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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2007, 19 Pages
Author: Beate Sewald
Subject: Pedagogy - General
Details
Institution/College: University of Augsburg
Tags: Mensch, Martin, Bubers, Verständnis, Erziehung, Hauptseminar
Year: 2007
Pages: 19
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 12 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-72893-5
ISBN (Book): 978-3-638-90355-4
File size: 149 KB
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Abstract
Im Rahmen dieser Veranstaltung habe ich mich mit dem Erziehungsverständnis Martin Bubers näher befasst. Dazu werde ich in aller Kürze auf Bubers Biographie eingehen, bevor ich den Hauptaspekt seines Denkens, das dialogische Prinzip, vorstelle. Dessen Einfluss auf Bubers Vorstellung von Erziehung soll im Hauptteil der Arbeit ausführlich dargelegt werden, ohne dabei kritische Aspekte auszusparen, um so abschließend zu einer umfassenden Bewertung von Bubers erzieherischem Denken zu gelangen. Ziel der Arbeit ist es, verständlich zu machen was es bedeutet, wenn Buber sagt, dass der Mensch nur „am Du zum Ich“ werden kann.
Excerpt (computer-generated)
Universität Augsburg, Lehrstuhl für allgemeine Pädagogik
Hauptseminar: Nicht-subjektivistische Ansätze in der Pädagogik
Wintersemester 2006/07
"Der Mensch wird am Du zum Ich" - Martin Bubers Verständnis von Erziehung
von
Beate Sewald
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung 2
1. Biographischer Abriss 2
2. Das dialogische Prinzip 3
2.1 Ich-Es 4
2.2 Ich-Du 5
3. Bubers Verständnis von Erziehung 6
3.1 Definition von Erziehung laut Buber 6
3.2 Erziehungsbedürftigkeit des Menschen 7
3.3 Bubers „Erziehungsziele“ 9
3.4 Welche Bedeutung hat das dialogische Prinzip für Bubers Erziehung 10
3.4.1 Anerkennung der „Uranderheit“ 11
3.4.2 Unmittelbarkeit 12
3.4.3 Ausschließlichkeit 12
3.4.4 Umfassung 13
3.4.5 Vertrauen 14
3.4.6 Dialogische Verantwortung 15
4. Fazit 16
4.1 Mögliche Kritik an Martin Bubers Erziehungsverständnis 16
4.2 Bewertung 17
5. Literaturverzeichnis 18
5.1 Primärliteratur 18
5.2 Sekundärliteratur 18
5.3 Internetquellen 18
0. Einleitung
In einer Zeit, in der sich Egoismus und Selbstbezogenheit der Menschen immer mehr ausbreiten und die Mitmenschen immer unwichtiger werden ist es wohltuend, sich in einem universitären Seminar mit nicht-subjektivistischen Ansätzen der Pädagogik zu beschäftigen. Mir persönlich wurde dadurch wieder einmal bewusst, dass sich die Welt nicht nur um uns dreht, sondern dass wir für die Welt, die Dinge und die Mitmenschen verantwortlich sind und dementsprechend handeln sollten. Im Zentrum der Studien standen dabei die Pädagogen Theodor Ballauf, Klaus Schaller und der Religions- und Sozialphilosoph Martin Buber. Im Rahmen dieser Veranstaltung habe ich mich mit dem Erziehungsverständnis Martin Bubers näher befasst. Dazu werde ich in aller Kürze auf Bubers Biographie eingehen, bevor ich den Hauptaspekt seines Denkens, das dialogische Prinzip, vorstelle. Dessen Einfluss auf Bubers Vorstellung von Erziehung soll im Hauptteil der Arbeit ausführlich dargelegt werden, ohne dabei kritische Aspekte auszusparen, um so abschließend zu einer umfassenden Bewertung von Bubers erzieherischem Denken zu gelangen. Ziel der Arbeit ist es, verständlich zu machen was es bedeutet, wenn Buber sagt, dass der Mensch nur „am Du zum Ich“2 werden kann.
