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Die Entwicklung und das sexuelle Dasein des Protagonisten Ullrich Krause in Uwe Timm's „Heißer Sommer“

Termpaper, 2006, 30 Pages
Author: Lydia Plagge
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 30
Bibliography: ~ 12  Entries
Language: German
Archive No.: V75428
ISBN (E-book): 978-3-638-81238-2
ISBN (Book): 978-3-638-81394-5
File size: 187 KB
Notes :
Keine Korrekturbemerkungen in der Arbeit


Abstract

Nur sehr selten wurde die Zeit der Studentenbewegung um 1968 literarisch verarbeitet. Einen der ersten Versuche unternahm Uwe Timm, der die Studentenrevolte selbst und als SDS -Mitglied sogar aktiv miterlebt hat. In seinem Debütroman „Heißer Sommer“ durchlebt der Protagonist Ullrich Krause die Geschehnisse der Zeit und vollzieht dadurch beeinflusst einen Lebenswandel. In der vorliegenden Hausarbeit werde ich diesen Lebenswandel des Protagonisten näher analysieren und ihn in Verbindung mit studentischen Bewegung bringen. Weiterhin werde ich die Sexualität von Ullrich Krause näher beleuchten. Diese charakterisiert ihn und gibt ihm letztlich auch immer wieder kleine Anstöße, die seinen Lebenswandel voranschreiten lassen. Da Uwe Timm in seinem Roman „Heißer Sommer“ stark mit der Methode der Rückblende arbeitet und daher beim erstmaligen Lesen eine Chronologie nur schwer festzustellen ist, werde ich die beiden genannten Bereiche getrennt voneinander darstellen. Zunächst stelle ich die Entwicklung der Persönlichkeit v. a. im politischen Bereich dar und anschließend betrachte ich einige Stichpunkte aus dem Bereich der Sexualität näher.


Excerpt (computer-generated)

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Hauptseminar: Studentenrevolte und Literatur nach 1968
Sommersemester 2006

Die Entwicklung und das sexuelle Dasein des
Protagonisten Ullrich Krause in Uwe Timm´s „Heißer Sommer“

von

Lydia Plagge

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 2

2. „Heißer Sommer“  3

3. Angaben zum Autor  4

4. Politische Situation  5

5. Der Protagonist Ullrich Krause 8

5.1 Entwicklung Ullrich Krause vor dem Hintergrund der politischen Ereignisse 8
5.2 Parallelen der Entwicklung Ullrichs zu seiner Literatur  16

6. Sexualität 18

6.1 Selbstverständnis von Ullrich 18
6.2 Geschlechtsverkehr und Gefühle 20
6.3 Wahrnehmung von Frauen  22
6.4 Abtreibung und Verhütung 23
6.5 Selbstbefriedigung 24

7. Kritische Abschlussbetrachtung 26

8. Literaturverzeichnis 28


 

 

1. Einleitung

Nur sehr selten wurde die Zeit der Studentenbewegung um 1968 literarisch verarbeitet. Einen der ersten Versuche unternahm Uwe Timm, der die Studentenrevolte selbst und als SDS1-Mitglied sogar aktiv miterlebt hat. In seinem Debütroman „Heißer Sommer“ durchlebt der Protagonist Ullrich Krause die Geschehnisse der Zeit und vollzieht dadurch beeinflusst einen Lebenswandel. In der vorliegenden Hausarbeit werde ich diesen Lebenswandel des Protagonisten näher analysieren und ihn in Verbindung mit studentischen Bewegung bringen. Weiterhin werde ich die Sexualität von Ullrich Krause näher beleuchten. Diese charakterisiert ihn und gibt ihm letztlich auch immer wieder kleine Anstöße, die seinen Lebenswandel voranschreiten lassen.

Da Uwe Timm in seinem Roman „Heißer Sommer“ stark mit der Methode der Rückblende arbeitet und daher beim erstmaligen Lesen eine Chronologie nur schwer festzustellen ist, werde ich die beiden genannten Bereiche getrennt voneinander darstellen. Zunächst stelle ich die Entwicklung der Persönlichkeit v. a. im politischen Bereich dar und anschließend betrachte ich einige Stichpunkte aus dem Bereich der Sexualität näher.

2. „Heißer Sommer“

Der „Entwicklungsroman“2 „Heißer Sommer“ (1974), mit dem Uwe Timm sein literarischer Durchbruch gelangt3, behandelt das Leben der Studenten zur Zeit der Studentenbewegung und die Ziele und Beweggründe der Revolte. Exemplarisch dargestellt wird dieser Umstand an dem Germanistikstudenten Ullrich Krause.

