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Die Region Dresden als attraktiver Standort für Hightech-Unternehmen

Hausarbeit, 2007, 19 Seiten
Autor: Andreas Mittag
Fach: Geowiss. / Geographie - Wirtschaftsgeographie

Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2007
Seiten: 19
Literaturverzeichnis: ~ 4 + 7 online  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V74487
ISBN (E-Book): 978-3-638-72079-3
ISBN (Buch): 978-3-638-72184-4
Dateigröße: 189 KB

Zusammenfassung / Abstract

1. Einleitung Als eine der kulturell und historisch renommiertesten Städte Deutschlands und Europas spielt Dresden seit langem in der Tourismusbranche eine wirtschaftlich beachtliche und einträgliche Rolle. Die Frauenkirche, der Zwinger, das Blaue Wunder, die Semperoper, Dresden-Neustadt und Schlosspark Pillnitz sind nur einige der vielen Sehenswürdigkeiten, die jahrjährlich von deutschen und ausländischen Besuchern besichtigt werden. Unter den sächsischen Reisezielen war die Stadt Dresden 2004 mit 260 Besuchern je 100 Einwohner (SLfpB 2005, S. 116) der Favorit für Tagesausflügler, Wochenendbesucher und Urlauber. Neben dieser Wirtschaftsspate hat die Landeshauptstadt Sachsens jedoch auch zunehmend an der Investionsgüterindustrie , insbesondere Hochtechnologie (high-tech), Bedeutung gefunden – nicht zuletzt, weil dieser Wirtschaftsstandort als Geburtsstätte vieler technolo-gisch relevanten Entdeckungen und Erfindungen eine günstige Voraussetzung für zukünf-tige Investitionen und Firmengründungen, vor allem in der Mikroelektronik, Bio- und In-formationstechnologie, bildete. Die Erfindung des ersten europäischen Hartporzellans (J. F. Böttger, 1708), der ersten deutschen Nähmaschine (C. Müller, 1855), des Mundwassers Odols (K. A. Lingner, 1892), der ersten Kleinbild-Spiegelreflexkamera der Welt (1898) und des Melitta-Kaffeefilters (M. Benz, 1908) stammen allesamt aus der Landeshauptstadt (SLfpB 2005, S. 40). Der Innovationsgeist ist aber nicht über die Zeit verloren gegangen, zumal Dresden sich als bedeutsamen Wissenschaftsstandort behaupten konnte. Neben der Technischen Uni-versität Dresden und Hochschule für Technik und Wirtschaft, sind die Fraunhofer-Gesellschaft, das Max-Planck-Institut, das TechnologieZentrum und 120 weitere For-schungseinrichtungen hier ansässig. Ungefähr 15 Prozent aller Erwerbstätigen besitzen einen Universitäts- oder Hochschulabschluss, während fast 70 Prozent über eine erfolgrei-che Berufsausbildung verfügen (Kirk 2003, S. 10). Dieser Reichtum an qualifizierten Ar-beitskräften ist neben den zahlreichen Wissenschaftseinrichtungen ein weiterer Vorteil, der Dresden zu einem höchstgeeigneten Standort für die Hightech-Industrie macht.


Textauszug (computergeneriert)

Universität Potsdam, Institut für Geographie
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Wintersemester 2006/07

Die Region Dresden als attraktiver Standort für Hightech-Unternehmen

von

Andreas Mittag

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Bedeutende Entwicklungen in der Wirtschaftsgeschichte Dresdens 4

2.1 Wirtschaftlicher Aufschwung im 19. und frühen 20. Jahrhundert 4
2.2 Mikroelektronik in der DDR 6

3. Die Hightech-Branche in der Region Dresden 7

3.1 Was ist „Hightech“? 7
3.2 Beispiel eines Hightech-Unternehmens: Infineon 8

4. Standortvorteile für Hightech-Unternehmen 9

4.1 Allgemeine Standortanforderungen 9
4.2 Harte Standortvorteile der Region Dresden 10

4.2.1 Verkehrsinfrastruktur 12
4.2.2 Arbeitsmarkt 12
4.2.3 Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen 13

4.3 Weiche Standortvorteile der Region Dresden 14

4.3.1 „Grüne Stadt Dresden“ 14
4.3.2 Bildungsangebot 14
4.3.3 Kunst und Kultur 15

5. Aussichten 16

6. Fazit 17

7. Literatur- und Quellenverzeichnis 18
 



 

1. Einleitung

Als eine der kulturell und historisch renommiertesten Städte Deutschlands und Europas spielt Dresden seit langem in der Tourismusbranche eine wirtschaftlich beachtliche und einträgliche Rolle. Die Frauenkirche, der Zwinger, das Blaue Wunder, die Semperoper, Dresden-Neustadt und Schlosspark Pillnitz sind nur einige der vielen Sehenswürdigkeiten, die jahrjährlich von deutschen und ausländischen Besuchern besichtigt werden. Unter den sächsischen Reisezielen war die Stadt Dresden 2004 mit 260 Besuchern je 100 Einwohner (SLfpB 2005, S. 116) der Favorit für Tagesausflügler, Wochenendbesucher und Urlauber. Neben dieser Wirtschaftsspate hat die Landeshauptstadt Sachsens jedoch auch zunehmend an der Investionsgüterindustrie1, insbesondere Hochtechnologie (high-tech), Bedeutung gefunden – nicht zuletzt, weil dieser Wirtschaftsstandort als Geburtsstätte vieler technologisch relevanten Entdeckungen und Erfindungen eine günstige Voraussetzung für zukünftige Investitionen und Firmengründungen, vor allem in der Mikroelektronik, Bio- und Informationstechnologie, bildete. Die Erfindung des ersten europäischen Hartporzellans (J. F. Böttger, 1708), der ersten deutschen Nähmaschine (C. Müller, 1855), des Mundwassers Odols (K. A. Lingner, 1892), der ersten Kleinbild-Spiegelreflexkamera der Welt (1898) und des Melitta-Kaffeefilters (M. Benz, 1908) stammen allesamt aus der Landeshauptstadt (SLfpB 2005, S. 40).

