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Die Auswirkungen der christlichen Religion auf das Naturverständnis des mittelalterlichen Menschen als Thema des Sachunterrichts

Examination Thesis, 2005, 95 Pages
Author: Felizitas Wittemann
Subject: Regional History and Geography (Basic Primary School Pedagogy)

Details

Category: Examination Thesis
Year: 2005
Pages: 95
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 65  Entries
Language: German
Archive No.: V74872
ISBN (E-book): 978-3-638-68355-5
ISBN (Book): 978-3-638-68532-0
File size: 32154 KB
Notes :
Sehr guter fachwissenschaftlicher Teil, mit Zusammenfassung der wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Wandel der Natureinstellung des Menschen Die Erkenntisse sollten zu einem fachwissenschaftlichen Artikel zusammengefasst und veröffentlicht werden.


Abstract

Diskussionen über das Thema Natur sind für uns heute eine Selbstverständlichkeit. Den Menschen ist bewusst geworden, dass die Existenz der Menschheit eng mit der Erhaltung der Natur zusammenhängt. Das Naturverständnis und der Umgang der Menschen mit der Natur haben sich über die Jahrhunderte hinweg verändert. Der Umgang, die Betrachtung, der Schutz der Natur und damit verbunden die Einstellung zur Natur, haben sich dabei stets weiterentwickelt. Um sich mit der Umwelt auseinander zu setzen und sich seiner eigenen Einstellung bewusst zu werden, ist es unabdingbar, die historische Entwicklung der Menschen und die damit verbundenen Veränderungen der Einstellung zur Umwelt zu betrachten. Die Einführung der christlichen Religion und die in diesem Zusammenhang entstandenen religiösen Traditionen trugen entscheidend zu einer Veränderung des Naturempfindens bei. Hier ist die Epoche des Mittelalters als der Zeitraum der Christianisierung Europas maßgebend, sie hat bis heute Einfluss auf unser eigenes Naturempfinden. Insbesondere Lehrer/innen, die in der Grundschule Sachunterricht erteilen, müssen über die Bedingungen, die zu den Veränderungen der Einstellung zur Natur geführt haben, informiert sein. Nur ein/e Lehrer/in, die sein/ihr eigenes Verhältnis zur Natur reflektiert hat, kann auch Kindern zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur verhelfen. Kinder im Grundschulalter können durch das Wissen um einen Wandel des Naturempfindens ihre eigene Einstellung finden und reflektieren. Die Umwelterziehung in der Grundschule hat die Aufgabe, Kindern „Normen und Werte“ zu vermitteln. Dabei ist es das Ziel, eine aktive Auseinandersetzung mit ihrer natürlichen und vom Menschen geschaffenen Umgebung zu erreichen. Dies soll die Kinder bewegen, eigenständig und „umweltbewusst“ zu denken und zu handeln.


Excerpt (computer-generated)

Wissenschaftliche Hausarbeit 

 für das Lehramt an Grundschulen,
eingereicht dem Amt für Lehrerausbildung
- Erste Staatsprüfungen -

Die Auswirkungen der christlichen Religion auf
das Naturverständnis des mittelalterlichen
Menschen als Thema des Sachunterrichts

Bereich: Sachunterricht/Geografie
Abgabetermin der Arbeit: 25.05.2005

von

Felizitas Wittemann

 

 

1 Inhalt ...  1

2 Abbildungsverzeichnis ...  3

3 Das Naturverständnis im Wandel der Zeit und die Umwelterziehung in der Grundschule  ...  4

4 Der Sachunterricht und die Umwelterziehung ...  7
4.1 Der Begriff der Bildung für die Grundschule ...  8
4.2 Der Begriff der Bildung für den Sachunterricht ...  10
4.3 Der Begriff Umwelt und Umwelterziehung ...  13

