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Fernhandel und Sakralisierung der Umwelt in archaischer Zeit im Andenraum close

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Fernhandel und Sakralisierung der Umwelt in archaischer Zeit im Andenraum

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2007, 25 Pages
Author: Martina Janssen
Subject: Ethnology / Cultural Anthropology

Details

Event: Weltbild und sakrale Landschaft im Andenraum von der vorspanischen Zeit bis heute
Institution/College: University of Bonn
Tags: Fernhandel, Sakralisierung, Umwelt, Zeit, Andenraum, Weltbild, Landschaft, Andenraum, Zeit
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2007
Pages: 25
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 29  Entries
Language: German
Archive No.: V73741
ISBN (E-book): 978-3-638-74132-3

File size: 415 KB


Excerpt (computer-generated)

Fernhandel und Sakralisierung der Umwelt in archaischer Zeit im Andenraum

von

Martina Janssen

 


INHALTSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG 1

2. DAS ZIEL DIESER ARBEIT 1

3. GEOGRAPHISCHE UND ZEITLICHE EINORDNUNG DES THEMAS 2

3.1 DER ZENTRALE ANDENRAUM 2
3.2 DIE ENTWICKLUNGEN DES ARCHAIKUMS 3

4. DIE ENTSTEHUNG UND DIE ENTWICKLUNG DES FERNHANDELS IN ARCHAISCHER ZEIT IM ANDENRAUM 5

4.1 GESELLSCHAFTLICHE STRUKTUREN ALS VORAUSSETZUNG FÜR DEN FERNHANDEL 6
4.2 DIE ENTSTEHUNG DES FERNHANDELS 7
4.3 DIE GEHANDELTEN GÜTER 9
4.4 DIE HANDELSWEGE UND HANDELSPLÄTZE 10

5. DIE INTERAKTION VON RELIGION UND WIRTSCHAFT 11

5.1 FALLBEISPIEL: DER FERNHANDEL MIT SPONDYLUSMUSCHELN 12

5.1.1 ALLGEMEINE INFORMATIONEN ZU SPONDYLUSMUSCHELN 13
5.1.2 ERWERB UND DISTRIBUTION DER SPONDYLUSMUSCHELN 14
5.1.3 ZUR VERWENDUNG DER SPONDYLUSMUSCHELN 16

5.2 SAKRALISIERUNG DER SPONDYLUSMUSCHELN ODER DIE AUSWIRKUNGEN DES FERNHANDELS AUF RELIGIÖSEM GEBIET 17

6. FAZIT 19

7. LITERATUR 21

 


Die Inkageschichte führt höchstens in das beginnende 13. Jahrhundert
zurück. Was vorher war, die ganze lange Geschichte menschlicher
Einrichtungen und Gesittung, lässt sich nur aus den Dingen, die die
Erde birgt, rekonstruieren, aus dem Erbe von Völkerschaften, deren eigentlichen
Namen wir niemals wissen werden
(Disselhoff 1953: 261).

1. EINLEITUNG

In der Literatur kann man lesen, dass den Eroberungsstaat der Inka einen hohen Grad an Organisation und eine effiziente Verwaltungsstruktur prägten. Die inkaischen Tempel und Bauwerke weisen eine aufwändige und prachtvolle Architektur von teilweise gigantischer Größe auf. Es wird von Bewässerungssystemen und Terrassen für die landwirtschaftliche Produktion und von einer großzügigen, sich über den gesamten Andenraum erstreckenden Infrastruktur berichtet. Diese Liste der inkaischen Errungenschaften lässt sich sicherlich weiter ergänzen, jedoch stellt sich die Frage, ob diese ausschließlich auf die Inka zurückzuführen sind, oder ob hierbei nicht doch wesentlich weiter in der Geschichte zurückgegangen werden muss. Es muss gefragt werden, ob nicht auch andere Gesellschaften an diesen Entwicklungen- bereits Jahrhunderte zuvor– mitgewirkt haben. Die administrativen Organisation und das Versorgungsnetzwerk des Inkastaates, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht allein in den wenigen Jahren der Inkaherrschaft entstanden. Vielmehr nutzten die Inka die im Laufe der Zeit gewachsenen Grundstrukturen und machten sich diese zu Eigen. Keineswegs soll nun jedoch davon ausgegangen werden, dass sich eine derart komplexe Infrastruktur zeitgleich mit dem Eintreffen der ersten Menschen etabliert hat. Die zuvor genannten Aspekte bedurften allesamt einer jahrhundertelangen Entwicklung; und es handelt sich hierbei um Prozesse, die teilweise geographisch und gesellschaftskulturell unabhängig voneinander und sehr unterschiedlich abgelaufen sind. Erst viel später werden sie von den Inka zu einem Gesamtsystem zusammengeführt.

