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Zur Systemtheorie nach Talcott Parsons

Presentation (Elaboration), 2007, 14 Pages
Author: Marcel Behringer
Subject: Sociology - Classics, Basics and Theoretical Directions

Details

Category: Presentation (Elaboration)
Year: 2007
Pages: 14
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 4 + 3 online  Entries
Language: German
Archive No.: V74276
ISBN (E-book): 978-3-638-71917-9

File size: 204 KB

Abstract

1. Vorwort Beim vorliegenden Text handelt es sich um die schriftliche Ausarbeitung des im Wintersemester 2006/2007 während des Proseminars „Geschichte der Soziologie“ an der Technischen Universität Darmstadt gehaltenen Referats zur Systemtheorie. Die Ausarbeitung folgt im Wesentlichen der Gliederung des mündlichen Vortrags. 2. Einleitung Im zugrunde liegenden Text wird die „strukturell-funktionelle Theorie sozialer Systeme“ (Parsons 1964) von T. Parsons dargelegt, er entwickelt diese Theorie im Hinblick auf eine schwerwiegende Grundannahme: Die Soziologie, als Wissenschaft der Gesellschaft, sei ihrem Wesen nach zu eurozentrisch, ihre Theorien zielen stets nur auf die Gesellschaften und Zusammenhänge der westlichen Welt ab und lassen sich nur auf eben diese anwenden. Dies resultiert darin, dass andere, nichteuropäische Gesellschaften durch diese Theorien nicht erklär- und analysierbar sind, die Theorien der Soziologen sind stets nur auf diejenigen Gesellschaften anwendbar, auf deren Fundament sie entwickelt wurden. Des Weiteren seien sie zu sehr auf ein synchrones Zeitfenster beschränkt, es gelinge keiner dieser Theorien, derart grundlegend und flexibel zu sein, dass sie sich auf jeden gesellschaftlichen Kontext zu jeder Zeit anwenden lasse. Genau diese Lücke versucht Parsons mit seiner Auffassung der Theorie als System „(…) [die] es methodisch unmöglich [macht], daß etwas Wichtiges übersehen wird, und [die garantiert] daß alle wesentlichen Strukturelemente explizit beschrieben werden“1, zu füllen. Seine Intention zur systemischen Theorie der Gesellschaften ist somit eine sehr umfassende, er will eine Theorie schaffen, mit der es nicht nur möglich ist, die momentanen oder vergangenen Gesellschaften zu analysieren, dies soll fürderhin auch mit allen zukünftigen Gesellschaftsformen möglich sein, seine „strukturellfunktionalen Theorie sozialer Systeme“ soll somit allumfassend und generell auf jede gesellschaftliche Struktur als Untersuchungsobjekt anwendbar, ergo die soziologische Theorie schlechthin sein.(...)


Excerpt (computer-generated)

Technische Universität Darmstadt, Institut für Soziologie
PS „Geschichte der Soziologie“
Wintersemester 2006/2007

Zur Systemtheorie nach Talcott Parsons

von

Marcel Behringer

 


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort S. 1

2. Einleitung S. 1

3. Wesen und Funktion einer systematischen Theorie S. 2

4. Grundzüge einer strukturell-funktionalen Theorie sozialer Systeme S. 3

5. Soziale Systeme und AGILität S. 6

6. Kritik und Würdigung S. 9

Literaturverzeichnis
 

 

 

1. Vorwort

Beim vorliegenden Text handelt es sich um die schriftliche Ausarbeitung des im Wintersemester 2006/2007 während des Proseminars „Geschichte der Soziologie“ an der Technischen Universität Darmstadt gehaltenen Referats zur Systemtheorie. Die Ausarbeitung folgt im Wesentlichen der Gliederung des mündlichen Vortrags.