5 Die Umwelterziehung als methodisches Prinzip des Sachunterrichtes  ...  15

6 Die methodischen Formen (Prinzipien) der Umwelterziehung ...  19
6.1 Die Anschauung  ...  19
6.1.1 Die Realbegegnung ...  19
6.2 Der Projektunterricht und die Projekttage ...  21
6.3 Interdisziplinarität  ...  23
6.3.1 Der fächerverbindende Unterricht  ...  24
6.4 Vernetztes Denken ...  25
6.5 Selbsttätigkeit und Handlungsorientierung ...  26
6.6 Aktualität ...  27

7 Die christliche Tradition und das Umweltbewusstsein ...  28

8 Der Begriff Natur- Eine Definition  ...  31

9 Das Mittelalter als Epoche ...  33
9.1 Mittelalterliche Zeugnisse und Quellen ...  36

10 Das Naturverständnis des mittelalterlichen Menschen und die christliche Religion  ...  38
10.1 Vom alten zum neuen Glauben ...  38
10.1.1 Die keltischen Religionen  ...  40
10.1.2 Die germanischen Religionen ...  43
10.1.3 Die römische Religion ...  48
10.2 Die Christianisierung  ...  51
10.2.1 Die entheiligte Natur  ...  57
10.2.2 Das Naturverständnis der Christen  ...  64
10.2.2 Die Scholastiker, das Studium der Natur und ihr Verhältnis zu Aristoteles ...  70
10.2.3 Symbol und Aberglaube  ...  74

11 Der literarische Übergang zur Neuzeit  ...  84

12 Schlussbemerkungen ...  87

13 Literaturverzeichnis  ...  90

14 Anhang ...  94

 

 

3 Das Naturverständnis im Wandel der Zeit und die Umwelterziehung in der Grundschule

Diskussionen über das Thema Natur sind für uns heute eine Selbstverständlichkeit. Den Menschen ist bewusst geworden, dass die Existenz der Menschheit eng mit der Erhaltung der Natur zusammenhängt. Das Naturverständnis und der Umgang der Menschen mit der Natur haben sich über die Jahrhunderte hinweg verändert. Der Umgang, die Betrachtung, der Schutz der Natur und damit verbunden die Einstellung zur Natur, haben sich dabei stets weiterentwickelt.

Um sich mit der Umwelt auseinander zu setzen und sich seiner eigenen Einstellung bewusst zu werden, ist es unabdingbar, die historische Entwicklung der Menschen und die damit verbundenen Veränderungen der Einstellung zur Umwelt zu betrachten. Die Einführung der christlichen Religion und die in diesem Zusammenhang entstandenen religiösen Traditionen trugen entscheidend zu einer Veränderung des Naturempfindens bei. Hier ist die Epoche des Mittelalters als der Zeitraum der Christianisierung Europas maßgebend, sie hat bis heute Einfluss auf unser eigenes Naturempfinden. 

Insbesondere Lehrer/innen, die in der Grundschule Sachunterricht erteilen, müssen über die Bedingungen, die zu den Veränderungen der Einstellung zur Natur geführt haben, informiert sein. Nur ein/e Lehrer/in, die sein/ihr eigenes Verhältnis zur Natur reflektiert hat, kann auch Kindern zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur verhelfen.

Kinder im Grundschulalter können durch das Wissen um einen Wandel des Naturempfindens ihre eigene Einstellung finden und reflektieren.

Die Umwelterziehung in der Grundschule hat die Aufgabe, Kindern „Normen und Werte“ zu vermitteln. Dabei ist es das Ziel, eine aktive Auseinandersetzung mit ihrer natürlichen und vom Menschen geschaffenen Umgebung zu erreichen. Dies soll die Kinder bewegen, eigenständig und „umweltbewusst“ zu denken und zu handeln.1 Aber was ist „umweltbewusstes“ Denken und Handeln?

Das Verhalten und Denken der Menschen hängt von der Erziehung, den Verhaltensgewohnheiten und der eigenen aktiven Auseinandersetzung mit relevanten Themen zusammen. Hier spielen Gewohnheit und Bequemlichkeit eine große Rolle. „Normen und Werte“ dürfen aber nicht dadurch „erzwungen“ werden, dass den Kindern Angst mit „Endzeitvisionen“, wie ökologischen Katastrophen, gemacht wird. 

