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Westeuropäische Parteiensysteme im Wandel

Scholary Paper (Seminar), 2001, 22 Pages
Author: Jan Kercher
Subject: Politics - Political Systems - General

Details

Event: Proseminar: Mehrheits- und konsensdemokratische Strukturen in westlichen Demokratien
Institution/College: University of Stuttgart (Institut für Sozialwissenschaften)
Tags: Parteien, Parteiensysteme, Vergleich, Systemvergleich, Wandel
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2001
Pages: 22
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 20  Entries
Language: German
Archive No.: V751
ISBN (E-book): 978-3-638-10489-0

File size: 100 KB
Notes :
Die Hausarbeit enthält eine Einführung in den Vergleich von Parteiensystemen, an die sich ein exemplarischer Vergleich der Parteiensysteme von Deutschland, Frankreich und Großbritannien und deren Veränderungen anschließt.


Abstract

Der Wandel von Parteiensystemen beschäftigt die Politikwissenschaft seit nunmehr über zwei Jahrzehnten auf intensive Weise. Waren bis zu den siebziger Jahren hauptsächlich Thesen und Theorien zur Stabilität von Parteiensystemen aufgestellt worden, so setzte von nun an ein Paradigmenwechsel ein, der in der Politikwissenschaft seines gleichen sucht. Plötzlich war von Wertewandel, Transformationstheorie, Postmaterialismus, Dealignment, Realignment und ,,end of ideology" zu lesen und zu hören: Begriffe, mit denen kurz zuvor noch niemand etwas hätte anfangen können. Doch was versteht man genau unter diesen Bezeichnungen, welche Theorien verbergen sich hinter ihnen und was hat sich davon bis heute im Streit der Politikwissenschaft halten können? Wie können wir die Aussagefähigkeit der Theorien testen, welche Indikatoren dienen hier als Maßstäbe und in welchen Ländern kommen wir hiermit zu welchen Ergebnissen? Seit der letzten Bundestagswahl beschäftigt ein weiteres Thema die Parteiensystemforschung: mit Bündnis 90 / Die Grünen ist zum ersten Mal eine Partei in der Bundesregierung vertreten, die bisher klar zur neuen, postmaterialistischen Bewegung gezählt wurde. Die Postmaterialismus-Theorie scheint also zumindest in Deutschland nicht vollkommen aus der Luft gegriffen zu sein. Doch wie verhält es sich mit dem Wandel der Parteiensysteme in anderen Ländern? Sind überall ähnliche Bewegungen und Entwicklungen zu beobachten wie in Deutschland? Oder haben die verschiedenen Theorien nur länderspezifische Bedeutung und Gültigkeit? Diese Arbeit soll einen Versuch darstellen, den eben genannten Fragen anhand eines Vergleichs verschiedener Forschungsergebnisse auf den Grund zu gehen.


Excerpt (computer-generated)

 

Hausarbeit zum Thema

,,Westeuropäische Parteiensysteme
im Wandel"

 

Universität Stuttgart
Institut für Sozialwissenschaften
Proseminar: Mehrheits- und konsensdemokratische Strukturen in westlichen Demokratien
Studiengang: Kommunikationswissenschaft
SS 2001
Dozentin: Alexandra Mößner, M.A.
Abgabedatum: 10.9.2001

Jan Kercher (2. Fachsemester)

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 2
2 Typologisierung von Parteiensystemen 3


2.1 Erste Typologisierungsansätze und Definition des Parteiensystems 3
2.2 Weiterentwicklung durch Niedermayer 4
2.2.1 Fragmentierung eines Parteiensystems 5
2.2.2 Polarisierung eines Parteiensystems 6

3 Bestimmungsfaktoren der Parteiensystementwicklung 6


3.1 Institutionelle Rahmenbedingungen: Das Wahlsystem 7
3.2 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen: Die Cleavage-Theorie 8
3.2.1 Erweiterung durch Inglehart und Dalton: Wertewandel als neues Cleavage 9
3.2.2 Erweiterung auf insgesamt sieben ,,issue dimensions" durch Lijphart 10
3.3 Veränderungen der Angebotsseite: die Allerweltspartei nach Kirchheimer 11
3.4 Zusammenfassung und Hypothesenbildung 11

4 Vergleich dreier europäischer Parteiensysteme 12


4.1 Die Bedeutung der Cleavages 13
4.2 Die Bedeutung des Links-Rechts-Gegensatzes 13
4.3 Die Entwicklung der Fragmentierung und der Polarisierung 14
4.4 Das wiedervereinigte Deutschland als Sonderfall 15