2. Einleitung

Im zugrunde liegenden Text wird die „strukturell-funktionelle Theorie sozialer Systeme“ (Parsons 1964) von T. Parsons dargelegt, er entwickelt diese Theorie im Hinblick auf eine schwerwiegende Grundannahme: Die Soziologie, als Wissenschaft der Gesellschaft, sei ihrem Wesen nach zu eurozentrisch, ihre Theorien zielen stets nur auf die Gesellschaften und Zusammenhänge der westlichen Welt ab und lassen sich nur auf eben diese anwenden. Dies resultiert darin, dass andere, nichteuropäische Gesellschaften durch diese Theorien nicht erklär- und analysierbar sind, die Theorien der Soziologen sind stets nur auf diejenigen Gesellschaften anwendbar, auf deren Fundament sie entwickelt wurden.

Des Weiteren seien sie zu sehr auf ein synchrones Zeitfenster beschränkt, es gelinge keiner dieser Theorien, derart grundlegend und flexibel zu sein, dass sie sich auf jeden gesellschaftlichen Kontext zu jeder Zeit anwenden lasse. Genau diese Lücke versucht Parsons mit seiner Auffassung der Theorie als System „(…) [die] es methodisch unmöglich [macht], daß etwas Wichtiges übersehen wird, und [die garantiert] daß alle wesentlichen Strukturelemente explizit beschrieben werden“1, zu füllen. Seine Intention zur systemischen Theorie der Gesellschaften ist somit eine sehr umfassende, er will eine Theorie schaffen, mit der es nicht nur möglich ist, die momentanen oder vergangenen Gesellschaften zu analysieren, dies soll fürderhin auch mit allen zukünftigen Gesellschaftsformen möglich sein, seine „strukturellfunktionalen Theorie sozialer Systeme“ soll somit allumfassend und generell auf jede gesellschaftliche Struktur als Untersuchungsobjekt anwendbar, ergo die soziologische Theorie schlechthin sein.

Für Parsons ist die Frage danach zentral, wie soziale Ordnung dauerhaft möglich ist respektive welche Vorgänge innerhalb eines Systems diesem gewähren, dauerhaft Bestand haben zu können. Für ihn steht somit die Struktur der Systeme im Vordergrund der Theorie, Welche Funktionen muss ein System erfüllen, um seine Struktur dauerhaft aufrecht erhalten zu können – diese Fragestellung erklärt auch, warum er seinen theorietischen Ansatz „strukturell-funktional“2 nennt. Eine wesentliche Prämisse Parsons‘, die zu dieser Ansicht führt ist diejenige, das alle Gesellschaften nach Gleichgewicht streben, das harmonisch besteht und somit feste Strukturen für alle Systemelemente bietet. Aus dieser Annahme folgt deduzierend, dass für Parsons das „Handeln“ im Mittelpunkt stehen muss; die Fragestellung lautet, wie spezielles Handeln zum Systemerhalt beiträgt. Alle Elemente, die zum Systemerhalt beitragen, lassen sich somit als „funktional“ begreifen, ist dies nicht der Fall, so gelten sie als dysfunktional.

3. Wesen und Funktion einer systematischen Theorie

Basal für Parsons systematische Theorie ist die Annahme, dass eine Theorie die Gesamtheit allgemeiner Begriffe enthält, die logisch interdependent sind und einen empirischen Bezug haben. Die Funktion dieser Theorien ist die Erleichterung und Beschreibung von Analysen.

Die Beschreibung, der die Methode der theoretischen Begriffsbildung zugrunde liegt, welche aus empirischen Beobachtungstatsachen ein zusammenhängendes Ganzes formt und dieses in adäquater Weise beschreibt, enthält auf der Begriffsebene zwei Elemente, den Bezugsrahmen sowie die Struktur des Systems. Der Bezugsrahmen ist der Rahmen derjenigen allgemeinsten Kategorien, innerhalb denen empirisch-wissenschaftliches Arbeiten einen Sinn hat. Ihm gegenüber stellt die Systemstruktur die statischen Aspekte der Beschreibung dar, sie besteht aus Systemelementen, die in Interdependenz zueinander stehen sowie deren komplexen, wechselseitigen Relationen. Es ist die Aufgabe dieser Beschreibung, eine Ausgangsbasis zu schaffen, auf der die Probleme der dynamischen Analyse gelöst werden können.

[...]


1 S. 39

2 Vgl. S. 7


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