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Der ontologische Gottesbeweis

Presentation (Elaboration), 2003, 6 Pages
Author: Mariana Pinzon
Subject: Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries

Details

Event: Descartes, De prima philosophia
Institution/College: University of Heidelberg (Philosophisches Seminar)
Tags: Gottesbeweis, Descartes
Category: Presentation (Elaboration)
Year: 2003
Pages: 6
Bibliography: ~ 4  Entries
Language: German
Archive No.: V73319
ISBN (E-book): 978-3-638-74117-0

File size: 138 KB


Excerpt (computer-generated)

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Philosophisches Seminar
PS: René Descartes, Meditationes
WS 2002/2003, 1. Fachsemester

Der ontologische Gottesbeweis

von

Mariana Pinzón
 



 

I. Der Gottesbeweis der III. und V. Meditation

Nachdem Descartes die verschiedenen Vorstellungen nach ihrem Sachgehalt und ihren Ursachen überprüft hat, widmet er sich der Vorstellung Gottes „ bei der es zu erwägen ist, ob sie etwas ist, das nicht aus mir selbst hervorgehen konnte“1. Aus der Definition des Begriffes Gott als „ eine Substanz, die unendlich, unabhängig, allwissend und allmächtig ist und von der ich selbst geschaffen bin ebenso wie alles andere Existierende, falls es solches gibt“2, schließt er dass Gott notwendig existiert, da es ihm unmöglich erscheint, dass eine solch vorzügliche Vorstellung aus ihm entstammt.

Er meint die Idee einer unendlichen Substanz müsse als Ursache eine in Wahrheit unendliche Substanz haben, da er ja selber endlich sei und die Vorstellung des Unendlichen mehr Sachgehalt besitze als die des Endlichen, also nicht von ihm verursacht werden kann. Da die Substanz des Unendlichen mehr Sachegehalt beinhaltet als die des Endlichen, kann der Begriff des Unendlichen nicht als „Verneinung des Endlichen“3 begriffen werden, weil das Unendliche dem Endlichen vorhergeht. „Erst durch den Vergleich mit dem Vollkommenen kann das Unvollkommene bestimmt werden“4; Descartes geht davon aus, dass wenn es ein Begriff des endlichen Wesen gibt, muss auch eins des unendlichen notwendigerweise vorausgesetzt werden und da die Existenz des denkenden Ich nicht bezweifelt werden kann, kann man auch nicht an der Idee des Unendlichen zweifeln.

Wolfgang Röd fasst die cartesianische Argumentation folgendermaßen zusammen:

„ Ich denke, also bin ich, und zwar als denkende Substanz; ich könnte mich als eine solche Substanz nicht erkennen, wenn ich nicht über die Idee des Unendlichen verfügte; da die Idee des Unendlichen Bedingung der Idee des Ich ist und da ich in unbezweifelbarer Weise existiere, existiert auch das Unendliche.“5

Der Gottesbeweis der III. Meditation beruht auf dem Kausalitätsprinzip, demzufolge „ die einer Idee eigene objektive Realität nur von etwas verursacht sein kann, das mindestens ebensoviel aktuale Realität besitzt, wie in der Idee an objektiver Realität enthalten ist“6. Der Beweis der V. Meditation dagegen wird vollständig a priori geführt und stützt sich nur auf die Definition von „Gott“ und auf Grundsätze der Ontologie so wie auf die herkömmliche Logik.

Der Satz „Gott existiert“ wird als analytisch wahrer Satz dargestellt, was heißt, dass „Existenz“ im Begriff „Gott“ enthalten sein muss und somit Gott nicht ohne Existenz gedacht werden kann. Da Gott das vollkommenste Wesen ist und Existenz eine Vollkommenheit ist, kann ihm diese Vollkommenheit nicht fehlen. „ Es wiederspricht sich daher ebenso sehr, sich einen Gott, d.h. ein höchst vollkommenes Wesen zu denken, dem das Dasein fehlte, d.h. dem eine gewisse Vollkommenheit mangelte, als einen Berg zu denken ohne Tal.“7 In ähnlicher Weise wurde der Gottesbeweis schon im 11. Jh. von Anselm von Canterbury in seinem Werk „Proslogion“ geführt. Anselm ist der erste der den ontologischen Gottesbeweis ( wie er erst später von Kant genant wurde) verwendet.

II. Der ontologische Gottesbeweis bei Anselm von Canterbury

[...]


1 Med. III. § 22. S.83 – Zitate und Seitenzahlen beziehen sich auf die Ausgabe: Descartes, René, Meditationes de prima philosphia, lateinisch-deutsch, Hamburg: Meiner, 1992

2 ebda

3 ebda §24

4 Röd, Wolfgang, „Der Gott der Reinen Vernunft“, München: Beck 1992 , S. 72

5 Röd, Wolfgang ebda S.73

6 Röd, Wolfgang ebda S.64

7 Med. V. §8 S. 121


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