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Termpaper, 2005, 30 Pages
Author: Heike Ulbrich
Subject: Communications: Miscellaneous
Details
Institution/College: University of the Arts Berlin
Tags: Wirtschaftliche, Entwicklung, Innovationsverhalten, Deutschland, Beispiel, Uhrenhersteller, Junghans, Glashütte, Innovation, Kultur, Wirtschaft, Technologiepolitik, Deutschland
Year: 2005
Pages: 30
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 18 + 13 online Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-72056-4
File size: 2057 KB
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Abstract
Mit dieser Arbeit soll der Versuch unternehmen werden, die wirtschaftliche Entwicklung insbesondere das Innovationsverhalten im geteilten Deutschland anhand von zwei Beispielen zu verdeutlichen. Zum Vergleich sollen die Uhrenfabriken Gebrüder Junghans AG (Schramberg/Baden-Württemberg, BRD) sowie der VEB Glashütter Uhrenbetriebe GUB später VEB Uhrenwerk Glashütte (Glashütte/Sachsen, DDR) dienen. Die Branche der Uhrenhersteller ist besonders betrachtenswert, da gerade auf dem Sektor der Uhren in der Zeit von 1945 bis 1990 nicht nur ein technischer Wandel sondern auch ein Wertewandel der Verbraucher vollzogen wurde. Besonders das starke Trendbewusstein in der Gesellschaft hat die Uhrenhersteller zu immer neuen technischen Innovationen gezwungen.
Excerpt (computer-generated)
Universität der Künste Berlin, SoSe 2005
Innovation und technische Kultur – Wirtschaft und
Technologiepolitik in Deutschland nach 1945
Hausarbeit im Ergänzungsfach Wirtschaftswissenschaften
Wirtschaftliche Entwicklung und Innovationsverhalten im geteilten Deutschland
am Beispiel der Uhrenhersteller Junghans und Glashütte
von
Heike Ulbrich
Inhalt
1 Einleitung 3
2 Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung der BRD und DDR 4
2.1 BRD 4
2.2 DDR 5
2.3 Soziale Marktwirtschaft (BRD) vs. zentrale Planwirtschaft (DDR) 8
3 Innovationen 9
3.1 Definition und Begriffsabgrenzung 9
3.2 Zum Innovationsverhalten der beiden deutschen Staaten 9
3.3 Theorien über den Innovationsrückstand der DDR zur BRD 9
4 Betrachtung von Junghans und Glashütte vor 1945 und nach 1990 10
4.1 Junghans 10
4.2 Glashütte 12
5 Vergleich von Junghans und Glashütte in der Zeit zwischen 1945 und 1990 16
5.1 Nachkriegszeit 16
5.2 1950er Jahre 18
5.3 1960er Jahre 21
5.4 1970er und 1980er Jahre bis zur Wiedervereinigung 22
6 Fazit 24
7 Literaturverzeichnis und Quellen 27
8 Abbildungsverzeichnis 28
1 Einleitung
Der Vergleich der wirtschaftlichen Entwicklung und des Innovationsverhaltens der deutschen Staaten BRD und DDR nach 1945 ist nicht erst seit der Wiedervereinigung ein Gegenstand wirtschaftshistorischer Forschungen. „Mit der Innovationsproblematik in Zentralplanwirtschaften hat sich die wirtschaftswissenschaftliche Systemforschung seit den 1970er Jahren intensiver auseinandergesetzt“ (Bähr 1996, S. 34). Sicherlich war dies auch der Beginn von vergleichenden Untersuchungen in BRD und DDR. Nach der Wiedervereinigung erfolgte eine weitere Betrachtung dieser Thematik mit neuen Ansätzen, die auch andere Einflüsse mit einbezogen und nicht nur „[...] von der Analyse des Wirtschaftssystems ausgehen und das Innovationsverhalten auf der Ebene von Modellen diskutieren“ (ebd., S. 35).
Dennoch lässt sich feststellen, dass derartige Arbeiten meist die gesamte Wirtschaft oder lediglich die verschiedenen Wirtschaftsbereiche und Branchen behandeln. Dabei wird stets die Problematik der Vergleichbarkeit der Entwicklungen in beiden Staaten erwähnt, was die aufgestellten Theorien in nicht geringem Maße relativiert. Die Unvereinbarkeit von Statistiken, die Suche nach Quellen und Probleme mit den Umrechnungen erschweren den Vergleich (vgl. Wagener 1995, S. 22f). Aus diesem Grund möchte ich mit dieser Arbeit den Versuch unternehmen, die wirtschaftliche Entwicklung insbesondere das Innovationsverhalten im geteilten Deutschland anhand von zwei Beispielen zu verdeutlichen. Zum Vergleich sollen die Uhrenfabriken Gebrüder Junghans AG (Schramberg/Baden-Württemberg, BRD) sowie der VEB Glashütter Uhrenbetriebe GUB später VEB Uhrenwerk Glashütte (Glashütte/Sachsen, DDR) dienen.
