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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 19 Pages
Author: Ines Hoepfel
Subject: History - Middle Ages, Early Modern
Details
Tags: Ablenkung, Kreuzzuges, Sicht
Year: 2004
Pages: 19
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 15 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-74452-2
File size: 139 KB
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Abstract
Der vierte Kreuzzug wurde 1198 von Papst Innocenz III. ausgerufen und „galt der Verbesserung der desolaten Verhältnisse im Heiligen Land“ . Als Ziel wurde Ägypten propagiert. Die Kreuzfahrer aber eroberten weder Ägypten, noch das Heilige Land, sondern Konstantinopel. Warum der Kreuzzug nach Konstantinopel abgelenkt wurde, beschäftigt die Forschung seit langem, „ohne dass ein Ergebnis erzielt worden wäre“ . Die vorliegende Arbeit wird sich mit der Ablenkung des vierten Kreuzzuges aus byzantinischer Sicht beschäftigen und zwar anhand der „Chronik“ des Georgios Akropolites sowie des Geschichtswerkes „Die Kreuzfahrer erobern Konstantinopel“ von Niketas Choniates. Sicher wird auch diese Arbeit das Problem der Ablenkung nicht lösen, aber vielleicht neue Gesichtspunkte aufzeigen.
Excerpt (computer-generated)
Universität Jena, Mittelalterliche Geschichte
Hauptseminar: Die Eroberung Konstantinopels auf
dem 4. Kreuzzug 1204: Die Perspektive der Täter und der Opfer
Wintersemester 2003/04
Die Ablenkung des vierten Kreuzzuges aus byzantinischer Sicht
von
Ines Hoepfel
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung Seite 3
II. Georgios Akropolites Seite 3
1. Leben und Werk Seite 3
2. Die Ablenkung des vierten Kreuzzugs in Akropolites’ Chronik Seite 4
a) Die Quelle Seite 4
b) Die Interpretation der Quelle Seite 5
III. Niketas Choniates Seite 7
1. Leben und Werk Seite 7
2. Die Ablenkung des vierten Kreuzzugs in Choniates’ Geschichtswerk Seite 8
a) Die Quelle Seite 8
b) Die Rolle der Venezianer Seite 10
c) Die Rolle des Alexios Seite 12
d) Die innere Schwäche des byzantinischen Reiches Seite 15
IV. Schluss Seite 16
V. Literaturverzeichnis Seite 18
I. Einleitung
Der vierte Kreuzzug wurde 1198 von Papst Innocenz III. ausgerufen und „galt der Verbesserung der desolaten Verhältnisse im Heiligen Land“1. Als Ziel wurde Ägypten propagiert. Die Kreuzfahrer aber eroberten weder Ägypten, noch das Heilige Land, sondern Konstantinopel. Warum der Kreuzzug nach Konstantinopel abgelenkt wurde, beschäftigt die Forschung seit langem, „ohne dass ein Ergebnis erzielt worden wäre“2. Die vorliegende Arbeit wird sich mit der Ablenkung des vierten Kreuzzuges aus byzantinischer Sicht beschäftigen und zwar anhand der „Chronik“ des Georgios Akropolites sowie des Geschichtswerkes „Die Kreuzfahrer erobern Konstantinopel“ von Niketas Choniates. Sicher wird auch diese Arbeit das Problem der Ablenkung nicht lösen, aber vielleicht neue Gesichtspunkte aufzeigen.
II. Georgios Akropolites
1. Leben und Werk
Georgios Akropolites wurde 1217 in Konstantinopel geboren und 1233 von seinem Vater zur Ausbildung nach Nikaia geschickt, wo er mit Kaiser Johannes III.Vatatzes zusammentraf, der anscheinend Gefallen an Akropolites fand und sich um dessen weitere Förderung kümmerte3. Akropolites wurde von Theodor Hexapterygos und Nikephoros Blemmydes unterrichtet und dürfte 1240 mit Theodor, dem Sohn des Kaisers, zusammengetroffen sein, eine Beziehung, die im Laufe der Jahre von Höhen und Tiefen geprägt war4.
