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Essay, 2007, 9 Pages
Author: Klaus Genschmar
Subject: History - Non-German
Details
Institution/College: http://www.uni-jena.de/ (Historisches Institut)
Tags: Etablierung, Sklaverei, Festlandskolonien, Nordamerika, Jahrhundert, Ursprünge, Sklaverei, Nordamerika
Year: 2007
Pages: 9
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 5 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-81343-3
ISBN (Book): 978-3-638-81425-6
File size: 92 KB
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Abstract
Der Amerikanische Bürgerkrieg (1861 – 1865) stellt wahrscheinlich den größten Wendepunkt innerhalb der Geschichte der Vereinigten Staaten dar. Seine unheilvollen Auswirkungen (u.a. ca. 620.000 tote Amerikaner ) führten und führen zu unterschiedlichen Erklärungsversuchen von Seiten verschiedener Historiker. Immer wieder wird dabei, neben den wirtschaftlichen und politischen Ursachen, vor allem auf das unterschiedliche Gesellschaftsbild der Nord- bzw. Südstaaten hingewiesen. Die Institution der Sklaverei war in dieser Hinsicht zwar nicht Hauptursache oder Anlass, entwickelte sich jedoch zum tragischen Symbol dieses Krieges. Eine Beschäftigung mit der US-Geschichte und der Entwicklung der amerikanischen Gesellschaft fordert also auch zur Auseinandersetzung mit ihren ethnischen Minderheiten, wie z.B. den Afroamerikanern, heraus. Denn bis in die Gegenwart stellen die Auswirkungen der Versklavung der Afrikaner auf dem nordamerikanischen Kontinent im Verlauf des 17. bis 19. Jahrhunderts eine andauernde Belastung innerhalb der multiethnischen Gesellschaft in den USA dar. Dieser Essay möchte sich mit der Etablierung der Sklaverei in den englischen Festlandskolonien in Nordamerika im Verlauf des 17. Jahrhunderts beschäftigen. Die Hauptfrage, die sich die Historiker bereits seit dem 17. Jahrhundert stellten und bis heute stellen, war folgende: Was veranlasste die englischen Kolonisten und ihre Auftraggeber sowie die englischen Kleri-ker und Abgeordneten dazu, eingeschiffte Afrikaner zu versklaven? Das Hauptproblem bei der Beantwortung dieser Frage besteht darin, dass es nicht genügend Hinweise gibt, die diesen Prozess der Versklavung der Schwarzen vollständig rekonstruierbar machen. Die Historiker wissen nicht genau wann, wo und wie es dazu kam, dass die schwarze Bevölkerungsgruppe anders behandelt wurde als die weiße. Die Mehrheit der Historiker geht jedoch heute davon aus, dass sich die sog. Form der „chattel slavery“ im Verlauf des 17. Jahrhunderts herausgebildet hat. [...]
Excerpt (computer-generated)
Friedrich-Schiller-Universität Jena, Historisches Institut
Übung: „Die Ursprünge der Sklaverei in Nordamerika“
Wintersemester 2004/05, 9. Fachsemester
Die Etablierung der Sklaverei in den englischen
Festlandskolonien in Nordamerika im 17. Jahrhundert
von
Klaus Genschmar
Der Amerikanische Bürgerkrieg (1861 – 1865) stellt wahrscheinlich den größten Wendepunkt innerhalb der Geschichte der Vereinigten Staaten dar. Seine unheilvollen Auswirkungen (u.a. ca. 620.000 tote Amerikaner1) führten und führen zu unterschiedlichen Erklärungsversuchen von Seiten verschiedener Historiker. Immer wieder wird dabei, neben den wirtschaftlichen und politischen Ursachen, vor allem auf das unterschiedliche Gesellschaftsbild der Nord- bzw. Südstaaten hingewiesen. Die Institution der Sklaverei war in dieser Hinsicht zwar nicht Hauptursache oder Anlass, entwickelte sich jedoch zum tragischen Symbol dieses Krieges. Eine Beschäftigung mit der US-Geschichte und der Entwicklung der amerikanischen Gesellschaft fordert also auch zur Auseinandersetzung mit ihren ethnischen Minderheiten, wie z.B. den Afroamerikanern, heraus. Denn bis in die Gegenwart stellen die Auswirkungen der Versklavung der Afrikaner auf dem nordamerikanischen Kontinent im Verlauf des 17. bis 19. Jahrhunderts eine andauernde Belastung innerhalb der multiethnischen Gesellschaft in den USA dar.2