Die Branche der Uhrenhersteller erschien mir als interessant und damit betrachtenswert, da gerade auf dem Sektor der Uhren in der Zeit von 1945 bis 1990 nicht nur ein technischer Wandel sondern auch ein Wertewandel der Verbraucher vollzogen wurde. Besonders das starke Trendbewusstein in der Gesellschaft hat die Uhrenhersteller zu immer neuen technischen Innovationen gezwungen. In den 1970er Jahren begann das Zeitalter der Quarzuhren – um hier nur ein Beispiel zu nennen.
Die Unternehmen Junghans und Glashütte blicken beide auf eine über 140 Jahre lange Firmengeschichte zurück. „Junghans ist eine der innovativsten Uhrenfirmen der Welt und die bekannteste Uhrenmarke in Deutschland“ (Clef 2003, S. 96). Während Junghans heute eher als High-Technology-Marke im mittleren Preissegment (200- 1500 €) angesehen wird, bezeichnen sich die derzeitig bestehenden Uhrenhersteller in Glashütte als Manufakturen und besinnen sich somit auf die Tradition der manuellen Uhrenherstellung zurück. Demzufolge sind die Uhren aus Glashütte größtenteils im Luxussegment (Bsp.: Glashütte Original ca. 2 900-100 000 €) angesiedelt. Diese aktuellen Unterschiede zwischen den beiden Uhrenherstellern beziehen sich allerdings auf die Entwicklung der Unternehmen nach 1990 und machen deshalb einen Vergleich für die Zeit des geteilten Deutschlands dennoch interessant. Für den Vergleich von Junghans und Glashütte ist zunächst ein kurzer Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung sowie die Wirtschaftssysteme der BRD und DDR notwendig. Außerdem wird die Begrifflichkeit von Innovation und die Theorien über das unterschiedliche Innovationsverhalten beider Staaten erläutert.
Zur Vollständigkeit und um keine beeinflussenden Faktoren zu vernachlässigen, wird die Entwicklung der beiden Unternehmen vor 1945 sowie nach 1990 kurz dargestellt. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt bei der ausführlichen Betrachtung des wirtschaftlichen und technischen Verlaufs von Junghans und Glashütte zwischen 1945 und 1990. Diese Betrachtung soll dann in einem vergleichenden Fazit enden. Dieses Kapitel soll auch zur Klärung der Frage dienen, inwieweit es möglich ist, die Wirtschaft von BRD und DDR mit ihren technischen Fortschritten anhand von Beispielen zu vergleichen bzw. warum sich ein derartiger Vergleich so schwierig gestaltet.
2 Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung der BRD und DDR
2.1 BRD
Ausgangslage 1945-1949
Nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands am 8. Mai 1945 lag die deutsche Wirtschaft völlig am Boden. Während die Kriegsschäden in der BRD relativ hoch waren (21 % des Vermögensbestandes von 1939), hielten sich die Verluste aufgrund der Demontagen durch die Alliierten in Grenzen (12 % des Vermögensbestandes von 1939).1
Die Bevölkerungszahl steigt aufgrund der Zuwanderung von Vertriebenen und Flüchtlingen aus den ehemaligen ostdeutschen Gebieten und Siedlungsgebieten in der Nachkriegszeit an. Nach der Übernahme der staatlichen Gewalt durch die Besatzungsmächte tritt 2 Jahre später, 1947, der Marshallplan in Kraft. Dieses Wiederaufbauprogramm für Europa wird von der Sowjetunion und damit für die sowjetische Besatzungszone mit der Befürchtung abgelehnt, in politischer oder wirtschaftlicher Hinsicht von den USA abhängig zu werden – ein erster Beitrag zur späteren Spaltung Deutschlands. Auch die auf die Westzonen beschränkte Währungsreform von 1948, bei der die Reichsmark durch Deutsche Mark ersetzt wurde, hat die Spaltung erheblich vorangetrieben. Trotzdem legte sie für die westlichen Zonen, die mit der Verkündung des Grundgesetzes am 23. Mai 1949 zur Bundesrepublik Deutschland zusammengeschlossen worden, den Grundstein für den folgenden wirtschaftlichen Aufschwung.
Das Wirtschaftswunder 1949-1966
Nach der Gründung der BRD stand der Aufbau und die Umstrukturierung der Wirtschaft zu einem kapitalistischen Wirtschaftssystem im Vordergrund. Der 1949 zum Bundeswirtschaftsminister ernannte Ludwig Erhard trug zur Durchsetzung einer sozialen Marktwirtschaft maßgeblich bei.
