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Schreibmotivation - Theorie und Anwendung

Hausarbeit, 2006, 67 Seiten
Autoren: Lydia Plagge, Marion Brelage, Silvia Kramer
Fach: Germanistik - Didaktik

Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 67
Literaturverzeichnis: ~ 23  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V75425
ISBN (E-Book): 978-3-638-81234-4
ISBN (Buch): 978-3-638-81392-1
Dateigröße: 431 KB
Anmerkungen :
Überdurchschnittliche Begeisterung der Dozentin, Frage nach Verwendung für eigene Schulungszwecke, besonders praktisch orientierte Arbeit


Zusammenfassung / Abstract

„Alles, was die Menschen in Bewegung setzt, muss durch ihren Kopf hindurch; aber welche Gestalt es in diesem Kopf annimmt, hängt sehr von den Umständen ab. “ Diese Erkenntnis machte schon Friedrich Engels. In dieser Referatsausarbeitung beschäftigen wir, Marion Brelage, Silvia Kramer und Lydia Plagge, uns mit der Motivation zum und beim Schreiben. Um es mit den Worten Engels auszudrücken: Alles, was die Schüler zum Schreiben in Bewegung setzt und hält, muss durch ihren Kopf hindurch; aber welche Gestalt es in ihrem Kopf und anschießend auf dem Papier annimmt, hängt stark von den äußeren und inneren Umständen ab. Zunächst betrachten wir exemplarisch die neuen Erkenntnisse der modernen Schreibforschung und die Möglichkeit eines schreiberdifferenzierten Unterrichts bevor wir einige Anregungen nennen, die die Motivation fördern und aufrechterhalten. Anschießend erläutern wir drei Unterrichtsmodelle, in denen die Schreibmotivation anhand verschiedener Methoden etc. berücksichtigt wird.


Textauszug (computergeneriert)

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Hauptseminar: Schreiben-Überarbeiten-Bewerten-Benoten:
Aktuelle Diskussionen in Schreibforschung und Schreibdidaktik
SoSe 2006

Schreibmotivation - Theorie und Anwendung

von

Marion Brelage, Lydia Plagge und Silvia Kramer

 


Gliederung

1. Einleitung  4

2. Schreibmotivation 4

2.1 Ausgangslage der Überlegungen 5
2.2 Beständige Motivation 6
2.3 Schreiberdifferenzierter Unterricht 7

2.3.1 Unterschiedliche Befähigungen 7
2.3.2 Unterschiedliche Selbstbewertung  8
2.3.3 Abweichungen hinsichtlich der Orientierung 9
2.3.4 Unterschiedliche Wissensbestände 11
2.3.5 Geschlechtsspezifische Differenzen 11
2.3.6 Soziokulturelle Differenzen 12

2.4 Mögliche Anregungen  12

2.4.1 Gestaltung der Schreibsituation und von Schreibgelegenheiten  13
2.4.2 Duale Motivation: Schreibmotivation und Motivation bei Schwierigkeiten 14
2.4.3 Interessenweckung 16

3. Stationenbetrieb 16

3.1 Kurzer Überblick über die Schreibentwicklung  16
3.2 Der Stationenbetrieb 18

3.2.1 Begründung der Methode  18
3.2.2 Die Vorgehensweise 19
3.2.3 Vor- und Nachteile der Methode  20

3.3 Der Unterricht 22

3.3.1 Unterrichtsentwurf in tabellarischer Form  22
3.3.2 Lernziele  23
3.3.3 Der Unterrichtsverlauf 23

3.4 Anhang  26
3.5 Literaturverzeichnis  39

4. Schreibkonferenz  40

4.1 Differenzierung des Schreibunterrichts  40
4.2 Methode des prozessorientierten Schreibunterrichts: Schreibkonferenz 41

4.2.1 Die Idee 41
4.2.2 Verlauf  41
4.2.3 Vorteile und Nachteile 44
4.2.4 Moderner Schreibunterricht 45

4.3 Unterrichtsvorschlag 47

4.3.1 Lernziele  47
4.3.2 Tabellarische Übersicht zum Stundenablauf: Schreibkonferenz 47
4.3.3 Unterrichtsverlauf 48

4.4 Literaturverzeichnis  54

5. Schreibjournal 55

5.1 Einleitung  55
5.2 Geschichtlicher Hintergrund des Portfolios 55

5.3 Ein Schreibjournal zum Buch: „Schachnovelle“ von Stefan Zweig  56

5.3.1 Einordnung in den Stoffplan 56
5.3.2 Begründung der Arbeit mit dem Schreibjournal  57
5.3.3 Unterrichtsentwurf 58

5.4 Fazit  63
5.5 Literaturverzeichnis  64
5.6 Anhang  65

6. Literaturverzeichnis - gesamt  66


 

 

1. Einleitung

„Alles, was die Menschen in Bewegung setzt, muss durch ihren Kopf hindurch; aber welche Gestalt es in diesem Kopf annimmt, hängt sehr von den Umständen ab.1“ Diese Erkenntnis machte schon Friedrich Engels2. In dieser Referatsausarbeitung beschäftigen wir, Marion Brelage, Silvia Kramer und Lydia Plagge, uns mit der Motivation zum und beim Schreiben. Um es mit den Worten Engels auszudrücken: Alles, was die Schüler zum Schreiben in Bewegung setzt und hält, muss durch ihren Kopf hindurch; aber welche Gestalt es in ihrem Kopf und anschießend auf dem Papier annimmt, hängt stark von den äußeren und inneren Umständen ab.

