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Velotaxi - Betrachtung einer Innovation des 20. Jahrhunderts

Intermediate Diploma Thesis, 2006, 33 Pages
Authors: Lydia Plagge, Silvia Kramer
Subject: Economics / Business: Business Management, Corporate Governance

Details

Category: Intermediate Diploma Thesis
Year: 2006
Pages: 33
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 9  Entries
Language: German
Archive No.: V75422
ISBN (E-book): 978-3-638-81220-7
ISBN (Book): 978-3-638-81390-7
File size: 497 KB

Abstract

„Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist!“ Schon 1869 hat Victor Hugo (frz. Schriftsteller) erkannt, dass nicht nur eine Idee ausreicht, um etwas Neues durchzusetzen. Wichtig ist es, die Idee vor dem Hintergrund ihrer Zeit zu betrachten. Im jetzigen Jahrtausend zählen Werte wie Umweltschonung und Nachhaltigkeit wie nie zuvor. Ludger Matuszewski hatte die Idee eines Fahrradtaxis und war der erste, der sie in dieser Form umsetzte. Das Ergebnis ist die nun seit 1997 existierende Velotaxi GmbH Berlin. In dieser Hausarbeit möchten wir, Silvia Kramer und Lydia Plagge, auf dieses Unternehmen eingehen und es hinsichtlich der Innovation analysieren. Zugrunde legen wir die vier zentralen Dimensionen, die jedem Innovationsprozess zugehörig sind: I. Inhaltliche Dimension II. Subjektive Dimension III. Prozessuale Dimension IV. Normative Dimension Lydia Plagge leitet mit einem geschichtlichen Rückblick das Thema Fahrradtaxi ein, stellt anschließend das Unternehmen vor und bezieht sich dann auf die inhaltliche und subjektive Dimension der Innovation. Silvia Kramer stellt zunächst Macher und Förderer sowie das Strategieteam mit seinen Aufgaben vor und wirft dann einen Blick auf die Marktrahmendbedingungen. Im weiteren Verlauf setzt sie sich mit der prozessualen und normativen Dimension auseinander. Die Ausarbeitung schließt mit einem von Lydia Plagge verfassten Ausblick auf das Jahr der Fußballweltmeisterschaft 2006.


Excerpt (computer-generated)

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Hauptseminar: Innovationsmanagement
WS 2005/2006

Velotaxi - Betrachtung einer Innovation des 20. Jahrhunderts

von

Silvia Kramer und Lydia Plagge

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  4

2. Velotaxi GmbH Berlin  5

2.1 Geschichtlicher Rückblick 5
2.2 Vorstellung Velotaxi GmbH Berlin 6
2.3 Ideen eines Velotaxis 8
2.4 Macher und Förderer  11
2.5 Strategieteam und dessen Aufgaben 12

3. Inhaltliche und subjektive Dimension  16

4. Marktrahmenbedingungen 19

4.1 Positive Einflussfaktoren 19
4.2 Barrieren und Widerstände 20

5. Prozessuale Dimension der Innovation  22

6. Normative Dimension der Innovation  25

7. Fazit  28

8. Ausblick auf 2006 29

9. Literaturverzeichnis  31

10. Anhang  32
 

 


 

1. Einleitung

„Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist!“ Schon 1869 hat Victor Hugo (frz. Schriftsteller) erkannt, dass nicht nur eine Idee ausreicht, um etwas Neues durchzusetzen. Wichtig ist es, die Idee vor dem Hintergrund ihrer Zeit zu betrachten. Im jetzigen Jahrtausend zählen Werte wie Umweltschonung und Nachhaltigkeit wie nie zuvor. Ludger Matuszewski hatte die Idee eines Fahrradtaxis und war der erste, der sie in dieser Form umsetzte. Das Ergebnis ist die nun seit 1997 existierende Velotaxi GmbH Berlin. In dieser Hausarbeit möchten wir, Silvia Kramer und Lydia Plagge, auf dieses Unternehmen eingehen und es hinsichtlich der Innovation analysieren. Zugrunde legen wir die vier zentralen Dimensionen, die jedem Innovationsprozess zugehörig sind:

I. Inhaltliche Dimension
II. Subjektive Dimension
III. Prozessuale Dimension
IV. Normative Dimension

Lydia Plagge leitet mit einem geschichtlichen Rückblick das Thema Fahrradtaxi ein, stellt anschließend das Unternehmen vor und bezieht sich dann auf die inhaltliche und subjektive Dimension der Innovation. Silvia Kramer stellt zunächst Macher und Förderer sowie das Strategieteam mit seinen Aufgaben vor und wirft dann einen Blick auf die Marktrahmendbedingungen. Im weiteren Verlauf setzt sie sich mit der prozessualen und normativen Dimension auseinander. Die Ausarbeitung schließt mit einem von Lydia Plagge verfassten Ausblick auf das Jahr der Fußballweltmeisterschaft 2006.

2. Velotaxi GmbH Berlin

2.1 Geschichtlicher Rückblick

Seit Ende des 19. Jahrhunderts zählen im asiatischen Raum Rikschas als bekannte, traditionelle Form der Personenbeförderung1. Die Erfindung der Rikscha stammt allerdings aus Japan. Anfang der 70er Jahre verbrachte Reverend M. B. Bailey einige Zeit in Tokio. Dort beobachtete er europäische Touristen, die mit der dort üblichen Personenbeförderung nicht zu Recht kamen. Zu der Zeit trugen Menschen oder Tiere ein Holzgestell, dass ein wenig ausgepolstert war, eine Sänfte2 (Abb. 1).

