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David Lynch "Lost Highway" - Eine filmdramaturgische Analyse

Hausarbeit, 2006, 17 Seiten
Autor: Friederike Bernhardt
Fach: Filmwissenschaft

Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 17
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 7  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V75252
ISBN (E-Book): 978-3-638-79795-5
ISBN (Buch): 978-3-638-80295-6
Dateigröße: 125 KB

Zusammenfassung / Abstract

Gliederung 1 Kurzbiographie des Regisseurs 2 Zur Dramaturgie des Films Lost Highway 2.1 Inhalt und Aufbau 2.2 Strukturelle Mittel 2.3 Figuren und Motive 3 Lost Highway – Film Noir des 21. Jahrhunderts? 4 Road to Nowhere 5 Literatur


Textauszug (computergeneriert)

David Lynch "Lost Highway" - Eine filmdramaturgische Analyse

von

Friederike Bernhardt

 


Gliederung

1 Kurzbiographie des Regisseurs 3

2 Zur Dramaturgie des Films Lost Highway 3

2.1 Inhalt und Aufbau 3
2.2 Strukturelle Mittel 5
2.3 Figuren und Motive 9

3 Lost Highway – Film Noir des 21. Jahrhunderts? 12

4 Road to Nowhere 15

5 Literatur 17




 

1 Kurzbiographie des Regisseurs

Mit der Absicht, Maler zu werden, besuchte David Keith Lynch (20.01.46, Missoula) renommierte Kunsthochschulen in Washington D.C. und Boston, ab 1965 besuchte er die Pennsylvania Academy of Fine Arts in Philadelphia. Seine Werke umfassten damals vor allem den Bereich der Malerei, Skulpturen und Fotografien. In einem Kurs für experimentelle Kunst animierte er 1967 Zeichnungen und realisierte seinen ersten Kurzfilm Six Men Getting Sick als Abschlussarbeit. Mit dem darauf folgenden Film The Alphabet gewann er ein Stipendium beim American Film Institute in Beverly Hills, wo er sein Studium fortsetzte. Lynch hat seit einigen Jahren einen Lehrauftrag an der European Graduate School in Saas Fee inne. Des Weiteren komponiert Lynch selbst Musik für seine Filme.
Mit seinen düster-verrätselten Filmen, in denen er sich mit den Abgründen der menschlichen Seele auseinander setzt, erwarb sich David Lynch den Ruf als einer der interessantesten amerikanischen Filmemacher seiner Generation. Seine bekanntesten Arbeiten sind Blue Velvet (1986), Wild at Heart (1990), die TV-Serie Twin Peaks (1990) und Lost Highway (1997). Mit seinem siebten Spielfilm Lost Highway lieferte Lynch ein Werk, das einen Großteil der Besucher verwirrte. Damit verlor er viele Fans, gewann aber andererseits viele dazu, die seine bizarre und dunkle Filmwelt liebten.1

2 Zur Dramaturgie des Films Lost Highway

2.1 Inhalt und Aufbau

Bereits der Inhalt lässt sich nur schwer zusammenfassen. Was greifbar ist, schwankt zwischen zwar hoher, jedoch sinnleerer Ästhetik und enormen Anspruch an unsere geistigen Fähigkeiten. Nichts im Film ist rational erklärbar, das steht fest.
Im ersten Teil handelt es sich um den Saxophonisten Fred Madison (Bill Pullman) und seine Frau Renee (Patricia Arquette), die ein recht angespanntes Verhältnis zueinander haben. Beide werden durch mysteriöse Videokassetten, die ihnen ein Unbekannter zuschickt und die Innenaufnahmen ihres Hauses zeigen, beunruhigt. Auf einer Party dubioser Freunde von Renee trifft Fred auf den Mystery Man (Robert Blake). Geplagt von Paranoia und krankhafter Eifersucht, bringt Fred sie augenscheinlich um. Dies ist auf einem weiteren Video zu sehen, was allerdings als Beweismittel keine höhere Relevanz hat, wie wir noch feststellen werden. Als er verhaftet wird, kann er sich an nichts erinnern. Zum Tode verurteilt verwandelt er sich in seiner Zelle zu Pete Dayton (Balthazar Getty), dem Automechaniker. Er wird entlassen und lernt Alice Wakefield (ebenso Patricia Arquette) kennen und verliebt sich in sie. Die Verbindungen von Alice zum Pornogeschäft und zur Unterwelt in Gestalt ihres gefährlichen Liebhabers Mr. Eddie führen dazu, dass auch Pete zum Mörder wird. Alice verlässt Pete. Schließlich verwandelt sich Pete wieder in Fred zurück und trifft abermals auf den Mystery Man, der allgegenwärtig ist. Fred wird von der Polizei auf dem Highway verfolgt, nachdem er zuvor mit dem Mystery Man Mr. Eddie tötete. Ob eine Nacherzählung der tatsächlichen Story Lost Highways nahe kommt, wage ich zu bezweifeln, da zahlreiche Fragen offen bleiben. „Dick Laurent ist tot.“ spricht es durch die Gegensprechanlage im Auftakt des Filmes. Wer ist Dick Laurent? bleibt eines der Rätsel des Films. Das nächste wendet sich an die Videokassetten, die täglich vor Dicks und Renees Tür liegen. Die schwarzweißen Aufnahmen bilden neben der realen die virtuelle Ebene im Film, eine weitere ist die Ebene des Traums bzw. der Surrealität: Dick erklärt ihr, was er träumte und sieht infolgedessen zum ersten Mal den Mystery Man - in ihrem Gesicht. Die Ebenen werden hier erstmals zusammengeführt und untereinander vermischt. Die Realität des Paares beginnt sich zu verändern, doch für beide ist nicht erkennbar, in welcher Welt sie tatsächlich greift. Deutlich wird dies auf einer Party. Dort trifft Fred ein zweites Mal auf den Mystery Man, diesmal als Lebender, der ihn begrüßt: „Wir sind uns schon mal begegnet. In ihrem Haus, erinnern Sie sich nicht mehr?“ und ihn wissen lässt, dass er sich auch jetzt dort befände. Fred überprüft dies telefonisch und ist zu Recht verunsichert. Die stillstehende Zeit scheint paradoxerweise das einzig Wahre in diesem Moment zu sein: Wo ist Fred wirklich? Wo ist der Mann? Findet die Party statt? Diese Frage wird dadurch verstärkt, dass die Partygeräusche abrupt in den Hintergrund geraten und eine mulmige Geräuschkulisse hinzukommt. Der Auftritt dieses alten Mannes repräsentiert das Irrationale durch die Überschneidung von Realität und Surrealität, die nun auch für den Zuschauer nicht mehr auseinander zuhalten sind. Die Grenze zwischen Virtualität und Realität wird somit bereits innerhalb des Films aufgehoben, sodass die Objektivität des Zuschauers in Frage gestellt wird.
Auf einem weiteren Video sieht man Fred neben seiner toten Frau, völlig wahnsinnig und hässliche Grimassen schneidend, doch man sieht nicht, wie er sich dieses Video anschaut, sodass abermals Zuschauer und Figur gleichgesetzt sind und die Realität in Frage gestellt wird. Entsprechen die Videos der Wirklichkeit? Ist die Erinnerung, was wahr ist? Ist eine Aufzeichnung etwas Reales?

[...]


1 Andrew, S. 35


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