Zunächst betrachten wir exemplarisch die neuen Erkenntnisse der modernen Schreibforschung und die Möglichkeit eines schreiberdifferenzierten Unterrichts bevor wir einige Anregungen nennen, die die Motivation fördern und aufrechterhalten. Anschießend erläutern wir drei Unterrichtsmodelle, in denen die Schreibmotivation anhand verschiedener Methoden etc. berücksichtigt wird

2. Schreibmotivation

Während der letzten Jahre haben sich durch die neue Schreibforschung und damit verbundene neue Erkenntnisse einige Veränderungen bezüglich des schulischen Schreibens ergeben. Es wurden Probleme analysiert, die bislang als solche hingenommen oder gar nicht erkannt wurden. Diese Analysen und Diskussionen führten zu vielen Unterrichtsvorschlägen, die einige dieser Probleme entgegentreten. Dennoch sind nicht alle Unsicherheiten beseitigt3. Fragen, die die anfängliche, dann abnehmende Motivation der Schüler betreffen und Fragen nach einem attraktiven Schreibunterricht sind ungeklärt. Hinzu kommt die Beobachtung, dass Kinder beim Verfassen freier und kreativer Texte sich wenige eingeschränkt fühlen. Sobald aber ein Klassenaufsatz ansteht, sehen sie das Lösen der Aufgabe nur als Pflicht, um den Lehrer zufrieden zu stellen. Insgesamt lässt sich feststellen, dass die den Unterricht gestaltenden Personen zu wenig Wissen über ihre Schüler haben: unterschiedliche Voraussetzungen, Fähigkeiten und Interessen prägen den heutigen Schreibunterricht. Zudem fehlt das Wissen über die Auswirkung dieser Faktoren auf das Schreiben.

2.1 Ausgangslage der Überlegungen

Bei den folgenden Ausführungen beziehen wir uns schwerpunktmäßig auf den Basisartikel aus Praxis Deutsch, Heft Nr. 149: „Zum Schreiben motivieren – das Schreiben unterstützen“ von Jürgen Baurmann und Astrid Müller. Grundlage der Überlegung ist die Tatsache, dass das verfassen von Texten von drei wesentlichen Faktoren abhängig ist:

- emotionale,
- motivationale und
- volitive Faktoren.4

Bei emotionalen Faktoren handelt es sich um die Gefühle des Schülers. Der Schüler sollte sich in seiner Schreibumgebung möglichst wohl und ungezwungen fühlen. Die motivationalen Faktoren beschreiben den „inneren Antrieb (eines Schreibers), ein bestimmtes Ziel zu erreichen oder eine bestimmte Tätigkeit auszuführen“5. Wichtig ist, dass der innere Antrieb nicht aufgrund von Ansprüche einer anderen Person hervorgerufen wird. Er muss dem eigenen Willen des Schreibers entsprechen. Die volitiven Faktoren letztlich bezeichnen den Willen eines Schreibers sich anzustrengen. Dieser Faktor wird maßgeblich von einer Über- bzw. Unterforderung beeinflusst. Die neueren Ergebnisse der Motivationsforschung zeigen, dass bei bestmöglicher Einhaltung dieser Faktoren die besten Lösungen erreicht werden können. Die drei Faktoren sind also Grundlage für jeden gelungenen Schreibprozess. Motivation spielt also eine wesentliche Rolle. Rheinberg definiert Motivation als „das engagierte und ausdauernde Verfolgen eines Ziels“6 Wie sich im weiteren Verlauf noch deutlich zeigen wird, ergibt sich bereits aus der Definition, dass Motivation einen Prozess beschreibt, der einen bestimmten Vorgang begleitet. Das bedeutet, dass Motivation nicht nur zu Beginn des Schreibprozesses stattfinden sollte. Möchte man Rheinbergs Definition ein wenig drastischer formulieren, kann man die Aussage von de Charmes, nach der Motivation „so etwas wie eine milde Form der Besessenheit“7 ist, heranziehen.

