Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Ökonomische Analyse von Korruption und Korruptionsprävention im privaten Sektor close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Ökonomische Analyse von Korruption und Korruptionsprävention im privaten Sektor

Master Thesis, 2006, 80 Pages
Author: Jörg Viebranz
Subject: Economics / Business: Business Ethics, Corporate Ethics

Details

Category: Master Thesis
Year: 2006
Pages: 80
Grade: sehr gut - 1,3
Bibliography: ~ 106  Entries
Language: German
Archive No.: V75804
ISBN (E-book): 978-3-638-72245-2
ISBN (Book): 978-3-638-72735-8
File size: 512 KB
Notes :
Die Arbeit geht der Frage nach wie Korruption im Privaten Sektor wirksam bekämpft werden kann. Sie bedient sich dabei der ökonomischen Methode und untersucht anhand ökonomischer Modelle die Anreizstrukturen im Zusammenhang mit Korruption. Die in der Literatur vorhandenen Vorschläge zur Korruptionsprävenion werden hier ökonomisch rekonstruiert und miteinander verglichen. Die theoretischen Ergebnisse werden mit empirischen Ergebnissen verglichen und einer abschließenden Bewertung unterzogen. In der Arbeit diskutierte Präventionsmaßnahmen sind u.a. Job-Rotation und Whistleblowing.


Abstract

Korruption ist ein uraltes Phänomen, das vermutlich fast so alt ist wie die meschliche Zivilisation. Die ökonomische Analyse der Korruption (d.h. die Analyse mit ökonomischer Methodik) ist allerdings noch relativ jung. Dabei wird Korruption meist im Zusammenhang mit dem Öffentlichen Sektor untersucht, d.h. es wird erforscht, inwiefern privatwirtschaftliche Akteure auf staatliche Akteure wie Verwaltungen und Beamte Einfluss zu nehmen versuchen. Die Korruption im Privaten Sektor, d.h. unter privaten Akteuren, wird dabei meist nur am Rande behandelt. Zur Begründung folgt der Verweis auf die strukturelle Gleichartigkeit und daher Analogie der Ergebnisse. Es wird demnach davon ausgegangen, dass sich die Modelle aus dem Öffentlichen Sektor auch gut auf den Privaten Sektor übertragen lassen. Diese Annahme ist zwar verständlich und eine Analogie auch in weiten Teilen feststellbar, trotzdem gibt es wesentliche Unterschiede. In dieser Arbeit wird versucht, die Besonderheiten der Korruption im Privaten Sektor und deren häufigste Erscheinungsformen herauszuarbeiten. Dies dürfte eine lohnende Aufgabe darstellen, weil das Transaktionsvolumen zwischen privaten Akteuren wesentlich höher ist als das zwischen privaten und öffentlichen Akteuren und die direkt zurechenbaren Schäden durch Korruption in diesem Sektor potentiell sogar noch höher sein können. Aufbauend auf der Analyse sollen dann im Hauptteil der Arbeit Möglichkeiten der Prävention aufgezeigt und der Frage nachgegangen werden, welche Präventionsmaßnahmen welche Aussicht auf Erfolg haben. Es wird angenommen, dass Korruption, in welcher Ausprägung sie auch auftritt, sowohl in ökonomischer, moralischer und sozialer Hinsicht im Großen und Ganzen immer negative Effekte nach sich zieht. Die Arbeit gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil wird das Phänomen Korruption zunächst analysiert und dann mit ökonomischer Methodik in einem Prinzipal-Agent-Klient-Modell rekonstruiert. Im zweiten Teil werden dann Ansatzpunkte für eine Bekämpfung der Korruption im Privaten Sektor identifiziert. Als Ansatzpunkt werden Anreizstrukturen ausgemacht. Im dritten Teil werden dann einige solcher Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung in den Organisationen des Privaten Sektors vorgestellt. Diese werden modelltheoretisch anhand des Prinzipal-Agent-Klient-Modells auf ihre ökonomische Logik und Erfolgsaussichten hin analysiert und ihr Erfolg bzw. Misserfolg anhand empirischer Daten und fallweiser Evidenz aufgezeigt


Excerpt (computer-generated)

Ökonomische Analyse von Korruption und
Korruptionsprävention im Privaten Sektor

von

Jörg Viebranz

2006

 

 

Inhaltverzeichnis

Abbildungsverzeichnis ...  II
Einleitung  ... 1

1 Analyse der Korruption ... 4
1.1 Was ist Korruption?  ... 4
1.2 Wie modelliert man Korruption?  ... 8
1.2.1 Kalkül der Akteure  ... 11
1.2.2 Arten der Korruption ... 14
1.2.3 Korruption des Agenten  ... 16
1.2.4 Korruption des Prinzipals?  ... 17

2 Theorie der Korruptionsbekämpfung ... 19
2.1 Korruptionsfälle oder Korruptionsvolumen reduzieren?  ... 21
2.2 Veränderung von Werten und Normen?  ... 22
2.3 Anreize  ... 24
2.3.1 Anreize durch Strafrecht  ... 25
2.3.2 Anreize zur Anreizsetzung auf der Geberseite ... 29
2.3.3 Anreizsetzung auf der Nehmerseite  ... 32

