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Akteure der Landnutzungsplanung und ihre Interessen - Das Projekt: "Bosque Seco-Bäume statt Kakteen"

Seminararbeit, 2005, 27 Seiten
Autor: Sebastian Althaber
Fach: Geowiss. / Geographie - Bevölkerungsgeogr., Stadt- u. Raumplanung

Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 27
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 5 Literaturquellen, 6 Internetquellen  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V75120
ISBN (E-Book): 978-3-638-69560-2

Dateigröße: 119 KB

Zusammenfassung / Abstract

Durch die zunehmende Verarmung großer Bevölkerungsgruppen bei gleichzeitig steigender Einwohnerzahl speziell in den Entwicklungsländern, sind auch deren Lebensgrundlagen ernsthaft bedroht, da mit wachsender Bevölkerung auch der Nutzungsdruck auf die Ressource Boden zunimmt. Traditionelle Nutzungsformen und Verfahren im Umgang mit Flora, Fauna und Boden haben sich zu gravierenden Risiken entwickelt. Bereits in den 60er und 70er Jahren begann angesichts von Ressourcenverknappung und Übernutzung die Suche nach wirksamen Planungsansätzen für das Management natürlicher Ressourcen. In den 80er Jahren traten zunehmend partizipative Planungsansätze an die Stelle einer stark technisch ausgerichteten Top-down-Planung. Landnutzungsplanung (LNP) nimmt, wie ihre häufige Erwähnung in der 1992 auf der Umweltkonferenz von Rio de Janeiro von mehr als 170 Staaten verabschiedeten Agenda 21 zeigt, eine zentrale Rolle im Management natürlicher Ressourcen ein. Sie ermöglicht Interessenausgleich und Konfliktregelung bei konkurrierenden Nutzungsansprüchen und -konflikten, um dadurch zu ressourcenschonenden Nutzungsvereinbarungen zu gelangen. Bezugnehmend auf das Referat zum Thema: „Akteure der Landnutzungsplanung und ihre Interessen“, befasst sich die vorliegende Arbeit zunächst mit der Begriffsbestimmung der Landnutzungsplanung im Kontext vergleichbarer Planungsverfahren. Im weiteren Verlauf werden wichtige Aufgaben, Ziele und Forderungen an eine partizipative Landnutzungsplanung in Entwicklungsländern benannt. Der zweite Teil der Arbeit charakterisiert die einzelnen Akteursgruppen und verdeutlicht ihre individuellen Aufgabenbereiche und Interessenlagen. Anhand des Projektes: „Bosque Seco - Bäume statt Kakteen“, welches das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Kooperation mit der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) sowie regionalen Planungsbehörden in der Dominikanischen Republik durchführte, wird im abschließenden Teil der Arbeit die erfolgreiche Umsetzung einer partizipativen Vorgehensweise in der Landnutzungsplanung skizziert.


Textauszug (computergeneriert)

Universität Potsdam, Institut für Geoökologie
Seminar: Landnutzungsplanung

Akteure der Landnutzungsplanung und ihre Interessen -
Das Projekt: "Bosque Seco-Bäume statt Kakteen"

von

Sebastian Althaber

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  3

2. Begriffsbestimmung: Landnutzungsplanung  4

2.1 Einordnung in das Planungssystem  6
2.2 Aufgaben, Ziele und Anforderungen an die LNP  7

3. Akteure des Planungsprozesses und ihre Interessen 11

3.1 Internationale Staatengemeinschaft  12
3.2 Der Zentralstaat, das Parlament bzw. die Politiker  14
3.3 Die Administration bzw. Fach- und Sektorbehörden 14
3.4 Das Planungsteam  15
3.5 Die Betroffenen 16
3.6 Die Interessenverbände und Meinungsbildner  17
3.7 Die Moderatoren - „Broker“ zwischen den Akteuren 18

4. Das Projekt „Bosque Seco - Bäume statt Kakteen“  19

4.1 Einführung  19
4.2 Projektziel  20
4.3 Projektdesign und Finanzierung  21
4.4 Evaluierung und vorläufige Ergebnisse  22
4.5 Fazit 23

5. Zusammenfassung  24

6. Bibliographie  26

 


 

1. Einleitung

Durch die zunehmende Verarmung großer Bevölkerungsgruppen bei gleichzeitig steigender Einwohnerzahl speziell in den Entwicklungsländern, sind auch deren Lebensgrundlagen ernsthaft bedroht, da mit wachsender Bevölkerung auch der Nutzungsdruck auf die Ressource Boden zunimmt. Traditionelle Nutzungsformen und Verfahren im Umgang mit Flora, Fauna und Boden haben sich zu gravierenden Risiken entwickelt.
Bereits in den 60er und 70er Jahren begann angesichts von Ressourcenverknappung und Übernutzung die Suche nach wirksamen Planungsansätzen für das Management natürlicher Ressourcen. In den 80er Jahren traten zunehmend partizipative Planungsansätze an die Stelle einer stark technisch ausgerichteten Top-down- Planung. Landnutzungsplanung (LNP) nimmt, wie ihre häufige Erwähnung in der 1992 auf der Umweltkonferenz von Rio de Janeiro von mehr als 170 Staaten verabschiedeten Agenda 21 zeigt, eine zentrale Rolle im Management natürlicher Ressourcen ein. Sie ermöglicht Interessenausgleich und Konfliktregelung bei konkurrierenden Nutzungsansprüchen und -konflikten, um dadurch zu ressourcenschonenden Nutzungsvereinbarungen zu gelangen.1
Bezugnehmend auf das Referat zum Thema: „Akteure der Landnutzungsplanung und ihre Interessen“, befasst sich die vorliegende Arbeit zunächst mit der Begriffsbestimmung der Landnutzungsplanung im Kontext vergleichbarer Planungsverfahren. Im weiteren Verlauf werden wichtige Aufgaben, Ziele und Forderungen an eine partizipative Landnutzungsplanung in Entwicklungsländern benannt. Der zweite Teil der Arbeit charakterisiert die einzelnen Akteursgruppen und verdeutlicht ihre individuellen Aufgabenbereiche und Interessenlagen.
Anhand des Projektes: „Bosque Seco - Bäume statt Kakteen“, welches das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Kooperation mit der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) sowie regionalen Planungsbehörden in der Dominikanischen Republik durchführte, wird im abschließenden Teil der Arbeit die erfolgreiche Umsetzung einer partizipativen Vorgehensweise in der Landnutzungsplanung skizziert.

