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Die Digitalisierung der deutschen Wohnzimmer

Subtitle: Entwicklungstand und Vor- und Nachteile der neuen digitalen Unterhaltungsdienste für den Nutzer

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2007, 25 Pages
Author: Mareike Brans
Subject: Communications: Media Economics, Media Management

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2007
Pages: 25
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 31  Entries
Language: German
Archive No.: V74374
ISBN (E-book): 978-3-638-68148-3

File size: 367 KB

Abstract

Seit einigen Jahren schreitet in Deutschland die Digitalisierung des Fernsehens langsam aber stetig voran. Dadurch ergeben sich auf den traditionellen Übertragungswegen Terrestrik, Kabel und Satellit ganz neue Möglichkeiten: Bessere Bildqualität, größere Programmvielfalt und verschiedene neue Dienste werden neben dem herkömmlichen einfachen Konsum des linearen Programmangebotes möglich. Elektronische Programmführer vereinfachen das Zurechtfinden in der steigenden Zahl der Fernsehsender, HDTV verspricht ungeahnte Bildschärfe und Farbbrillanz, Video-on-Demand-Dienste und Personal Video Recorder machen den Zuschauer unabhängig von traditionellen Programmstrukturen, und interaktive Dienste sorgen für mehr Informationen und Spaß beim Fernsehen. Diese Arbeit will den derzeitigen Stand der Entwicklung der einzelnen Dienste vorstellen und der Frage nachgehen, welche Vor- und Nachteile für die deutschen Zuschauer durch die Digitalisierung entstehen.


Excerpt (computer-generated)

Freie Universität Berlin, Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften
Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaften
Hauptseminar: Medienmärkte IIa. Folgen der Digitalisierung in Europa
WiSe 2006/07

Die Digitalisierung der deutschen Wohnzimmer
Entwicklungstand und Vor- und Nachteile der neuen digitalen Unterhaltungsdienste für den Nutzer

von

Mareike Brans

 


Inhalt

1 Einleitung 3

2 Neue digitale Übertragungswege 3

2.1 Digitalisierung von Kabel, Satellit und Terrestrik  3

2.1.1 Die Ausgangssituation: analoge Übertragung auf drei Wegen 3
2.1.2 Übergang in das digitale Fernsehzeitalter 4

2.2 IPTV  7

3 Die schöne neue digitale Welt  10

3.1 „Schärfer als die Realität“: HDTV 10
3.2 Komfortabel, interaktiv und zeitsouverän: neue digitale Dienste  13

3.2.1 Übersicht im Dschungel der Programmvielfalt: der EPG  13
3.2.2 Der Weg zur Videothek wird überflüssig: VoD 15
3.2.3 Die Ablösung der guten alten Videokassette: der PVR 17
3.2.4 Im Dialog mit dem Fernseher: iTV  20

4 Fazit  22

5 Quellen und Literaturangaben  23



 

1 Einleitung

Seit einigen Jahren schreitet in Deutschland die Digitalisierung des Fernsehens langsam aber stetig voran. Dadurch ergeben sich auf den traditionellen Übertragungswegen Terrestrik, Kabel und Satellit ganz neue Möglichkeiten: Bessere Bildqualität, größere Programmvielfalt und verschiedene neue Dienste werden neben dem herkömmlichen einfachen Konsum des linearen Programmangebotes möglich. Elektronische Programmführer vereinfachen das Zurechtfinden in der steigenden Zahl der Fernsehsender, HDTV verspricht ungeahnte Bildschärfe und Farbbrillanz, Video-on- Demand-Dienste und Personal Video Recorder machen den Zuschauer unabhängig von traditionellen Programmstrukturen, und interaktive Dienste sorgen für mehr Informationen und Spaß beim Fernsehen.
Diese neuen Dienste sind allerdings oft mit der teilweise kostspieligen Anschaffung neuer Geräte verbunden, ohne die der Genuss der digitalen Möglichkeiten dem Zuschauer verschlossen bleibt. Und auch die Bereitschaft, sich mit den neuen Technologien und deren Bedienung auseinanderzusetzen, muss vorhanden sein.
Bei einigen Angeboten wird es jedem Nutzer selbst überlassen bleiben, ob er sie in Anspruch nimmt. Andere Angebote jedoch, wie die grundsätzliche Umstellung von analogem auf digitalen Empfang, wird in den nächsten Jahren jeder wahrnehmen müssen, der verhindern möchte, dass eines Tages die Mattscheibe schwarz bleibt. So stehen in erster Linie höhere Qualität und größere Programmvielfalt, Personalisierung und Zeitsouveränität den Anschaffungskosten für neue notwendige Geräte, monatlichen Gebühren, und der Auseinandersetzung mit neuen Techniken und neuen Entscheidungsmöglichkeiten gegenüber.
Diese Arbeit will den derzeitigen Stand der Entwicklung der einzelnen Dienste vorstellen und der Frage nachgehen, welche Vor- und Nachteile für die deutschen Zuschauer durch die Digitalisierung entstehen.