3 Praxis der Korruptionsbekämpfung  ... 35
3.1 Whistleblowing  ... 37
3.2 Verhaltenskodex ... 45
3.3 Rotation  ... 50
3.4 Mitarbeiterscreening ... 55
3.5 Informationstechnologie ... 59

4 Zusammenfassung und Schlüsse ... 65

Literatur ... 71

 

 

Einleitung


„Reisen, Autos, Nummernkonten: Für viele Einkäufer deutscher Unternehmen ist es selbstverständlich, dass sich Geschäftspartner erkenntlich zeigen. Wer einen Auftrag will, muss zahlen. Die Korruption ist überall – nicht nur in der öffentlichen Verwaltung. (…) Wenn in Deutschland von Korruption die Rede ist, dann geht es meistens um das böse Ausland oder die öffentliche Verwaltung. Aber die Privatwirtschaft ist hier zu Lande keine Gesellschaft der Saubermänner (…). Längst ist das Schmieren und Schmieren lassen fast so normal wie die „Mahlzeit“ in den Kantinen.“

(Handelsblatt vom 17. Juli 2001)

Korruption ist ein uraltes Phänomen, das vermutlich fast so alt ist wie die menschliche Zivilisation. Quellen darüber reichen zurück bis ins Alte Testament und bis in das alte Indien vor 2300 Jahren.1 Annähernd so alt wie das Phänomen selbst sind auch di e Reflexion darüber und die Suche nach Möglichkeiten, es zu bekämpfen und zu verhindern. Die ökonomische Analyse der Korruption (d.h. die Analyse mit ökonomischer Methodik) ist allerdings noch relativ jung. Trotz einzelner hervorragender Arbeiten aus den 1970er und 1980er Jahren und davor kann eine verstärkte Forschungstätigkeit auf diesem Gebiet seit Beginn der 1990er Jahre beobachtet werden. Dabei wird Korruption meist im Zusammenhang mit dem Öffentlichen Sektor untersucht. D.h. es wird erforscht, inwiefern privatwirtschaftliche Akteure wie Unternehmen und Privatpersonen auf staatliche und halbstaatliche Akteure, wie Verwaltungen und Beamte Einfluss zu nehmen versuchen.2 Die Untersuchung dieser Korruption im öffentlichen Sektor, der so genannten Grand Corruption3 beherrscht den Großteil der Diskussion. Die Korruption im Privaten Sektor, d.h. unter privaten Akteuren, wird dabei meist nur am Rande behandelt. Zur Begründung folgt der Verweis auf die strukturelle Gleichartigkeit und daher Analogie der Ergebnisse. Es wird demnach davon ausgegangen, dass sich die Modelle aus dem Öffentlichen Sektor auch gut auf den Privaten Sektor übertragen lassen.4 Diese Annahme ist zwar verständlich und eine Analogie auch in weiten Teilen feststellbar, trotzdem gibt es wesentliche Unterschiede zwischen der Korruption im Öffentlichen und der im Privaten Sektor.

In dieser Arbeit wird daher versucht, die Besonderheiten der Korruption im Privaten Sektor und deren häufigste Erscheinungsformen herauszuarbeiten. Dies dürfte eine lohnende Aufgabe darstellen, weil das Transaktionsvolumen zwischen privaten Akteuren wesentlich höher ist als das zwischen privaten und öffentlichen Akteuren und die direkt zurechenbaren Schäden durch Korruption in diesem Sektor potentiell sogar noch höher sein können.5 Aufbauend auf der Analyse sollen dann im Hauptteil der Arbeit Möglichkeiten der Prävention aufgezeigt und der Frage nachgegangen werden, welche Präventionsmaßnahmen welche Aussicht auf Erfolg haben. 

Oft wird behauptet, Korruption könne auf den ersten Blick nicht eindeutig als positiv oder negativ bewertet werden und sei insofern ambivalent.6 Als Beispiel für positive Wirkungen wird oft das Schmiergeld angeführt. Dieses schmiert eine Transaktion, d.h. es verringert die Reibung oder ökonomisch ausgedrückt: die Transaktionskosten. 7 Dadurch kann es helfen, exzessive Handelshemmnisse oder andere übermäßige Regulierungen zu überwinden.8 Diese Argumentation ist aber verkürzt. Dynamische Aspekte werden genauso wie moralische9 vernachlässigt10. Darüber hinaus sollte man daraus, dass Korruption hilft stark regulierende Rahmenordnungen zu überwinden nicht schließen, dass Korruption gut sei. Vielmehr läge der Schluss nahe, dass die Rahmenordnung schlecht und verbesserungswürdig ist.11 Die Diskussion um eine mögliche Ambivalenz der Korruption soll in dieser Arbeit nicht weitergeführt werden. Es wird im Weiteren angenommen, dass Korruption, in welcher Ausprägung sie auch auftritt, sowohl in ökonomischer, moralischer und sozialer Hinsicht im Großen und Ganzen immer negative Effekte nach sich zieht.

