Autor: Oliver Bock
Fach: Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung
Details
Tags: Vaterrolle, Bürgertum, bürgerliche Familie, Rollen, Rolle, 18. Jahrhundert, 19. Jahrhundert
Jahr: 2001
Seiten: 21
Note: 2,7
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 287 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-14763-7
Textauszug (computergeneriert)
Die Entwicklung der Vaterrolle in der bürgerlichen Familie
vom 18. Jahrhundert bis zum 20. Jahrhundert
von
Oliver Bock
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1: Einleitung S. 2
Kapitel 2: Zum Rollenverständnis S. 4
Kapitel 3: Der Abstieg der traditionellen Vaterrolle S. 5
3.1. Die traditionelle Vaterrolle im 18. Jahrhundert S. 6
3.2. Die Veränderung der Ideale S. 6
3.3. Die Rolle des Vaters in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts S. 8
3.4. Vergleich: Entwicklung in der Arbeiterklasse S. 9
3.5. Die Rolle des Vaters in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts S. 9
Kapitel 4: Die Entwicklung der Vaterrolle im 20. Jahrhundert S. 10
4.1. Die Entwicklung der Vaterrolle während der Weimarer Republik S. 10
4.2. Die Entwicklung der Vaterrolle zur Zeit des Nationalsozialismus
und des Zweiten Weltkrieges S. 11
4.3. Die Entwicklung der Vaterrolle in der Nachkriegszeit S. 13
4.4. Entwicklung der Vaterrolle in den sechziger Jahren S. 15
Kapitel 5: Abschließende Bewertung S. 16
Literaturverzeichnis S. 18
Kapitel 1: Einleitung
"Elternschaft ist heute eine soziale Konstruktion: Wenn sich die Bedingungen ändern, ändern sich auch die Rollen."
Prof. Dr. Dr. Dr. Wassilios E. Fthenakis
Direktor des Staatsinstituts für Frühpädagogik in München
- im Gespräch mit Dr. Dieter Lehner
(Online im Internet: URL: http://www.br-online.de/alpha/forum/vor9903/19990317_i.html Stand 03.10.2001)
Schlägt man im Brockhaus unter dem Begriff ‚Familie′ nach, findet man einen Eintrag, der für den Großteil der heutigen Generation wohl als selbstverständlich erachtet wird: "... das Elternpaar mit den unselbstständigen Kindern als Einheit des Haushaltes." (Brockhaus 2000, S.267).
Die funktionierende Familie wird als Einheit definiert, wie auch sonst? Betrachtet man hingegen die ältere Wortbedeutung von ‚Vater′, so fällt auf, dass diesbezüglich Vorstellungen von Recht, Ordnung und Rechtsvertretung zur damaligen Zeit des 18. Jahrhunderts vorherrschten.
Synonyme wie ‚Familienoberhaupt′, ‚pater familias′ oder ‚Hausherr′ waren ebenfalls alltägliche Begriffe jener Zeit, in welcher der Mann als Vater über anscheinend weitaus mehr Rechte und Privilegien als heutzutage verfügte.
Vergleicht man des weiteren Familienbilder aus damaliger mit denen der heutigen Zeit, so gelangt man unweigerlich zu der Erkenntnis, dass früher nicht nur andere Sitten, Kleidung und Phototechnik vorherrschten, sondern dass der Mann eine vollkommen andere Rolle als Vater spielte.
Doch wie kam es denn nun zu einer solchen Differenz? Wie entwickelte sich die Vaterrolle im Laufe der Zeit und warum entwickelte sie sich gerade so?
Die vorliegende Arbeit wird und kann nur versuchen, diese Fragen in Teilen zu beantworten. In ihrem Rahmen soll das Hauptaugenmerk auf die Entwicklung der Vaterrolle innerhalb der deutschen, bürgerlichen Familie im Zuge der letzten 250 Jahre näher betrachtet werden. Denn wenn der kausale Zusammenhang ‚Änderung der Bedingungen dann Änderung der Rollen′ (vgl. einleitendes Zitat von Fthenakis, S.2) seine Richtigkeit beweisen sollte, dann würden wir es im folgenden mit einer facettenreichen Vielzahl an sich ändernden Rollenaspekten zu tun bekommen.
Speziell der Zeitraum vom 18. Jahrhundert bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland war keineswegs geprägt durch statische Gesellschaftsformen und stabile Außenbedingungen.
Diese Arbeit dient dazu, bestimmte gesellschaftliche Entwicklungen, die das Familienleben in einem gewissen Maße beeinflussten, in Hinblick auf die Rolle des Mannes als Vater näher zu untersuchen.
Anhand ausgewählter Epochen, wie etwa die einsetzende Industrialisierung, die Weimarer Republik, der Nationalsozialismus, die Nachkriegszeit und die sechziger und siebziger Jahre, soll ihre Form der Auswirkungen auf das Familienleben, genauer auf die Rolle des Vaters, erörtert werden. Unverzichtbar ist also ebenfalls eine Darstellung der Funktion des Vaters in der jeweiligen Epoche, um einen weitläufigen Vergleich zu erzielen und somit Änderungen hervorzuheben. Als Leitwerk sei hier das Taschenbuch ‚Die deutsche Familie′ von Ingeborg Weber-Kellermann genannt.
Doch zunächst soll zum besseren Verständnis der soziologisch determinierte Begriff der Rolle im folgenden Kapitel genauer untersucht werden.
Kapitel 2: Zum Rollenverständnis
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