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Das Jahr 1945 im europäischen Kinder- und Jugendbuch

Subtitle: Exemplarisch aufgezeigt an "Sternkinder" von Clara Asscher-Pinkhof

Termpaper, 2002, 21 Pages
Authors: Phyllis Wiechert, Bianca Heinrich
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies

Details

Event: Das Jahr 1945 im europäischen Kinder- und Jugendbuch
Institution/College: Free University of Berlin (Grundschulpädagogik)
Tags: Grundschule, NS Zeit, Kinderbücher, Deutsch
Category: Termpaper
Year: 2002
Pages: 21
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 5  Entries
Language: German
Archive No.: V74850
ISBN (E-book): 978-3-638-72909-3
ISBN (Book): 978-3-638-75544-3
File size: 153 KB

Abstract

Diese Hauptseminarsarbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit und wie man Kinder in der Grundschule mit dem Thema Nationalsozialismus und Holocaust konfrontieren und es ihnen auf einfühlsame Art und Weise näher bringen kann. Schon Adorno forderte 1966, dass der Holocaust in der Erziehung nach Auschwitz ein fester Bestandteil des Grundschulunterrichts sein soll. In der Realität ist der Holocaust bisher weitgehend immer noch ebenso ein Tabuthema wie Tod und Sexualität. Eltern und Lehrern fällt es schwer, dem Aufklärungsanspruch gerecht zu werden und zu entscheiden, was für Kinder zumutbar ist. Diese Arbeit gliedert sich in vier Kapitel. Im ersten Kapitel erörtern wir die Notwendigkeit für eine geleitete Auseinandersetzung mit dem Thema Holocaust in der Grundschule. Eine große Auswahl an Kinderliteratur ist dabei eine unerlässliche Unterstützung für den Unterricht und den Lernprozess, den Lehrer und die Schüler, da eine große Vielfalt der Materialien eine individuelle Herangehensweise für jeden Schüler bietet. Exemplarisch für Kinderliteratur zum Thema Holocaust analysieren wir in Kapitel zwei das Kinder- und Jugendbuch Sternkinder von Clara Asscher-Pinkhof. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse beziehen wir in Kapitel drei auf Einsetzbarkeit im Unterricht und suchen nach Möglichkeiten das Thema Holocaust in der Grundschule feinfühlig und intensiv zu behandeln. Das vierte Kapitel ist ein kurzes Fazit zur vorliegenden Arbeit.


Excerpt (computer-generated)

Das Jahr 1945 im europäischen Kinder- und Jugendbuch
Exemplarisch aufgezeigt an Sternkinder von Clara Asscher-Pinkhof

von

Phyllis Wiechert und Bianca Heinrich

SoSe 2002

 


EINLEITUNG 3

1. BESCHÄFTIGUNG MIT DEM THEMA HOLOCAUST IN DER GRUNDSCHULE 4

2. STERNKINDER  7

2.1 Die Autorin  7
2.2 Das Buch 8
2.3 Inhalt  8
2.4 Historischer Hintergrund 11
2.5 Faschismusverständnis  12
2.6 Literarische Gestaltung 13
2.7 Verknüpfung von Individual- und Gesellschaftsgeschichte 13
2.8 Entwicklung der Hauptpersonen 14
2.9 Adressaten  15
2.10 Kritische Würdigung  15

3. EINSATZ DES BUCHES STERNKINDER IM UNTERRICHT 17

4. FAZIT  20

5. LITERATURVERZEICHNIS 21




 

Einleitung

Diese Hauptseminarsarbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit und wie man Kinder in der Grundschule mit dem Thema Nationalsozialismus und Holocaust konfrontieren und es ihnen auf einfühlsame Art und Weise näher bringen kann. Schon Adorno1 forderte 1966, dass der Holocaust in der Erziehung nach Auschwitz ein fester Bestandteil des Grundschulunterrichts sein soll. In der Realität ist der Holocaust bisher weitgehend immer noch ebenso ein Tabuthema wie Tod und Sexualität. Eltern und Lehrern2 fällt es schwer, dem Aufklärungsanspruch gerecht zu werden und zu entscheiden, was für Kinder zumutbar ist.

