Bei GRIN registrieren oder einloggen

Your e-mail-address or password is wrong
Jetzt registrieren
Für neue Autoren: kostenlos, einfach und schnell
Dies wird Ihr Benutzername, bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse an

Passwort vergessen

Your e-mail-address or password is wrong

Neues Passwort anfordern
Luthers Verständnis des allgemeinen Priestertums in der Schrift „An den christli... close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.

Luthers Verständnis des allgemeinen Priestertums in der Schrift „An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung“

Seminararbeit, 2007, 24 Seiten
Autor: Florian Amberg
Fach: Theologie - Systematische Theologie

Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2007
Seiten: 24
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 15  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V73343
ISBN (E-Book): 978-3-638-63292-8
ISBN (Buch): 978-3-638-67577-2
Dateigröße: 251 KB

Zusammenfassung / Abstract

Luthers Adelsschrift und sein Verständnis vom Allgemeinen Priestertum berühren zentrale Fragen der damaligen Zeit. Sie bewegen sich im Spannungsfeld von Freiheit und Begrenztheit, Recht und Pflicht, Macht und Ohnmacht, weltlichem und geistlichem Handeln, Ordnung und Anarchie – und nicht zuletzt von Hierarchie und Egalität, Gleichheit und Ungleichheit. Bei der Analyse der Stringenz von Luthers Argumentationsmodellen ist eine klare Trennung von wörtlicher und bildhafter Rede erforderlich. Nach der Charakterisierung dieser hermeneutischen Problematik und der Darstellung des Lösungsansatzes werden die konstituierenden Elemente des Allgemeinen Priestertums und seine Konsequenzen dargelegt: Getaufte weltliche Machthaber stehen über der geistlichen Gewalt, Getaufte dürfen die Schrift selbständig auslegen und haben das Recht, ein Konzil einzuberufen. Luther beschreibt die Sünde, die gottgewollte Ordnung und die Qualität der Offenbarung als Kriterien, die innerhalb der Gemeinde Hierarchie stiften sollen. Anschließend wird in der Arbeit das Verhältnis vom Allgemeinen Priestertum und geistlichem Amt bestimmt. Schlussendlich zeigen Beispiele, dass einige Weisungen in Luthers Adelsschrift seinem Modell des Allgemeinen Priestertums spannungsvoll entgegenstehen.


Textauszug (computergeneriert)

Ludwig-Maximilians-Universität zu München, Fakultät für Evangelische Theologie
Proseminar: Luthers reformatorische Hauptschriften
4. Fachsemester, Sommersemester 2006

Luthers Verständnis des Allgemeinen Priestertums in der Schrift
„An den christlichen Adel deutscher Nation von
des christlichen Standes Besserung“

von: Florian Amberg

 


Inhaltsverzeichnis

1. „[V]nter yhn kein vnterscheyd, denn des ampts halben allein“: Einleitung 3

2. „Dan alle Christen sein wahrhafftig geystlichs stands“: Hauptteil  4

2.1 Aufbau und Gliederung der Schrift  4
2.2 Entstehungskontext und Charakter 5
2.3 Der geistliche Stand aller Christen 6

2.3.1 Biblische Argumentation  6
2.3.2 Praxisorientierte und geschichtliche Argumentation 8

2.4 Hermeneutische Problematik: Wörtliche und bildhafte Rede  9

2.4.1 Charakterisierung 9
2.4.2 Einordnung und Folgerungen  10

2.5 Begriffsdefinitionen 11

2.5.1 Geistlicher Stand 11
2.5.2 Amt  11
2.5.3 Werk und Dienst 12

2.6 Konstituierende Elemente des Allgemeinen Priestertums  12
2.7 Konsequenzen des Allgemeinen Priestertums 14

2.7.1 Macht der weltlichen über die geistliche Gewalt 14
2.7.2 Eigenständige Schriftauslegung  15
2.7.3 Recht auf Einberufung eines Konzils 16

2.8 Freiheit und Pflicht des Priesters  16
2.9 Hierarchiekriterien des Allgemeinen Priestertums  17

2.9.1 Sünde  18
2.9.2 Gottgewollte Ordnung 19
2.9.3 Qualität der Offenbarung 20

2.10 Allgemeines Priestertum und geistliches Amt 20
2.11 Stringenz der Umsetzung des Allgemeinen Priestertums 21

3. „[S]ollen wir mutig und frey werden“: Schluss  22

4. Bibliographie 23

 


 

1. „[V]nter yhn kein vnterscheyd, denn des ampts halben allein“1: Einleitung

Der Begriff des Allgemeinen Priestertums ist vieldeutig: Es ist begriffsimmanent nicht auszumachen, ob es sich bei diesem Ausdruck um die Beschreibung eines Priestertums handelt, in dem Priester einen allgemeinen Anspruch besitzen oder die Allgemeinheit in Form aller Menschen partizipiert oder in welchem beide Varianten zusammenfließen. Auch der Titel von Luthers Schrift „An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung“ gibt zahlreiche Fragen auf: Wie sieht die Besserung des christlichen Standes aus? Um welche Art von Besserung geht es, welche Schritte sind dafür notwendig, wer soll diese Schritte vollziehen und warum? Luthers Adelsschrift und sein Verständnis vom Allgemeinen Priestertum berührten, ja symbolisierten zentrale Fragen und Probleme der damaligen Zeit. Sie bewegten sich im Spannungsfeld von Freiheit und Begrenztheit, Recht und Pflicht, Macht und Ohnmacht, weltlichem und geistlichem Handeln, Ordnung und Anarchie, Mittel- und Unmittelbarkeit – und nicht zuletzt von Hierarchie und Egalität, Gleichheit und Ungleichheit. Was bedeutet es für das Verständnis von Kirche, Gemeinde und Gemeinschaft der Gläubigen, wenn Luthers Verständnis vom Allgemeinen Priestertum konsequent zu Ende gedacht wird? In dieser Arbeit soll versucht werden, nach einer Klärung von Luthers Verständnisses und der kritischen Würdigung seiner Argumentation auch dieser Frage nachzugehen, auf die genannten Spannungen hinzuweisen und die unterschiedlichen Pole zueinander in Beziehung zu setzen.

