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Diploma Thesis, 1998, 144 Pages
Author: Dr.rer.pol. Mark-Ken Erdmann
Subject: Economics / Business: Industrial Management
Details
Tags: Ansätze, Analyse, Optimierung, Logistiknetzwerken
Year: 1998
Pages: 144
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 205 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-72805-8
ISBN (Book): 978-3-638-72957-4
File size: 2211 KB
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Abstract
Durch die Globalisierung der Märkte sowie die steigende Individualisierung der Kundenbedürfnisse ergeben sich für Unternehmen vielfältige Chancen, aber auch veränderte Wettbewerbsanforderungen. Um dem wachsenden Wettbewerbsdruck Stand zu halten, forcieren viele Unternehmen die Suche nach zukunftsweisenden Konzepten unternehmensübergreifender Zusammenarbeit. Dabei gewinnt die Gestaltung überbetrieblicher Wertschöpfungsketten zunehmend an Bedeutung. Die Beherrschung dieser Netzwerke erfordert „netzwerkfähige“ Methoden und Instrumente, die eine flußorientierte Gestaltung überbetrieblicher Prozesse ermöglichen und somit die Basis für ein unternehmensgrenzenüberschreitendes Management schaffen. Im Rahmen dieser Arbeit sollen daher Ansätze dargestellt werden, die eine Analyse und Optimierung unternehmensübergreifender Logistiknetzwerke unterstützen. Dem „Phänomen“ des Logistiknetzwerks soll sich dabei schrittweise von zwei Seiten genähert werden (2.). Im Rahmen der logistischen Grundlagen (2.1) erfolgt zunächst eine Definition des Logistikbegriffs (2.1.1) sowie eine allgemeine Charakterisierung von Logistiksystemen (2.1.2). Darauf aufbauend werden die bei der Gestaltung logistischer Systeme zu berücksichtigenden Gestaltungsprinzipien (2.1.3) und -ziele (2.1.4) eruiert, die die Bewertungsgrundlage logistischer Netzwerke bilden und eine zielführende Auswahl geeigneter Bewertungsinstrumente gewährleisten. Von anderer Seite erfolgt die Annäherung über eine Darstellung unternehmensübergreifender Zusammenarbeit in Form von Unternehmensnetzwerken (2.2). Nach einer Charakterisierung (2.2.1) und theoretischen Erklärung (2.2.2) von Unternehmensnetzwerken werden verschiedene Netzwerktypen (2.2.3) dargestellt und die Chancen von Unternehmensnetzwerken erläutert (2.2.4). Im dritten Abschnitt (3.) erfolgt dann eine integrative Betrachtung der zuvor beschriebenen Bereiche (3.1). Dabei wird nicht nur ein allgemeiner Rahmen zur Analyse logistischer Netzwerke dargestellt (3.2), sondern auch konkrete Instrumente zur Modellierung (3.3) und Bewertung (3.4) von Logistiknetzwerken erläutert. Abschließend werden die Ergebnisse zusammenfassend gewürdigt und ein Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf gegeben (4.).