1. Biographischer Abriss
Bevor ich nun auf des Zentrum von Martin Bubers Denken eingehe, lege ich kurz wichtige Daten seiner Biographie dar, um so seine Ansichten auf eine Grundlage zu stellen. Der jüdische Martin Buber wurde 1878 in Wien geboren und starb 1965 in Jerusalem. Buber wuchs nach der Scheidung seiner Eltern bei den religiösen Großeltern auf. Diese legten den Grundstock für seine vielseitigen Interessen. Der Chassidismus, der die Omnipräsenz Gottes anstelle strengen Gesetzesglaubens betont, wird Bubers geistige Überzeugung. Deshalb finden sich auch die Ursprünge seiner Pädagogik in alttestamentlicher und chassidischer Tradition.3 Ab 1896 studierte er Philosophie, Kunstgeschichte, Literatur, Germanistik, klassische Philologie sowie Nationalökonomie. In dieser Zeit wandte sich Buber auch dem Zionismus zu und setzte sich von da an für die Wiedererrichtung eines eigenen jüdischen Staates in Palästina ein. Ein weiteres Anliegen war ihm das Miteinander von Juden und Arabern sowie das Verhältnis zwischen Juden und Deutschen. Von 1925 an übersetzte er gemeinsam mit Franz Rosenzweig die Bibel vom Hebräischen ins Deutsche. Neben publizistischen Tätigkeiten nahm Bubers pädagogisches Engagement einen großen Raum ein: er bemühte sich um die Gründung einer freien Hochschule und des jüdischen Volksheims in Berlin, nahm an Treffen des Hohenrodter Bundes teil, lehrte am Freien Jüdischen Lehrhaus, an der Universität Frankfurt am Main und hatte den Lehrstuhl für Sozialphilosophie und allgemeine Soziologie an der Hebräischen Universität in Jerusalem inne. Des Weiteren war er Mitbegründer des Kulturbundes Deutscher Juden für Frankfurt am Main und der Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung.4 In den Jahren von 1925 bis 1939 entstanden die Drei Reden über Erziehung mit den Titeln: Über das Erzieherische, Bildung und Weltanschauung und Über Charaktererziehung. Diese Schriften bilden die Grundlage, auf der ich nun Bubers Verständnis von Erziehung darlegen möchte.
2. Das dialogische Prinzip
Bei der Problematik was den Menschen ausmache, distanziert sich Martin Buber von vielen bekannten Philosophen wie Hegel, Marx, Feuerbach, Nietzsche oder Heidegger. Diese trennen bei der Beantwortung jener anthropologischen Frage den Menschen vom Ganzen ab und betrachten nur einen kleinen Aspekt.5 Buber versucht hingegen den Menschen in seiner Ganzheit zu sehen. Er bemüht sich die Frage, was der Mensch sei, mit dem dialogischen Prinzip, dem Kerngedanken seiner Philosophie, zu beantworten. Buber berücksichtigt dabei die komplette Lebenswirklichkeit des Menschen: die Beziehung zur Natur, zu den Mitmenschen und zu den geistigen Phänomenen. Dabei geht Buber jedoch weder von einer individualistischen, noch von einer kollektivistischen Sichtweise, sondern vielmehr von einer dritten Instanz, dem „Zwischen“, aus.6 Dies bezeichnet die echte Zwischenmenschlichkeit. Den Punkt, an dem sich zwei Menschen wirklich begegnen. Dieser Gedanke ist der Hauptaspekt von Bubers Schaffen. Der Mensch ist auf ein Du hin ausgerichtet und kann erst in der Begegnung mit dem Gegenüber zu sich selbst, zum Ich, finden:
„[...] erst der Mensch mit dem Menschen ist ein rundes Bild.“7
Um aber mit anderen Menschen in Beziehung treten zu können, bedarf es der „Urdistanz“ als Voraussetzung. Diese Fähigkeit, sich von Dingen und Menschen zu distanzieren, ist jedem Einzelnen gegeben. Es ist das Verhältnis zu sich selbst gemeint, denn erst wenn man sich selbst kennt und sich als Person annimmt, dann erst kann man in eine Beziehung zu anderen treten. „Urdistanz“ ist für Buber die Bedingung für Beziehung. Diese beiden Begriffe bilden die menschliche Wirklichkeit:8 die Urdistanz stellt die Basis für menschliche Beziehungen dar und in diesen Beziehungen wird der Mensch erst zum Menschen. In welche Form der Beziehung getreten wird hängt nun davon ab, für welches der beiden Grundworte Bubers man sich entscheidet: für das Wortpaar Ich-Es oder den Begriff Ich-Du. Diese Grundworte sind die beiden möglichen Haltungen, wie wir unserem Gegenüber begegnen, das heißt, das Ich der beiden Varianten ist jeweils ein anderes.
2.1 Ich-Es
[...]
1 Zitiert nach: März, Fritz, Personengeschichte der Pädagogik. Bad Heilbrunn, 2003, S. 632
2 Ebd.
3 Wolf, Siegbert, Martin Buber zur Einführung. Hamburg, 2000, S. 11
4 Ebd. S. 20 – 27 und http://www.buber.de/de/ueberblick_leben.shtml Stand: 26.02.2007 und http://www.buber-gesellschaft.de/buber.shtml Stand: 26.02.2007
5 Faber, Werner, Das dialogische Prinzip Martin Bubers. Ratingen, 1967, S. 49f.
6 März, S. 632
7 Buber, Martin, Das Problem des Menschen. Heidelberg, 1954, S. 170
8 Faber, S. 62
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