Wer keine Zukunft sieht, der braucht sich auch nicht über die Folgen seines Handelns in der Gegenwart Gedanken zu machen!

Durch dramatische Filme über Umweltkatastrophen mit Weltuntergangsbedrohung kommen insbesondere Kinder, die viel Ferseherfahrung haben, früh mit „Endzeitvisionen“ in Kontakt.

In Gesprächen mit den Schüler/innen können solche bereits vorhandenen Ängste aufgedeckt und besprochen werden.2

Der Grundschulverband e. V. fordert bei den „Bemühungen um eine Verbesserung der Umwelterziehung, als erstes die Grundschulen zu bedenken.“ 3 

Er erwartet von einer frühzeitigen Erziehung eine veränderte Einstellung zur Umwelt und dadurch eine veränderte Handlungsweise. Meiner Meinung nach kann nur eine ständige Erziehung in umweltgerechter Weise eine Beziehung zur Umwelt schaffen, die sich positiv auswirkt. Eine einmalige Themenbehandlung ändert nichts an Gewohnheiten und Einstellungen. Die Aufgabe der Grundschule und aller weiterführenden Schulen liegt darin, umweltgerechtes Handeln als ein Erziehungsziel zu sehen, das konsequent alle Bereiche erfassen muss. Wichtig sind die Vorbildfunktionen von Schule und Lehrern und die Zusammenarbeit mit den Elternhäusern. 4

Die Forderung des Grundschulverbandes, die „Umwelterziehung durch eine wirksame Gesamterziehung zu verbessern“, geht in diese Richtung.5

Hier wird unsere eigene Einstellung der Natur gegenüber- eine Einstellung die sich über die Jahrhunderte entwickelt hat – deutlich dargestellt:

„Wir empfinden uns als Maß und Mitte der Natur und üben aus falscher Selbstbewertung die Herrschaft über die anderen Lebewesen ohne Rücksicht aus.“ 6

Eine weitere Forderung ist, die religiös-sittliche Erziehung zu verstärken. Die Kinder sollen verstehen lernen, dass wir nur ein Teil der Schöpfung sind und es uns nicht zusteht, Pflanzen oder Lebewesen in ihrer Art zu bedrohen, dass wir das Leben anderer Lebewesen achten, schützen und hegen müssen. Ohne Notwendigkeit darf kein Lebewesen vernichtet werden.7

Die Umwelterziehung sollte daher ein Schwerpunkt des Sachunterrichtes sein, meiner Meinung nach aber nicht nur des Sachunterrichtes! Ein umweltgerechter Lebensraum, und der sollte die Schule sein, ist die Aufgabe der ganzen Schulgemeinschaft.

Ein Aspekt der Umwelterziehung ist die Entstehungsgeschichte unserer eigenen Einstellung zur Umwelt. Diese hat sich aus verschiedenen „gewachsenen Traditionen“ entwickelt. Dazu gehören die christlichen, wissenschaftlichen und technischindustriellen Traditionen. Insbesondere bei den christlichen Überlieferungen hatte die Epoche des Mittelalters einen entscheidenden Einfluss. Daher sollte die Veränderung der Einstellung der Menschen zur Umwelt in dieser Epoche in die Umwelterziehung mit einbezogen werden.

[....]


1 Vgl., Hessisches Kultusministerium, Rahmenplan Grundschule, Wiesbaden 1995, 1. Aufl. S. 274.

2 Vgl., Hessisches Kultusministerium 1995, S. 25.

3 Vgl., Schwarz, Hermann, Hrsg., Empfehlungen zur Umwelterziehung in der Grundschule, Frankfurt 1995, S 4.

4 Vgl., ebenda.

5 Ebenda.

6 Ebenda, S. 5.

7 Vgl., ebenda, S 6.


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