Excerpt (computer-generated)
Universität Dortmund
Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Diplomarbeit
Ansätze zur Analyse und Optimierung von Logistiknetzwerken
Mark-Ken Erdmann
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis ... IV
Tabellenverzeichnis...V
Abkürzungsverzeichnis ... VI
1. Problemstellung und Aufbau der Arbeit...1
2. Netzwerke in der Logistik...3
2.1 Logistik ...3
2.1.1 Ursprung und Definition des Logistikbegriffs...3
2.1.2 Charakterisierung von Logistiksystemen ...5
2.1.2.1 Definition von Logistiksystemen...5
2.1.2.2 Grundstrukturen von Logistiksystemen ...6
2.1.2.3 Abgrenzung verschiedener Logistiksysteme...7
2.1.3 Logistische Gestaltungsprinzipien...11
2.1.3.1 Systemdenken ...11
2.1.3.2 Gesamtkostendenken...13
2.1.3.3 Flußdenken...14
2.1.3.4 Servicedenken ...15
2.1.4 Logistische Gestaltungsziele ...15
2.1.4.1 Leistungsziele...16
2.1.4.2 Kostenziele...18
2.1.4.3 Effizienzziele...19
2.2 Unternehmensnetzwerke ...20
2.2.1 Charakterisierung von Unternehmensnetzwerken...21
2.2.1.1 Definition von Unternehmensnetzwerken...21
2.2.1.2 Organisatorische Einordnung von Unternehmensnetzwerken ...22
2.2.1.3 Verflechtungsebenen und Merkmale von Unternehmensnetzwerken...26
2.2.2 Theoretische Ansätze zur Erklärung von Unternehmensnetzwerken...29
2.2.2.1 Transaktionskostenansatz...30
2.2.2.2 Principal-Agent-Theorie ...33
2.2.2.3 Resource Dependence-Ansatz...35
2.2.2.4 Theorie der flexiblen Spezialisierung ...37
2.2.3 Typologie von Unternehmensnetzwerken...39
2.2.3.1 Strategisches Netzwerk ...42
2.2.3.2 Regionales Netzwerk ...45
2.2.3.3 Virtuelle Unternehmung...47
2.2.3.4 Operatives Netzwerk...50
2.2.3.5 Internes Netzwerk ...51
2.2.4 Ziele und Potentiale von Unternehmensnetzwerken ...52
3. Ansätze zur Analyse und Optimierung von Logistiknetzwerken ...57
3.1 Logistiknetzwerke ...57
3.2 Betrachtungsebenen in Logistiknetzwerken...60
3.2.1 Logistiknetzwerke aus externer Makroperspektive...62
3.2.2 Logistiknetzwerke aus Mikroperspektive...65
3.2.3 Logistiknetzwerke aus interner Makroperspektive...67
3.2.4 Betrachtungsebenen als Ausgangspunkt der Analyse logistischer Netzwerke...68
3.3 Instrumente zur Modellierung von Logistiknetzwerken ...69
3.3.1 Graphenmodell ...69
3.3.2 System Dynamics-Modell...71
3.3.3 Modell des Logistikgeschehens...74
3.3.4 Prozeßkettenmodell ...78
3.4 Instrumente zur Bewertung von Logistiknetzwerken ...86
3.4.1 Assistenzsystem...86
3.4.2 Kennlinientechnik...91
3.4.3 Integriertes Prozeß- und Wirkmodell ...98
3.4.4 Ressourcenorientierte Prozeßkostenrechnung...100
3.4.5 Ressourcenorientierte Prozeßkettenanalyse ...105
4. Zusammenfassung und Ausblick...114
Literaturverzeichnis...116
1. Problemstellung und Aufbau der Arbeit
Durch die Globalisierung der Märkte sowie der steigenden Individualisierung der Kundenbedürfnisse ergeben sich für Unternehmen vielfältige Chancen, aber auch veränderte Wettbewerbsanforderungen. Um dem wachsenden Wettbewerbsdruck Stand zu halten und den immer turbulenter, schnellebiger und unsicherer werdenden Umfeldbedingungen gerecht zu werden, forcieren viele Unternehmen die Suche nach zukunftsweisenden Konzepten unternehmensübergreifender Zusammenarbeit. Dabei gewinnt die Gestaltung überbetrieblicher Logistiksysteme zunehmend an Bedeutung, wobei seit geraumer Zeit vielfältige Ansätze zum Management von Logistikketten diskutiert werden. Sie sind Ausdruck der Erkenntnis, daß der Wettbewerb sich zunehmend nicht zwischen einzelnen Unternehmen, sondern zwischen ganzen Wertschöpfungsketten entscheiden wird. Um strategische Vorteile zu gewinnen, kooperieren Unternehmen daher vermehrt entlang der logistischen Kette ausgehend vom Rohmaterial bis hin zum Endkunden.