2.2 Beständige Motivation

Um die Schüler zu motivieren, können verschiedene Konzepte/Methoden angewendet werden, die aus dem Schulalltag bereits bekannt sind8:

- Aufzeigen von Perspektiven und Folgen,
- Eingehen auf Interessen und Bedürfnisse der Schüler,
- Verdeutlichung des Sinns einer Aufgabe,
- In Aussicht stellen einer Belohnung,
- Lob,
- usw.

Wichtig ist, dass diese Tipps zwar sinnvoll sind und auch das Ziel der Motivation erreichen können, jedoch gelingt dies nicht, wenn sie nur vereinzelt zu Beginn einer Schreibaufgabe angewendet werden9. Wie bereits erwähnt, muss Motivation ständig erfolgen. Diese baut sich der neueren Motivationsforschung zufolge erst auf, wenn

1. „eine Situation das Verfassen eines Textes erfordert oder herausfordert“.
2. dem Schreiber bekannt ist, dass „sein Handeln
3. zu einem Ergebnis und
4. zu Folgen führt, die für ihn bedeutsam sind.“10 (erweitertes kognitives Motivationsmodell nach Rheinberg)

Eine solche Situation liegt vor allem dann vor, wenn die Schreibaufgabe eine inhaltliche Beantwortung erfordert, z. B. Erörterung. Die Bedeutsamkeit des Ergebnisses und der Folgen ist schülerabhängig. Beispielsweise können Schülertexte in Schulzeitungen oder in Schreibmappen veröffentlicht werden oder geschriebene Texte können prämiert werden. Wichtig ist, dass die Schüler die Folgen ihres Schreibens überhaupt erkennen. Sprechen wir im Folgenden von der Schreibhandlung des Schreibers, beziehen wir uns auf den Schreibprozess als Ganzes. Das bedeutet, motivationale Prozesse sollen das Planen, Formulieren, Niederschreiben und Überarbeiten kontinuierlich begleiten.

2.3 Schreiberdifferenzierter Unterricht

Auf Grund der vorliegenden unterschiedlich ausgeprägten drei Faktoren ist es sinnvoll jeden Schreiber einzeln zu betrachten. Eine Möglichkeit des motivierenden Aufsatzunterrichts bildet der schreiberdifferenzierte Unterricht. Schreiber unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich ihrer emotionalen, motivationalen und volativen Faktoren, sondern auch in:

• Unterschiedlichen Befähigungen
• Unterschiedlichen Selbstbewertungen
• Abweichungen hinsichtlich der Orientierung
• Unterschiedlichen Wissensbeständen
• Geschlechtsspezifischen Differenzen
• Soziokulturellen Differenzen

Der schreiberdifferenzierte Unterricht berücksichtigt all diese Unterschiede in besonderer Weise.

2.3.1 Unterschiedliche Befähigungen

In verschiedenen Phasen der Forschung wurden Beobachtungen an Schreiber vorgenommen. Dabei wurde deutlich, dass Schreiber sich darin unterscheiden, wie sie eine Schreibaufgabe verstehen, wie sie damit umgehen, wie sie Schreibziele erreichen und auf welche Weise und mit welchem Nachdruck das eigene Vorgehen überwachen und koordinieren11. Beispielsweise können geübte Schreiber neben einem bestimmten Sachverhalt auch die eigene Sichtweise darstellen. Sie beziehen den Adressaten mit ein. Weiterhin fällt es ihnen leichter zwischen der Schreiber- und Leserperspektive zu wechseln, was im Folgenden das Überarbeiten für sie erheblich erleichtert. Die Folge dieser unterschiedlichen Befähigungen ist, dass sich verfasste Texte massiv hinsichtlich der Art und Güte des Überarbeitens sowie der Qualität unterscheiden. Im Gegensatz dazu haben ungeübte Schüler nur wenig Vertrauen in ihre eigenen Leistungen Stets haben sie das Gefühl, dass ihre fachlichen Kompetenzen nicht ausreichen, um die Schreibaufgabe zu bearbeiten.

2.3.2 Unterschiedliche Selbstbewertung

[...]


1 http://www.zitate.de/

2 Deutscher Theoretiker des Sozialismus (1820 – 1995)

3 Vgl. im Folgenden: Baurmann, Jürgen und Astrid Müller: Zum Schreiben motivieren – das Schreiben unterstützen. S. 16.

4 Vgl. im Folgenden: Baurmann, Jürgen und Astrid Müller: Zum Schreiben motivieren – das Schreiben unterstützen. S. 16.

5 Ebd.

6 Baurmann, Jürgen und Astrid Müller: Zum Schreiben motivieren – das Schreiben unterstützen. .S. 17.

7 Ebd.

8 Vgl. ebd.

9 Vgl. ebd.

10 Baurmann, Jürgen und Astrid Müller: Zum Schreiben motivieren – das Schreiben unterstützen. .S. 17.

11 Vgl. Baurmann, Jürgen und Astrid Müller: Zum Schreiben motivieren – das Schreiben unterstützen. S.17


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