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Betrachtung charakteristischer Dualismen in Literatur der Romantik anhand Ludwig Tiecks "Der Runenberg" und E.T.A. Hoffmanns "Die Bergwerke zu Falun"

Termpaper, 2007, 35 Pages
Author: Martin Thiele
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details


Abstract

Diese Arbeit beschäftigt sich ausführlich mit literarischen Motiven der romantischen Epik. Anhand besagter Werke diskutiert die Arbeit vor allem grundlegende Dualismen aus, die in beiden Stücken verarbeitet sind und sich als deutliche Parallelen erweisen. Jene Kontrastpunkte die im Mittelpunkt der Bearbeitung stehen sind, der Weltenkonflikt zwischen Ober- und Unterwelt, der Zwiespalt zwischen Außen und Innen und das polarisierte Frauenbild. Unterfüttert ist die Arbeit mit einer umfangreichen Literaturliste bekannter zeitgenössischer Texte sowie Arbeiten aktueller Literaturforscher.


Excerpt (computer-generated)

Universität Bayreuth

Das andere Ich - Angstphantasien in der Literatur der Romantik

Wintersemester 2006/2007

Hausarbeit

Betrachtung charakteristischer Dualismen in Literatur der Romantik anhand Ludwig Tiecks „Der Runenberg“ und E.T.A. Hoffmanns „Die Bergwerke zu Falun“

Martin Thiele

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort ... 3
1.1 Vorüberlegung ... 3
1.2 Inhalt in Kurzfassung ... 5
1.3 Gliederung der Arbeit ... 6

2. Außen wider Innen ... 7
2.1 Gefangen im Inneren ... 7
2.2 Untrennbarkeit ... 8
2.3 Instabile Charakter und deren äußere Beeinflussung ... 9
2.4 Der unüberbrückbare Widerstreit oder Verlust der Kontrolle ... 10

3. Oberwelt wider Unterwelt ... 13
3.1 Wie hängen Außen – Innen mit Oberwelt – Unterwelt zusammen? ... 13
3.2 Was ist das ‚Andere’? ... 13
3.3 Ungeheurer Höllenschlund und sonnenheller Himmel ... 16
3.4 Das Geheimnis des Unendlichen ... 21

4. Frauenbild ... 23
4.1 Psychoanalytische Bedeutung ... 23
4.2 Ein ewiges und ein vergängliches Glück ... 24

5. Nachwort ... 27
6. Schemata ... 29
6.1 Übersicht der Figuren „Der Runenberg“ ... 29
6.2 Übersicht der Figuren „Die Bergwerke zu Falun“ ... 30
6.3 Assoziationsketten in Elis’ Träumen ... 31

7. Quellen ... 32
7.1 Abbildungsverzeichnis ... 32
7.2 Bearbeitete Werke ... 32
7.3 Sekundärliteratur ... 33
7.4 Internetlinks ... 34

 

 

1. Vorwort

1.1 Vorüberlegung

„...das Seltsamste und das Gewöhnliche war so ineinander vermischt, dass er es unmöglich sondern konnte.“1

‚Er’ ist Christian - Ludwig Tiecks Protagonist der Märchennovelle2 „Der Runenberg“. Die zitierten Worte des Erzählers besagter Novelle, wirken sinnbildlich für zahlreiche Erzählungen, Epen und Märchen der Romantik und die Unstetigkeit der Gedankenwelt ihrer Protagonisten und Figuren. Nie zuvor in der Literaturgeschichte idealisierte eine Strömung in solchem Ausmaß die losgelöste Innenwelt ihrer Figuren „auf das rein Willkürliche des Geistes, auf den Zufall seiner Einfälle“3, auf Träume, Phantasien die nicht zwingend konkret an ein Subjekt bzw. Objekt gebunden sein müssen sondern oft rein aus dem Selbst, aus der ungeahnt tiefen Psyche der Figuren erwachsen. Dass sich aus dieser Innenwelt, gerade im Dualismus zur alltäglichen Umwelt, auch Probleme auftun können, liegt nah und wurde nicht selten als Thema in verschiedenen Erzählungen und Märchen verarbeitet. Sei es Florio aus Joseph von Eichendorffs „Das Marmorbild“, Albert von Chamissos Peter Schlemihl, Ludwig Tiecks besagter Christian oder seien es die Gestalten E.T.A. Hoffmanns wie der Enthusiast aus dem Nachtstück „Die Abentheuer der Sylvester-Nacht“, Nathanael aus „Der Sandmann“ oder Elis Fröbom aus „Die Bergwerke zu Falun“ – sie alle sind als epische Figuren von ihrem Inneren bestimmt und positionieren den Leser zwangsläufig auf die vom Autor geschaffene, meist fließende Grenze zwischen tatsächlicher Realität und pathologischer, eigener Wahrnehmung. Kein Wunder also, dass die Romantiker von jeher eine rigide Abgrenzung zur vorangegangenen Aufklärung und zur Klassik wollten, aber auch deutlich erfahren haben. Das signifikante und viel zitierte Verdikt von keinem geringeren als Johann Wolfgang von Goethe, spricht hierfür Bände:

„Das Klassische nenne ich das Gesunde und das Romantische das Kranke“4

Wenig verwunderlich scheint es gerade in Anbetracht dessen, dass sich anlehnend an Beobachtungen romantischer Schriftsteller, auch themenübergreifend Wissenschaften mit den Phänomenen der menschlichen Psyche befassten. Themen wie Somnambulismus, Wahnvorstellungen, Bewusstseinsverlust oder Ich-Spaltung waren zunehmende Forschungsgebiete für die sich noch in den Anfängen befindende Psychologie bzw. Psychoanalyse.5

[...]


1 Tieck, Ludwig, „Der Runenberg“, S. 37 (Im weiteren Verlauf der Arbeit abgekürzt mit RB.).

2 Wie zahlreiche romantisch, epische Schriften ist eine genaue Klassifizierung der Gattung nur schwer möglich. Märchennovelle und Naturmärchen oder schlicht Märchen, sind die, für „Der Runenberg“ am häufigsten gebrauchten Gattungsbegriffe.

3 Wellenberger, Georg, „Der Unernst des Unendlichen“, S. 15.

4 Kleine, Sabine, „Häßliche Träume“, S. 9 (zit. n. Eckermann, Johann Peter, „Gespräch mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens.“, Hrsg. von Ernst Beutler, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1976, S. 332).

5 Vgl. Mahlend, Ursula, „Die Psychologie der Romantik“, S. 592-596.


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