Dieser Essay möchte sich mit der Etablierung der Sklaverei in den englischen Festlandskolonien in Nordamerika im Verlauf des 17. Jahrhunderts beschäftigen. Die Hauptfrage, die sich die Historiker bereits seit dem 17. Jahrhundert stellten und bis heute stellen, war folgende: Was veranlasste die englischen Kolonisten und ihre Auftraggeber sowie die englischen Kleriker und Abgeordneten dazu, eingeschiffte Afrikaner zu versklaven? Das Hauptproblem bei der Beantwortung dieser Frage besteht darin, dass es nicht genügend Hinweise gibt, die diesen Prozess der Versklavung der Schwarzen vollständig rekonstruierbar machen. Die Historiker wissen nicht genau wann, wo und wie es dazu kam, dass die schwarze Bevölkerungsgruppe anders behandelt wurde als die weiße.3 Die Mehrheit der Historiker geht jedoch heute davon aus, dass sich die sog. Form der „chattel slavery“ im Verlauf des 17. Jahrhunderts herausgebildet hat. Übereinstimmend wurden drei wesentliche Erkenntnisse durch die historische Forschung bestätigt:
1.) Zu Beginn der Besiedlung Nordamerikas war ein System der Sklaverei, wie es
sich am Ende des 17. Jahrhunderts schließlich offenbarte, nicht vorgesehen.4
2.) Die Institution der „chattel slavery“ entstand im Verlauf des 17. Jahrhunderts
und wurde durch entsprechende, wenn auch regional unterschiedliche, Gesetzesmaßnahmen
offiziell sanktioniert. Verbunden waren diese Maßnahmen mit
einer strikten Trennung zwischen Schwarzen und Weißen sowie einer deutlichen
Herabwürdigung der schwarzen Bevölkerung.5
3.) Dieser oft sporadisch erfolgende Umformungsprozess weißt keine einheitliche
Struktur und zeitliche Stufung auf, wodurch der Nachvollzug dieses Prozesses
erschwert wird.6
Der Begriff „chattel slavery“, welcher seit dem Ende des 17. Jahrhunderts als Umschreibung der Institution Sklaverei in den amerikanischen Südstaaten verwendet wurde, war in seiner Art ein völliges Novum. Eine vergleichbare Einrichtung gab es weder vorher im englischen Mutterland, noch parallel dazu in den ebenfalls sklavenhaltenden Kolonien der englischen Konkurrenten, wie z.B. Spanien oder Portugal. Dennoch gab es bereits in England Konzepte und Vorstellungen, die einen erheblichen Einfluss auf die eingewanderten Kolonisten in Nordamerika ausübten. Diese waren zum einen beeinflusst durch mittelalterliche Gesellschaftsformen, die sich teilweise noch bis ins 16. Jahrhundert erhalten hatten, zum anderen durch Englands Aufstieg zur Seemacht, wodurch erstmalig Kontakte zu anderen, bisher unbekannten, Kontinenten bzw. anderen Seemächten und deren Kolonialpolitik in der Neuen Welt geknüpft wurden. Der Begriff Sklaverei war zu Beginn des 17. Jahrhunderts in England zwar nicht unbekannt, eine genaue Definition des Begriffs in Theorie und Praxis erschien jedoch oft widersprüchlich: „the antithesis of ,free’ was not ,slave’ but unfree; and, within the condition of unfreedom, law and practice recognized several gradations“7.
[...]
1 Angaben nach: NAGLER, Jörg, Von den Kolonien zur geeinten Nation, in: BPB (Bundeszentrale für politische Bildung), Informationen zur polischen Bildung: USA – Geschichte, Wirtschaft, Gesellschaft,
Nr. 268, überarb. Aufl. 2004, Bonn, 2004, S. 21.
2 Vgl. HEIDEKING, Jürgen, Geschichte der USA, 3. Aufl., Tübingen, 2003S. 3.
3 Vgl. JORDAN, Winthrop D., White Over Black: American Attitudes Toward the Negro, 1550-1812, New York u. a., 1977, S. 44.
4 Vgl. Ebd., S. 44
Vgl. HANDLIN, Oscar/HANDLIN, Mary, […], in: The William and Mary Quarterly, 3/1950, S. 199.
Vgl. WOOD, Betty/FONER, Eric (ed.), […], New York, 1998, S. 6.
5 .Vgl. JORDAN, Winthrop D., […], New York u. a., 1977, S. 44.
Vgl. HANDLIN, Oscar/HANDLIN, Mary, […] in: The William and Mary Quarterly, 3/1950, S. 199.
Vgl. WOOD, Betty/FONER, Eric (ed.), […], New York, 1998, S. 8.
6 .Vgl. JORDAN, Winthrop D., […], New York u. a., 1977, S. 44.
Vgl. HANDLIN, Oscar/HANDLIN, Mary, […], in: The William and Mary Quarterly, 3/1950, S. 221/222.
Vgl. WOOD, Betty/FONER, Eric (ed.), […], New York, 1998, S. 6.
7 HANDLIN, Oscar/HANDLIN, Mary, […] in: The William and Mary Quarterly, 3/1950, S. 199.
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