Ullrich ist ein durchschnittlicher Student seiner Zeit und mit seiner allgemeinen Lebenssituation unzufrieden. Dies betrifft sowohl das universitäre Leben, die Beziehung zu seiner Freundin Ingeborg, seine kleinbürgerliche Herkunft als auch die vorherrschende gesellschaftspolitische Situation. Aus einem lethargieähnlichen Zustand bricht er auf, als er die Nachricht über den ermordeten Studenten Benno Ohnesorg im Radio hört. Dies ist der moralische Anstoß, die Geschehnisse der Zeit mit einem anderen Auge zu betrachten. Um eine mögliche Veränderung in seinem Leben herbeizuführen wechselt er kurz bevor er sein Lehramtsstudium abschließt von der Münchener an die Hamburger Universität. Hier baut er neue Kontakte, u. a. zu Mitgliedern des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS), in dem er dann selbst aktiv mitwirkt, auf. Ullrich verteilt Flugblätter, hilft bei dem Sturz eines Denkmales und nimmt an Demonstrationen teil. Nach der Springer-Blockade zieht er sich aber immer stärker zurück und will verstärkt das tun, was ihm Spaß macht. Nach dem erneuten Problem ein Referat nicht fertig stellen zu können, treibt Ullrich der Wunsch an, endlich richtig zu arbeiten. Er beginnt als Hilfsarbeiter in einer Motorenfabrik. Nachdem auch der Versuch scheitert, die Arbeiter während ihren Pausen für die politischen Geschehnisse zu sensibilisieren, fährt Ullrich auf Anraten eines anderen Arbeiters zurück nach München, um sein Studium zum Volksschullehrer zu beenden.
Uwe Timm zeigt also in seinem Roman das Leben eines Protagonisten mit Herkunft aus kleinbürgerlichen Verhältnissen, der mit der Realität konfrontiert wird und dadurch eine Identitätskrise erleidet bis zur Findung einer neuen Identität.

3. Angaben zum Autor

Uwe Timm, ein bekannter Kinder- und Romanbuchautor, wurde am 30. März 1940 in Hamburg geboren.4 Sein Berufsleben begann mit einer Kürschnerlehre in dessen Anschluss er bis 1961 das verschuldete Geschäft seiner Eltern, ein Pelzwarenhandel, übernahm, nach dem sein Vater gestorben war. Nachdem Uwe Timm alle Schulen beglichen hat5, schloss er 1963 über den zweiten Bildungsweg erfolgreich sein Abitur am Braunschweig Kolleg ab und begann 1967 ein Studium der Philosophie und der Germanistik in München. Während seiner Zeit als Student schloss er sich dem Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) an. 1971 promovierte er mit seiner Arbeit „Das Problem der Absurdität“ bei Camus. Im direkten Anschluss an sein Studium gründete er mit verschiedenen anderen Personen die „Wortgruppe München“ und war Mitherausgeber der „Literarischen Hefte“ und der Münchener „AutorenEdition“.

Seit dem Jahr seiner Promotion arbeitet er als freier Schriftsteller, hatte verschiedene Auslandsaufenthalte und nahm bislang Tätigkeiten als Gastdozent u. ä. wahr. Uwe Timm heiratete die Übersetzerin Dagmar Ploetz6 und lebt gemeinsam mit ihr und den vier Kindern in Herrsching am Ammersee. Uwe Timm veröffentlichte in der jüngsten Vergangenheit Kinderbücher und Romane aus den unterschiedlichsten Bereichen. Beginnend bei einem sozialkritischen Roman „Morenga“, publizierte er einen selbstkritisch autobiographischen Roman „Der Mann auf dem Hochrad“, einen den gesellschaftlich-technischen Fortschritt verarbeitenden Roman „Zugmaus“ und das vermutlich bekannteste Werk, das Kinderbuch „Rennschwein Rudi Rüssel“, das den Deutschen Jugendliteraturpreis erhielt und auch verfilmt wurde.7 Für seine Werke hat er zudem weitere Preise erhalten. 1979 als erstes den Literaturförderpreis der Freien Hansestadt Bremen für „Morenga“ und den bislang letzten in diesem Jahr am 12. März 2006, den Jakob-Wassermann-Literaturpreis8.

4. Politische Situation

[...]


1 SDS = Sozialistischer Deutscher Studentenbund

2 Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Band 11. S. 2.

3 Vgl. Ethnologie des Alltags. URL: http://br-online.de/kultur-szene/thema/ars_poetica/timm.xml (22.08.2006)

4 Soweit nicht anders verwiesen, entstammen alle Daten zur Biographie von Uwe Timm folgendem Werk: Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Band 11. S. 1

5 Vgl. Uwe Timm im Gespräch mit Dr. Dieter Lehner. URL: http://br-online.de/alpha/forum/vor0007/20000707_i.shtml (22.08.2006)

6 Vgl. Literaturlexikon. Autoren und Werke deutscher Sprache. Band 11. S. 374.

7 Vgl. Killy, Walther. Literaturlexikon. Band 11. S. 374.

8 Vgl. Hielscher, Martin: Wärmestrom. S. 1.


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