2. Begriffsbestimmung: Landnutzungsplanung

Fand der Begriff Landnutzungsplanung noch vor 20 Jahren keine breite Verwendung im deutschsprachigen Raum - man war vielmehr der Meinung es handle sich um eine vollkommen neue Bezeichnung die auf der Wortzusammensetzung aus “Planung der Nutzung von Land“ aufbaut - so entwickelte sich die heutige Wortwahl aus der weiten Verbreitung der Bezeichnung “land use planning“ heraus. Zudem beeinflusst die weltweit dominante englischsprachige Fachliteratur derzeit auch die Verwendung mit einem dem englischen ähnlichen Sinngehalt des Wortes. Betrachtet man jedoch die unterschiedliche Verwendung des Begriffs Landnutzungsplanung im Zusammenhang mit anderen Fachplanungen, so wird die Allgemeingültigkeit der eingangs gemachten Aussage eingeschränkt. In der Literatur findet man unter anderem die Gleichsetzung von “land use planning“ mit Flächennutzungs- und Landschaftsplanung oder Flurbereinigung. Umgekehrt werden sowohl die Raumplanung als auch Bauleitplanung synonym mit “land use planning“ übersetzt.2

Das diese Bezeichnungen zum Teil vollkommen untauglich sind, beweist die Tatsache, dass beispielsweise die Flächennutzungsplanung ein in der Bundesrepublik Deutschland gesetzlich festgeschriebenes Instrument der Bauleitplanung ist. Sie dient der räumlichen Neuordnung eines Gemeindegebietes, auf dessen Grundlage später Bebauungspläne erarbeitet werden. Das eine genaue Definition des Begriffes Landnutzungsplanung hinsichtlich ihrer Inhalte und Zielvorstellungen ebenfalls problematisch ist, soll anhand folgender Aufstellung verdeutlicht werden.

„Im folgenden soll eine Definition vorgeschlagen werden, die internationale Gültigkeit beanspruchen kann [...]. Danach wird unter Flächennutzungsplanung die im Rahmen einer Gebietsordnung erfolgende Festlegung unterschiedlicher Bodennutzungen und zwar unter Konkretisierung der Voraussetzungen und Merkmale der einzelnen Nutzungsarten (Planungsstadium) und Durchführung eines Bün- dels restriktiver oder Anreize setzender Maßnahmen zur Planverwirklichung (Durchführungsstadium) verstanden.“ 3

„Ökologisch orientierte Landnutzungsplanung (LNP) [ist] eine Planung [...] die, entsprechend dem historischen Entwicklungsstand einer Gesellschaft, die Vernutzung von natürlichen Produktionsvoraussetzungen zur Befriedigung von Grundbedürfnissen so organisiert, daß die Reproduktionsfähigkeit und die nachhaltige Nutzbarkeit der natürlichen Produktionsvoraussetzungen nicht nur nicht gefährdet werden, sondern daß darüber hinaus - den bioklimatischen und geographischen Bedingungen entsprechend - ökologisch und räumlich vielfältige Strukturen mit hohem Selbstregulierungspotential geschaffen und erhalten werden.“ 4

„Land use planning is the process of evaluating land and alternative patterns of land use and other physical, social and economic conditions for the purpose of selecting and adopting the kinds of land use and courses of action best calculated to achieve specified objectives.“ 5

„Planning is the conscious process of selecting and developing the best course of action to accomplish an objective. In the case of Land Use Planning the objective is the efficient intensive use of the land resources.“ 6

„Nachhaltige, standortgerechte Landnutzung setzt die Kenntnis der natürlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen in einer Region voraus. Dazu dient das Instrumentarium der Standortnutzungs- oder synonym Landnutzungsplanung. Diese stellt eine Verbindung der Eignungsbewertung, also das Ergebnis der Gegenüberstellung Standortbedingungen versus Standortansprüchen (eines definierten Landnutzungstyps) mit den daraus resultierenden Entscheidungen und konzipierten Maßnahmen dar.“ 7

[...]


1 vgl. AMLER et.al. 1999

2 vgl. AMLER 1992, S.8f

3 OECD 1976 zitiert in AMLER 1992 S.9

4 ALBRECHT 1983 zitiert in AMLER 1992 S.9

5 WILKINSON 1985 zitiert in AMLER 1992 S.10

6 HUDSON 1986 zitiert in AMLER 1992 S.10

7 AMLER 1987 zitiert in AMLER 1992 S.10


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