Für die Zukunft zeichnet sich ein Übergang von logistischen Ketten hin zu Logistiknetzwerken ab, womit eine neue Dimension des Wettbewerbs eröffnet wird. Die Gestaltung unternehmensübergreifender Logistiksysteme in Unternehmensnetzwerken ist dabei durch ein Spannungsverhältnis von Spezialisierung und Integration geprägt, denn die zunehmende interorganisatorische Arbeitsteilung in einem Netzwerk führt dazu, daß die Zahl der an der Leistungserstellung beteiligten Unternehmen wächst, so daß auch die Anzahl der interorganisatorischen Schnittstellen zunimmt, wobei insgesamt ein steigender Koordinationsbedarf entsteht. Die Beherrschung logistischer Netzwerke erfordert somit entsprechend „netzwerkfähige“ Methoden und Instrumente, die eine flußorientierte Gestaltung überbetrieblicher Logistikprozesse ermöglichen und die Basis für ein netzweites Logistikmanagement schaffen. Im Rahmen dieser Arbeit sollen daher
mögliche Ansätze dargestellt werden, die eine Analyse und Optimierung unternehmensübergreifender Logistiksysteme unterstützen. Dem „Phänomen“ des Logistiknetzwerks soll sich dabei schrittweise von zwei Seiten genähert werden (2.). Im Rahmen der logistischen Grundlagen (2.1) erfolgt zunächst eine Definition des Logistikbegriffs (2.1.1) sowie eine allgemeine Charakterisierung von Logistiksystemen (2.1.2). Darauf aufbauend werden die bei der Gestaltung logistischer Systeme zu berücksichtigenden Gestaltungsprinzipien (2.1.3) und -ziele (2.1.4) eruiert, die die Bewertungsgrundlage logistischer Netzwerke bilden und eine zielführende Auswahl entsprechender Bewertungsinstrumente gewährleisten. Von anderer Seite erfolgt die Annäherung über eine Darstellung unternehmensübergreifender Zusammenarbeit in Form von Unternehmensnetzwerken (2.2). Nach einer Charakterisierung (2.2.1) und theoretischen Erklärung (2.2.2) von Unternehmensnetzwerken werden verschiedene Netzwerktypen (2.2.3) dargestellt und die Chancen von Unternehmensnetzwerken erläutert (2.2.4). Im dritten Abschnitt (3.) erfolgt dann eine integrative Betrachtung der zuvor beschriebenen Bereiche (3.1), wobei der Darstellung eines allgemeinen Rahmens zur Analyse logistischer Netzwerke (3.2) die Beschreibung möglicher Instrumente zur Modellierung (3.3) und Bewertung (3.4) von Logistiknetzwerken folgt. Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefaßt und ein Ausblick auf weitere Problemstellungen gegeben (4.).