5 Schlussbetrachtung 16
6 Literaturverzeichnis 18

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Eigenschaften von Parteien und Parteiensystemen (Quelle: Niedermayer, 1996) 5
Abb. 2: Determinanten der Parteiensystementwicklung (Quelle: Niedermayer, 1996) 7
Abb. 3: Entwicklung der Fragmentierung (Quelle: Niedermayer, 1992) 14
Abb. 4: Entwicklung der Polarisierung (Quelle: Niedermayer, 1992) 14
Abb. 5: Konfliktstruktur des deutschen Parteiensystems nach der Wiedervereinigung
(Quelle: Von Alemann, 2000) 16

1 Einleitung

Der Wandel von Parteiensystemen beschäftigt die Politikwissenschaft seit nunmehr über zwei Jahrzehnten auf intensive Weise. Waren bis zu den siebziger Jahren hauptsächlich Thesen und Theorien zur Stabilität von Parteiensystemen aufgestellt worden, so setzte von nun an ein Paradigmenwechsel ein, der in der Politikwissenschaft seines gleichen sucht.
Plötzlich war von Wertewandel, Transformationstheorie, Postmaterialismus, Dealignment, Realignment und ,,end of ideology" zu lesen und zu hören: Begriffe, mit denen kurz zuvor noch niemand etwas hätte anfangen können.
Doch was versteht man genau unter diesen Bezeichnungen, welche Theorien verbergen sich hinter ihnen und was hat sich davon bis heute im Streit der Politikwissenschaft halten können? Wie können wir die Aussagefähigkeit der Theorien testen, welche Indikatoren dienen hier als Maßstäbe und in welchen Ländern kommen wir hiermit zu welchen Ergebnissen?
Denn gerade in Deutschland wird in den letzten Jahren immer häufiger vom Wandel der beiden großen Parteien zu ,,Allerweltsparteien" und - damit verbunden - von der immer schwierigeren Abgrenzung ihrer Programme und Politikinhalte gesprochen. Eng mit diesem Problem verbunden sind auch zwei weitere Phänomene, die immer wieder durch die Presse geistern: die steigende Zahl von Wechselwählern sowie eine zunehmende Politikverdrossenheit bei einem Großteil der Bevölkerung, die von Zeit zu Zeit (zuletzt bei den Landtagswahlen 1998 in Sachsen-Anhalt) auf aufsehenerregende Weise durch Protestwahlen oder immer geringere Wahlbeteiligungen in Erscheinung treten.
Seit der letzten Bundestagswahl beschäftigt ein weiteres Thema die Parteiensystemforschung: mit Bündnis 90 / Die Grünen ist zum ersten Mal eine Partei in der Bundesregierung vertreten, die bisher klar zur neuen, postmaterialistischen Bewegung gezählt wurde. Die Postmaterialismus-Theorie scheint also zumindest in Deutschland nicht vollkommen aus der Luft gegriffen zu sein.
Doch wie verhält es sich mit dem Wandel der Parteiensysteme in anderen Ländern? Sind überall ähnliche Bewegungen und Entwicklungen zu beobachten wie in Deutschland? Oder haben die verschiedenen Theorien nur länderspezifische Bedeutung und Gültigkeit?
Diese Arbeit soll einen Versuch darstellen, den eben genannten Fragen anhand eines Vergleichs verschiedener Forschungsergebnisse auf den Grund zu gehen.
Einerseits ist hierzu eine ganzheitliche Betrachtungsweise nötig, die beispielsweise nicht nur beschränkt die Entwicklung einzelner Parteien betrachtet, andererseits sind - schon aus Platzgründen - einige Einschränkungen zu treffen, ohne die das Thema den hier vorgesehenen Rahmen sprengen würde. So kann zum Beispiel nicht in gleicher Weise auf alle (später noch genauer zu erläuternden) Aspekte und Eigenschaften der untersuchten Parteiensysteme eingegangen werden. Dementsprechend kann diese Arbeit auch keine erschöpfende Analyse der für den Vergleich ausgewählten Parteiensysteme darstellen.
Trotz dieser Schwierigkeiten soll versucht werden, einen Überblick über die wichtigsten Theorien und ihre Gültigkeit im Vergleich dreier Länder zu vermitteln.
Hierzu werden zunächst die Merkmale von Parteiensystemen erläutert, die heutzutage in den meisten Fällen zu einer Typologisierung herangezogen werden. Gleichzeitig wird die Untersuchung hierbei auf einige dieser Eigenschaften eingeschränkt.
Im Anschluss folgt eine Betrachtung der wichtigsten Bestimmungsfaktoren, die zur individuellen Erscheinung jedes Parteisystems führen. Auch hier gibt es verschiedene Theorien, bei denen sich jedoch einige im Laufe der Zeit als besonders geeignet erwiesen haben.
Anhand dieser theoretischen Grundlagen werden dann einige Hypothesen gebildet, die schließlich durch empirische Beobachtungen in verschiedenen Ländern getestet werden.
Abschließend wird in einem kurzen Fazit der Versuch unternommen, die vorgestellten Ergebnisse in einen Gesamtzusammenhang zu stellen und damit die eingangs genannten Fragen zu beantworten.

[...]


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