2. DAS ZIEL DIESER ARBEIT

Die vorliegende Arbeit wird sich mit einer einzelnen Epoche aus der langen inkaischen Vorgeschichte und einem einzelnen Themenbereich aus dem großen Gesamtkomplex dessen beschäftigen, „was– wie Disselhoff sagt–, vorher war“. Fernhandel und Sakralisierung der Umwelt in archaischer Zeit im Andenraum lautet das Thema dieser Arbeit. Nach einer durch den Titel bereits vorgegebenen geographischen und zeitlichen Einordnung des Themas, wird die Entwicklung des Fernhandels im Kontext des zuvor zu beschreibenden Andenraums des Archaikums dargestellt. Welche Faktoren eine Rolle bei der Entwicklung des Fernhandels spielen und welche Bedeutung den gesellschaftlichen Strukturen in diesem Kontext zukommt, wird zu zeigen sein. Denn, wie Golte schreibt, „da es nun aber schon für die Anfänge der Kulturentwicklung deutliche Hinweise auf einen großräumigen, nicht nur zufälligen und sporadischen Austausch materieller Güter und Informationen im gesamten Andenraum und darüber hinaus gibt, sollte dies in den Vorstellungen vom Charakter der gesellschaftlichen Entwicklung in diesem Raum Berücksichtigung finden“ (2000: 21).
Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Sakralisierung der Umwelt. Da es, wie zu zeigen sein wird, eindeutige Verbindungen zwischen dem archaischen Fernhandel und bestimmten Pharaphernalien jener Zeit gibt, liegt die Verbindung der beiden Themengebiete- Religion (bzw. Kult) und Wirtschaft- nahe. Häufig über weite Strecken gehandelte, teilweise sogar sehr exotische, Güter erfüllten keineswegs nur die Aufgabe der Existenzsicherung, sondern wurden auch für religiöse, kulturelle und/oder spirituelle Zeremonien verwendet. Die Interaktion der beiden Themengebiete wird auch in der Aussage von Golte durch seine Verknüpfung von Gütern und Informationen angedeutet. Anhand eines in der Literatur vielfach diskutierten Fallbeispiels, dem Fernhandel mit den Spondylusmuscheln, wird veranschaulicht, wie Wirtschaft und Religion im Andenraum des Archaikums interagierten.

3. GEOGRAPHISCHE UND ZEITLICHE EINORDNUNG DES THEMAS

Das Wissen um die außergewöhnlichen und einzigartigen landschaftlichen Gegebenheiten des Andenraumes ist für die Entwicklung der archaischen Landwirtschaft von besonderer Bedeutung. Die Domestikation von Pflanzen und Tieren, sowie die Sesshaftwerdung der Andenbevölkerung hatten bedeutende Auswirkungen auf die vorhandenen gesellschaftlichen Strukturen. Die Veränderungen innerhalb der Gesellschaften und die immer effizientere landwirtschaftliche Nutzung der jeweiligen regionalen Ressourcen, bildeten die Grundlage für die Entstehung des Fernhandels in archaischer Zeit. Aus diesem Grunde scheint es nahe liegend, den Entwicklungsprozess vom Subsistenzwirtschaft betreibenden Jäger- und Sammlertum hin zu den sesshaften Gesellschaften im Hinblick auf den Fernhandel zu beschreiben.

3.1 DER ZENTRALE ANDENRAUM

Die Anden erstrecken sich über ein immenses Territorium entlang der Westküste Südamerikas. In dem Gebiet um Zentralperu, Bolivien und Nordchile steigen die Bergketten so weit an, dass sie Breiten von mehreren 100 km und Höhen von über 6000 m erlangen. Die extremen Höhen führen zu starken klimatischen Unterschieden in den jeweiligen Höhenstufen. Die stark wechselnden klimatischen und auch orographischen Bedingungen, die temperaturbedingte unterschiedliche Vegetation der Landschaft und die Feuchtigkeitsunterschiede innerhalb einzelner Höhenstufen sind gerade für den Andenraum bezeichnend (Golte 2000: 22). Diese Diversität war für den Fernhandel aber auch den regionalen Warenaustausch unter den prähistorischen Gesellschaften von besonderer Bedeutung. Das Prinzip der Vertikalität, d.h. die Nutzung der Erzeugnisse verschiedener Ökosysteme, beschreibt dies und lässt auf einen Austausch zwischen den jeweiligen Höhenstufen schließen. Die fünf Höhenstufen (vgl. Abb. 1) bieten jeweils unterschiedliche Möglichkeiten der landwirtschaftlichen Nutzung: „von einer mehr auf Obst und tropische Früchte konzentrierten Küstenzone über Mais- und Getreideanbau in der Mitte bis zum Knollenanbau weiter oben“ (Meyers 1990: 328). Neben dem landschaftsabhängigen Anbau von Pflanzen eigenen sich bestimmte Höhenstufen ebenfalls besser oder schlechter für die Haltung und die Zucht von einigen Tierarten. Derweil sich der Bereich zwischen 2000 und 3000 m zur Haltung von Rindern eignet, ist die produktive Zucht von Kameliden eher in der sog. Puna- Höhenstufe liegt zwischen ca. 3500 und 4800 m- zu empfehlen. Hiermit seien nur wenige Beispiele genannt, die eine klimatologische und ökologische Bedeutung für die landwirtschaftliche Nutzung des Andenraums haben und die für den Fernhandel eine große Rolle spielen.

Abb. 1: Die Höhenstufen der Anden [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

3.2 DIE ENTWICKLUNGEN DES ARCHAIKUMS

[...]


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