, Feyerabends, Argumentation, Against, Method, Philosophische, Rebellen
Year: 2003
Pages: 25
Bibliography: ~ 15 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-74101-9
ISBN (Book): 978-3-638-74224-5
File size: 196 KB
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Abstract
Paul Karl Feyerabend war mir bis Anfang 1994 eine unbekannte Grösse. Als ich u.a. mittels Massenmedien über sein Leben, sein Wirken, seinen gedanklichen Kosmos sowie sein Ableben informiert wurde, gab es manch interessanten Schlüsselbegriff, der mich zu weiterer Recherche ermutigte. Seine unkonventionelle Art den Wissenschaftsbetrieb zu beleuchten, weckte mein Interesse. Die von mir rezipierten Zeitungsberichte und Texte liessen auf einen aussergewöhnlichen und provokativen Denker schliessen, über dessen Ideen kontrovers debattiert wurde. Dieser Denker begleitete mich durch meine Zeit an der Universität; gerade auch deshalb, weil die Art dieses „erkenntnistheoretischen Anarchisten“ als wohltuendes Gegengewicht, zum manchmal von mir als etwas statisch empfundenen Hochschulbetriebs gewertet werden kann, weil ich des öfteren auf Hochschulniveau eine freie Debatte um philosophische Themen vermisst habe. Im Wintersemester 2002 / 2003 besuchte ich ein Seminar zum Thema „philosophische Rebellen“, in dem ich die rebellischen Aspekte von Feyerabend erneut untersuchen und kennenlernen konnte. Vom Hauptwerk Feyerabends „Against Method“ oder „Wider den Methodenzwang“ ausgehend, das formal „kein systematisches Traktat, sondern ein Brief an einen Freund“ (Feyerabend 1995 a: 11) ist, versuche ich seine Argumentation aufzuzeigen. Die vorliegende Arbeit gliedert sich in zwei Hauptteile; einen systematischen sowie einen historischen. Im ersten Teil möchte ich die Gedanken um Feyerabends Vorstoss des „Anything goes“ darlegen und seine Thesen und Aspekte wiedergeben. Der zweite Teil stellt seine Argumentation anhand des Beispiels des „Turmarguments“ von Galileo Galilei vor. Die Arbeit schliesst ein Fazit seines Vorstosses, eine kurze Rezeptionsgeschichte seiner Gedanken sowie eine kritische Würdigung der von mir rezipierten Texte ein.
Excerpt (computer-generated)
Universität Zürich, Philosophisches Seminar
Seminar „Philosophische Rebellen“
Wintersemester 2002 / 2003
Anything goes
Paul Karl Feyerabends Argumentation in „Against Method“
von
Ralf Thür
1. Einleitung 1
2. Biographie und Bibliographie 2
2.1 Biographie Feyerabends 2
2.2 Bibliografie Feyerabends 2
3. Der Gedanke Paul Feyerabend‘s „Anything goes“ dargelegt 4
3.1 Einleitung Theorieteil 4
3.1.1 Makroebene 5
3.1.2 Mesoebene 5
3.1.3 Mikroebene 7
3.2 Terminologie und Vorgehen Feyerabends 8
3.2.1 Kontrainduktives Vorgehen 8
3.2.2 Konsistenzbedingung 10
3.2.3 „Absurde“ Gedanken 11
3.2.4 Quant. Unstimmigkeiten und qual. Fehlschläge 12
4. Galileo Galileis Turmargument 14
4.1 Einleitung Analyseteil 14
4.2 Beobachtungsbegriffe und natürliche Interpretationen 14
4.3 Methode der Anamnesis 15
4.4 Entschärfen mittels ad-hoc-Hypothesen 17
5. Fazit 18
6. Rezeptionsgeschichte 19
7. Kritische Würdigung und Reflexion 20
8. Bibliografie 23
1. Einleitung
Paul Karl Feyerabend war mir bis Anfang 1994 eine unbekannte Grösse. Als ich u.a. mittels Massenmedien über sein Leben, sein Wirken, seinen gedanklichen Kosmos sowie sein Ableben informiert wurde, gab es manch interessanten Schlüsselbegriff, der mich zu weiterer Recherche ermutigte. Seine unkonventionelle Art den Wissenschaftsbetrieb zu beleuchten, weckte mein Interesse. Die von mir rezipierten Zeitungsberichte und Texte liessen auf einen aussergewöhnlichen und provokativen Denker schliessen, über dessen Ideen kontrovers debattiert wurde. Dieser Denker begleitete mich durch meine Zeit an der Universität; gerade auch deshalb, weil die Art dieses „erkenntnistheoretischen Anarchisten“ als wohltuendes Gegengewicht, zum manchmal von mir als etwas statisch empfundenen Hochschulbetriebs gewertet werden kann, weil ich des öfteren auf Hochschulniveau eine freie Debatte um philosophische Themen vermisst habe. Im Wintersemester 2002 / 2003 besuchte ich bei Privatdozentin Frau Ursula Pia Jauch ein Seminar zum Thema „philosophische Rebellen“, in dem ich die rebellischen Aspekte von Feyerabend erneut untersuchen und kennenlernen konnte. Vom Hauptwerk Feyerabends „Against Method“1 oder „Wider den Methodenzwang“ ausgehend, das formal „kein systematisches Traktat, sondern ein Brief an einen Freund“ (Feyerabend 1995 a: 11) ist, versuche ich seine Argumentation aufzuzeigen.