Die politische Laufbahn von Georgios Akropolites begann 1246, er erhielt das Hofamt des Logothétes toû genikoû5. Später wurde Akropolites der Erzieher des Kaisersohns Theodor in Philosophie, der Beginn einer Freundschaft, die durchaus ambivalent war6. Kaiser Theodor II. Laskaris ernannte Akropolites zum Groß-Logotheten, einem der höchsten Beamten des Reichs, machte seinem Freund aber genau dieses Amt zum Vorwurf und misstraute seiner Loyalität, weshalb es 1256 zu den 24, vielleicht sogar 48 Schlägen auf die Fußsohlen des fast 40-jährigen Akropolites kam7. Kaum zwei Monate später wurde Akropolites wieder in Gnaden aufgenommen und zum Prätor für den Westteil des Reiches ernannt8. 1257 wurde Akropolites mit anderen Repräsentanten in der Stadt Prilep von den Soldaten Michaels II. von Epiros eingeschlossen, er blieb zwei Jahre lang in Gefangenschaft9. Währenddessen starb Kaiser Theodor, der Usurpator Michael Komnenos Palaiologos bestieg als Michael VIII. Palaiologos den Thron und engagierte sich 1259 für die Freilassung der Gefangenen, die im Herbst gewaltsam befreit wurden10. Von Michael wurde Akropolites mit diplomatischen Aufgaben betraut und erlebte 1261 die Zurückeroberung Konstantinopels für die Griechen und den feierlichen Einzug dort selbst mit11. Akropolites blieb Groß-Logothet, Diplomat und war als akademischer Lehrer für Philosophie in Konstantinopel tätig, wo er seine Chronik schrieb12. Im Laufe des Jahres 1282 starb Akropolites13. Das Hauptwerk des Georgios Akropolites ist seine Chronikè Syngraphé, in der er die Ereignisse der Jahre 1203 bis 1261 beschreibt und die er höchstwahrscheinlich zwischen 1261 und 1267 verfasst hat14.
2. Die Ablenkung des vierten Kreuzzugs in Akropolites’ Chronik
a) Die Quelle
Akropolites geht in seinem Werk nur in Kapitel 2 auf die Ablenkung des vierten Kreuzzugs nach Konstantinopel ein. Nach seinen Worten hatte Alexios III. Komnenos seinen Bruder Isaak II. Angelos „aus der Herrschaft vertrieben“15, blenden lassen und sich selbst zum Kaiser erhoben.
Wie Akropolites schreibt, gelang Isaaks Sohn, Alexios, die Flucht aus Konstantinopel, dieser sei nach Rom gelangt, wo er sich „dem Erzbischof dieser Stadt zu Füßen“16 geworfen und ihn um Rache für seinen Vater gebeten habe. „Durch dessen inständiges Bitten, und mehr noch durch seine Versprechungen ließ sich der Papst erweichen“17, fährt Akropolites fort. Papst Innocenz III. habe Alexios den Heerführern des Kreuzzugs mitgegeben, „damit diese von der eigentlich geplanten Route Abstand nähmen und ihn auf den Thron seines Vaters einsetzten“18.
[...]
1 Lilie, Ralph-Johannes: Byzanz. Das zweite Rom, Berlin 2003, Seite 436.
2 Lilie, Byzanz, Seite 435.
3 vgl. Akropolites, Georgios: Die Chronik. Übersetzt und eingeleitet von W. Blum (Bibliothek der griechischen Literatur 28), Stuttgart 1989, Einleitung, Seite 1.
4 vgl. Akropolites, Chronik, Einleitung, Seite 1f.
5 vgl. Akropolites, Chronik, Einleitung, Seite 4.
6 vgl. Akropolites, Chronik, Einleitung, Seite 5f.
7 vgl. Akropolites, Chronik, Einleitung, Seite 6f.
8 vgl. Akropolites, Chronik, Einleitung, Seite 7.
9 vgl. Akropolites, Chronik, Einleitung, Seite 7f.
10 vgl. Akropolites, Chronik, Einleitung, Seite 8f.
11 vgl. Akropolites, Chronik, Einleitung, Seite 9.
12 vgl. Akropolites, Chronik, Einleitung, Seite 10.
13 vgl. Akropolites, Chronik, Einleitung, Seite 13.
14 vgl. Akropolites, Chronik, Einleitung, Seite 17.
15 Akropolites, Chronik, Kapitel 2, Seite 68.
16 Akropolites, Chronik, Kapitel 2, Seite 68.
17 Ebd.
18 Ebd.
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