Abbildung 1: Sänfte, 18673 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

Abbildung 2: Rikscha, Ende 19. Jhdt.4 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

Diese war für die europäischen Gesäße jedoch zu schmal, so dass die Touristen das Angebot nicht nutzen konnten. Reverend M. B. Bailey hatte daraufhin den Einfall, einem Handwagen einen Stuhl aufzusetzen. Die europäischen Touristen konnten so befördert werden und zudem wurde die Beförderung dadurch wesentlich erleichtert. Die Rikscha (Abb. 2), ein kleines zweirädriges Gefährt, das von einem Menschen zur Personenbeförderung gezogen werden kann, war erfunden. Jin-riki-sha bedeutet übersetzt Menschenkraftwagen.

[Tabelle in der Downloaddatei vorhanden]

Seit kurzem gibt es diese Form der Personenbeförderung auch mit einem Antrieb per Fahrrad. Ein solches Gefährt wird dann als Fahrradrikscha bezeichnet.

2.2 Vorstellung Velotaxi GmbH Berlin

Das Unternehmen Velotaxi GmbH Berlin wurde 1997 von Ludger Matuszewski gegründet.5 Während einer Mittel- und Südamerikareise bewunderte er das Personenbeförderungssystem der so genannten Collectivos.6 Dabei handelt es sich nicht um ein fest installiertes Verkehrssystem mit eingerichteten Linien und Haltestellen, sondern die Kunden bestimmen den Weg des Fahrzeuges. Jeder Fahrer ist dabei ein eigener Unternehmer. Diese Idee, verbunden mit dem Gedanken an eine Schonung der Umwelt, ließ das Konzept zu Velotaxi entstehen. Ludger Matuszewski arbeitete dieses zusammen mit einem Freund aus, der aber letztendlich vor der Selbständigkeit zurücktrat. Schon sehr früh war sich L. Matuszewski bewusst, dass sich diese Idee allerdings nicht mit den Einnahmen aus dem Taxibetrieb finanzieren ließ. Als zusätzliche Einnahmequelle zog er die Vermietung der Werbeflächen auf den Velotaxen heran.7
Velotaxi GmbH Berlin ist in der Saison von April bis Oktober mit seit 1997 steigender Anzahl von Fahrzeugen im innerstädtischen Verkehr vertreten.8 Die Fahrer befördern von 12- 20 Uhr die Kunden an den Ort ihrer Wahl. Zusätzlich zu diesem Taxidienst hat Velotaxi GmbH Berlin vier feste Linien, die einige Fahrzeuge regelmäßig abfahren. Die für die Nutzung zu entrichtende Gebühr ist einheitlich und überragt nicht die Gebühr für eine Busfahrt. Zusätzlich zu diesem Linienbetrieb bietet Velotaxi GmbH Berlin weitere Formen der Nutzung des Fahrradtaxis an, z. B Sightseeing9:

• Tour 1: "Das historische Berlin"
• Tour 2: "Das neue Berlin"
• Tour 3: "Durchs Regierungsviertel"
• Tour 4: "Das Scheunenviertel im Wandel der Zeit"
• Tour 5: "Entlang des Landwehrkanals"
• Tour 6: "Die fürstliche Reise entlang der Spree"
• Tour 7: "Der große Tiergarten"
• Tour 8: "Rudi Dutschke und die Haschrebellen"

Weiterhin ist es möglich, Fahrzeuge der Velotaxi GmbH Berlin für Events anzumieten, z. B. an einem „Tag der offenen Tür“, bei Filialeröffnungen oder Messen. So kann beispielsweise der potentielle Kunde direkt bis vor den Eingang befördert werden. Natürlich kann hier das Velotaxi mit einer entsprechenden Werbung ausgestattet werden.
Bei den Fahrern der Velotaxen handelt es sich um selbständig Gewerbetreibende.10 Voraussetzung für ihre Tätigkeit ist das Innehaben einer gültigen Reisegewerbekarte, eines gültigen Führerscheins und eines gültigen Ausweises.11 Diese Personen haben die Möglichkeit sich für ca. 5 € am Tag ein Velotaxi zu mieten.12 Dieses können sie dann in und rund um Berlin für ihre Fahrten nutzen. Die Einnahmen, die sie erhalten, gelangen zu 100 % in das eigene Portemonnaie. Wichtig ist anzumerken, dass die Fahrer nicht jeden Kunden befördern müssen. Erscheint ihnen eine Strecke zu lang oder zu schwer, liegt es in eigenem Ermessen eines jeden, den Kundenwunsch abzulehnen.13 Velotaxi GmbH Berlin stellt jedem Fahrer, neben dem Mietfahrzeug, eine Goretex-Arbeitskleidung und ein firmeneigenes Handy zur Verfügung.

2.3 Ideen eines Velotaxis

[...]


1 Vgl. im Folgenden: http://de.wikipedia.org/wiki/Rikscha

2 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A4nfte

3 http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Felice_Beato_Palanquin.jpg

4 http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Rikscha.jpg

5 Vgl. Fichter, Klaus. Endbericht zum Praxisobjekt Velotaxi. S. 5.

6 Vgl. im Folgenden: ebd. S. 7.

7 Vgl. ebd. S. 7.

8 Vgl. im Folgenden: ebd. S. 5.

9 Vgl. im Folgenden: http://www.velotaxi.de/php/main.php?id=211&menu=3&submenu=27&lang=de

10 Vgl. Fichter, Klaus. Endbericht zum Praxisobjekt Velotaxi. S. 5.

11 Vgl. http://www.velotaxi.de/php/main.php?id=39&menu=8&lang=de

12 Vgl. Fichter, Klaus. Endbericht zum Praxisobjekt Velotaxi. S. 5.

13 Vgl. http://www.velotaxi.de/php/main.php?id=7&lang=de


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