Diese Arbeit gliedert sich in vier Kapitel. Im ersten Kapitel erörtern wir die Notwendigkeit für eine geleitete Auseinandersetzung mit dem Thema Holocaust in der Grundschule. Eine große Auswahl an Kinderliteratur ist dabei eine unerlässliche Unterstützung für den Unterricht und den Lernprozess, den Lehrer und die Schüler, da eine große Vielfalt der Materialien eine individuelle Herangehensweise für jeden Schüler bietet. Exemplarisch für Kinderliteratur zum Thema Holocaust analysieren wir in Kapitel zwei das Kinder- und Jugendbuch Sternkinder von Clara Asscher-Pinkhof. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse beziehen wir in Kapitel drei auf Einsetzbarkeit im Unterricht und suchen nach Möglichkeiten das Thema Holocaust in der Grundschule feinfühlig und intensiv zu behandeln. Das vierte Kapitel ist ein kurzes Fazit zur vorliegenden Arbeit.

1. Beschäftigung mit dem Thema Holocaust in der Grundschule

Für viele Erwachsene ist die eigene Auseinandersetzung mit dem Thema Holocaust problematisch und mit negativen Gefühlen wie Wut, Hilflosigkeit, Unverständnis, Scham, Schuldgefühlen und Trauer besetzt. Deshalb ist es für sie unvorstellbar, dass sogar Kinder im Grundschulalter damit konfrontiert werden sollen. Wie können Erziehung und Schulunterricht dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche sich diesem Thema öffnen und daraus lernen? Erwachsene halten diese Grausamkeiten für die Kinder unzumutbar und denken, sie stellen eine Überforderung dar. Vielleicht aber spiegelt sich in den Ängsten der Erwachsenen die eigene Hilflosigkeit bei der Erziehung und der nochmaligen Auseinandersetzung mit dem Thema wider. Eine Konfrontation mit dem Nationalsozialismus einschließlich des Holocaust kann von den Eltern nicht verhindert werden. Besonders jüngere Kinder begegnen diesen so genannten Tabuthemen wesentlich offener und unbefangener als Erwachsene. Die Kinder erfahren durch die Medien, die Umwelt und Gespräche mit Familienmitgliedern und anderen Kindern bruchstückartige Informationen und Eindrücke aus dieser Zeit. Wenn man nicht mit ihnen über den Holocaust spricht und ihnen hilft, die neu gewonnenen Eindrücke richtig einzuordnen und zu verarbeiten, besteht die Gefahr, dass es zu Ängsten und Vorurteilen kommt. Die Grundschulzeit ist eine geeignete Zeit, um mit den Schülern über das schwierige Thema Holocaust zu sprechen, da sie bedingt durch die neue Gruppensituation in der Grundschule lernen müssen, sich gegenseitig zu akzeptieren und zu respektieren. Dabei entstehen erste Wertvorstellungen von Gerechtigkeit und Solidarität bei den einzelnen Schülern. Wichtig ist hier die Förderung von Sensibilität für Minderheiten, die Akzeptanz anderer Kulturen und Glaubensrichtungen und das Wissen über Not, Verfolgung, Krieg und Tod in der Welt heute und in der Vergangenheit.

Erziehung nach Auschwitz soll eine Erziehung zur Verantwortung sein. Die Schüler sollen zu einer politischen Urteilskraft geführt werden. Eine intensive Beschäftigung mit dem Thema fördert die Demokratiefähigkeit und Mündigkeit. Daneben sind Zivilcourage, Erziehung zum Frieden, Engagement, Emanzipation, Toleranz, die Fähigkeit zur Verweigerung, Sensibilisierung gegenüber Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Machtmissbrauch sowie gewaltfreie Lösungskompetenz bei Konflikten wichtige Kompetenzen und Werte, die ein Schüler lernen muss. Diese Werte gewinnen im Anblick der Geschichte, nicht nur der des Holocaust an Bedeutung und sind somit wichtige fächerübergreifende und soziale Ziele des Unterrichts in Deutschland.

[...]


1 Adorno 1966: 88/90

2 Zugunsten der leichteren Lesbarkeit wird auf Doppelbezeichnungen (männlich - weiblich ) verzichtet


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