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in zwei Hauptteile; einen systematischen sowie einen historischen. Im ersten Teil möchte ich die Gedanken um Feyerabends Vorstoss des „Anything goes“ darlegen und seine Thesen und Aspekte wiedergeben. Der zweite Teil stellt seine Argumentation anhand des Beispiels des „Turmarguments“ von Galileo Galilei vor. Die Arbeit schliesst ein Fazit seines Vorstosses, eine kurze Rezeptionsgeschichte seiner Gedanken sowie eine kritische Würdigung der von mir rezipierten Texte ein.
2. Biographie und Bibliographie
2.1 Biographie Feyerabends
Paul Karl Feyerabend kam am 13. Januar 1924 in Österreich zur Welt und starb am 11. Februar 1994 in der französischen Schweiz an einem Krebsleiden. Der Philosoph Feyerabend studierte zuerst ab 1946 Theaterwissenschaft und musische Fächer in Weimar, Geschichte, Mathematik, Physik und Astronomie in Wien sowie Philosophie in London und Kopenhagen. In Wien war Feyerabend Mitglied eines Diskussionskreises um Victor Kraft (Mitglied des Wiener Kreises), in dem über philosophische Grundlagenprobleme der Naturwissenschaft diskutiert wurde. Dieser Diskussionskreis wurde u. a. von Wittgenstein besucht. Nach der Promotion im Jahre 1951 wollte Feyerabend bei Wittgenstein weiterstudieren, doch der Verfasser des „Tractatus Logico-philosophicus“2 verstarb in der Zwischenzeit. Durch einen respektlosen Diskussionsbeitrag auf einem Forum im österreichischen Alpbach 1948 erregte er die Aufmerksamkeit Poppers, der ihn danach nach England einlud. Seine Universitätskarriere mit Stationen wie Bristol, Berkeley, Neuseeland und Zürich begann. Von 1958 bis 1990 war Feyerabend Professor für Philosophie an der University of California in Berkeley. Von Ende der Siebzigerjahre bis 1991 nahm er zusätzlich eine halbe Professur an der ETH in Zürich wahr. Feyerabend befasste sich primär mit Fragen der Wissenschaftstheorie, der Erkenntnistheorie sowie soziokulturellen Folgen der Wissenschaft.
2.2 Bibliografie Feyerabends
Berühmt wurde Feyerabend durch das Leitmotiv „Anything goes“, das er 1975 in seinem Hauptwerk „Against Method“ oder „Wider den Methodenzwang“ formuliert hatte. Dieser Schrift gingen verschiedene Aufsätze zu diesem Kontext voraus. In „Wider den Methodenzwang“, nachfolgend als WM bezeichnet, bestreitet er die These von Popper und Lakatos, dass es Regelmässigkeiten in der Wissenschaft gibt. Der Fortschritt in der Wissenschaft, gemessen an den Wissenschaftskriterien und der jeweils herrschenden Theorie beruht auf Irrtümern, Irrationalitäten und abgelehnten Theorien. Diesen Gedanken möchte ich in dieser Arbeit erläutern und anhand eines Beispiels angehen.
In Feyerabends Buch „Science in a Free Society“3, oder „Erkenntnis für freie Menschen“ erweitert er sein Konzept auf die Gesellschaft. In dem von ihm beschriebenen demokratischen Relativismus soll der Bürger frei und kritisch denkend sein. Ein Bürger verwendet die Massstäbe seiner Tradition, der er angehört. Ob Astrologie, Voodoo- Praktiken oder die Relativitätstheorie angemessene Formen der Lebensorientierung sind, entscheiden in der freien Gesellschaft alle Bürger und nicht nur die Wissenschaftler. Ein weiteres Werk, das ich kurz in diesem Kontext erwähnen möchte, ist „Farewell to reason“4 oder „Irrwege der Vernunft“. In dieser Schrift erweitert er den Gedanken des „Anything goes“ auf die Kulturkreise der Menschen sowie der ihr immanenten Unterschiede. Die Horizonterweiterung der eigenen Sicht kann in einem gesellschaftlichen und kulturellen Umfeld gewinnbringend, die Vielfalt fruchtbar sein.
3. Aspekte von Feyerabends „Anything goes“
3.1 Einleitung Theorieteil
[...]
1 Englische Erstausgabe 1975.
2 Erschienen 1919.
3 Englische Erstausgabe 1978.
4 Englische Erstausgabe 1987.
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