Der Innovationsgeist ist aber nicht über die Zeit verloren gegangen, zumal Dresden sich als bedeutsamen Wissenschaftsstandort behaupten konnte. Neben der Technischen Universität Dresden und Hochschule für Technik und Wirtschaft, sind die Fraunhofer- Gesellschaft, das Max-Planck-Institut, das TechnologieZentrum und 120 weitere Forschungseinrichtungen hier ansässig. Ungefähr 15 Prozent aller Erwerbstätigen besitzen einen Universitäts- oder Hochschulabschluss, während fast 70 Prozent über eine erfolgreiche Berufsausbildung verfügen (Kirk 2003, S. 10). Dieser Reichtum an qualifizierten Arbeitskräften ist neben den zahlreichen Wissenschaftseinrichtungen ein weiterer Vorteil, der Dresden zu einem höchstgeeigneten Standort für die Hightech-Industrie macht. Renommierte Technologieunternehmen wie Chiphersteller Infineon und AMD sowie pharmazeutische Firmen wie Apogepha, AWD.pharma und das Sächsische Serumwerk Dresden haben sich für eine Niederlassung am Standort Dresden entschieden, weil auch hier den Investoren eine hervorragende Verkehrsinfrastruktur zur Verfügung steht. Autobahn, Zugverbindung, ein moderner Flughafen und eine reges ÖPNV-Netz erleichtern das Leben eines jeden Arbeitgebers und Arbeitnehmers.

Natürlich sind weiche Standortfaktoren wie die hohe Lebensqualität nicht zu übersehen. Einkaufsmeilen, Museen, Galerien sowie wohnortnahe Einkaufs-, Sport- und Freizeitmöglichkeiten bieten einem Mitarbeiter eines Unternehmens eine vielfältige Möglichkeit zur Erholung und persönlichen Entfaltung. Daneben eignen sich Promenaden entlang der Elbe und durch den Großen Garten oder eine Fahrt ins grüne Umland sehr gut, dem stressigen Alltag in der Großstadt zu entfliehen.

Die Folgen der Dresdner Niederlassungen sind äußerst positiv. Fast die Hälfte der Industrieproduktion der Stadt (etwa zwei Milliarden Euro) wird nun durch die Halbleiterbranche2 erwirtschaftet und 20 000 neue Arbeitsplätze sind seitdem geschaffen worden. Hierdurch ist Dresdens Arbeitslosenquote um 6 Prozent gefallen, von 20 auf 14 Prozent. Zudem wurde im Jahr 2004 der Freistaat Sachsen mit 2,2 Prozent Wachstum zum „Wirtschaftsmotor Deutschlands“ (ZEIT vom 13.10.2005, „Im Tal der Tüftler“) gekrönt, nicht zuletzt wegen des ökonomischen Beitrags der Landeshauptstadt. In dieser Hausarbeit werde ich mich mit den verschiedenen Standortfaktoren auseinandersetzen, die Dresden zu einem solch attraktiven Wirtschaftsstandort für deutsche sowie internationale Hightech-Unternehmen gemacht haben. Zuerst werde ich einen historischen Überblick über wichtige wirtschaftliche Entwicklungen verschaffen und danach auf die bedeutendsten harten sowie weichen Standortfaktoren eingehen.

2. Bedeutende Entwicklungen in der Wirtschaftsgeschichte Dresdens

2.1 Wirtschaftlicher Aufschwung im 19. und frühen 20. Jahrhundert

Es waren insbesondere die Wirtschaftszweige Maschinen- und Anlagenbau, Finanzen, Optik, Elektrotechnik und Mikroelektronik sowie Pharmazeutik, die am Ende des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen wirtschaftlichen Boom in der Region Dres- den ermöglichten. Noch heute sind viele Unternehmen dieser Wirtschaftsbranchen deutschlandweit bekannt, auch wenn der Sitz oft nicht mehr in Dresden ist – Melitta, Dresdner Bank, Zeiss Ikon als Beispiele. Die damaligen Entscheidungskriterien für den Standort Dresden waren andere als die der heutigen global player. Meist wurden Unternehmen dort gegründet, wo eine starke Nachfrage (z.B. für Lokomotivmotoren) bestand und genügend Arbeitskräfte zur Verfügung standen. Physisch-geographische Bedingungen spielten auch eine Rolle, im Fall Dresden war schon durch die Elbe und ihrem relativ flachen Muldental eine gute Voraussetzung für die Industrialisierung gegeben. Des Weiteren war für Dresden die Beziehung zu anderen (deutschen) Städten ein wesentlicher Vorzug für die Erweiterung von wirtschaftlichem Einfluss über Sachsen hinaus.

[...]


1 Eine Gruppe von Industriezweigen, die Wirtschaftsgüter von langer Lebensdauer herstellt, die zur Leistungserstellung in Unternehmen eingesetzt werden, u.a. Maschinen und Werkzeuge (Leser 2005, S. 831).

2 Halbleiter = Festkörper, dessen elektrische Leitfähigkeit stark temperaturabhängig ist und von daher je nach Temperatur sowohl als Leiter als auch als Nichtleiter betrachtet werden kann (Wikipedia: „Halbleiter“)


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