2 Neue digitale Übertragungswege

2.1 Digitalisierung von Kabel, Satellit und Terrestrik

2.1.1 Die Ausgangssituation: analoge Übertragung auf drei Wegen

Bis vor nicht allzu langer Zeit wurde Fernsehen in Deutschland auf analogem Weg auf drei Arten ausgestrahlt: terrestrisch, also über eine Zimmer- bzw. Hausantenne, über Kabel oder über Satellit.1
Unabhängig von analoger oder digitaler Übertragung empfingen und empfangen auch heute noch die meisten Kunden ihr TV-Signal über das Kabel, das kaum störanfällig oder wetterabhängig, dafür aber mit monatlichen Gebühren von derzeit durchschnittlich 16,- € verbunden ist.
Viele Zuschauer empfangen Fernsehen auch über Satellit, wodurch derzeit keine monatlichen Kosten entstehen, es müssen jedoch zum Empfang eine Settop-Box sowie eine Satelliten-Schüssel angeschafft und installiert werden, was nicht in jedem Mietshaus erlaubt ist. Zudem kann bei dieser Übertragungsart das Wetter ein schlechtes Bild verursachen.
Ein recht geringer Prozentsatz empfängt das analoge Fernsehsignal noch terrestrisch. Die Nutzung dieses Übertragungsweges ist weder mit monatlichen, noch mit hohen einmaligen Kosten verbunden. Jedoch variiert die Zahl der empfangbaren Sender je nach Wohnort und Lage und kann in manchen Gebieten sehr begrenzt und zudem störanfällig sein.

2.1.2 Übergang in das digitale Fernsehzeitalter

Seit einigen Jahren werden alle drei Übertragungswege zunehmend digitalisiert. Das digitale Fernsehen (DVB) bringt dem Zuschauer unabhängig vom Übertragungsweg Vorteile wie ein klareres Bild, eine größere Programmvielfalt, und auch diverse Zusatzdienste2 wie die bei DVB bereits zum Standard gewordene Übertragung von aktuellen Programminformationen. Geplant ist, bis 2010 alle Programme nur noch digital zu verbreiten und die analoge Ausstrahlung komplett einzustellen. (Vgl. ALM1) Durch die Digitalisierung hat sich die grundsätzliche Verteilung der verschiedenen Verbreitungswege in den letzten Jahren nicht gravierend verändert, doch insgesamt nimmt der Digitalisierungsgrad in allen drei Übertragungswegen immer weiter zu, auch wenn er beim Kabelfernsehen noch deutlich hinter dem Antennen- und Satellitenfernsehen zurückliegt (s. Abb. 1).

Abbildung 1: Verteilung der Übertragungswege, analog und digital (Digi 06) [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

Beim digitalen Antennenfernsehen (DVB-T) überwiegt der Anteil der digitalen Haushalte gegenüber den analogen inzwischen leicht.3 Neben einer geringeren Störanfälligkeit und der Übertragung aktueller Programminformationen bietet gerade das „Überall-Fernsehen“, wie DVB-T auch genannt wird, wesentlich mehr Sender als die analoge Alternative. Allerdings ist zum Empfang von DVB-T eine Settop-Box notwendig, die mit entsprechenden Anschaffungskosten für den Nutzer verbunden ist.
Da DVB-T sich in immer mehr Gebieten verbreitet und die Ausstrahlung des analogen terrestrischen Signals aufgrund der Frequenzknappheit dort komplett eingestellt wird, haben Nutzer von Antennenfernsehen, die nicht ganz auf Fernsehen verzichten oder auf einen anderen Übertragungsweg umsteigen möchten, keine andere Wahl, als eine Settop- Box zu kaufen. (Vgl. Digi 06, S. 56-57) Auch bei der digitalen Satelliten-Übertragung (DVB-S) ist die Zahl der digitalen Haushalte schon recht groß und hat die Zahl der analogen Haushalte fast erreicht.4 Da schon seit einigen Jahren die Zahl digitaler DVB-S-Settop-Boxen „im Zuge des normalen Erneuerungszyklus“ (Digi 06, S. 58) stetig steigt, ist der Digitalisierungsgrad auch hier schon recht weit fortgeschritten. ( Vgl. Digi 06, S. 56)

[...]


1 Verteilung der Übertragungswege: 51,8% Kabel, 42% Satellit und 9,2% Terrestrik; Stand Oktober 2006; Basis: 33,904 Mio. TV-HH in Deutschland (Vgl. Digi 06)

2 Siehe Kapitel 3.2: Komfortabel, interaktiv und zeitsouverän: neue digitale Dienste

3 DVB-T.: 57,1% digital bei 33,904 Mio. TV-HH in Deutschland, Stand: 10/2006 (Vgl. Digi 06, S. 58)

4 DVB-S.: 47,2% digital bei 33,904 Mio. TV-HH in Deutschland, Stand: 10/2006 (Vgl. Digi 06, S. 58)


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