In den 1950er Jahren „[...] wandelte sich die Bundesrepublik in eine reife Industrienation. Alle Indikatoren – ob sie nun die Bevölkerungsentwicklung oder die Sozial- und Wirtschaftsstruktur be- treffen – zeigen die westdeutsche Industriegesellschaft auf dem Höhepunkt ihrer Ausdehnung und Bedeutung“ (Abelshauser 1987, S. 74). Die Bedingungen waren besonders dadurch begünstigt, dass zunächst die geringe Zerstörung der Produktionsanlagen kaum Engpässe in der Produktion nach dem Krieg aufkommen ließ und genügend eigene Rohstoffe und Ressourcen vorhanden waren. Des Weiteren gab es eine große Zahl qualifizierter Arbeitskräfte, welche „[...] wegen der zunächst sehr hohen Arbeitslosigkeit zu günstigen Bedingungen für das Kapital beschäftigt werden konnten und [...] im Laufe der 50er Jahre durch Flüchtlinge aus den Ostgebieten des ehemaligen Reiches und der DDR ergänzt“ wurden (Huffschmid 1979, S. 43). Hinzu kommt, dass die gesamte Bevölkerung aufgrund der Entbehrungen im Krieg gewisse Nachholbedürfnisse den Konsum betreffend aufwies und „[...] der schnelle Anstieg der Zahl der Beschäftigten eine rasche Ausdehnung der privaten Konsumnachfrage [...]“ bewirkte (ebd., S. 44).
Im Laufe der 1960er Jahre kommt es zu einem erheblichen Rationalisierungsprozeß durch die zu- nehmende Mechanisierung in der industriellen Fertigung. „Das Ausmaß dieses technischen Umbruchs dokumentiert die Steigerung der Arbeitsproduktivität: während sich die Zahl der Beschäftig- ten im industriellen Bereich zwischen 1950 und 1965 von 8,5 Millionen auf 13 Millionen erhöht, vervielfacht sich in diesem Zeitraum die Summe der hergestellten Waren von 63 Milliarden auf 240 Milliarden DM“ (Kehl 1989, S. 301).
Zeit der Krisen 1966-1982
Das Konzept der Staatsverschuldung von 1963, um die Wirtschaftsentwicklung zu fördern, entwickelt von Wirtschaftsminister Karl Schiller und dem späteren Bundesfinanzminister Franz Josef Strauß, währte nicht lange als gutes Rezept für das Wirtschaftswachstum. 1967 kam es zur ersten größeren Rezession: die Zuwachsraten stagnierten und die Arbeitslosigkeit stieg nach 1966 erstmals seit fünf Jahren wieder an (nachdem sie seit 1961 bis 1966 fast immer unter 1 % lag).2 Die Gewerkschaften nutzen diese Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt, um den Arbeitnehmern endlich ihre „Beteiligung am sogenannten Produktivitätsfortschritt zu sichern“ (Borchardt 1985, S. 198). Die Löhne stiegen schneller, als Gewinne eingefahren werden konnten. Außerdem wirkten sich äußere Einflüsse wie der Anstieg der Ölpreise negativ auf das Wirtschaftswachstum aus. Neben steigender Arbeitslosigkeit gab es auch erhebliche Inflationstendenzen. Man erkannte, dass die soziale Marktwirtschaft als Wirtschaftssystem nur in einer wachsenden Wirtschaft funktionierte. Nun galt es, einen Strukturwandel mithilfe von Reformen durchzusetzen. Diese hatten das Ziel, den Handlungsspielraum des Staates in der Wirtschaft auszuweiten, um die Entwicklung der Wirtschaft und das Wachstum stärker steuern zu können. Dennoch verstärkten sich die Probleme – die Arbeitslosigkeit und die Staatsverschuldung stiegen weiter an.
Bis zur Wiedervereinigung 1982-1990
Unter der im Oktober 1982 gewählten neuen Regierung aus CDU/CSU und FDP unter Bundeskanzler Helmut Kohl traten wirtschaftspolitische Maßnahmen aufgrund der Aussicht auf die deutsche Wiedervereinigung von BRD und DDR und den damit verbundenen Anstrengungen zunehmend in den Hintergund. Durch den Wiedervereinigungs-Boom wurden die immernoch vorhandenen Strukturschwächen der Wirtschaft verschleiert. Die Arbeitslosenzahl war bis 1990 auf 1 883 147 Millionen in der BRD angestiegen, das ist eine Quote von 7,2 %. 3
2.2 DDR
[...]
1 Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) 1985, S. 29
2 Borchardt 1985, S. 199
3 Statistisches Bundesamt www.destatis.de
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