2. Netzwerke in der Logistik
2.1 Logistik
2.1.1 Ursprung und Definition des Logistikbegriffs
Seit Beginn der 70er Jahre findet der Begriff „Logistik“ zunehmend Verwendung auch in der deutschsprachigen Literatur. Etymologisch gesehen unterlag er dabei bis heute einem ständigen Bedeutungswandel. Obwohl von vielen Autoren1 der Ursprung des Begriffs im französischsprachigen Raum gesehen wird, konnte der griechische Ursprung des Logistikbegriffs nachgewiesen werden.2 Demnach ist der Begriff ausschließlich auf den griechischen Wortstamm „logos“ (= Wort, Verstand, Rechnung) und nicht auf den französischen Wortstamm „loger“ (= versorgen, bereitstellen, unterstützen) zurückzuführen.3 Der Logistikbegriff findet dabei erst über den Umweg des Militärs Eingang in den Sprachgebrauch der Wirtschaftswissenschaften4; in den fünfziger Jahren zunächst in den USA und mit etwas Verzögerung Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre auch in Deutschland.5 Heute ist „Logistik“ ein in Wissenschaft und Praxis häufig gebrauchter, wenn auch nicht unumstrittener Begriff. Die intensive Diskussion logistischer Fragestellungen hat dabei zu einer Vielzahl von Logistikdefinitionen geführt, wobei es im folgenden genügen soll, die grundlegenden Definitionen vorzustellen. Im Rahmen eines flußorientierten Ansatzes definiert sich Logistik als Prozeß der Planung, Realisierung und Kontrolle des effizienten, kosteneffektiven Fließens und Lagerns von Rohstoffen, Halbfabrikaten und Fertigfabrikaten und der damit zusammenhängenden Informationen vom Liefer- zum Empfangspunkt entsprechend den Anforderungen der Kunden.6
„[...] logistics [...] is the term describing the process of planning, implementing, and controlling the efficient, cost effective flow and storage of raw materials, in-process-inventory, finished goods, and related information from point of origin to point of consumption for the purpose of conforming to customer requirements.“ 7
Im Gegensatz dazu stellt der lebenszyklusorientierte Ansatz auf die Unterstützungsleistung der Logistik in den unterschiedlichen Phasen des Produktlebenszyklus ab. Insofern wird Logistik als Management verstanden, das während des „Lebens“ eines Produkts die effiziente Nutzung von Ressourcen und die Leistungsfähigkeit logistischer Elemente sicherstellt, so daß eine effektive Steuerung des Ressourcenverbrauchs ermöglicht und gewährleistet wird.8
Der dienstleistungsorientierte Ansatz beruht gedanklich auf der Notwendigkeit einzelne Dienstleistungs- und Produktionsaktivitäten aufeinander abzustimmen, um den gewünschten Kundennutzen zu erzielen. Insofern versteht sich Logistik als ein Prozeß zur Koordination aller immateriellen Aktivitäten zur kosten- und kundeneffektiven Erfüllung einer Dienstleistung.9
„[...] logistics is the process of coordinating nonmaterial activities necessary to the fulfillment of the service in a cost- and customer service-effective way.“10
Dieser Arbeit soll im folgenden jedoch die prozeßorientierte Definition von Kuhn zugrunde gelegt werden, der Logistik als die Lehre von der Beherrschbarkeit der Austauschbeziehungen an Material und Informationen in den Prozeßketten zwischen Lieferanten und Kunden versteht. Der Prozeßorientierung folgend, sind Kunden-Lieferanten- Beziehungen als elementare Schnittstellen zu begreifen und über die Prozeßketten ganzheitlich und einheitlich zu definieren, zu steuern und zu bewerten.11
[...]
1 Vgl. Kapoun 1981, S. 123 ff.; Arnold 1986, S. 149; Arnold 1988, Sp. 170; Broggi 1990, S. 216; Krulis- Randa 1977, S. 39.
2 Vgl. Bjelicic 1987, S. 153 ff.
3 Vgl. Hausotter 1994, S. 7.
4 Vgl. Bloech 1984, S. 6 f.; Rupper 1991, S. 6; Broggi 1990, S. 216; Weber 1996, Sp. 1096; Ihde 1997, S. 549.
5 Vgl. Zahn 1994, S. 37; Hausotter 1994, S. 8; Fuhrmann 1993, S. 6 f.
6 Vgl. Pfohl 1996, S. 12; zu weiteren flußorientierten Definitionen vgl. auch Jünemann 1989, S. 11 f.; Filz 1993, S. 50; Ehrmann 1997, S. 25; Freichel 1992, S. 8.
7 Council of Logistics Management o. J., S. 1 f. zitiert in Pfohl 1990, S. 12.
8 Vgl. Pfohl 1996, S. 13.
9 Vgl. Pfohl 1996, S. 13.
10 Arthur D. Little / The Pennsylvania State University, Center for Logistics Research 1991, S. XXII.
11 Vgl. Kuhn 1995, S. 21.
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