2. „Dan alle Christen sein wahrhafftig geystlichs stands“2: Hauptteil

2.1 Aufbau und Gliederung der Schrift

Luthers Adelsschrift gliedert sich in drei größere Sinnabschnitte: Nach der expliziten Anrede an Kaiser und Adel (Vgl. WA 405) geht der Autor zunächst in WA 405-415 zu der bildhaften Beschreibung dreier Mauern über, die von den Romanisten errichtet worden seien (Vgl. WA 406). Mit Hilfe der Metaphern charakterisiert Luther drei zentrale Missstände in der Kirche: Sie behaupte, dass sie über der weltlichen Gewalt stehe. Darüber hinaus beanspruche der Papst exklusiv das Recht zur Schriftauslegung und zur Einberufung eines Konzils (Vgl. WA 406). Die zentrale Bedeutung dieser drei bildhaften Mauern wird gleich zu Beginn herausgestellt: „[Die Romanisten] haben [...] die drey rutten vns heymlich gestolen das sie mugen vngestrafft sein“ (WA 406). Sie werden von Luther also als Mittel zur Zurechtweisung und Strafe verstanden. Dieser erste Abschnitt kann als Kernstück der Schrift verstanden werden, da Luther in diesem ausführlich sein Verständnis vom Allgemeinen Priestertum entfaltet.

An ihn schließt sich in WA 415-418 eine Darstellung dreier Bereiche an, die im Rahmen eines Konzils behandelt werden müssten: die Selbstherrlichkeit des Papstes, die große Zahl der Kardinäle und der enorme Umfang des päpstlichen Hofes. Luthers lässt dann einen Exkurs über den römischen Rechtsmissbrauch in Form der geistlichen Jurisdiktion folgen (WA 418-427). Beide Teile fügen sich zu einem zweiten Sinnabschnitt der Schrift zusammen. Im dritten Abschnitt (WA 427-465) bringt Luther in der zweiten Auflage seiner Schrift vor, „was wol geschehen mocht und solt von weltlicher gewalt odder gemeinen Concilio.“ (WA 427) Er führt dabei 26 Verbesserungsvorschläge an, von denen sich zwölf auf genuin römische Missstände beziehen und die folgenden die Christenheit im Allgemeinen betreffen. Der 27. Punkt kritisiert zahlreiche weltliche Übel (WA 465-469).

2.2 Entstehungskontext und Charakter

Die Analyse von Aufbau und Gliederung der Adelsschrift ist unmittelbar mit der Frage verknüpft, warum sich Luther für die Abfassung in eben dieser Weise entschied. Ausgehend von dieser Problematik sah sich die Forschung mit der Frage der Kohärenz der Schrift konfrontiert. Hierbei konnte bis heute kein Konsens erzielt werden: Die innere Einheit und Geschlossenheit des Textes wurde mit dem Hinweis auf die unterschiedliche Formulierungsschärfe gegenüber Kurie und Papst innerhalb der einzelnen Abschnitte vehement bestritten, während andere Parteien stets von einer einheitlichen Konzeption ausgingen.3

Der Titel der Luther-Schrift, der die deutschen Adeligen als Adressaten explizit benennt, lässt zunächst die These plausibel erscheinen, dass nach dieser eingrenzenden Anrede darin auch konkrete Anliegen thematisiert würden. Auch wenn dies in weiten Teilen zutrifft, muss aufgrund der oftmals allgemein gehaltenen Anreden im Text auf eine weitaus breitere Leserschaft geschlossen werden.4

[...]


1 Luther, Martin: Werke. Kritische Gesamtausgabe 6, hg. v. J. K. F. Knaake, G. Kawerau, E. Thiele u.a., Weimar 1888, S. 407.

2 WA 407. Sämtliche Zitate aus der WA stammen aus dem 6. Band. Dem Sigle folgt die Angabe der Seitenzahl. Zur Wahrung der Übersichtlichkeit werden WA-Zitate außer in den Überschriften direkt im Fließtext belegt.

3 Vgl. Luther, Martin: An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung, bearb. u. eingel. v. K. Blaschke, in: Studienausgabe. Bd. 2, hg. v. H. U. Delius, Berlin 1982, S. 89-168, hier: S. 92f.

4 Vgl. Moeller, Bernd: Klerus und Antiklerikalismus in Luthers Schrift An den christlichen Adel deutscher Nation von 1520, in: Dykema, Peter A. u.a. (Hg.): Anticlericalism in late medieval and early modern Europe, Leiden u.a. 1993, S. 353-365, hier: S. 356.


Kommentare

Bisher keine Kommentare

Kommentar hinzufügen
Ihr Kommentar wird redaktionell geprüft und dann freigeschaltet

Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:

Luther und die Reformation

Autoren: Johanna Klugkist, Christina Lücht
Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte, 2005 Als PDF-Datei downloaden für 6,99 EUR

Massenvernichtungswaffen- eine neue Dimension des Terrors?

Autor: Anne Mareike Schwarz
Politik - Int. Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit, 2003 Als PDF-Datei downloaden für 8,99 EUR

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/73343/luthers-verstaendnis-des-allgemeinen-priestertums-in-der-schrift-an-den
please wait Bitte warten