Die Arbeit gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil „Analyse der Korruption“ wird das Phänomen Korruption zunächst analysiert. Hier werden die verschiedenen Sachverhalte, die allgemein unter Korruption verstanden werden, auf ihre Gemeinsamkeiten hin untersucht, so dass Korruption definiert werden kann. Aufbauend auf der Definition wird Korruption dann mit ökonomischer Methodik in einem Prinzipal- Agent-Klient-Modell rekonstruiert. Im zweiten Teil „Theorie der Korruptionsbekämpfung“ werden dann im Rahmen des aufgestellten Modells Ansatzpunkte für eine Bekämpfung der Korruption im Privaten Sektor identifiziert.12 Der Versuch, über moralische Appelle an das Gewissen der Akteure o.ä. die Korruption zu bekämpfen, wird dabei als die Fähigkeiten privater Akteure übersteigend abgelehnt. Als Ansatzpunkt werden Anreize und Anreizstrukturen ausgemacht. Da private Akteure wie Unternehmen selbst Anreizen unterliegen, wird zunächst geklärt, welche Anreize durch die staatliche Rahmenordnung gegeben sein müssen, damit in den Unternehmen Maßnahmen und Anreize zur Korruptionsbekämpfung eingeführt werden. Im dritten Teil „Praxis der Korruptionsbekämpfung“ werden dann einige solcher Maßnahmen zur Korruptionsbekämpfung in den Organisationen des Privaten Sektors vorgestellt.13 Diese werden dann modelltheoretisch anhand des Prinzipal- Agent-Klient-Modells auf ihre ökonomische Logik und Erfolgsaussichten hin analysiert und ihr Erfolg bzw. Misserfolg anhand empirischer Daten und fallweiser Evidenz aufgezeigt. Am Ende der Arbeit werden die einzelnen Ergebnisse noch einmal zusammengefasst und einige Ausblicke auf weiteren Forschungsbedarf gegeben.

[....]


1 Vgl. Klitgaard (1988), 23.

2 Diese Beschreibung gilt hauptsächlich für marktliberale demokratische Regimes. In kommunistischen Regimes kommt Korruption auch zwischen verschiedenen Bürokraten und staatlichen Organisationen vor.

3 Der Begriff wurde von Susan Rose-Ackerman (1978) geprägt und z.B. in Moody-Stuart (1997) weiter vertieft. Oft verbindet sich mit dem Begriff auch eine internationale Komponente, die auf die Korruption des Staatsapparates eines Landes durch ausländische Konzerne Bezug nimmt.

4 So z.B. Rose-Ackerman (1978), 190.

5 Vgl. Haas (2005), 79.

6 Vgl. Schmidt & Garschagen (1988), 568.

7 Vgl. Dietz (2000), 116 oder Becker (1998), 261.

8 Vgl. Leff (1964).

9 Das Problem ist dabei die Verletzung des Vertrags zwischen Prinzipal und Agent (wird weiter unten erläutert). Eine solche Pflichtverletzung kann z.B. in einem vertragstheoretischen Kontext keine Zustimmung zu einer verallgemeinerbaren Regel erwarten und kann daher nach einigen Theorien als moralisch bedenkenswert angesehen werden. Vgl. Dunfee & Donaldson (2002), 69.

10 So haben einige Autoren auf die Schädlichkeit einer gegenüber Korruption toleranten Kultur für Wachstum und Wohlstand hingewiesen. Vgl. Uslaner (2002), Kap. 3 und (2005), 82.

11 Vgl. Dietz (2000), 119 oder Rose-Ackerman (1978), 7-8.

12 In dieser Arbeit werden die Begriffe Korruptionsbekämpfung und –prävention meist synonym gebraucht. Der Unterschied zwischen den Begriffen ist folgender: die Bekämpfung setzt normalerweise ex post an, d.h. Korruption liegt bereits vor und soll aufgedeckt und unterbunden werden. Prävention setzt ex ante an, indem sie versucht überhaupt keine Korruption aufkommen zu lassen. Wird Korruption bekämpft, so hat dies aber auch Präventionscharakter, da andere Täter für die Zukunft abgeschreckt werden. Insofern ist die Unterscheidung in den meisten Fällen in der Praxis so trennscharf gar nicht möglich. Ein synonymer Gebrauch ist daher gerechtfertigt.

13 Es wird nur eine Auswahl häufig verwendeter Maßnahmen behandelt. Eine umfassende Diskussion sämtlicher verfügbarer Korruptionspräventionsmaßnahmen ist im Rahmen dieser Arbeit leider nicht möglich.


Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit

Author: Claudia Nickel
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR

Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens

Author: Maik Philipp
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/75804/oekonomische-analyse-von-korruption-und-korruptionspraevention-im-privaten
please wait Please wait